20.04.2022 Cañaveral – 33.4 km

Ich habe es wirklich geschafft, ich bin um 16.00 in der Albergue von Cañaveral angekommen💪. Total müde und mit schmerzenden Füßen aber trotzdem sehr glücklich und zufrieden, dass ich es geschafft habe.

So langsam wird es heller

Heute Morgen bin ich um 6.45h los. Ich bin im Dunklen gestartet. Das war vorerst kein Problem weil ich durch das Städtchen laufen musste. Als ich aber rauskam war es schon recht dunkel. Hätte meine Taschenlampe bereit halten sollen.

Es ist schön so früh unterwegs zu sein

Vor der Albergue zog ich gleich mal meine Regenausrüstung an, denn es war schweinekalt und es blies ein starker kalter Wind. Ja und er kam natürlich von vorne, wie soll es auch anders sein🤬. Zusätzlich zog ich Mütze, Handschuhe und Halstuch an. Also praktisch alles was ich dabei habe.

Einfach schön hier

So langsam fing es an heller zu werden und die Weite der Landschaft hatte durchaus seinen Reiz. Ich habe anfangs sehr wenig fotografiert weil es einfach zu kalt und mit Handschuhen zu umständlich war das iPhone herauszuholen.

Traumhaft

Die Kälte half auch um schneller vorwärts zu kommen man hatte nicht wirklich Lust anzuhalten. Ich hatte mir vorgenommen nur alle 2 Stunden eine Pause einzulegen.

Der Stausee ist noch ganz weit weg

Bald schon sah ich von Weitem den Stausee mit seinem blauen Wasser. Im Frühling hat er wohl mehr Wasser. Ein richtiger Blickfang!

Erinnerung an die Endlichkeit

Ich musste heute 5 km entlang der Nationalstraße auf dem Pannenstreifen laufen, da ging mir so langsam die Energie aus. Ich brauchte dringend einen Platz wo ich mich hinsetzen und was essen konnte. Nicht so einfach entlang der Nationalstraße. Ich fand dann aber eine Stelle wo ich durchs Gebüsch konnte und da war ein kleiner Platz wo ich mich hinsetzen konnte. Ein bisschen später wäre ein super Platz mit Aussicht auf den Stausee gekommen aber das war mir dann egal. Wenn ich was essen muss, muss das möglichst schnell sein.

Auf der Brücke mit Sturmwind

Zwei andere Pilger erfreuten sich dann an der schönen Aussicht. Sie hatten mich vorher aus dem Gebüsch kommen sehen und mich kurz komisch angeschaut. Sie glaubten wohl ich musste mal😂.

Embalse de Alcántara

Auf der ersten Brücke, die ich überquerte windete es derart stark, dass ich meinen Hut festhalten musste und es war saukalt. Aber ich habe es trotzdem geschafft ein Foto zu schiessen ohne dass mir das iPhone aus der Hand flog💪.

Nach der Tajo-Brücke konnte man einen alternativen Weg gehen, wo man den Abschnitt auf der Strasse um 1 km abkürzen konnte. Dafür war ich natürlich sofort zu haben auch wenn es zuerst einmal steil bergauf ging. Es war ein richtig schöner Weg und nach 4 km Nationalstraße eine Wohltat.

Vom Der Schutzhütte aus

Oberhalb des Stausees gab es einen kleinen Unterstand wo ich mich kurz auf die Bank legte. Die Aussicht war einfach umwerfend. Hier traf ich auch wieder auf die Via de la Plata.

Von da an wurde es langsam eine Willenssache denn ich war total müde. Ich musste auch noch einen Hund abwehren, der sich daran störte, dass ich da durchlief. Aber eigentlich war er bereits ziemlich altersschwach und dennoch bewachte er immer noch die Schafherde.

Von weitem schon sehe ich Cañaveral aber es will einfach nicht näher kommen

Ich konnte Cañaveral bereits von Weitem sehen aber es dauerte immer noch fast 2 Stunden bis ich dort ankam. Es sah so aus als würde ich das Dorf umrunden anstatt darauf zu zugehen.

Hier musste ich über den Zaun klettern

Das letzte Gatter vor Cañaveral bekam ich einfach nicht auf. Ich habe dann meinen Rucksack und die Stöcke rübergeworfen und bin rüber geklettert. Nur zwei Pferde haben es gesehen😂.

Am Schluss noch über eine römische Brücke

In der Albergue gönnte ich mir dann erst einmal ein Bier bevor ich mich ans duschen und waschen machte. Ich war fix und fertig aber sehr zufrieden es geschafft zu haben.

Die schöne Albergue von Cañaveral

19.04.2022 Casar de Cáceres – 11.3 km

Noch eine kurze Etappe die bereits vorbei ist. 11 km sind wirklich gar nichts, 22 km eine gut Etappe und 33 km einfach zu viel. Genau soviel werde ich aber morgen laufen müssen. Habe beschlossen es zu wagen und nicht abzukürzen. Ich hoffe, dass ich es nicht bereuen werde. Ich werde aber sehr zeitig aufbrechen.

Weil es so schön ist gleich nochmal, Plaza Mayor am Morgen

Heute Morgen nahm ich es gemütlich. Ich schlief bis 7.30h und dann packte ich zusammen. Ich machte mich auf die Suche nach einer Bar mit Frühstück. Zuerst war alles zu aber dann wurde ich doch noch fündig. Es gab Bocadillo mit Tortilla und leckeren Caffe con Leche. Besser schmeckt der Kaffee wohl nur in Italien.

Diesem diskreten Symbol folge ich durch die Stadt, es ist im Boden eingelassen

Um 9.00h ging ich dann langsam los. Ich genehmigte mir viele Pausen. Auf dieser Strecke gab es immer wieder Steinbänke wo ma sich schön hinsetzen konnte. Ansonsten sind Sitzmöglichkeiten eher Mangelware auf diesem Weg.

