14.05.2022 Villar de Barrio – 20 km

Wir bekamen ein Super Frühstück heute Morgen und niemand musste dafür früh aufstehen. Es stand alles bereit und wir konnten Kaffee und Toasts selber machen. So waren wir unabhängig zu starten wann wir wollten.

Als wir das Dorf verlassen ist es noch freundlich…

Grace und ich liefen alleine los. Da Esther und Karsten schneller als wir laufen würden sie uns bald einholen.

…aber ein Gewitter nähert sich plötzlich von hinten

Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und plötzlich hörten wir Donner. Das Gewitter schien anfangs links an uns vorbeizuziehen. Wir machten schnell eine Klopause und zogen schon mal die Regenjacke an. Wir zählten die Sekunden vom Blitz bis zum Donnerschlag und das Gewitter kam immer näher.

Wir albern rum in unserem Unterstand

Gerade als die ersten Tropfen fielen erreichten wir einen überdachten Brunnen. Wir hielten an und wollten mal abwarten wie sich das Ganze entwickelt, denn von hier an würde der Weg in die Berge ansteigen und bei einem Gewitter will man nicht oben sein. Wir sahen Esther und Karsten mit schnellen Schritten auf uns zukommen und auch sie schafften es noch rechtzeitig zum Unterstand.

Grace schreibt ihren Namen in die Muschel

Wir saßen auf der Kante des Brunnens und alberten rum. Grace schaffte es sogar einen Blitz zu fotografieren. Perfektes Timing👍. Als das Gewitter sich langsam entfernte liefen wir weiter und begannen unseren Aufstieg. Bis Albergueria regnete es ununterbrochen. Meine Regenjacke war überhaupt nicht dicht und als wir endlich in der Bar ankamen war mein Oberkörper komplett durchnässt. Jak! Soviel zu Goretex und wasserdicht. Meine dünne Hose von ZPacks ist dafür komplett dicht und ich schwitze nicht mal darin.

In der Muschelbar

Vor der Bar in Albergueria empfing uns Karsten tanzend zur Musik von Johnny Cash und meinte wir sollen schnell reinkommen, sie hätten bereits Kaffee für uns bestellt. Ich zog die Regenjacke aus und zog mir was trockenes und warmes an.

Grace läuft in Crogs wegen dem Regen

Die Bar war einfach der Hammer! Über und über mit Hunderten Muscheln dekoriert. Es ist Brauch hier, dass jeder Pilger der hier vorbeikommt, eine Muschel mit Datum, Namen und Herkunft beschreibt und dann wird sie von dem sehr symphatischen jungen Barbetreiber an die Wand genagelt. Unsere hängen jetzt auch dort🤗. Die Bar gibt es seit 18 Jahren, würde gerne wissen wieviele Muscheln da hängen.

Wir müssen weiter

Wir hatten soviel Spaß, lachten und tanzten und wollten eigentlich gar nicht weitergehen. Ich aß eine köstliche Empanada und stärkte mich für was immer noch folgen sollte. Der Barkeeper war so nett uns verrückten Pilger nicht einfach rauszuwerfen aber ich glaube er ist es sich gewohnt, dass die Pilger kurz vor Santiago durchdrehen🤣. Der Regen hatte mittlerweile fast aufgehört und ich musste diese ätzend nass kalte Regenjacke anziehen. Arrrrgggghh!!! Ich hatte heute 28 Grad erwartet und nicht einmal ein Unterhemd angezogen. Brrrrrrr🥶!

Wir passieren ein blaues und

Uns war so kalt dass wir fast weiter rannten. So schnell waren wir noch nie unterwegs. Meine Jacke trocknete langsam und mir wurde wärmer. Die Umgebung war sehr schön aber leider konnte ich heute wetterbedingt nicht viele Fotos machen. Der Aufwand ist einfach zu groß das Handy heraus zu holen.

rotes Tor

Es folgte noch ein saftiger Abstieg nach Villar de Barrio. Der ging ganz schön in die Beine und als ich unten war fühlten sich meine Beine an wie Gummi. Grace und ich benutzen beide die gleiche Technik, nämlich dass wir in kleinen Schritten runterrennen wenn es steil ist. So schont man die Knie und kriegt schön starke Oberschenkel😉. Man muss einfach darauf achten, dass Gewicht vorne zu haben sonst kann leicht nach hinten ausrutschen und auf den Rücken fallen. Alte Sherpa Technik übrigens.

Schön bemalter Stein

Wir gingen sofort in die Bar für eine Clara und anschließend in ein etwas eigentümliches Restaurant. Es fühlte sich an, als hätten wir eine Zeitreise ins vorletzte Jahrhundert unternommen. Wir aßen eine galizische Kohlsuppe und Salat. Esther flüchtete nach draußen weil sie den Geruch nach verbranntem Fett nicht aushielt. Der Raum war voller Rauch. Die Küche wollten wir uns gar nicht ansehen. Da war die alte Frau die die Bestellung aufnahm, kochte und eigentlich alles machte und ihr Mann sowie ein junges Mädchen standen einfach nur um sie rum. War alles etwas eigenartig aber das Essen war ok.

Das etwas eigenartige Restaurant mit der alten Dame

Anschließend machten wir uns auf in die Casa rural unserer durchgeknallten Gastgeberin. Sie hatte Esther schon die ganze Zeit mit ihren WhatsApp Nachrichten zum Wahnsinn getrieben. Im ganzen ca. 20! Nachrichten.

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