02.05.2022 Zamora – Ruhetag

Heute Morgen musste ich bereits um 8.00 aus der Albergue draußen sein. Ich ließ das Frühstück aus und konnte deshalb bis 7.15h liegen bleiben. Um 7.00h wurde man unsanft mit lauter Radiomusik geweckt.

Die Kathedrale

Das Hostal konnte ich erst um 12.00h beziehen aber ich konnte meinen Rucksack bereits um 8.00h dort deponieren. Zuerst suchte ich eine Bar die offen war. Gar nicht so einfach da am Tag nach dem 1. Mai immer noch alles zu war. Am einfachsten ist es immer die Einheimischen zu fragen, die wissen immer wo eine Bar offen ist in welcher man Frühstück bekommt.

Das Castillo

Ich landete dann in einer Churrería. Hier bekommt man Churros und dicke heiße Schokolade. Churros sind ein süßes frittiertes Gebäck, welches man dann in die Schokolade taucht. Schmeckt echt lecker. Liegt etwa schwer auf aber wenn man es nicht jeden Tag macht.

Los Molineras – die Wassermühlen

Anschließend deponierte ich meinen Rucksack im Hostal la Reina und begab mich auf Entdeckungstour. Ich lief durch ein menschenleeres Zamora, ich hatte die ganze Stadt nur für mich. Es war richtig friedlich. Die Touristen schliefen noch, nur vereinzelt ging jemand mit seinem Hund Gassi oder war auf dem Weg zur Arbeit.

Die Zinnen des Castillo

Ich lief zur Kathedrale und zum Castello. Für eine Besichtigung war es leider zu früh aber ich genoss es auch so. Vor allem war am Morgen noch schönes Wetter.

Ein Torbogen

Zamora ist eine wunderschöne kleine Stadt und ich kann sie jedem Spanienreisenden wärmstens empfehlen.

Rückseite der Kathedrale

Ich war ca. 4 Stunden unterwegs bis ich um 12.00 endlich ins Hostal konnte. Grace kam gerade an und so gingen wir zusammen hinauf.

In den Gassen von Zamora

Ich freute mich darauf mich auszuruhen, zu duschen und die Haare zu waschen. Hier konnte ich mal wieder lange und ausgiebig duschen ohne Angst zu haben dass das warme Wasser ausgeht. In den Albergues muss man immer auch an die denken die nach einem kommen. Jeder möchte eine warme Dusche und damit jeder die Chance hat duscht man nur sehr kurz. Oft reicht es aber trotzdem nicht.

Rechts ist die Albergue

Um 14.30 fragte ich Ulrike und Jascha ob sie bereits zu Mittag gegessen hätten und sie meinten, dass sie das gerade jetzt tun würden. Sie schickten mir ihren Live Standort und mit dem GPS fand ich zu ihnen. Schon verrückt was man heute alles tun kann. Steve und Alina waren auch dort.

Schöne Straße in Zamora

Ulrike und Jascha wollen morgen den Zug nach Ourense nehmen weil sie die Berge umgehen möchten. Ulrike hat immer noch Probleme mit dem Fuß und sie möchten es nicht herausfordern. Wir versuchen alle am 20. Mai in Santiago zu sein damit wir alle zusammen Abschied feiern können. Mal schauen ob das klappt. Dafür müsste ich noch einen Tag aufholen aber wir werden sehen.

Teil der beeindruckenden Stadtmauer

Nach dem Mittagessen machte ich kurz Siesta und dann machte ich mich auf Richtung Kathedrale. Auf dem Weg dorthin traf ich MG die Amerikanerin und sie meinte ein paar von ihnen würden sich später im Restaurant La Mafia treffen, ob ich nicht auch kommen wolle.

Schöne Aussicht vom Castillo

Ich besichtigte die Kathedrale und in dieser waren es vor allem die vielen Gemälde und Wandteppiche die mich begeisterten. Anschließend ging ich zum Castello aber außer der imposanten Aussenansicht ist im Inneren nicht mehr viel von dem Castello erhalten. Das schönste sind die Aussichtstürme wo man eine fantastische Aussicht über die Stadt hat.

Schöne Wandmalerei in der Kathedrale. Johannes der Täufer?

Anschließend lotste ich mich mit dem GPS in das Restaurant La Maffia. Grace und MG waren dort sowie das Schweizer Pärchen. Wir verbrachten einen schönen und lustigen Abend bis MG ganz schnell aufbrechen musste weil die Albergue um 22.00 die Tore schließt. Ging mir ja gestern auch nicht anders. Ich lief mit Grace zurück zum Hostal und freute mich auf mein super bequemes Bett.

