19.07.2021 Blinic – 18 km

Heute bin ich erst um 12.00h los und habe doch noch 18 km geschafft. Nicht schlecht oder?

Ich bin um 8.00h aufgestanden und Sophie und Dom waren noch nirgends zu sehen oder zu hören. Ich habe mir dann erst einmal eine grosse Tasse Kaffee gemacht und bei der zweiten Tasse habe ich dann gefrühstückt.

Um 9.00 sind sie dann eingetrudelt sie hatten komplett verschlafen. Ich nahm es entspannt, ich wusste dass ich nicht vor 12.00 starten würde. Ich habe in der Zwischenzeit meinen Rucksack so gut es geht gepackt, ich musste ja noch Essen und Gas einkaufen.

Sophie und ich sind dann einkaufen gegangen. Ich habe alles gefunden ausser Papiernastücher, da konnte mir aber Sophie aushelfen. Ich hatte bereits die neuen Schuhe angezogen um sie etwas einzulaufen. Ich habe aber nie gross Probleme mit neuen Schuhen. Als ich damals 2008 mit neuen Schuhen die Pyrenäen überquerte hatte ich eine klitzekleine Blase am Zeh.

Mein Rucksack war gepackt und Sophie hat mich nach St. Laurent de la Mer gefahren. Ich habe mir so ca. 8 km auf Asphalt erspart. Wir haben dann noch ein Selfie zum Abschied gemacht, da wir vergessen hatten ein Foto zu machen.

Sophie aka Kimby und Dr. Fly aka Françoise

Dann bin ich losmarschiert. Ich freue mich eigentlich immer nach einem Ruhetag wieder loszulaufen. Irgendwann habe ich mich genügend ausgeruht und möchte weiter.

Der Weg ging wieder schön der Küste entlang und ca. eine halbe Stunde nach Start habe ich Valerie und Marie-Lynn getroffen. Wir sind uns das erste Mal vor dem Cap Fréhel begegnet. Sie haben mich eingeladen mit ihnen Pause zu machen und das habe ich gerne getan, wenn auch nur wegen ihrer Gesellschaft. Sie sind heute auch in Binic in einem Hotel aber ich habe sie noch nicht gesehen.

Der Strand von St. Martin, hier ist Sophie geboren

Leider ging es öfter auch der Strasse entlang und dies war sehr anstrengend vor allem weil es heute zum ersten Mal richtig heiss war. Ich habe jedes Mal wenn es Schatten gab eine kurze Pause eingelegt um mich abzukühlen.

Binic aus der Ferne

Ein Stück des Weges war gesperrt wegen Steinschlag und scheinbarer Todesgefahr. Ich habe bereits auf dem PCT gelernt, dass es besser ist selber kurz nachzuschauen ob der Weg passierbar ist oder nicht. Ich muss ehrlich sagen ich habe nichts gefunden das gefährlich aussah und auch die Sperre am Schluss konnte ich locker umgehen. Keine Ahnung warum der Weg gesperrt war. Es hat mir auf jeden Fall einen grossen Umweg auf der Strasse erspart.

Der Strand und Anfang vom Hafen von Blinic

Es hat eindeutig mehr Touristen und es sind auch mehr Hiker unterwegs. Die Strände sind für nordische Verhältnisse richtig voll.

Hafen von Binic

Ich plane ja wenn ich pensioniert bin einen Campingbus zu kaufen und erst einmal auf Tour zu gehen. Meine erste Reise wird auf jeden Fall in den Norden gehen. Ich werde die französische und spanische Küste runterfahren. Immer mal wieder eine Wanderung auf dem GR 34 oder dem Camino del Norte unternehmen. Falls ihr noch nie an der Nordküste wart, es ist wirklich sehr zu empfehlen.

Ebbe und grüne Algen

Um 18.00h bin ich dann endlich beim Campingplatz von Binic angekommen. Die Schuhe sind super bequem und wie erwartet habe ich eine kleine Blase an der linken kleinen Zehe. Pflaster drauf und gut ist.

