15.04.2022 Aljucen – 16 km

Heute Morgen bin ich relativ früh aufgestanden, dafür dass es nur eine kurze Etappe war aber ich konnte einfach nicht mehr schlafen. Um 8.15 war ich startbereit. Die langen Unterhosen unter dem Jupes habe ich heute zum ersten weggelassen aber es war doch ziemlich kalt mit 8 Grad am Morgen. Sobald die Sonne rauskommt würde es aber wärmer werden.

Aquädukt de los Milagros

Ich wusste nicht, ob ich am Karfreitag eine offene Bar für mein Frühstück finden würde aber nach 30 Min. saß ich bereits mit einem Tostado, Kaffee und Orangensaft an einem Tisch. Ein französisches Pärchen kam rein, dass ich bisher nicht gesehen hatte. Sie sind in Almeria gestartet. Wenn ich mich nicht irre ist das der Ort in Spanien wo viel von unserem Gemüse herkommt.

Mein Pausenplatz Stausee

Es ging bis zum Stausee Proserpina für 6 km alles der Strasse entlang auf einem Fahrradweg. Aber der Stausee, ein Naherholungsgebiet entschädigte für die Strapazen. Hier steht immer noch eine alter Damm der Römer wo sie das Wasser gestaut und dann mittels Kanälen und Aquädukte Richtung Mérida geleitet haben. Das Wasser floss mit einem Gefälle von 0.5m auf 2km. Sie konnten so bis zu 150lt pro Sek. Nach Mérida leiten. Eindrücklich wie modern die alten Römer doch waren.

Die alte Staumauer der Römer

Ich machte am See eine Pause und aß von meinem Käse den ich in Mérida gekauft habe. Der war lecker aber das Brot leider fast ungenießbar. Na ja bei der nächsten Bäckerei die offen hat werde ich mir frisches Brot kaufen.

Weiter auf der sehr lädierten Landstraße

Dann ging es weiter auf einer alten schmalen Landstraße. Links und rechts des Weges hatte es die schönsten Dehesas, teilweise sogar mit Weihern. Ich schaute sehnsüchtig hinüber, ach wär das schön dort laufen zu können und nicht auf dieser alten Landstraße in teilweise desolatem Zustand.

Links und rechts hat es wunderschöne Dehesas aber ich laufe auf der Landstraße

Nach weiteren 4 km wurde ich erlöst und der Weg bog ab. Von da an war der Weg richtig schön und ich gönnte mir sogar ein Nickerchen unter einem Baum. Jean-Pierre lief vorbei und ich erschreckte ihn mit einem kurzen Ca vas? Wir plauderten ein bisschen und dann ging er weiter. Man wird nich so richtig warm mit ihm aber ist auch ok.

Ja ich laufe immer noch auf der Landstrasse😖

Ich kam nach El Carrascalecho wo es eine private Albergue mit Restaurant gab. Da konnte ich natürlich nicht wiederstehen und bestellte mir einen Salat, ein Clara con Lemon und anschließend einen Kaffee. Man weiß ja nie wann man wieder was zu essen bekommt. Ich saß nicht lange alleine da. Zuerst kam das deutsche Pärchen, die hier übernachten werden, dann Jean-Pierre, Gitte und Jan. Jan bestellte ein Glas Wein zum Essen und bekam gleich die ganze Flasch. Na ob er es wohl noch bis Aljucen schafft?

Endlich zweigt der Weg ab.

Am Schluss wurde es noch so richtig heiß. In Aljucen ging ich direkt in die Herberge und dann ins Restaurant um mich anzumelden. Die haben hier den ganzen Tag auf und zu Essen gibt es bereits um 19.00. Das nenne ich mal ein Pilger freundliches Städtchen☺️.

Genau da will ich hin.

Ich bin ganz alleine in einem 6er Zimmer. Eigentlich hat jeder sein eigenes Zimmer hier. Marc ist bisher nicht aufgetaucht. Vielleicht hat er Angst mit Jean-Pierre im gleichen Zimmer zu landen. Aber er hätte das Zimmer mit mir teilen können. Ich huste ja nur… das ist weniger schlimm oder?

Santiago begrüßt mich in Aljucen

Aljucén ist ein hübsches Städtchen mit einer sehr schönen einfachen Kirche. Sogar hier gab es eine kleine Osterprozession aber ohne Musik sondern nur Gesang.

Sonnenuntergang in Aljucen
Soviele Kilometer sind es
Die wunderschöne Kirche von Aljucen
Zauberhafter erster Sommerabend