Endlich weg von der Nationalstraße

Es hatte kräftig abgekühlt und es ging ein starker Wind. Anfangs war der Himmel noch blau aber wie mehr ich mich Casar de Cáceres näherte wie dunkler und wolkenverhangener wurde es.

Nicht viel Abwechslung für das Auge

Anfangs ging es für ca. 3 km der Nationalstraße entlang. Dann zweigte der Weg endlich ab und ich konnte erstmals meine Stöcke benutzen am heutigen Tag. Es ging auf einem schönen Weg, eingebettet zwischen Nationalstraße und Autobahn weiter. Ich war aber einfach froh nicht mehr auf der Straße laufen zu müssen.

Eigentlich sollte es Via della Platta heißen😂

Gegen Mittag war ich bereits in Casar de Cáceres und lief zuerst gleich mal an der Albergue vorbei. Ich lief dann zurück und checkte ein. Ich habe ein riesengroßes Zimmer mit großem Bett. Ein Vorzimmer mit Kleiderschrank und Sofa und das Bad ist rollstuhlgängig und daher auch sehr groß. Dies ist die beste touristische Herberge bisher und das für 26€. Kann man nicht meckern oder?

Kleiner Weiher

Habe gleich hier zu Mittag gegessen und es war sehr lecker! Anschließend Siesta, wie sich das gehört in Spanien und dann ab 18.00h wenn die Shops wieder geöffnet sind gehe ich einkaufen.

18.04.2022 Cáceres – 12 km

Ich habe super gut geschlafen in der Albergue trotz dem scheinbaren Geschnarche von Jean-Pierre. Ich habe nämlich nichts gehört😜. Die anderen dafür umso mehr.

Das Wappen von Valdesalor

Um 6.00 haben die ersten angefangen zusammen zu packen aber ich blieb noch bis 6.30 liegen. Dann holte mich meine volle Blase aus dem Bett. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen im oberen Bett schlafen zu müssen, da ich erst spät angekommen bin. Hoch kommt man ja ganz gut aber runter ist nicht ganz so einfach. Und die dünnen Streben der Leiter tun einem dann auch noch so schön an den Füßen weh. Irgendwie schaffte ich es runter aber nicht ohne zu fluchen🤬. Ich bin einfach zu alt für diese doofen Betten, vor 20 Jahren konnte ich es aber auch nicht besser wenn ich mich richtig erinnere😂.

Morgenstimmung 1

Um 7.30 war ich schon draußen und begab mich zum Frühstück. Heute gab es sogar Croissants🥐 😋. Ich nahm es gemütlichda ich mich heute Morgen entschlossen hatte nur bis Cáceres zu laufen.

Morgenstimmung 2

Das französische Pärchen, Monique und Christian waren kurz nach mir gestartet. Ich hörte sie bereits von weitem kommen, da sie ihre Stöcke sehr stark einsetzen. Vielleicht sollte ich das auch mal probieren und werde dann schneller.

Die große Weite

Die Etappe war schnell gelaufen und um 11.30 war ich bereits in Cáceres. Es gibt zur Etappe nicht viel zu sagen, der Weg war einfach zu laufen und unspektakulär. Habe nur am Morgen Fotos gemacht aber dafür noch ein paar in Cáceres😉.

Kathedrale oder doch nicht?

Bei der Kirche setzte ich mich hin im Glauben, bei der Kathedrale zu sein. Ich wollte gemäß der Wegbeschreibung in meinem Reiseführer die touristische Albergue finden. Dummerweise fand ich die Strassennamen nicht weil ich ja gar nicht bei der Kathedrale war. Als ich meinen Fehler bemerkte funktionierte es plötzlich ganz wunderbar.

Kathedrale gleich um die Ecke

Ich kam bei der Plaza Mayor vorbei. Da gibt es ganz viele Restaurants und plötzlich sah ich ganz in meiner Nähe Jürgen und Maria auf ein Restaurant zusteuern. Als sie ihre Rucksäcke abstellten begrüßte ich sie und wir beschlossen zusammen Mittag zu essen.

Plaza Mayor

Als Tapa bekamen wir Brotkrumen mit Speck und Tomaten. Muss eine Spezialität von hier sein aber unsere Begeisterung hielt sich in Grenzen. Ja und wenn Pilger etwas stehen lassen kann es nicht besonders gut sein, denn wir haben immer Hunger.

In den Gassen von Cáceres

Jürgen und Maria werden zwei Nächte hier bleiben. Sie haben Knie- und Fussprobleme. Schade aber vielleicht treffen wir uns später wieder. Sie sind auch am Überlegen, wie man die Etappe von 33 km kürzen könnte. Die einfachste Möglichkeit ist wohl das Taxi für ein paar Kilometer zu nehmen. Ich werde mich entscheiden wenn ich in Casar de Cacéres bin.

Garten der Dona Cristina

Mit gut gefülltem Magen und zwei Claras intus, machte ich mich auf den Weg zur Herberge. Zuerst lief ich mal wieder in die falsche Richtung. Dann nahm ich das GPS zur Hilfe und siehe da, es funktionierte wunderbar.

In einem Hinterhof

Duschen, Kleider waschen und ausruhen, das erste was der Pilger macht bevor er sich wieder ins Getümmel stürzt. Anschließend machte ich einen Altstadt-Spaziergang. Ich hätte besser die Wanderschuhe anbehalten sollen, auf dem Kopfsteinpflaster taten mir bald schon die Füße weh. Es ging auch immer wieder steil nach oben oder unten und es gab viele Treppen zu bewältigen.

Sommersprosse unterwegs

Ich habe mich dann im Garten der Dona Cristina ausgeruht. Auch hier hat es überall Zitronen- und Orangenbäume. Der Blütenduft erinnert mich irgendwie an meinen Earl Grey Tee😉.

Die Zeitungsverkäuferin

Um 18.00 bin ich dann zurück zur Albergue um mich auszuruhen. Hier isst man ja sowieso später, erst um 20.30.

