12.07.2021 Saint Jacut de la Mer – 19.5 km

Ich schlafe ungewöhnlich gut im Zelt und bin eigentlich nie vor 6.30 wach. Meistens schlafe ich mit Ohropax weil man als Wanderer meistens früher ins Bett geht als der Rest des Campingplatzes.

Ein Bett im Kornfeld…

Am Morgen früh habe ich sogar mit Ohropax in meinen Ohren gehört, dass es regnet. Es hat nicht nur geregnet sondern richtig gestürmt. Da liegt man dann und fragt sich ob es hoffentlich bald aufhört. Ich bin sicher noch eine Stunde länger im warmen Schlafsack liegengeblieben doch irgendwann hat mich meine Blase sanft aber bestimmt aus dem Bett geschmissen. Ich bin in voller Regenmontur aufs Klo 🧻 und dann hat es Gottseidank langsam aufgehört. Habe dann noch mein Müsli gegessen und Kaffee getrunken und dann in Windeseile das Zelt zusammengepackt.

Zeit zum Muscheln suchen

Ich kann ja den Rucksack komplett im Zelt packen. Das habe ich auf dem PCT gelernt😉. Wenn ich aus dem Zelt komme ist alles gepackt außer eben das Zelt. Wenn es nicht mehr regnet trockne ich es mit einem Handtuch ab und schüttle es anschließend aus. Wenn es regnet wird es nur ausgeschüttelt und nass in der grossen vorderen Netztasche verstaut. Dort kann es schon mal ein bisschen abtropfen. Bei jeder Pause hole ich es dann raus und lasse es wie ein Segel im Wind flattern. So trocknet es total schnell. Blöd ist wenn man tagsüber keine Möglichkeit hat das Zelt zu trocknen und es abends nass wieder aufstellen muss. Wobei dies nur schlimm ist wenn es abends weiter regnet.

Es ist einfach unglaublich

In Lancieux war ich vom Wetter und auch von der Vorstellung evt. auf Campingplätzen nicht aufgenommen zu werden, dermaßen demoralisiert, dass ich mir überlegt habe aufzuhören. Zudem stürmte es und das Meer war zum ersten Mal richtig aufgewühlt. Ich wollte ins Office de Tourisme gehen und mich informieren wann Busse nach Saint Brieuc fahren☹️.

Wenigstens gibt es für Hunde Toiletten…

In so Momenten mache ich immer ein Stoßgebet Richtung Himmel. Ich brauchte dringend eine Aufmunterung. Die erste Aufmunterung kam am Strand von Lancieux in Form eines Kaffees und ein noch warmes Croissant. Hmmmm, da ging es mir schon eine Spur besser aber ich wollte immer noch ins OT. Gleich nach Lancieux traf ich das französische Pärchen vom ersten Abend. Jean-Paul und ??? Den Namen habe ich leider schon wieder vergessen. Die haben mir soviel Mut gemacht und mich auch beruhigt in Bezug auf die Campingplätze. Man müsse einfach auf kommunalen Zeltplätze. Sie sind auch hier und morgen sind wir whs. auch am gleichen Ort. Dies war genau die Aufmunterung die ich gebraucht habe und ich bin dann ganz beflügelt weitergelaufen. Das OT konnte ich getrost auslassen. Mir ist auch immer ein Satz in den Sinn gekommen, denn wir auf dem PCT oft benutzt haben: « Never quit on a bad day ».

Die restlichen Km gingen wie im Fluge. Plötzlich traf ich auch andere Hiker. 3 französische Mädels, die auch hier sind.

Wir waren sehr früh hier und mussten warten bis die Rezeption öffnet. Nachdem ich das Zelt aufgestellt hatte, bin ich noch zur Pointe du Chevet gelaufen. Wir sind hier wie an einem Finger der Küste und diesen Teil bin ich schon mal vorgelaufen. Es war wunderschön aber viel länger als ich gedacht hatte und ich habe mir nur ein paar Snacks mitgenommen. Anschließend kam ich ins Städtchen Saint Jacut und konnte dort gleich noch einkaufen. Somit kann ich morgen meinen Weg etwas abkürzen und es sind nur ca. 18 km.

Pointe du Chevet

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