16.03.2019 Heimreise und Ankunft zu Hause

Die Reise zurück war ganz schön anstrengend und dauerte im Ganzen 28 Std. Ich bin um 16.00 mit dem Taxi zum Flughafen von Dehradun. Da ich nicht wusste wie lange die Fahrt dauern würde, die Angabe der Taxifahrer war zw. 40 Min. und 1.5 Std. je nach Verkehr, plante ich genug Zeit ein und war am Ende natürlich viel zu früh da. Das warten bin ich mir ja mittlerweile gewohnt. Ich habe vor dem Flug noch schnell was gegessen und einen Chai getrunken.

Das Flugzeug war eine kleine Propellermaschine. Es sah aber ziemlich neu aus und deshalb machte ich mir nicht all zu große Sorgen. Die kleinen Flugzeuge heben ja irre schnell ab weil sie so leicht sind. Der Flug nach Delhi dauerte etwas über eine Stunde und war auf jeden Fall viel entspannter als meine Taxifahrt bei der Ankunft.

In Delhi begann dann das lange Warten auf meinen Flug mit Lufthansa nach Frankfurt. Ich kam kurz nach 20.00h in Dehli an und mein Flug ging um 3.35h morgens😬. Die Maschine kam bereits verspätet an wegen einem Sturm in Deutschland. Außerdem betrug die Flugzeit fast 10 Std. da sie Pakistan grossräumig umfliegen mussten und wir einen starken Gegenwind hatten. Beim Hinflug hatten wir nur 7 Std. gebraucht.

Wir kamen gleich am Anfang in eine unruhige Zone und es rüttelte ganz schön. Deshalb beschloss ich ein halbes Xanax (Angsttablette) einzunehmen. Nach dem Essen legte ich mir mein Reisekissen um den Hals, stopfte die Ohropax in die Ohren und machte ein Nickerchen. Als ich wieder aufwachte war es bereits 6 Std. später und der Flug dauerte nur noch knapp 3 Std.🤗.

Ich wollte mir dann einen Film anschauen aber der Ton war so schlecht, dass ich es schon wieder aufgeben wollte. Dann merkte ich, dass ich immer noch die Ohropax in den Ohren hatte😂. Ich habe mir dann „A star is born“ mit Lady Gaga angeschaut. Sehr zu empfehlen!

Kurz vor 10.00h landeten wir dann in Frankfurt. Es war kalt und regnete. Kurz vor 12.00 nahm ich den ICE nach Basel. Ich hatte mir noch schnell online einen Sitz reserviert und bin dann dummerweise in den falschen Zugsteil eingestiegen. Man kann dann nicht einfach durchlaufen, da es zwei Züge sind die aneinander gehängt wurden. Ich musste dann in Mannheim nochmals aussteigen und schnell nach vorne laufen und wurde bereits vom Schaffner blöd angemacht, dass ich einsteigen solle damit der Zug abfahren kann. Ich bin dann in den ersten Wagen des zweiten Zuges eingestiegen und fand auch schon bald meinen Platz der besetzt war. Ich bat dann den Mann, den Platz freizugeben da ich reserviert hatte. Der hat mich zuerst nur blöd angemacht im Stil von: „Kann ja jeder sagen und ich solle ihm meine Reservation zeigen“. Ich meinte dann, dass er nicht vom Personal sei und es keinen Grund gäbe ihm meine Reservation zu zeigen und außerdem wäre es ja oben markiert, dass der Sitz reserviert sei. Ich bekam dann noch Hilfe von meiner Sitznachbarin und er machte sich missmutig aus dem Staub. Ich dachte nur: „Willkommen zurück im Westen!“

Um 15.15h war ich dann endlich zu Hause, Puuuuhh! Am Donnerstag ist mein Waschtag und deshalb schmiss ich gleich die schmutzige Wäsche in die Waschmaschine.

