15.07.2021 Erqui – 29 km

Oh Mann, ich bin auf einem irre lauten Campingplatz mit Animation. Na ja nicht mein Ding aber ich mache einfach meine Ohrstöpsel rein und lege mein Stirnband über die Augen.

Ich bin trotzdem froh, dass ich hier übernachten kann, denn eigentlich ist der Campingplatz nur für Busse. Habe irgendwie am falschen Ort angerufen ob sie Wanderer aufnehmen. Der andere ist irgendwie 250 km von hier entfernt😳. Dafür brauche ich ca. 10 Tage😂.

Heute Morgen bin ich um 7.45h los und zum Cap Fréhel gelaufen und wieder zurück zum Camping. Ich musste gestern ja abrechen weil es einfach zu lang war. Das Cap wollte ich aber unbedingt sehen. Im Reiseführer war die Strecke mit 2.5 km angegeben aber ich habe volle 2 Std. gebraucht. Es hat sich aber gelohnt, der Weg war wunderschön. Eingesäumt von gelben und violetten Blumen. Ich glaube man nennt die violetten Blumen Heidekraut. Es war niemand unterwegs, nur auf dem Rückweg ein paar Jogger. Ich habe den Weg nur mit einem kleinen Tagesrucksack gemacht. Ahhh, was für eine Leichtigkeit😄.

Cap Fréhel

Als ich wider auf dem Camping war, habe ich mein zweites Frühstück gegessen, Pain Chocolat und Kaffee. Beim ersten Frühstück gab es ein Croissant😉. Wir sind ja schließlich in Frankreich 🇫🇷.

Auf dem Rückweg vom Cap

Um 11.00 bin ich dann wieder los. Es ging im gleichen Stil weiter. Ganz viel Heidekraut und darunter das knallblaue Meer. Manchmal führte der Weg auch durch Pinienwälder und das richt dann immer so gut.

Das Heidekraut

Ich war gerade am sinnieren wie schön dieser Weg ist und wie einfach es sich läuft auf dem weichen Waldboden, als eine riesige Explosion den Boden erschütterte. Ich wusste nicht, ob das eine kontrollierte Explosion gewesen war oder ob da wirklich was in die Luft geflogen ist. Ich habe noch geschaut ob ich Rauch sehe aber da waren nur Wolken.

Savoir vivre

Teilweise bin ich am Strand entlang gelaufen, bei Ebbe ist dies meistens die weniger anstrengende Variante. Wenn es oben entlang geht ist es meistens sehr anstrengend weil es immer hoch und runter geht.

Wie Gott in Frankreich

In Saint Michel habe ich mir überlegt anzuhalten aber es war erst 15.00h. Dann habe ich eben den falschen Camping angerufen…

Ein anderes Saint Michel

Auf dem Weg zum Cap Erqui wollte ich besonders schlau sein und zwei Treppen umgehen aber dann bin ich ganz woanders gelandet als ich gedacht hatte. Ja und weil ich die Karte auf dem Handy falsch interpretiert habe, bin ich dann wieder am gleichen Strand gelandet. Habe mich dann entschieden, auf einem anderen Weg nach Erqui zu laufen.

Ja und hier habe ich dann gemerkt, das ich den falschen Camping angerufen habe. Der Monsieur am Telefon meinte noch, dass es nur eine halbe Stunde entfernt sei wenn ich am Strand entlang laufe. Um 18.00 bin ich endlich angekommen.

14.07.2021 Cap Fréher – ca. 28 km

Heute Morgen wollte ich früh los weil ich wusste, das es eine größere Etappe werden könnte. Jean-Paul und Freundin bleiben etwas länger weil Jean-Paul Geburtstag hat. Sie machen dann nur eine halbe Etappe.

Das Haus am Meer

Ich habe mich in der Boulangerie noch eingedeckt und dann ging es auch schon los.

In meinem Reiseführer war die Etappe mit 17.5 km veranschlagt. Tatsächlich waren es am Schluss ca. 10 km mehr. In Port-la-Duq habe ich eine lange Pause gemacht weil ich dachte es ist nicht mehr weit. Es war auch ein super Ort zum Pause machen mit Picknicktischen.

Als ich dann wieder los bin hieß es 3.5 Std. bis zum Cap Fréhel! Wie bitte? Das sind ja noch 14 km und nicht nur 4 km🙈!!! Jetzt weiß ich auch warum das französische Pärchen nur eine halbe Etappe gemacht hat, nicht nur wegen dem Geburtstag von Jean-Paul…

Ich hätte natürlich umkehren können. Ich wusste, dass es in der Nähe von Pléboulle einen Campingplatz gab. Da war auch der Fehler im Reiseführer, da stand 2.5 anstatt 12.5 km. Aber wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann ist es zurückzulaufen.

Und so bin ich halt weitergelaufen wohl wissend, dass ich es whs. nicht schaffen würde. Es gibt aber Gottseidank immer die Möglichkeit über die Strasse abzukürzen oder bei Ebbe über den Strand.

Am Strand fand ich dann die drei Mädels, die auch gerade überlegten wie man die Strecke abkürzen könnte. Wir haben dann die Fischer gefragt ob man über den Strand gehen könnte. Es gab einen Abschnitt um ein Cap, dass man nicht einsehen konnte. Wir entschieden uns dann es zu wagen und bis zum Port-St-Geran zu laufen.