Hafen und Binic im Hintergrund

Ich habe eine Parzelle auf dem Camping erhalten die einfach uneben ist. Ich habe lange überlegt, wie ich das Zelt am besten aufstellen soll. Ich habe keine Ebene Stelle gefunden. Das wichtigste war mir, dass der Kopf beim Schlafen nicht unten ist, sonst bekomme ich Kopfschmerzen. Ich habe alle meine Habseligkeiten auf die linke Seite des Zeltes getan und hoffe, dass dies mein Abrutschen etwas aufhalten wird. Ich hatte aber auch schon schlimmere Campspots.

Der Leuchtturm

Jetzt sitze ich am Hafen und habe eine Galette gegessen und 2 Bier getrunken🤪. Die Galette ist eine Spezialität der Bretagne und ist eine Crêpe mit Käse, Schinken, Ei und Salat. Es gibt sie natürlich in verschiedenen Versionen. Sehr, sehr lecker😋.

Die Sonne ist weg

Ich werde jetzt noch einen kleinen Spaziergang durch Binic unternehmen und dann ist es schon bald Hiker Midnight, wie wir auf dem PCT sagten.

18.07.2021 Saint Brieuc – Ruhetag

Ich habe sehr lange geschlafen bis 8.00 auf einer luxuriöseren Luftmatratze als ich sie im Zelt habe. Vor allem viel breiter. Das Bett welches in diesem Zimmer war wurde bereits gezügelt oder verschenkt. Meine Luftmatratze im Zelt ist so schmal, dass immer irgend ein Teil von mir nicht auf der Matratze liegt. Ich drapiere aber einfach meine ganze Ausrüstung um mich rum und so geht es auch ganz gut.

Ich bin so spät aufgestanden, dass ich alleine frühstückte. Anschliessend bin ich mit Kimby auf den Markt gegangen, Dom musste im Haus arbeiten. Der Markt war ein wildes Durcheinander von Essen, Kleidern, Ramsch und Flohmarkt. Am Schluss haben wir nur Oliven 🫒 gekauft für den Apero. Dann hat mir Kimby den Hafen gezeigt. Sie haben sogar eine drehbare Brücke. Immer wenn ein Schiff rausfährt dreht sie und die Fussgänger müssen warten.

Am Hafen haben wir noch etwas getrunken und dann zeigte sie mir noch den weiteren Weg. Es sind etliche, nicht sehr schöne, Kilometer der Strasse entlang zu meistern. Kimby wird mich deshalb mit dem Auto bis St. Laurent de la mer fahren und so kann ich 8 km auf der Strasse umgehen. Wer mich kennt und meine Wanderungen verfolgt weiss, dass ich es hasse auf der Strasse zu laufen. Deshalb ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen. Ich habe auch schon lange nicht mehr das Bedürfnis, jeden Kilometer laufen zu müssen.

Meine Schuhe, die ich auf dem GR 10 in St. Jean Pied de Port gekauft habe sind mittlerweile hinüber. Es sind Goretex Schuhe aber dicht sind sie nicht mehr. Zudem sind sie viel zu heiss und ich habe eine Druckstelle am linken Mittelfuss. Das brennt höllisch aber von aussen ist es nur etwas gerötet. Vielleicht ist es auch eine Sehne, keine Ahnung.

Auf jeden Fall hat Kimby gemeint, sie hätte noch ein paar Schuhe vom PCT, die sie mir gerne geben würde falls sie mir passen. Ich glaube sie hat eine halbe Schuhnummer grösser wie ich. Ich habe sie probiert und sie sind super bequem. Ich wollte sie ihr abkaufen da sie total neu sind. Aber das wollte sie nicht. Sie ist glücklich mein Trail Angel sein zu dürfen.

Da man erst nach einer Wanderung weiss, ob die Schuhe passen oder nicht, wird sie meine alten Schuhe aufbewahren bis ich ihr sage, dass es ok ist und sie sie wegschmeissen kann. Das ist mal wieder ein Geschenk des Himmels. Aber so war es auf dem PCT auch, man hat irgendwie immer genau das bekommen was man gebraucht hat. „The Trail provides“ war unser Motto.

Morgen werde ich noch ein paar Besorgungen machen und Dann geht es weiter in meinen neuen grünen Wanderschuhen. Und das beste ist, sie sind ohne Goretex👍. Man kriegt zwar nasse Füsse aber es trocknet halt auch schnell. Wenn Goretex Schuhe einmal nass sind braucht es mehrere Tage bis sie wieder trocken sind.

Leider habe ich haute vergessen Fotos zu machen.