Ich hatte mir am Bahnhof noch Milch und Brot gekauft, damit ich frühstücken konnte. Im Tiefkühlfach hatte ich noch eine Bolognese Sauce, deshalb gab es Pasta. Schon während dem Essen merkte ich, dass etwas nicht gut war. Ich aß nicht fertig und von dem Moment an war mir nur noch schlecht. Um Mitternacht wachte ich auf und mir war speiübel🤢. Ich stand auf und dachte nur, dass muss raus jetzt und sofort! Ich bin dann aufs Klo und das wars🤮. Entweder war das Fleisch verdorben oder dies war ein Hinweis von oben, dass ich kein Fleisch mehr essen sollte. Vielleicht war auch einfach alles zu viel mit der Reise, Ankunft usw.

Am Freitag bin ich rumgehangen wie eine tote Fliege. Ich konnte kaum was essen. Ich hatte ja auch nicht wirklich was im Kühlschrank. Ich bat dann eine Freundin, Irena, mir Bananen, Zwieback und Cola zu bringen. Sie ist dann bei mir vorbeigekommen und ich war ihr total dankbar. Bananen konnte ich essen, auf jeden Fall eine halbe. Ich war unheimlich müde und dazu war mir der ganze Tag leicht übel.

Heute Morgen bin ich aufgewacht und habe gleich gemerkt, dass es mir besser geht. Ich hatte Hunger und Lust auf Kaffee. Meine Energie ist auch wieder zurück und jetzt bin ich wohl wirklich zu Hause angekommen.

12.03.2019 Living in the ❤️

Ich habe noch in keinem Menü hier gesehen, dass Fleisch angeboten wird. Rishikesh ist eine heilige Stadt und deshalb rein vegetarisch nehme ich an. Nicht dass ich Lust auf Fleisch hätte, ich esse bereits zu Hause sehr wenig und vielleicht ist jetzt der Moment gekommen ganz darauf zu verzichten. Auch Alkohol ist hier überhaupt nicht present. Man sieht keine Reklamen dafür, gar nichts. Das lustige ist, dass mir erst nach 2 Wochen in den Sinn gekommen ist, dass ich noch kein einziges Bier getrunken habe😂. Habe ich auch nicht vermisst ehrlich gesagt. Es zeigt doch auch, wie sehr wir von der Werbung beeinflusst werden. Aus den Augen aus dem Sinn. Alkohol und spirituelle Suche passen ja auch nicht zusammen.

Ich war wieder bei Shanti Mayi heute Morgen. Am Anfang fand ich sie ja etwas komisch aber mittlerweile habe ich mich an ihre manchmal etwas forsche Art gewöhnt. Ja und die Energie hier ist einfach sehr schön und bringt mich direkt ins Herz. Ich habe heute während dem Satsang gedacht, dass die innere Reise eigentlich eine kurze ist. Wir müssen „nur“ von unserem Kopf ins Herz und uns dann entscheiden im Herz zu bleiben. Tönt einfach, ist es aber nicht und schon gar nicht für unser Ego. Ich wollte sie fragen was man zur Unterstützung dieses Prozesses tun kann und dann realisierte ich, dass ich ja schon im Herz bin und es gar nichts zu tun gibt. Kaboom❤️!

Heute Morgen in der German Bakery habe ich einen älteren Mann getroffen und wir haben uns einfach gegrüßt. Dann ging ich zu Shanti Mayi und sah ihn wieder. Ich wollte zurück zu meinem Zimmer um mich umzuziehen und dann traf ich ihn zum 3. Mal. Ich fragte ihn ob wir einen Chai zusammen trinken sollen. Ja und dann haben wir zusammen Mittag gegessen und uns gut unterhalten. Er kommt aus Dänemark und ist bereits pensioniert. So wie ich es verstanden habe verbringt er viel Zeit hier in Indien. Er hat sogar ein 5 Jahresvisum, wusste gar nicht, dass es das gibt. Vielleicht gehe ich auch nach Indien wenn ich pensioniert bin😉. Frage mich gerade wie ich es so lange ausgehalten habe nicht hierher zu kommen?

