10.04.2022 Fuente de Cantos – 20 km

Der Wecker hat um 6.30 geklingelt aber ich blieb liegen bis 7.15. Schließlich ist heute Sonntag! Ich habe zusammengepackt und ein Notfrühstück in meine Taschen gesteckt sollte nichts aufhaben heute Morgen.

Wunderschöne Dehesa

Ich bin dann los und bald schon bekam ich einen ersten Kaffee an der Straße von einer Frau die Süßigkeiten verkaufte. Ein bisschen weiter die Straße runter hatte tatsächlich eine Bar offen die Frühstück servierte.

Wer mich kennt weiß, am liebsten mag ich sie hinter der Mauer

Ich saß kaum drin kamen bereits die Dänen angerauscht. Gitta und Jen? Ich kann mir einfach keine Namen merken. Wir haben zusammen gegessen und den Caminoklatsch ausgetauscht. Scheinbar fand in der Nähe eines Hotels ein Rockkonzert statt und es soll sehr laut gewesen sein. Gut habe ich da nicht übernachtet😀.

Bäume genießen solange es noch hat

Bis ich endlich richtig los ging war es bereits 9.00. War ja nur eine kleine Etappe heute.

Hier ging ich den Berg hoch anstatt einfach den Pfeilen zu folgen

Anfangs ging es noch durch schöne Dehesas mit vielen Korkeichen und Kühen, Schafen und schwarzen Schweinen die darunter grasten. Man merkte aber langsam, dass die Bäume immer weniger wurden.

Nur noch vereinzelt Bäume

Ich passierte ein Tor wo ein Granitstein stand und darauf ein Schädel. Keine Ahnung was für einer. Für eine Kuh aber wohl zu klein. Ich sah weiter oben einen weiteren Granitstein mit den Farben gelb und grün und dachte dass der Weg dort oben weiterging. War schon etwas komisch, dass ich du die Pampa laufen musste um dorthin zu gelangen. Ich übersah etwa drei gelbe Pfeile (siehe Bild). Ich lief frisch fröhlich in die falsche Richtung. Na ja irgendwann habe ich dann mein GPS gecheckt und es gemerkt. Gelb entspricht nicht immer dem gelben Pfeil. Das habe ich jetzt gelernt. Ich lief ein Stück zurück und ging dann quer Feld ein bis zum Camino.

Komplett neue Umgebung

Dort traf ich auch gleich den Engländer Marc. Wir liefen ein Stück zusammen. Er scheint ein Lebenskünstler zu sein. Hat lange in einem Campingbus gelebt und zurzeit lebt er in Portugal. Hatte nie wirklich einen festen Job, keine Besitztümer und ist frei zu bleiben wo er will. Lebt von Gelegenheitsjobs. Hütet auch manchmal Häuser. Jetzt weiß ich wenigstens warum er so entspannt ist. Sehr angenehmer Pilger.

Nur noch Felder

Ich machte dann Mittagspause und dann kam Jean-Pierre vorbei. Wir wechselten ein paar Worte und dann ging er weiter.

Das arme schwarze Schwein lebt leider nicht in einer Dehesa.

Die Umgebung hatte sich komplett verändert. Keine Bäume mehr sondern nur noch Felder soweit das Auge reicht. Es war als würde man in einem pastellfarbenen Gemälde laufen. Sehr, sehr schön.

Wir mussten noch einen Fluss überqueren, da es nicht geregnet hatte war das aber Peanuts also super einfach. Ich traf dort wieder Marc der dort ein kurzes Nickerchen gemacht hat.

Der letzte Teil des Weges zog sich dahin. Es war auch nicht mehr ganz so schön und ich wollte einfach ankommen. Mir taten die Füße weh. Von weitem konnte ich Fuente de Cantos sehen. Da angekommen lief ich bis zur Kirche und dann schaute ich auf Google Maps wie ich zur Casa Vincenta komme. Ich musste nur alles geradeaus und dann links. In der Casa Vincenta, welches auch ein Restaurant ist, war gerade Mittagszeit. Ich schloss mich dem gerne an und aß einen großen Salat mit Thunfisch. Lecker! Endlich etwas anderes als Bocadillo con Jamon.

Ich bezog mein Zimmer für 15€. Das Bett war etwas eigenartig mit Metall in der Matratze. Mal schauen wie ich schlafen werde. Ansonsten kann man nicht meckern für den Preis. Jean-Pierre bezog gleich das Zimmer neben mir.

