22.04.2022 Carcaboso – 11 km

Eigentlich wollte ich ja heute nochmals eine längere Etappe laufen aber da es heute den ganzen Tag regnen soll habe ich mir ein Zimmer in Carcaboso reserviert. Wieder einmal ein Einzelzimmer☺️. Besonders wenn es regnet ist die Albergue nicht der ideale Ort weil dann jeder versucht seine Sachen trocken zu bekommen und es nie genug Platz hat.

Römerbrücke und Picknickplatz. Leider etwas dunkel.

Ich habe bis fast 7.30 geschlafen, da ich Mühe hatte einzuschlafen letzte Nacht. Habe wohl zu lange überlegt bis wo ich laufen soll. Wir bekamen in der Albergue sogar ein kleines Frühstück. Für jeden war eine Box im Kühlschrank mit Nescafé, Milch, Orangensaft und Cracker. Und das für 15€!

Blick zurück von der Römerbrücke nach Galisteo

Anschließend leistete ich mir aber doch noch einen richtigen Caffe con Leche und eine Tortilla. Man muss schließlich auch für kurze 11 km gestärkt sein😉.

Ich laufe um Galisteo herum

Heute Morgen habe ich Albert gezeigt wie man den Rucksack korrekt schultert und ihn richtig einstellt. Er war mir so dankbar, dass er mich später zum Kaffee eingeladen hat. Als ich ihn später vor mir auf der Strasse laufen sah, lag sein Rucksack viel näher an seinem Rücken und wirkte stabiler👍.

Heute nur auf der Strasse auch das ist Camino. Ganz vorne Albert.

Um 9.30 bin ich dann losgelaufen. Ich war kaum aus Galisteo raus, da fing es auch schon an zu regnen. Bei einem großen Autobahnkreisel nahm ich die falsche Ausfahrt. Ich sah keinen gelben Pfeil aber da stand Camino. Da kann doch nur die Via de la Plata gemeint sein oder? Aber dem war nicht so und ich musste umkehren. Ich sah Albert auch falsch abbiegen und machte ihm Zeichen, dass er nach rechts gehen soll.

Trotz Regen schön

Nach 6km kam ich nach Aldehuela de Jerte und fragte den ersten Senor den ich sah ob es eine Bar hier gebe. Er meinte die Bar habe leider zu aber in der Tienda (Tante Emma Laden) gäbe es wohl Kaffee. Albert kam kurz hinter mir und fragte das gleiche, ich gab ihm ein Zeichen mir zu folgen. Wir fanden den Laden und dort gab es Fertigkaffee wie bei uns z. B. von Emmi. Die Senora hat uns dann gefragt ob sie den Kaffee heiß machen soll und wir haben beide sogleich mit einem erfreuten Ja geantwortet. Draußen fanden wir dann sogar eine trockene Sitzmöglichkeit im Bushäuschen.

Die Kakteen passen irgendwie nicht zum Regen. Die Pferde schon.

Von da waren es noch 5 km bis Carcaboso. Die ganze Etappe verlief auf der Strasse aber für heute war mir das ganz recht. Denn es regnete auch die ganze Zeit. Sonst wären wir nur im Schlamm gelaufen mit Stollen an den Füßen.

Typische spanische Bar. Achtet euch mal auf den Boden😉.

Um 11.30h war ich bereits in Carcaboso. Ich suchte die erste Bar auf die ich fand, denn ich musste dringend aufs Klo. Ich trank einen Caffe con Leche und aß dazu ein Tapa. Dann habe ich das Hostal aufgesucht. Ich durfte auch gleich Zimmer und musste nicht bis 13.00h warten. Bin total happy diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich werde jetzt gleich Mittagessen gehen und dann gibt es natürlich Siesta. Fühle mich schon ein wenig wie eine Espanola.

21.04.2022 Galisteo – 27.6 km

Ich war die einzige Frau in einem Männerschlag heute Nacht aber so eine Stille habe ich noch nie erlebt in einem Schlafsaal. Es war eine tolle Herberge in Cañaveral und es gab sogar Frühstück um7.30h.

Ich liebe diese Korkeichen

Ich bin mit Jean-Luc aus Nantes gestartet. Hat sich einfach so ergeben. Er ist nur 11km bis Grimaldo gelaufen weil er sich noch von einer Verletzung erholt. Um 9.45 waren wir bereits in Grimaldo. Leider lag der Ort nicht direkt am Weg somit gab es auch keinen Kaffee☹️.

Am Morgen früh

Es war ausgesprochen schön heute. Es ging durch einen Kiefernwald! Ich glaube dies war der erste Wald überhaupt auf diesem Weg. Anschließend kam ein Wald aus Korkeichen.

Kleiner Stausee

Es lief sich ausgesprochen einfach. Ich traf immer wieder auf Pilger, dann hielt man ein kleines Schwätzchen und dann ging es weiter. Zudem war es vom Anfang bis zum Ende sehr schön.

Es erstaunt mich immer wieder wieviel Wasser es im Frühling hier hat

Ich kam heute an unzähligen Aquädukten vorbei. Teilweise waren die Torbogen fast ganz in der Erde verschwunden, nur noch die Wasserrinne war zu sehen. So wie es aussieht werden diese Wasserrinnen teilweise immer noch genutzt.

Hier sieht man gut die Wasserrinne

Ich sah Albert aus Holland vor mir den Hügel hinauflaufen, er blieb immer wieder stehen weil ihm die Luft ausging. Zudem hing sein Rucksack dermaßen nach links, dass ich mir nicht vorstellen konnte wie man so laufen kann. Auch schien ihn der Rucksack nach hinten zu ziehen. Ich fragte Albert ob ihm dies bewusst sei und er meinte er wisse nicht wie er das besser anpassen könne. Ich habe ihm dann geholfen und dann sah es schon besser aus. Er merkte auch gleich den Unterschied.

Zwischen zwei Zäunen. Irgendwo hier sind unsere Helden über den Zaun geklettert und haben die Kuh gerettet.

Um 15.00 war ich bereits in Galisteo und habe mir gleich das Mittagessen und eine Clara gegönnt.

Galisteo, das Ziel vor Augen

Die Holländer und die Dänen waren auch dort. Sie haben heute eine gebärende Kuh gerettet. Die Kuh lag in einem Schlammloch und kam da nicht mehr raus. Der Däne hatte als Sanitäter und auch auf dem Land gearbeitet und wusste genau was zu tun war. Die Kuh sei zuerst sehr nervös gewesen und dann habe einer von ihnen ihren Kopf gehalten und sie sei ganz ruhig geworden. Sie habe wohl gespürt, dass sie ihr helfen wollten. Dann haben sie Bretter unter die Kuh gelegt damit sie aufstehen konnte. Das hat sie dann auch getan und sich ein Stück weiter vorne ins Gras gelegt. Das halbe Kalb sei auch schon draußen gewesen. Sie sind die Helden des heutigen Tages!

Galisteo hat eine beeindruckende fast komplett intakte Stadtmauer

Ich habe in der Albergue eines der letzten Betten erwischt und das nur weil ich kurz bevor ich ankam angerufen habe. Man muss einfach seiner Intuition trauen.

Das Wetter verschlechtert sich zusehends. Morgen soll es den ganzen Tag regnen.