Das Leben ist soviel einfacher wenn man in seinem Herzen ist oder man könnte auch sagen wenn man in sich selber ruht. Ich fühle mich nicht mehr so ängstlich, kann alleine unter Menschen gehen ohne mich unwohl zu fühlen. Das connecten mit anderen Menschen ist auch viel einfacher geworden, weil sie einfach auf einem zu kommen oder man selber auf sie zugeht. Ich muss auch nicht mehr so oder so sein um geliebt zu werden, sondern ich kann einfach mich selber sein. Und vor allem: ich weiß wieder, dass mit mir absolut nichts falsch ist!

Ich fühle mich so dankbar, dass ich mir dieses Geschenk gemacht habe nach Rishikesh zu kommen. Ich habe viele Jahre meine spirituelle Suche etwas vernachlässigt und nur weil ich letztes Jahr so eine schwere und dunkle Zeit hatte, ist mein Wunsch nach der Wahrheit wer oder was ich wirklich bin, wieder in mir erwacht. Da habe ich angefangen Mooji’s Videos auf YouTube anzusehen und dann wusste ich wieder was in meinem Leben fehlt. Dieser innere Raum wo ich mich zu Hause fühle.

Mein Ego versucht schon wieder mir zu erzählen wie schwer es sein wird wenn ich wieder in der Schweiz bin aber ich gebe dem einfach keine Energie. Das einzige was wirklich real ist, ist JETZT, alles andere existiert nur in unseren Köpfen.

Jetzt habe ich gerade mein Taxi zum Dehradun Flughafen gebucht. Morgen geht es nach Hause. Aber heute Abend gehe ich nochmal mit meinem neuen dänischen Freund Abendessen😉.

11.03.2019 Just floating around

Heute habe ich mal wieder ausgeschlafen und dann im Bett zu einer geführten Meditation von Mooji meditiert.

Anschließend genoss ich mein zweites ausgezeichnetes Frühstück in der German Bakery. Ich hatte Glück und es gab Strom somit kam ich in den Genuss von zwei Cappuccinos😋. Ich bin ja ein Kaffeejunkie, wenn ich bis 11.00 keinen Kaffee getrunken habe, kriege ich Kopfschmerzen. Dies ist doch mal ein wunderbares Beispiel dafür wie unsere Glaubenssysteme zur Realität werden😂.

Es ist für mich so einfach geworden hier zu sein. Schade, dass es so bald schon zu Ende geht. Langsam geht mir auch das Geld aus und ich muss wohl meine Kreditkarten testen um Geld aus dem Automaten zu bekommen. Ich glaube ich mache das besser bevor ich meine große Einkaufstour plane😉.

Ich bin heute wieder zu Shanti Mayi zum Satsang gegangen. Was ich hier so liebe sind die Bhajans. Singen hilft mir mein Herz zu öffnen und ich möchte zu Hause einen Weg finden um dies weiterzuführen. Ich werde auch mit der Mooji Community in Zürich Kontakt aufnehmen um dran zu bleiben, es hilft mir mit Gleichgesinnten zusammen zu kommen. In Basel gibt es leider nichts.

Ich habe am Ganges ein neues Restaurant entdeckt, das New Lucky Café. Es ist wunderbar hier außer, dass ich zum ersten Mal von irgendwelchen Viechern gestochen werde. Für Moskitos ist es eigentlich zu windig. Ich habe bisher meinen Antimoskito-Spray nicht mal ausgepackt.

So ich werde jetzt mal zurück zu meinem Zimmer gehen bevor das Gewitter losbricht.