Osterprozession

Heute fängt die Semana Santa an (Osterwoche). In Spanien eine riesengroße Sache. Ich hörte von weitem schon die Musik und die Trommeln. Leider sah ich sie nur noch von hinten. Ich sah aber, dass alle in die andere Richtung strömten und folgte ihnen einfach. Ja und dann sah ich die Prozession. Ich hatte mich an einer Ecke postiert wo Hundekacke am Boden lag. Ich machte immer mal wieder jemanden darauf aufmerksam und sie waren alle dankbar nicht reingetreten zu sein. War meine gute Tat von heute.

Bis ich in der Casa Vincenta was essen konnte war es 20.45!!! Ich halb verhungert. Ich habe Sepia alla Plancha gegessen. Leider zu viel Knoblauch ansonsten sehr lecker. Ich hatte den Kellner gefragt ob die Portion sehr groß sei. Woraufhin er in die Küche ging und eine extra große Portion bestellt hat. Mein Spanisch ist auf jeden Fall noch verbesserungsfähig. So nun gehe ich mit gut gefülltem Bauch ins Bett und hoffe auf einen guten Schlaf auf meiner etwas speziellen Matratze.

Der Kirchplatz

09.04.2022 Monesterio – 20 km

Die Nacht war die reinste Katastrophe. Dieser Reizhusten ist sowas von nervig und raubt mir den Schlaf. Ich kann es aber nun mal nicht ändern also werde ich es einfach annehmen wie es ist. Gottseidank habe ich am Tag nur selten Hustenattacken.

Die Kirche von Monisterio am frühen Morgen

Ich bin um 6.30 aufgestanden und habe im Restaurant Capote gefrühstückt. Es ist echt schwer zu bestellen und sich verständlich zu machen wenn man keine Stimme hat. Dann hatte ich auch noch eine FFP2 Maske auf, macht es auch nicht gerade einfacher. Bin froh, wenn ich wieder normal sprechen kann. Zimmer reservieren mache ich wenn möglich nur über Booking.com. da sie mich am Telefon sowieso nicht verstehen.An Schluss schenkte mir der sympathische Wirt noch eine Flasche Wasser.

Blich zurück

Um 8.15 stand ich auf der Piste und machte mich auf den Weg Richtung Monesterio. Die erste Hälfte des Weges lief man vor allem an Dehesas vorbei. Hier waren sie bereits offener, hatte nicht mehr soviele Bäume. Später soll es gar keine Bäume mehr geben nur noch Felder.

Eine Burg und ein Pferd am Horizont

Ich sah eine ganze Herde schwarzer Schweine, die plötzlich alle flüchteten, keine Ahnung warum. Wegen mir kann es ja wohl nicht gewesen sein oder? Ich kam an einer Herde Kühe vorbei, darunter war auch eine Eselin mit ihrem Kleinen. Total süß. Hätte ich am liebsten adoptiert.

Es ist so schön hier zu laufen

Ich kam am Castillo de los Torres vorbei, dass gleichzeitig die Grenze von Andalusien in die Extremadura ist. Oben auf den Türmen nisteten Störche. Hier in Spanien gibt es praktisch auf jedem Turm ein Storchennest.

Riesiger Wegweiser

Mir begegneten heute nur das dänische Paar und eine Pilgerin die ich bis anhin nicht kannte. Keine Spur vom Engländer oder von Jean-Pierre. Das Pilgern ist etwas einsamer geworden.

Morgenstimmung

Der zweite Teil der Strecke verlief teilweise der N 630 und der Autobahn entlang. Man hörte ständig das Rauschen der Autobahn. Nicht so schön aber sie haben sich Mühe gegeben und trotzdem einen kleinen Weg angelegt für die Pilger.

Castillo de los Torres

Um 15.00 war ich bereits in Monesterio. Der Senor im Hostal war nicht gerade freundlich. Mein Zimmer ist ein richtiger Kühlschrank. Heizung gibt es leider keine wie so oft in den Hostals hier. Und wenn ich schon dabei bin mich zu beschweren, das WIFI geht auch nicht. Das Essen gestaltete sich auch schwierig. Ich konnte nur Tapas essen, fand kein Restaurant welches früher offen hatte. Die meisten Restaurants öffnen erst um 20.30 und das ist für uns Pilger leider zu spät.

Das Licht ist zu schön
Die Kirche von Monesterio