Auch Tauben haben Hunger

Das Abendessen war dann sehr speziell und hatte Riesenpotential um mich schlecht oder falsch behandelt zu fühlen. Zuerst setzte ich mich an einen Tisch und dann kam der Kellner und meinte ich könne nicht hier sitzen weil ich alleine bin. Dann setzte ich mich an einen kleineren Tisch weiter hinten. Da kam der Kellner dann gar nicht mehr. Ich musste ihn rufen worauf er mich fragte wo denn mein Sohn sei. Er habe nur darauf gewartet, dass dieser zurück komme. Ich habe ihn etwas konsterniert angeschaut und gemeint ich hätte keinen Sohn. Ich sei Pilgerin und alleine hier, ob ich jetzt bestellen könnte? Er hat dann gnädiger Weise meine Bestellung aufgenommen. Das mit dem Essen dauerte und ich fragte ob ich noch ein Glas Weißwein haben könnte. Das Essen kam der Weißwein nicht. Ich beschloss nicht mehr nachzufragen damit ich gehen kann. Auf der Rechnung waren 2 Weißweine, da habe ich natürlich reklamiert und gemeint, dass ich zwar ein zweites Glas bestellt aber nie erhalten habe. Er entschuldigte sich zumindest und meinte, dass er das wohl vergessen habe. Trinkgeld habe ich keines dagelassen!

Plaza Mayor by night
La Concathedral

17.04.2022 Valdesalor – 25.5 km

Heute bin ich mal wieder früh aufgestanden, denn es war eine längere Strecke heute und es sollte heiß werden. Um 7.00h war ich schon unten beim Frühstück und um 7.30 abmarschbereit.

Der Mond legt sich zur Ruhe

Ich hatte mir mit GPS eine Strecke erstellt, damit ich zurück zum Camino finde aber es war alles mit gelben Pfeil markiert. Jetzt weiß ich wenigstens wie man das macht.

Die Sonne geht auf

Letzte Nacht wat Vollmond und der Mond war immer noch gut sichtbar. Die Sonne versteckte sich noch ein bisschen und das war auch gut so.

Afrikanische Savanne?

Am Anfang bin ich immer voller Energie, dieser Wind trägt mich meistens die ersten 8km. Dann fängt mein Elan an zu schwinden und ich spüre meine Füße und werde immer langsamer. Am Nachmittag ist es dann vor allem eine Willenssache ins nächste Dorf zu kommen. Die anderen scheinen nicht so Energielöcher zu haben wie ich. Die kommen meist 2 Stunden vor mir an😟.

Es macht Spaß hier zu laufen

Der Weg war heute anfangs schön, teilweise wie in der afrikanischen Savanne. Dann war es eher öde der Weg verlief zwischen der Autobahn und der Nationalstraße. Das war auch der Moment wo meine Energie langsam nachließ. Am Schluss wurde es dann nochmals richtig schön.

Schafherde auf dem Weg

Ich kam an einem Sportflugpatz vorbei, klein und unscheinbar aber er hat eine traurige Geschichte. Im zweiten Weltkrieg wurden von hier aus nämlich die Flugangriffe der Deutschen gegen Gernika an der Nordküste gestartet. Gernika wurde fast ganz zerstört und es gab sehr viele Tote. Ich bin 2014 in Gernika vorbeigekommen als ich den Camino del Norte gelaufen bin.

Morgen sind es 12 km bis Caceres und ich weiß noch nicht, ob ich dort morgen anhalte oder die 22 km bis Cesar de Caceres laufen soll. Mal schauen wie ich mich morgen fühle. Caceres ist vor allem sehr schön und ist auf der Liste des Unesco Weltkulturerbes.

Der Sportflugplatz

Heute Abend war es ein wenig öde da das deutsche und dänische Pärchen nicht aufgetaucht sind. Ich habe dann mit Jean-Pierre gegessen aber das ist meist nicht so amüsant. Er ist etwas wortkarg und die Unterhaltung zwischen uns fließt nicht so. Irgendwann starren wir dann beide auf unsere Handys. Ist aber auch ok wenn man nicht das Gefühl hat, dass es anders sein muss.

Eine der drei römischen Brücken heute

Ich schlafe mal wieder in der Albergue und hoffe, dass ich schlafen kann. Es hat glaube ich ein paar Schnarcher hier. So lange sie die Schallmauer meiner Ohropax nicht durchbrechen ist aber alles ok.

Noch eine Brücke

16.04.2022 Hostal Olivos – 18 km

In meinem Einzelschlafsaal bin ich erst um 7.30 aufgewacht. Es war auch sehr ruhig für eine Albergue. Ich verpflegte meine Füsse, packte meinen Rucksack und kurz bevor ich fertig war um 8.10h hörte ich bereits die Senora vom Restaurant, die die Albergue putzte. Ich glaube in dieser Gegend muss man spätestens um 8.30h draußen sein. Mich stresste es nicht denn ich war sowieso startbereit aber Gitte und Jan waren erst daran ihre Füße zu verpflegen als die Senora bereis das Zimmer wischen wollte.

Von links; Jan, Jean-Pierre, Jürgen, Maria, ich und Gitte

Ich schulterte meinen Rucksack und begab mich ins Restaurant zum Desayuno. Für mich wie immer mein spanisches Frühstück mit Tostado, Tomaten, Olivenöl und Salz. Das Salz war so klein, dass ich es nicht sehen konnte. Ich fragte nach und bekam dann den großen Salzstreuer. War noch nicht so ganz wach. Alle anderen Pilger kamen auch und wir frühstückten zusammen. Jan bekam seine Spiegeleier 🍳 und war im siebten Himmel.

Blühendes Lavendelfeld

Um 9.00 ging ich los, es würde ein heisser Tag werden. Am Anfang ging es wieder der Landstraße entlang aber nach 2 km big der Weg rechts ab in den Naturpark und Vogelschutzgebiet Cornalvo. Gleich am Anfang des Naturparks gab es einen Picknickplatz wo ich meine Jacke ausziehen und Sonnencreme auftragen konnte. Es war bereits ziemlich warm.