In einem meiner früheren Beiträge habe ich erzählt, wie ich gewohnt hatte als ich 1989 in Poona angekommen bin. Very basic. Was ich euch nicht erzählt habe war mein rasanter Aufstieg in eine Luxuswohnung. Ich habe damals als der Monsun kam und alle nach Hause gingen durch Zufall einen Job im Ashram übernommen. Ich war zuständig für die Finanzen. Die Leute zahlten bei mir wenn sie an spirituellen Gruppen, Meditationen oder anderen Kursen teilnahmen. Ich bekam dafür das Essen und Wohnen gratis. Dies war sehr selten, dass man bezahlt wurde wenn man im Ashram arbeitete, nur bei gaaaaanz wichtigen Jobs😉. Die meisten arbeiteten gratis (wie ich meistens), in Indien nennt man das Seva (selbstloses Dienen). Ist praktisch in jedem Ashram so. Ja und ich wohnte in einem Palast verglichen zu vorher. Die Böden, das Bad und große Teile der Küche waren aus Marmor! Ich dachte nur, ach so kann man hier also auch wohnen. Später fand ich dann raus, dass praktisch alle sich eine Wohnung teilten und Marmor gehörte hier zur Standardausstattung. Sagen wir mal für diese Art von Wohnungen, die sich nur Touristen oder Reiche leisten konnten…

Ich bin jeden Tag mit meinem Roller durch die Slums gefahren. Das war nicht angenehm und vor allem schockierend. Wir haben keine Ahnung wie gut es uns geht in Europa und vor allem in der Schweiz. In Indien spielt sich fast alles öffentlich ab. Es wird nichts beschönigt alles ist wie es ist und alle leben, meist friedlich, nebeneinander her. Es wird auch nichts versteckt, nicht die Armut, nicht das Elend und vor allem nicht der Tod. Bei uns ist der Tod auch heute noch ein schwieriges Thema und findet meist hinter geschlossenen Türen statt, in Indien ist es der Sex der unterdrückt wird. Wenn ich am Ganges entlang zurück laufe, finden täglich mehrere Kremationen statt. Meist kommt eine lange Reihe von Männern die das Holz transportieren. Dann wird ein Scheiterhaufen aufgestapelt und der Leichnam, der meist in eine Decke gewickelt und mit Blumen dekoriert ist, obendrauf gelegt. Wenn die Leute genug Geld haben, wird auch noch Sandelholz verwendet. Ja und dann wird der Stapel angezündet und die Angehörigen bleiben meist bis der Stapel ganz runtergebrannt ist. Dies dauert sehr lange und wahrscheinlich wechseln sich die Angehörigen ab. Wenn nur noch die Asche übrig ist wird sie dem Ganges übergeben. Was mir hier aufgefallen ist, ist dass bei den Verbrennungen, die ich gesehen habe, nur Männer anwesend waren. Weiß nicht ob das so üblich ist.

Ich komme gerade zurück vom Abendessen. Ich hatte einen sehr leckeren Pastasalat mit viel rohem Gemüse. Mal schauen ob ich das Morgen auch noch so toll finde oder ob mich doch noch Montezumas Rache einholt🤭.

10.03.2019 Letzter Satsang mit Mooji

Heute Morgen musste ich etwas improvisieren, da ich ja meinen Rucksack nicht hatte. Ich habe dann die Hülle meines Sitzkissens als Tasche genommen und anstatt Daunenjacke kam meine Meditationsdecke zum Einsatz. Am Morgen ist es immer noch recht kühl und wenn ich zur Hauptstraße hoch laufe bläst immer ein unangenehmer Wind.

Ich aß meine obligaten Bananen und verfütterte die Schalen an eine heilige Kuh🐮 oder vielleicht war es auch ein Bulle, habe ehrlich gesagt nicht so genau hingeschaut😉. Es erstaunt mich immer wieder, wie normal es hier ist, dass überall Kühe rumlaufen. Sie werden auch von allen gefüttert sogar in den Tempeln. Das Leben der Kühe hier ist gar nicht so schlecht, na gut vielleicht hätten sie doch lieber eine saftige grüne Wiese😉.

Ich saß heute so weit hinten wie noch nie aber es war ok, dafür hatte ich 2 cm mehr Platz, ist doch auch etwas😂. Es war total voll, alle wollten am letzten Satsang dabei sein.

Vor mir saß ein junges Pärchen, vielleicht 16 oder 17 Jahre alt. Es fühlte sich nach erster Liebe an. Sie klebte an ihm wie eine Klette. Sie konnte kaum die Finger von ihm lassen. Sie war total fixiert auf ihren Freund, ich glaube nicht, dass sie viel von dem mitbekommen hat was Mooji gesagt hat. Er versuchte Mooji zu folgen und wurde aber immer wieder von ihr abgelenkt. Ich dachte nur auweia Mädchen, wie lange kann das gut gehen bis er total genervt sein wird.