Kuppel der Kathedrale
Sommersprosse on Tour
Das Schweizer Pärchen, MG, Ich und Grace

01.05.2022 Zamora – 31.4 km

Immer wenn ich weiß, dass ich früh aufstehen muss, schlafe ich schlecht. Ich schlafe am liebsten mit Ohropax und einem Buff über meinen Augen. Wenn ich aber den Wecker stellen muss, höre ich ihn nicht wenn ich die Stöpsel in den Ohren habe. Mohammed war der einzige Mann im Schlafzimmer und natürlich schnarchte er.

Ein neuer Tag beginnt

Dazu kam, dass ich Kopfschmerzen hatte vom vielen Wein den wir getrunken haben und irgendwie hatte ich einen leichten Sonnenstich. Aber sonst geht es mir gut😂.

Zauberhafte Morgenstimmung

Ich bin kurz vor 6.30 aufgestanden. Am Abend vorher hatte ich bereits alles in meinen Rucksack geworfen damit ich am Morgen rausgehen und meinen Rucksack draußen packen konnte. Hier auf der Via de la Plata gehen die Pilger rücksichtsvoll miteinander um, dass schätze ich sehr. Auf dem Camino Frances geht es anders zu und her, alles viel chaotischer. Für die meisten Pilger auf der Via de la Plata ist es nicht der erste Pilgerweg und das merkt man vor allem im Umgang miteinander.

Der Weg kann so schön sein

Um 7.00h gab es Frühstück. Ich stopfte mich richtig voll, aß sogar ein Brioche, was ich sonst nicht tun würde. Zudem nahm ich noch 2 Butter und ein zusätzliches Brioche mit. Ich konnte ja gestern nicht einkaufen. Deshalb musste ich auch mit dem gechlorten Wasser vorlieb nehmen. Grace aus Amerika hat mir noch einen Apfel gespendet und gestern Abend habe ich noch eine Orange mitgenommen nach dem Abendessen. In 12 km soll es eine Bar geben aber ob die offen ist am 1. Mai weiß ich nicht.

Ganz in der Ferne liegt Zamora

Bis Villanueva de Campean bin ich praktisch durchgelaufen. Habe nur mal schnell angehalten um die Jacke auszuziehen und mich mit Sonnencreme einzuschmieren. Die Bar hatte Gottseidank offen und ich aß eine Tortilla und einen Caffee con leche.

Die Engländerin vor mir mit perfektem Stockeinsatz

Die Engländerin saß auch dort und ich gesellte mich zu ihr. Ich meinte ich hätte auch gerne längere Beine damit ich schneller laufen kann. Sie meinte ich müsse einfach meine Stöcke richtig einsetzen dann würde ich automatisch schneller werden. Sie hat mir dann gezeigt wie ich das machen soll. War echt hilfreich und ich wollte es sogleich ausprobieren. Ich habe noch schnell meine Wasserflasche auffüllen lassen und schon war ich wieder unterwegs.

Pilgertafel in Villanueva de Campean

Ich war so konzentriert auf den Einsatz der Wanderstöcke, dass ich gar nicht merkte wie die Zeit vorbeifliegt. Um 13.00 hatte ich bereits 21.5 km geschafft und bis Zamora waren es nur noch 10 km.

Es macht richtig Freude hier zu laufen

Ich lief viel dynamischer und ermüdete nicht so schnell. Was es doch ausmacht wenn man die Stöcke richtig benutzt😜. Um 15.30 war ich bereits in Zamora. Der Anblick von Zamora hat mich umgehauen. Es ist eine sagenhaft schöne Stadt. So schön, dass ich spontan beschloss eine Nacht lãnger zu bleiben.

Blick auf Zamora

Der ganze Weg heute war wunderschön, so völlig anders wie gestern. Hüglig, farbig, abwechslungsreich. Ich war richtig happy und die schlechte Nacht komplett vergessen.

Die armen Schafe sind eng zusammengepfercht

In der Albergue musste ich mich entscheiden zwischen dem oberen Bett in einem Frauenzimmer oder einem unteren Bett im Männerzimmer. Habe mich für die Mädels entschieden. Ob das eine Weise Entscheidung war weiß ich erst morgen. Die Betten hier sind ziemlich hoch und ich hoffe einfach, dass ich nachts nicht raus muss. Habe die Mädels schon mal vorgewarnt, falls es nachts rumpelt, bin ich wohl aus dem Bett gefallen😂.

Zamora ist der Hammer!

Ich ging mit der Engländerin Abendessen auf der Plaza Mayor. Lange Zeit hatten wir nicht denn um 22.00 mussten wir in der Albergue sein weil sie dann die Türe schließen. Nichts da mit Nachtleben auf dem Pilgerweg! Manchmal ist es besser in der Stadt ein Zimmer zu nehmen😉.

Ich kann mich nicht satt sehen
Über die alte Brücke zur Albergue
Abendstimmung in der Nähe der Albergue