Eignet sich wunderbar als Toilette😂

In stetigem auf und ab ging es durch den sehr schönen Nationalpark. Es gab ganze Felder mit blühendem Lavendel, Ginster und Zistrosen. Gottseidank viele Korkeichen, da konnte man sich immer wieder mal im Schatten abkühlen.

Brücke über den Bach

Über weiße Steinblöcke ging es über einen kleinen Bach und dies war gleichzeitig auch die Grenze zur Provinz Cáceres wo ich übermorgen sein werde.

Die Kühe überlassen mir den Vortitt

Ich kreuzte immer wieder den Weg mit Jürgen und Maria. Jean-Pierre traf ich nur am Anfang. Gitte und Jan zum Schluss.

Gottseidank hat es heute viele Bäume

Ich kam zum ersten Mal an frei herumlaufenden Kühen vorbei und da war auch ein ziemlich beeindruckender Stier. Er sah aber ziemlich gelangweilt aus und ich ging einfach vorbei. Traute mich aber nicht stehenzubleiben und ein Foto zu machen.

Soviele Blumen überall

Ein kleine Herde mit Kälbern wollte gerade den Weg kreuzen und sie gaben mir netterweise den Vortritt. Sie blieben einfach stehen und glotzten mich an. Ich bedankte mich und ging weiter. Die ersten Begegnungen habe ich doch ganz gut gemeistert😂.

Der ganze Weg war voller Zistrosen. Wunderschön.

Zistrose

Ich kam dann beim Cruz de San Juan vorbei bevor ich den letzten Teil des Weges in Angriff nehmen wollte. Dort traf ich Gitte und Jan und sie stöhnten auch wegen der Hitze. Sie werden bis Alcuescar weitergehen und ich werde bei der nächsten Abzweigung zum Hosts Olivos abzweigen.

Olivenhain

Dort angekommen traf ich Jürgen und Maria. Ich setzte mich zu ihnen und bestellte mir sogleich eine Clara con limon. Dann gab es Calamares a la Romana und die waren richtig lecker. Anschließend ging ich dann duschen, wusch ein paar Kleider und legte mich dann genüsslich hin für meine Siesta. Es ist zwar tierisch laut hier aber wozu hat man denn Ohropax😂.

15.04.2022 Aljucen – 16 km

Heute Morgen bin ich relativ früh aufgestanden, dafür dass es nur eine kurze Etappe war aber ich konnte einfach nicht mehr schlafen. Um 8.15 war ich startbereit. Die langen Unterhosen unter dem Jupes habe ich heute zum ersten weggelassen aber es war doch ziemlich kalt mit 8 Grad am Morgen. Sobald die Sonne rauskommt würde es aber wärmer werden.

Aquädukt de los Milagros

Ich wusste nicht, ob ich am Karfreitag eine offene Bar für mein Frühstück finden würde aber nach 30 Min. saß ich bereits mit einem Tostado, Kaffee und Orangensaft an einem Tisch. Ein französisches Pärchen kam rein, dass ich bisher nicht gesehen hatte. Sie sind in Almeria gestartet. Wenn ich mich nicht irre ist das der Ort in Spanien wo viel von unserem Gemüse herkommt.

Mein Pausenplatz Stausee

Es ging bis zum Stausee Proserpina für 6 km alles der Strasse entlang auf einem Fahrradweg. Aber der Stausee, ein Naherholungsgebiet entschädigte für die Strapazen. Hier steht immer noch eine alter Damm der Römer wo sie das Wasser gestaut und dann mittels Kanälen und Aquädukte Richtung Mérida geleitet haben. Das Wasser floss mit einem Gefälle von 0.5m auf 2km. Sie konnten so bis zu 150lt pro Sek. Nach Mérida leiten. Eindrücklich wie modern die alten Römer doch waren.

Die alte Staumauer der Römer

Ich machte am See eine Pause und aß von meinem Käse den ich in Mérida gekauft habe. Der war lecker aber das Brot leider fast ungenießbar. Na ja bei der nächsten Bäckerei die offen hat werde ich mir frisches Brot kaufen.

Weiter auf der sehr lädierten Landstraße

Dann ging es weiter auf einer alten schmalen Landstraße. Links und rechts des Weges hatte es die schönsten Dehesas, teilweise sogar mit Weihern. Ich schaute sehnsüchtig hinüber, ach wär das schön dort laufen zu können und nicht auf dieser alten Landstraße in teilweise desolatem Zustand.

Links und rechts hat es wunderschöne Dehesas aber ich laufe auf der Landstraße

Nach weiteren 4 km wurde ich erlöst und der Weg bog ab. Von da an war der Weg richtig schön und ich gönnte mir sogar ein Nickerchen unter einem Baum. Jean-Pierre lief vorbei und ich erschreckte ihn mit einem kurzen Ca vas? Wir plauderten ein bisschen und dann ging er weiter. Man wird nich so richtig warm mit ihm aber ist auch ok.

Ja ich laufe immer noch auf der Landstrasse😖

Ich kam nach El Carrascalecho wo es eine private Albergue mit Restaurant gab. Da konnte ich natürlich nicht wiederstehen und bestellte mir einen Salat, ein Clara con Lemon und anschließend einen Kaffee. Man weiß ja nie wann man wieder was zu essen bekommt. Ich saß nicht lange alleine da. Zuerst kam das deutsche Pärchen, die hier übernachten werden, dann Jean-Pierre, Gitte und Jan. Jan bestellte ein Glas Wein zum Essen und bekam gleich die ganze Flasch. Na ob er es wohl noch bis Aljucen schafft?

Endlich zweigt der Weg ab.