Ich habe mich heute nochmal so richtig mit Satsangenergie aufgefüllt. Es mag der letzte Satsang in Rishikesh gewesen sein aber die innere Reise geht weiter. Was ich aus dieser Zeit mit Mooji mitnehme, ist vor allem ein großes Vertrauen in das Leben, in Gott, und in mich selber. Wenn wir es schaffen als Individuum immer mehr aus dem Weg zu gehen, kümmert sich das Leben um das Leben und das viel besser als wir es mit unserem Ego hinkriegen würden.

Vor dem Ashram kaufte ich mir eine Kokosnuss, es gibt nichts besseres gegen den Durst. Dort traf ich eine der jungen Frauen aus Estland, mit denen ich nach dem Konzert von Prem Leela zurück nach Tapovan gefahren bin. Ich sprach sie an und wir fingen an zu reden. Sie fragte mich ob ich schon zu Mittag gegessen hätte, denn sie wäre auf dem Weg zu einem anderen Ashram wo man gratis essen könne (man gibt eine Spende).

Wir hatten einen guten Platz auf dem Balkon mit wunderbarer Sicht auf den Ganges. Das Mädchen aus Estland (ich erwähne ihren Namen extra nicht), schüttete mit ihr Herz aus. Sie hat einen 5 jährigen Sohn, der zur Zeit bei seinem Vater ist. Sie lebt getrennt von ihrem Mann und fühlt sich nicht stark genug die Verantwortung für ihr Kind alleine zu tragen. Was sie auch nicht muss, da der Vater und die Großeltern auch noch da sind. Sie will die Zeit hier nutzen um innere Stärke zu finden und unabhängiger zu werden. Gleichzeitig hat sie das Gefühl von der Situation mit ihrem Sohn davon zu laufen. Ich konnte mich in ihr sehr gut wieder erkennen. Ich bin auch lange Zeit vor mir selber davon gerannt, nur bringt es leider nichts weil wir uns selber immer mitnehmen wohin wir auch gehen. Wir könnten uns komplett isolieren, der Welt entsagen und im Schrank verstecken, trotzdem gibt es kein Entrinnen von dem was in uns vorgeht. Der bessere Weg ist stehen zu bleiben und seine Ängste direkt anzuschauen. Dann lösen sie sich meistens in Luft auf, denn sie existieren nur in unserem Kopf. Ich bin oft im meinem Leben über meine Ängste hinausgewachsen, sonst hätte ich keine einzige meiner Reisen gemacht, schon gar nicht alleine.

Wir haben den ganzen Nachmittag zusammen verbracht und sie hat mein Herz berührt. Ich wünsche ihr, dass sie hier findet was sie sucht und das das Leben ihr die Unterstützung gibt die sie braucht.

Ich bin dann nach Hause und hatte keine Lust mehr irgendwo essen zu gehen. Deshalb gab es nur eine Mango zum Abendessen und dazu habe ich mir die Bhajans vom Samstag angehört.

09.03.2019 Another wonderful Satsang

Mir sind heute während dem Satsang einfach die Tränen runter gelaufen. Nicht weil ich traurig war sondern weil es mich so berührt hat und aus Dankbarkeit. Es ist so ein Geschenk zu Füßen von Mooji Baba zu sitzen.

Ich saß heute genau vor dem Bild von Ramana Maharshi, der Erleuchtete vom heiligen Berg Arunachala. Es ist das Bild, welches man meistens von ihm sieht. Er sieht einem direkt in die Seele, so habe ich es auf jeden Fall empfunden. Googelt ihn mal, dann wisst ihr vielleicht was ich meine.

Die Zeit vergeht so schnell, morgen ist bereits der letzte Satsang mit Mooji. Aber das schöne ist ja, dass man sich zu Hause auf YouTube alles nochmal anschauen kann.