Das erste Stück ging gut aber dann hatte es immer mehr Wasser auf dem Strand. Es war halt nicht ganz Ebbe. Ingrid läuft sowieso in Sandalen und die anderen beiden zogen die Schuhe aus. Meine waren sowieso schon nass deshalb ließ ich die einfach an und lief in PCT-Manier mit den Schuhen durchs Meer. Es gab einfach einen klitzekleinen Unterschied zum PCT. Erstens läuft man nicht mit Goretex-Schuhen und zweitens nicht durchs Meer. Es sollte drei Tage dauern bis sie wieder einigermaßen trocken waren😬. Aber irgendwie hat es auch Spass gemacht

Am Port-St-Geran zog ich meine Schuhe aus, wrang die Socken aus und trocknete sie so gut es ging mit meinem Schweisstuch. Wir redeten mit einem bretonischen Paar und sie fragte mich in breitestem Dialekt woher ich komme, ich hätte einen starken Akzent. Na ja ich dachte nur sie auch😂.

Es war bereits 17.00 und die Mädels entschieden sich auf dem GR 34 weiterzulaufen. Für mich war die Entscheidung gefallen, ich würde das letzte Stück auf der Strasse gehen um abzukürzen und am nächsten Tag zum Cap Fréhel zurücklaufen. Die Strecke soll besonders schön sein.

Wie gemalt

Nach 18.00 war ich auf dem Camping und habe mir gleich noch Moules und Frites bestellt für 19.30. Auf den Campingplätzen kommen oft Foodtracks vorbei, hier musste man aber vorbestellen.

Moules et Frites, Fastfood in der Bretagne

Ich konnte mein Zelt aufstellen wo ich wollte und das hat mich glatt überfordert. Manchmal ist es einfacher, wenn man den Platz zugewiesen bekommt. Vor allem wenn man so müde ist wie ich es war. Deshalb habe ich noch eine extra Runde auf dem Platz gedreht und mich dann für die schlechteste Variante entschieden. Der Boden war zu feucht, das Gras zu lang und zudem im Schatten. Tia wenn ich müde bin fällt mir das Denken schwer. Ich wollte einfach einen möglichst kurzen Weg zu den Sanitäranlagen und zum Foodtrack. Was man sonst noch so beachtet, hatte ich zu diesem Zeitpunkt vergessen.

Der Strand beim Camping Fréher

Um 19.30 holte ich meine Moules und Frites und mampfte sie zufrieden am Eingang meines Zeltes.

13.07.2021 Saint Cast le Guildo – 19.5 km

Heute war der erste richtig schöne Tag. Es hat zwar gewindet aber ich musste nicht einmal meine Regenausrüstung anziehen. Außer am Morgen aber nur weil es sehr frisch war. 15 Grad!!!

Das Zelt war auch zum ersten Mal nicht Pitchnass. Ich musste es nur ein bisschen trocken reiben und dann in der Aussentasche des Rucksacks verstauen.

Im Dorf habe ich noch Brot und Mittagessen gekauft und dann habe ich mich zu Jean-Paul und seiner Frau in die Bar gesetzt um Kaffee zu trinken. Ich hätte in der Bäckerei auch noch ein Croissant kaufen sollen, denn in Frankreich kann man problemlos das gekaufte Croissant zum Kaffee in der Bar konsumieren. War aber auch nicht schlimm, denn eigentlich hatte ich bereits im Zelt gefrühstückt. Mein letztes Müesli😏. Jetzt werde ich wohl Brot zum Frühstück essen müssen.

Dann ging es zuerst langsam und eben los aber dann ging es nur noch rauf und runter. Und zwar so richtig fiese Treppenstufen. Arrrghh!!! Nach 2 Std. war ich bereits ziemlich müde und brauchte dringend eine Pause. An schönen Pausenplätzen mangelte es heute keineswegs. Einer schöner wie der andere und oft mit Picknicktischen.

Erste Pause in Guildo

Mittagspause machte ich an einem wunderschönen Strand. Was für ein Glück muss man haben um hier geboren zu werden. Einfach traumhaft.

Mittagspause

Am Nachmittag machte ich nochmals Pause an einem Strand. Ich wollte eine kleine Siesta einlegen aber dafür windete es einfach zu stark. Ich hatte die glorreiche Idee, meine Schuhe auszuziehen und barfuß am Strand entlang zu laufen. Ich wollte auch endlich mal wissen wie kalt der Atlantik ist. Er ist gar nicht so kalt whs. weil das Meer hier eher flach ist. Es war aber tierisch anstrengend ohne Schuhe zu laufen und deshalb setzte ich mich bald mal hin um meine Füße zu reinigen. Der Sand hier ist so fein, dass ich Mühe hatte meine Füße sauber zu bekommen. Aber erfrischt fühlten sich meine Füße trotzdem.

In Saint Cast le Guido wollte ich eigentlich auf den ersten Zeltplatz aber da nehmen sie seit diesem Jahr auch keine Wanderer mehr. Irgendwie schade, dass sich die Campingplätze nur noch auf Campingbusse einstellen. Ja und in Franreich fahren sie nur mit diesen riesigen Campingbussen.

Für mich hiess es noch 3km bis zum nächsten Camping weiterlaufen wobei ich über die Straße ziemlich abgekürzt habe.

Nachmittagspause

Jean-Paul und seie Frau sind auch hier gleich im Zelt nebenan.

Heute Abend habe ich wieder Muscheln gegessen. Sie Ware gut aber die in Saint Malo waren unschlagbar.

So mir fallen die Augen zu ich muss schlafen.

Am Strand beim Campingplatz