Am Schluss wurde es noch so richtig heiß. In Aljucen ging ich direkt in die Herberge und dann ins Restaurant um mich anzumelden. Die haben hier den ganzen Tag auf und zu Essen gibt es bereits um 19.00. Das nenne ich mal ein Pilger freundliches Städtchen☺️.

Genau da will ich hin.

Ich bin ganz alleine in einem 6er Zimmer. Eigentlich hat jeder sein eigenes Zimmer hier. Marc ist bisher nicht aufgetaucht. Vielleicht hat er Angst mit Jean-Pierre im gleichen Zimmer zu landen. Aber er hätte das Zimmer mit mir teilen können. Ich huste ja nur… das ist weniger schlimm oder?

Santiago begrüßt mich in Aljucen

Aljucén ist ein hübsches Städtchen mit einer sehr schönen einfachen Kirche. Sogar hier gab es eine kleine Osterprozession aber ohne Musik sondern nur Gesang.

Sonnenuntergang in Aljucen
Soviele Kilometer sind es
Die wunderschöne Kirche von Aljucen
Zauberhafter erster Sommerabend

14.04.2022 Merida – 16 Km

Nach dem gestrigen Tag war ich ganz froh, heute nur eine kurze Etappe vor mir zu haben. Ich habe nicht einmal den Wecker gestellt heute morgen und bin erst um 7.30 aufgewacht. Ich habe gut geschlafen. Vielleicht ist es der neue Hustensaft den ich gekauft habe oder vielleicht hilft es auch nicht mit vollem Bauch ins Bett zu gehen.

Schöne Wiese, nach gestern eine Wohltat

Um 8.50 ging es los, vorher noch ein riesiges Tostado und 2 Caffe con Leche. Der erste Teil heute war auch nicht sehr berauschend, denn es ging für ca. 4-5 km der Nationalstraße entlang. Darin sin die Spanier ja Spezialisten, immer der direkteste Weg nach Santiago. In Frankreich nimmt man längere Wege in Kauf dafür sind sie meist schöner. Aber das gehört einfach zum Pilgererlebnis.

Hier ist gut zum Pause machen

Nachher ging es dann auf Traktorwegen an Feldern und Höfen vorbei bis kurz vor Mérida. Die Etappe hatte kaum begonnen und dann war sie schon wieder vorbei. Um 13.00 war ich bereits in Mérida.

Ein Feld von oben

Habe mein Zimmer im Hostal Senero bezogen, geduscht, Kleider gewaschen und dann auf zum Mittagessen. Gut habe ich mein Zimmer hier schon lange reserviert, denn es ist Gründonnerstag und die Stadt ist rappelvoll. Gitte und Jan haben nur noch ein sehr teures Zimmer gekriegt. Vielleicht schlafen sie ja im Parador😉. Das sind die 5 Sterne Hotels in Spanien, die Pilgern immer eine Vergünstigung geben. Ich traf die beiden als ich zu Mittag gegessen habe. Es ist zum ersten Mal heiß und man sucht den Schatten. Zeit für meine Siesta.

Vorbei an einer Ziegenfarm

Im 19.00 habe ich meinen Stadtrundgang weitergeführt. Es hatte soviele Menschen, es war sehr laut und an jeder Ecke gab es eine Prozession. Diese Stadt ist anstrengender als 20km pro Tag zu laufen! Nichtsdestotrotz Mérida ist eine sehr schöne Stadt. Es gibt viele Ausgrabungsstätten aus römischen Zeiten die in die Stadt integriert sind.

Pause bevor es übe die Römerbrücke nach Mérida geht

Da ich keine Lust hatte mit dem Essen bis 21.00 zu warten, ging ich in eine Tapasbar und bestellte mir Nachos mit Guacamole, Poulet und Käse. Es kam ein Riesenteller und ich war wieder einmal froh, nur 1 Tapa bestellt zu haben. Die Nachos waren scharf und das löste mir sogleich einen Hustenanfall aus. Ich musste schell ein Schluck Wasser trinken. War wohl nicht so eine gute Idee. Mein Hals ist nach wie vor irritiert auch wenn es täglich besser wird.

Brücken bauen konnten sie die Römer

Auf dem Nachhauseweg kam ich an verschiedenen Osterprozessionen durch. Bin immer wieder erstaunt wie groß und wichtig Ostern in Spanien ist. Aber das ist wohl in allen katholischen Ländern so.

Semana Santa in Mérida

Morgen werde ich wieder einmal in einer Albergue schlafen, einfach weil es nichts anderes gibt. Ehrlich gesagt vermisse ich die Albergues überhaupt nicht, bin ganz froh meistens mein eigenes Zimmer zu haben. Ein bisschen Luxus muss sein auch auf dem Pilgerweg.

Semana Santa

13.04.2022 Torremejia – 27.5 km

Ich bin um 6.20 aufgestanden, ganz schön früh für Urlaub🥱. Habe meine Zehen verpflastert, immer die gleichen drei aber bis jetzt habe ich keine neuen Blasen gemacht unter den Zehennägeln. Habe ein ganzes Pack mit 50 Pflastern mitgeschleppt nur für meine Zehen aber sie danken es mir☺️. Meine Apotheke ist einfach langsam überdimensional groß!

Dann ging es zum Frühstück. Ich habe gestern Abend mit Gitte, Jan und einem Kanadier der in Irland lebt, zusammen gegessen. Der Name fällt mir leider nicht mehr ein. Der war auf jeden Fall auch da und hat mich gefragt wie es geht. Ich habe gemeint ich hätte wieder gehustet, dementsprechend wenig geschlafen und sei jetzt natürlich müde. Er ist der erste, der mich gefragt hat ob ich mich habe testen lassen. Ja habe ich 4x im Ganzen (3 Schnelltests und ein PCR) alle negativ. Er hat sich trotzdem vorsichtshalber an einen anderen Tisch gesetzt oder vielleicht wollte er einfach alleine frühstücken.

Von links Jan, der Kanadier und meine Wenigkeit. Gitte machte das Foto.