Auf meinem Spaziergang entlang dem Ganges, habe ich heute einem kleinen Jungen Blumen abgekauft. Die Blumen sind in kleinen Schalen und man übergibt sie dem Ganges. Sie waren für meine Eltern, als Dankeschön für die Zeit wo sie für mich da waren und auch um sie gehen zu lassen. Ich fand das ein schönes Ritual und wo wäre das besser als hier am heiligen Fluss.

Ich habe mich dann auf eine Bank im Schatten gesetzt und hatte vor ein wenig zu meditieren oder einfach zu sein. Es ging nicht lange und dann saßen vier junge indische Mädchen neben mir. Wir haben uns unterhalten und die waren total süß. Sie kamen aus Himachal Pradesh, irgendwo im Himalaya, und studieren Agrikultur. Sie waren modern gekleidet wie im Westen. Sie sind im letzten Jahr und wissen nicht was sie anschließend machen werden. Am liebsten würden sie in Europa weiter studieren. Kann ich gut verstehen. Die Begegnung mit Ihnen war auf jeden Fall sehr erfrischend.

Zu Hause habe ich mich kurz ausgeruht und dann lief ich den ganzen Weg wieder zurück zum Ashram. Heute Abend wurden Bhajans gesungen, dies ist in der hinduistischen Tradition das Singen des Namen Gottes in all seinen Formen.

Ich musste heute zum ersten Mal meinen Rucksack abgegeben da ich, wie einer der Gards meinte, zu viele Taschen dabei hätte. Es war irgendwie lächerlich denn als ich alles rausgenommen hatte was ich brauche war er praktisch leer außer meinen Socken und meiner superleichten Daunenjacke. Na ja seis drum, ich bin ja hier um mein Ego loszulassen😉.

Die Bhajans waren sehr schön und wer jetzt meint dies ist nur eine beschauliche Angelegenheit, der irrt sich gewaltig. Während den Bhajans singt man lauthals mit und es wird auch getanzt. Die Energie trägt einen immer höher und man wird einfach mitgerissen.

In einem Lied wurde Mutter Ganga besungen, das hinduistische Wort für Mutter ist Amma und da sind bei mir alle Schleusen gebrochen. Ich habe geheult und die Tränen sind mir nur so runtergelaufen. Ich konnte meine Mutter spüren, sie war bei mir. Es hat mir das Herz weit geöffnet und ich habe mich nochmals bei ihr bedankt für die Zeit wo sie für mich da war und habe sie gehen lassen.

Als ich meinen Rucksack holen wollte wurde gerade Mooji im Auto aus dem Ashram gefahren. Es entstand eine Gasse und ich stand gerade „zufällig“ am richtigen Ort. Ich habe ihn mit Namaste 🙏 gegrüßt und er hat mich gesegnet und meine Hand gehalten. Ich fühlte mich gerade sehr verletzlich und das war eine schöne Begegnung.

Dann wollte ich meinen Rucksack abholen und fragte einen Helfer. Der meinte ich müsse außen rum, zum anderen Eingang laufen. Als ich endlich da war, hinter Moojis Auto war eine lange Kolonne, war das Gate aber bereits geschlossen. Ich brauchte die Sachen nicht dringend, deshalb beschloss ich in das nächste TukTuk zu steigen und nach Tapovan zurück zu fahren. Der Rucksack würde auch Morgen noch da sein.

Das einzige Wort das der TukTuk Fahrer zu kennen schien war Tapovan. Er sagte immer wieder Tapovan, Tapovan very good und lachte dabei. Wir lachten alle mit ihm mit, wir waren in sehr ausgelassener Stimmung.

08.03.2019

Heute Morgen als ich zur Hauptstrasse hochlief, kam mir Mooji auf einem Roller entgegen. Ich stand an der Straße und habe ihn mit Namaste 🙏 gegrüsst. Ich habe nur gedacht, wow er fährt Roller🤗. Im Nachhinein habe ich dann gedacht, dass es wahrscheinlich nicht er gewesen war sondern ein Doppelgänger. Aber wer weiß, er sah auf jeden Fall aus wie er und er hat mich freundlich gegrüßt.