Ich bin um 7.40 los. Es fing gerade an heller zu werden. Ich fand den Weg raus aus der Stadt schnell mit dem Handy. Kurz außerhalb der Stadt sah ich von weitem bereits wieder Marc, the English Man mit seinem unvergleichlichen Schritt. Ich brauchte aber mehr als eine Stunde um zu ihm aufzuholen. Wir liefen ein Stück zusammen und dann musste er pinkeln.

Raus aus der Stadt

Am Anfang ging es noch mit dem Weg aber es war da bereits landschaftlich ziemlich eintönig. Olivenbäume und Reben, sonst nichts. Dann kam aber dieses 12 km lange schnurrgerade Stück, das war echt eine Herausforderung. Einfach geradeaus, nicht viel Abwechslung links und rechts. Dies war eine Etappe die vor allem mentale Stärke von einem verlangte. Für die Füsse war es aber auch eine Herausforderung weil man die ganze Zeit auf einem Schotterweg lief und man spüre die Steine durch die Schuhe.

Es scheint mehrere Kirchen zu haben

Auf einem großen Teil der Strecke wurde zudem die Straße erneuert. Mir kamen etliche Lastwagen entgegen. Zuerst dachte ich vielleicht ist ja die Nationalstraße gesperrt, dass alle hier durchfahren? Dann sah ich aber die Baustelle. Die Lastwagen lieferten Tonnen von Schotter, den sie dann auf der Strasse entleerten. Ich hatte jeweils die leeren Lastwagen vorbeifahren sehen. Bei der Baustelle musste ich kurz warten bis der Lastwagen abgeladen hatte und dann konnte ich meinen Weg fortsetzen.

Wenn man genau schaut sieht man Marc ganz weit vorne

Ich machte Pause auf einer kleinen Mauer und aß Chorizo mit Brot. Also wenn man in Spanien 🇪🇸 kein Brot und Fleisch isst, hat man echt Probleme sich unterwegs zu ernähren. Ich nehme einfach was ich kriege, kann mich dann zu Hause wieder gesund ernähren.

Was man auf den Bildern nicht sieht es war ziemlich kalt. Ich bin den ganzen Tag mit meiner Kapuzenjacke gelaufen. Es ging ein richtig kalter Wind. Man konnte sich auch kaum irgendwo hinsetzen geschweige denn pinkeln. Da aber wirklich fast niemand unterwegs war, gab es keine peinlichen Szenen😂.

Endlich zweigte der Weg nach links ab. Es gab wieder grüne Wiesen und gelbe Blumen. Was für eine Erleichterung. Vor allem kurvige Wege🤣.

Unglaublich diese Strecke

Am Anfang sah ich noch viele Pilger aber mit der Zeit war ich alleine weil die anderen einfach schneller laufen und weniger Pausen machen als ich. Ist auch schwierig keine Pausen zu machen wenn einem die Füsse schmerzen😖. Da es mir mental aber sehr gut ging steckte ich auch das weg. Ein bisschen mehr Unterstützung wäre aber ganz schön gewesen. Jean-Pierre der Arme hatte den ganzen Tag keinen einzigen Pilger getroffen. Er lief hinter mir und schaffte es bis Torremejia nicht mich einzuholen. Ich winkte ihm in Torremejia zu und zweigte zum Hostal Milenium ab.

Es hört einfach nicht auf

Es war 15.30 und ich hatte ein riesiges Loch im Bauch. In der Extremadura kann man meist bis 16.00 Mittagessen. Meine neue Taktik um nicht bis 20.30 hungern zu müssen😂. Ich kam im Hostal an, bezog mein Zimmer und machte mich schnurstracks auf den Weg ins Restaurant. Der Senor hier hatte mir noch verraten wo man besonders gut isst. Auf dem Weg dorthin traf ich den Kanadier, er kam mit auf ein Bier. In der Bar bestellten wir Bier. Der Senor meinte ich könne aber nur oben im Comedor essen. Ich fragte ob ich das Bier hochnehmen darf.

Ist euch schon langweilig, dann wisst ihr wie es mir ergangen ist

Ich entschuldigte mich beim Kanadier und machte mich auf den Weg ins Restaurant. Ich aß mein bestes Sollomillo. Dies ist Rindfleisch mit Kartoffeln und Pimentos. Das sind diese grünen 🫑 ähnlichen Schoten. Sie sind meist leicht scharf🌶. Es war sehr lecker und ich gerade die zufriedenste Pilgerin.

Man hörte mich förmlich aufatmen

Ich ging wieder runter und setzte mich zum Kanadier. Er hatte vorhin mein Clara con limon bezahlt, dass hatte ich gar nicht mitbekommen. So groß war mein Hunger. Ich lud ihn dann auf ein weiteres Bier ein. So langsam trudelten alle ein Marc, der Engländer der keiner sein will (Erklärung folgt), Jean-Pierre, Mons der Schwede. Nur das dänische Pärchen fehlte. Die wollten nicht die ganze Strecke laufen. Es gab einen Ort ca. in der Hälfte und da haben sie übernachtet. Am nächsten Tag wollten sie dann das Taxi nach Torremejia nehmen.

Da freut sich die Pilgerseele

Wir hatten es auf jeden Fall lustig. Marc fragte mich ob ich nicht schauen könne, dass Jean-Pierre im Hostal schlafen würde. Er würde nämlich grauenhaft schnarchen und hätte wieder sein Bett in der Albergue direkt neben ihm bezogen. He was not amused😂.

Abendstimmung in Torremejia

Marc schälte sich im Gesicht und muss wohl einen heftigen Sonnenbrand eingefangen haben. Ich fragte ihn wie es kommt, dass Engländer nicht wissen wie man sich vor der Sonne schützt? Er lebe in Portugal und überhaupt sei er jetzt Portugiese. Ich habe gemeint, davon wisse aber seine Haut nichts. Wir haben so gelacht😂.