Bevor ich in das TukTuk gestiegen bin habe ich noch meine Bananen gekauft. Gerade als ich sie im Rucksack verstaut hatte, kam ein Affe 🐒 angerannt und wollte nach meinen Bananen greifen. Aber Pech für ihn, er war ca. 2 Sek. zu spät. No way habe ich zu ihm gesagt, nicht mein Frühstück 🍌.

Das enge Zusammensitzen macht mir nichts mehr aus. Ich hatte einfach wieder mal das Pech, dass vor mir ein freier Platz war und sich ein langer dünner Mann rein gequetscht hat. Dadurch konnte ich Mooji nur sehen, wenn ich meinen Hals verrenkte. Aber auch das ist nicht wirklich schlimm, es reicht seine Stimme zu hören, oft habe ich die Augen auch zu. Er beantwortet ja jedes Mal Fragen aber bis jetzt hatte ich kein Bedürfnis Eine zu stellen. Wenn er eine Frage beantwortet ist dies sowieso immer für alle und so viele einzigartige Probleme gibt es gar nicht, man erkennt sich wieder in den Fragen der anderen.

Heute ist mir bewusst geworden, dass ich vor 30 Jahren zum ersten Mal in Indien war. Damals, 1989 war ich fast ein halbes Jahr in Poona bei Osho. Es kommen mir viele Dinge aus dieser Zeit in den Sinn, ich könnte ein Buch darüber schreiben. Meine Ankunft damals im Ashram war nicht ganz einfach. Da waren so viele Menschen in roten Roben und alle schienen sich zu kennen. Ich kam mir ziemlich verloren vor und habe mich die ersten 2 Tage im Hotel verkrochen. Nur der Hunger war stärker als meine Angst und hat mich rausgetrieben. Es hat Zeit gebraucht um anzukommen.

Am Anfang wohnte ich in einer Hütte ohne Strom und Wasser. Ein netter junger Mann😉 ist dann mit mir in die Stadt gefahren und ich habe eine Matratze gekauft und sonst noch ein paar Kleinigkeiten, denn die Hütte war komplett leer. Ich wusste zu dieser Zeit noch nicht, dass man auch ein schönes möbliertes Zimmer, mit fließendem Wasser und Strom, in einer Wohnung mit anderen zusammen mieten konnte. Ich wusste damals auch noch nicht, dass ich die nächsten 10 Jahre jedes Jahr ein paar Monate hier verbringen würde.

So Schluss mit den nostalgischen Gedanken, zurück ins Hier und Jetzt!

Als ich heute Nachmittag über die Laxman Jhula Brücke lief, war eine ältere Frau vor mir kurz in Panik geraten weil ein ziemlich großer Bulle auf der Hängebrücke war und er sich zu ihr umgedreht hat. Ich glaube nicht, dass er aggressiv war aber ärgern sollte man sie nicht. Ich sehe ihn fast täglich, er hat zwei verschieden gebogene Hörner und ist sehr eindrucksvoll. Die Brücke ist recht schmal, nur Fussgänger, Roller und Kühe können Sie überqueren. Ja und da wir in Indien sind natürlich alles gleichzeitig und schön chaotisch😂.

Ich bin gerade damit konfrontiert, dass mir die Existenz ein Nein nach dem anderen serviert. Ich habe mir über das Internet einen Flug von Dehradun nach Delhi gekauft, da ich auf keinen Fall nochmals 5-6 Std. im Taxi nach Delhi verbringen will, da überwinde ich sogar freiwillig meine Flugangst. Jetzt muss ich die Bestätigung ausdrucken sonst lassen sie mich nicht in den Flughafen. Als ich ins Reisebüro ging, meinte er es sei prinzipiell möglich hier zu drucken aber im Moment seien alle Geräte besetzt. Dann wollte ich meine alte Mala (Gebetskette) neu aufziehen lassen. Nein das machen sie nicht, sie erstellen nur neue Malas (wahrscheinlich lohnt sich das für sie nicht). Als nächstes wollte ich in Ramanas Café (da wo ich am ersten Tag war) einen Chai trinken. Da nahmen sie keine Bestellungen mehr entgegen weil sie um 16.00 zu machten. Jetzt bin ich in der German Bakery und kriege keinen Cappuccino weil gerade wieder Stromausfall ist! Was bitte ist hier los🙄? Ich glaube Gott testet mich gerade. Er möchte wissen, ob meine Gelassenheit echt oder nur aufgesetzt ist. Ich glaube ich habe den Test bestanden, denn ich schaffe es im gleichen Moment loszulassen. Jetzt genieße ich halt einen etwas dünnen Nescafé😂.