Um 18.00 bin ich dann endlich ins Hostal zum duschen und Wäsche waschen. Kleine Siesta, dann einkaufen und kleiner Rundgang durch das Städtchen. Ich hatte mir im Shop nebenan einen César Salat gekauft und wollte im Zimmer essen. Ich war immer noch gut genährt vom exzellenten Sollomillo und hatte keine Lust auf Pilgermenu.

12.04. 2022 Villafranca de los Barros – 20.5 km

Draußen zieht gerade ein Gewitter durch aber ich liege schön im Trockenen auf dem Bett. Nicht, dass ich nicht schon verregnet worden wäre heute😉. Ab morgen soll das Wetter wieder besser werden, ab Wochenende sogar ca. 27 Grad. Dann hoffen wir doch, dass es ab und zu einen Baum hat wo man sich abkühlen kann. Morgen hat es angenehme 22 Grad. Das ist auch gut so denn dies wird meine erste längere Etappe mit 27.5 km. Es soll auch eine besonders öde Etappe sein. 12 km nur geradeaus, wie mit dem Lineal gezogen. Ja und natürlich kein Schatten😎. Wird schon werden. Bis jetzt hält sich mein Körper ganz gut.

Aussicht aus dem Hotelzimmer

Ich habe im Hotel Las Palmeras leider sehr schlecht geschlafen aber daran ist nicht das Hotel schuld sondern der lästige Reizhusten.

Hôtel Las Palmeras

Um 8.00 gab es Frühstück und da es nur eine kurze Etappe war, war das auch ok so. Morgen möchte ich aber wieder früher auf der Matte stehen denn es gibt ein paar Kilometer mehr zu laufen.

Plaza Grande

Das Frühstück war irgendwie interessant denn anstatt einem Buffet mit Käse, Schinken usw. Gab es ca. 10 verschiedene Aufstrichsorten. Käse, Schinken, Thunfisch, Tomaten alles als Aufstrich erhältlich. Habe ich so noch nie gesehen. Dazu nie normalen Tostados und Café con Leche.

Der sehr schöne Innenhof

Ich aß in einem wunderschönen Innenhof, das Hotel ist wirklich sehr empfehlenswert. Als ich gestern ins Zimmer kam war es auf 29 Grad aufgeheizt worden. Ich bekam gleich Wallungen und riss das Fenster auf. Ich ließ es dann auf 21 Grad abkühlen. Dies war mein erstes geheiztes Zimmer bisher. Was für ein Luxus!

Kirche von Zafra

So um 8.50 ging ich los über die Plaza Grande weiter zur wuchtigen Kirche von Zafra. Schnell war ich aus der Stadt und von weitem sah ich einen Pilger. Das konnte nur der English Man Marc sein. Ich erkannte ihn an seinem türkisblauen Rucksack und an seinem etwas speziellen Gang. Ich holte langsam auf und als ich Jean-Pierre am Boden sitzen sah, der mit Marc plauderte, musste ich schmunzeln. Jean-Pierre meinte wir seien die Spätstarter, deshalb treffen wir uns immer.

Blick auf Los Santos de Maimona

Ich traf heute auch endlich die Holländerin Marianne. Bisher hatte mir vor allem das dänische Pärchen von ihr erzählt. Sie hat Blasen an den Füssen, die Arme. Wir liefen dann ein Stück zusammen bis sie sich umziehen musste, dann ging ich wieder alleine weiter.

Wir kreuzten uns alle immer wieder außer Marc, den habe ich nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich hat er wieder irgendwo versteckt ein Nickerchen abgehalten😉.

Feld voller Mohnblumen

Nach 5 km war ich bereits in Los Santos de Maimona und gönnte mir einen Café con Leche. Mit soviel Kaffee im Bauch war es ja klar, dass ich bald meine Blase leeren muss. Bei einem Olivenhain hatte es eine Mauer. Ich war kaum fertig hörte ich schon das Klick, klick, klick der Stöcke von Jean-Pierre. Wenigstens schaffe ich es immer wieder angezogen da zu stehen wenn jemand vorbeikommt😂.

Heute gibts Olivenbäume auf roter Erde

Heute gab es vor allem Olivenplantagen und vor Villafranca de los Barros ein paar Reben. Wieder kaum Schatten. Aber das spielte heute keine Rolle da es meistens bewölkt war oder geregnet hat.

Einfach schön

Auf meiner App stand, dass ab ca. 13.00 mit Regen zu rechnen war. Pünktlich kamen auch die ersten Tropfen💦. Als ich dann die Regenjacke und Hose anhatte hörte es schon wieder auf. Die Sonne kam raus und dann hatte man ganz schnell zu heiss. Also alles wieder abziehen, verpacken und weitergehen. Als ich auf einer Bank saß fing es wieder an zu tropfen, ich wartete dieses Mal länger aber irgendwann zog ich die Regensachen an. Wieder falscher Alarm! Alles wieder ausziehen und weiter.

Schöne Ruine

Es wurde immer dunkler zudem wurde es auch kalt. Das war der Moment wo ich definitiv auf Regen umstellte. Keine Minute zu früh denn jetzt regnete es wirklich. Kein Starkregen aber regelmäßig. Ich war aber bereits kurz vor Villafranca.

Schöner knorriger Olivenbaum

Der Jakobsweg geht ja immer bei der Kirche oder Kathedrale vorbei. An diesem Punkt schaue ich dann immer wo das Hostal oder Hotel liegt. Ich lotse mich dann mit Google Maps dorthin. Heute war es aber für Autos eingestellt und nicht für Fußgänger😬. Ich wunderte mich, wo mich Google hinführte. In großem Bogen um das Städtchen rum??? Bis zum Ziel sind es 1.6 km, Dauer 3 Min? Ich laufe nicht 1.6 km in so kurzer Zeit. Dann dämmerte es mir langsam, dass ich wohl als Auto unterwegs bin😖. Deshalb der große Bogen👿. Wenigstens hatte es in der Zwischenzeit aufgehört zu regnen. Zufälligerweise habe ich meinen Irrweg aufgezeichnet. Ich bin schön drumherum gelaufen. Als Fußgänger wär ich von der Kirche in 5 Min. beim Hotel gewesen. Na ja vielleicht sollte ich beim nächsten Mal einfach wieder jemanden fragen.