Ahhh, es geht weiter mit den Neins. Hier wo ich wohne kann ich auch nicht ausdrucken, Drucker kaputt. Da hoffe ich doch, dass ich morgen einen besseren Tag erwische, denn normalerweise ist in Indien fast alles machbar. Ein Inder hat mir angeboten mich mit dem Roller irgendwo hinzufahren wo man drucken kann und außer dem gibt er noch Massagen. Ich habe dankend abgelehnt🙏.

06. + 07.03.2019 zweite Woche Satsang mit Mooji

Ich bin krank🤒, nichts schlimmes, bin einfach erkältet und fühle mich nicht fit. Mein Darm hat sich bereits wieder beruhigt aber ganz in Ordnung ist er nicht, bin total aufgebläht🤭. Werde zu Hause dann kontrollieren lassen ob ich etwas aufgelesen habe…😉.

Wollte ein Pretuval nehmen heute Morgen, das Problem war aber, dass es eine Brausetablette ist und ich kein heißes Wasser oder Glas zur Verfügung hatte. Deshalb habe ich einfach immer ein kleines Stück abgebissen. Das ging ganz gut und wirken tut es wohl trotzdem. Der Geschmack war auch nicht all zu ätzend. Man muss sich halt irgendwie zu helfen wissen. Wäre ich länger hier würde ich mir wohl einen Wasserkocher kaufen, dann könnte ich mir morgens einen Kaffee oder Tee machen.

Bin natürlich trotzdem an den Satsang mit Mooji gegangen, ich müsste schon Fieber haben, dass ich zu Hause bleibe. Ich habe einfach gehofft, dass ich keine Reizhusten-Attacke kriege. Ich war heute in der 5. Reihe die reinkam und es war mir ganz recht nicht ganz vorne zu sitzen.

Ich gewöhne mich langsam an das unbequeme Sitzen. Es hat auch viel mit loslassen zu tun. Wenn der Kopf loslässt kann der Körper sich sogar in einer unbequemen Sitzposition entspannen.

Hier hat es ja ganz viele Kühe auf den Straßen. Teilweise, ich nehme an wenn sie jemandem gehören, werden sie über Nacht rein geholt. Als ich mal am Morgen den Ganges entlang gelaufen bin, wurde gerade eine Kuhherde auf die Straße getrieben. Ich fand das irgendwie amüsant, denn bei uns treibt man die Kühe auf die Weide, nicht auf die Straße. Sie leben dann tagsüber vor allem von Abfällen, nehme ich an. Ich verfüttere auch täglich meine Bananenschalen an die Kühe. Ich weiß auch nicht ob sie dann abends mal Heu kriegen… Sie sehen eigentlich ganz gut genährt aus. Es hat auch viele Stiere, die leben aber ganz friedlich nebeneinander her. Überhaupt sind die Kühe gar nicht aggressiv. Logisch, dass sie auch überall hinkacken, es wird aber täglich alles weggewischt. Trotzdem muss man immer gut schauen wo man hintritt😉.

So mehr kriege ich heute nicht zustande. Eigentlich würde ich gerne schlafen aber genau vor meinem Hostel haben Sie großes Zelt aufgebaut. Sieht aus wie eine Hochzeit und soviel ich weiß dauern Hochzeiten in Indien mehrere Tage. Arrrgh! Sogar mit Oropax ist es immer noch laut.