Gitte und Jen sind auch hier im Hotel, wir werden später zusammen Abendessen. Als ich um 15.30 hier angekommen bin habe ich mich gleich mal ins Restaurant gesetzt und das Menu del Dia gegessen, damit ich nicht so lange hungern muss bis um halb neun. Jetzt gibt es aber nur noch einen Salat.

Es wird immer dunkler

11.04.2022 Zafra – 24.2 km

Ahhh, ich bin in Zafra. Wunderschönes mittelalterliches Städtchen. Leider zeigt sich das Wetter von seiner garstigen Seite, es regnet und ist windig, lädt nicht wirklich zu einer ausgedehnten Besichtigung ein. Habe mir heute ein sehr schönes Zimmer mitten in der Altstadt an der Plaza Grande geleistet. Nicht gerade billig aber ein wenig Luxus muss sein. Sitze gerade in einer wunderschönen Bar und trinke mein Clara con limon. Hier gibt es Gottseidank bereits ab 20.00 etwas zu essen😜. Bier hat ja auch Kalorien😂. Ui habe mir gerade die Karte angeschaut, ich glaube ich suche mir ein günstigeres Restaurant😬.

Der Weg schlängelt sich durch die Felder

Ich habe in der Casa Vincenta eigentlich ganz gut geschlafen. Kopf aufs Kopfkissen und los ging es mit der Husterei. Dann war aber Ende bis um 6.30. Ich glaube ich habe noch nie so lange am Stück geschlafen, trotz Draht in der Matratze😂. Ich bin dann gleich aufgestanden und habe meinen Rucksack gepackt. Proviant hatte ich keinen, da ich am Sonntag nirgends einkaufen konnte. Aber in 6 km kommt bereits die nächste Ortschaft und ich hoffe da eine Bar zu finden wo ich mir ein Bocadillo machen lassen kann. Falls nicht ist mein letztes Frühstücksmüesli aus der Schweiz fällig.

Sommersprosse unterwegs

In der Casa Vincenta gab es 2 Tostados mit Tomaten, Olivenöl und Salz zum Frühstück und dazu zwei Café con Leche. Noch ein großes Wasser, wer bitte benötigt denn einen Supermarkt😉. Habe doch alles was ich brauche. Leider habe ich vergessen meinen Pilgerpass stempeln zu lassen. Jetzt muss ich selber einen malen😬.

Dunkle Wolken nähern sich

Ich war noch nie so früh unterwegs nämlich um 7.55h. Schnell ging es aus dem Städtchen raus. Ich traf zwei holländische Pilger die ich noch nicht gesehen habe und einen Schweden namens Mons. Die Etappe war relativ leicht, die größte Herausforderung war eine Flussüberquerung. Füße nur minimal nass geworden, alter Profi💪. Es gab unendliche Felder mit Olivenbäumen, Reben und Weizen. Eine unglaubliche Weite. Mir gefällt das sehr auch wenn ich froh bin, dass es nicht heiß ist. Ansonsten wäre diese Etappe wohl eine Qual, denn es gibt fast keinen Schatten.

Bäume und zwar gleich 3!

Im Calzadillo de los Barros gab es tatsächlich eine Bar. Ich musste fragen und der nette Senor zeigte mir den Weg. Die Holländer hatten auch schon gesucht und folgten uns sogleich. Wir waren völlig ausgehungert weil das erste Frühstück hatte nicht weit gereicht. Hier gab es nun ein richtiges Bocadillo. Ich aß ein Drittel und packte den Rest für den Lunch ein. Britt und Jen waren natürlich auch hier😉. Wusstet ihr, dass die Nordländer sich gegenseitig verstehen auch wenn sie ihre eigene Sprache sprechen?

Ihr könnt die Eintönigkeit des Weges ruhig mit mir teilen

Dann ging es gestärkt weiter durch die unendlichen Felder. Auf das Klo zu müssen ist hier auch nicht ganz einfach. Normalerweise kommt niemand aber wenn man dringend muss, kannst du sicher sein es kommt ein Auto. Habe es gerade noch geschafft rechtzeitig die Unterhosen hochzuziehen und den Rock glatt zu streichen. Puh, dass war knapp! In dieser Beziehung beneide ich die Männer sehr. Das Wetter fing an sich zu verschlechtern und es war sehr windig. Aber erst in Zafra fing es wirklich an zu regen.

Olivenbäume bringen etwas Abwechslung

In Puebla de Sanchez Perrez gab es zwei Möglichkeiten. Entweder dem Originalweg folgen der scheinbar gefährlich sein soll oder der Strasse entlang. Da ich unheimlich sturr bin wenn es darum geht der Straße entlang zu laufen, nahm ich natürlich den Originalweg. Nur war der praktisch nicht mehr gekennzeichnet und ich glaube, dass ein Teil gesperrt war. Auf jeden Fall musste ich dann der Nationalstraße entlang laufen ziemlich ätzend. Aber ich war selber schuld, sturr wie ich bin. Sie könnten den alten Weg aber auch einfach sperren oder?

Grün und grau. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen

Ich kam kaum hier in Zafra an als es anfing richtig zu regnen. Das Hotel fand ich problemlos. Proviant habe ich auch schon, der Supermarkt war gleich nebenan. So es ist 19.55 und ich kriege hoffentlich bald etwas zu essen.

Kreatives Wegzeichen

Bin ehrlich gesagt nicht sehr weit gekommen. Es regnet in Strömen, also nächstes Restaurant wieder rein. Es gibt Lasagne! Ich brauche Kohlenhydrate💪.