Sightseeingtour in Bilbao und Rückreise

Gestern bin ich erst um 8.30 aufgestanden! Habe schon lange nicht mehr so gut und lange geschlafen. Auch wenn ich leichte Kopfschmerzen von der Flasche Txakoli verspürte, die Rolf und ich zusammen getrunken haben. Wir haben zusammen gefrühstückt und dann habe ich die Stadt alleine erkundet, da Monikas und meine Vorstellungen nicht die gleichen waren. Bin dann in die Santiago Kirche und habe mich einen Moment hingesetzt. Anschließend holte ich mir meinen letzten Stempel bei den Nonnen ab. Letztes Mal als ich hier war, war die einzige Bäckerei die offen hatte auch bei der Santiago Kirche. Damals habe ich die Altstadt gar nicht groß besichtigt sondern mich in meiner Pension verkrochen. Bin glaube ich abends nicht mal mehr zum Essen raus. Hatte am Morgen auch Mühe zu starten und es kostetete mich richtig Überwindung den Camino zu starten. Dieses Mal hatte ich nicht so Mühe aber es ist halt jedes Mal anders. Große Städte mit vielen Menschen schüchtern mich manchmal ein, vor allem weil ich mich total fremd fühle. 

Bin dann beim Guggenheim Museum vorbei und habe in der Bar eine Cerveza getrunken und diese köstlichen Oliven gegessen, die es hier überall gibt. Dann hat es mich doch noch mal gereizt das Museum zu besichtigen. Es gibt ja immer neue Austellungen. Die Sierra Plastiken habe ich zwar letztes Mal schon gesehen aber sie sind trotzdem eindrücklich. Es gab noch eine Ausstellung von Francis Bacon aber ehrlich gesagt gefallen mir seine Nilder nicht sonderlich. Seine Darstellungen von nackten Menschen sieht aus wie rohes Fleisch oder wie aufgeschnittene Tiere in der Metzgerei. Meine Kopfschmerzen wurden dadurch auch nicht besser und ich beschloss zurück ins Hotel zu gehen und ein kleines Nickerchen zu machen um meinen Txakoli-Rausch auszuschlafen. 
Anschließend haben wir uns alle wieder in der Altstadt getroffen und sind zusammen Essen gegangen. 
Rolf und Minika haben noch einen Schlummerteunk genommen und ich habe mich dann diskret verabschiedet. 
Ich habe letzte Nacht wieder sehr gut geschlafen und bin erst um 8.30 aufgewacht. Schnell duschen, Gemeinsames Frühstück und dann war ich auch schon unterwegs zum Flughafen. Da sitze ich nun bei meinem vorerst letzten Cerveza con Limon und warte auf meinen Abflug. Letzte Nacht habe ich von Terroranschlägen geträumt aber ich nehme an, dass ist nur meine Flugangst. So Gott will werde ich auch diesen Flug überstehen. Hastaluego. 

Das Guggenheim Museum. 

Ist schon ein sehr eindrücklicher Bau. 

Bilbao

Die Plaza wo wir gegessen haben. 

7. Tag, Bilbao

Wir hatten gestern Abend noch ein schönes Nachtessen mit allen Pilgern, wir haben uns zu sechst um einen klitzekleinen Tisch gequetscht. Da war Francisco der Koreaner (sein normaler Name ist unaussprechlich), Valerie aus dem Quebec, Alain aus Lyon, und 2 Pilger aus Tasmanien (gehört zu Australien) und Monika. Wir waren eine lustige Runde und zum Abschluss spendierte Valerie noch eine Runde Orucho di Crema. Monika hat 2 weisse Martinis und den Orucho getrunken, wie üblich nicht viel gegessen und hat die ganze Nacht erbrochen die Arme. Am Morgen hat sie mich zu Tode erschreckt, da sie in der Nacht das Bett gewechselt hat und das freie Bett neben mir bezogen hat. Ja und dann wache ich auf und schaue plötzlich in ein Gesicht. Bin tierisch erschrocken. 

Anschliessend habe ich mit Genuss mein letztes Müesli von zu Hause gegessen. Es hat noch nicht geregnet aber der Himmel war ziemlich verhangen. Monika und ich sind wieder zusammen aus der Stadt gelaufen und dann haben sich unsere Wege aber schon bald getrennt da ich noch einen Kaffee trinken wollte. Hatte es so im Gefühl, dass anschliessend nicht mehr viel kommen wird und so war es auch. Es ging durch den Wald und schon bald fing es an zu tröpfeln. Ich habe es hinausgezögert die Regenpellerine und die Gamaschen anzuziehen und irgendwann ging es dann richtig los und ich war natürlich nicht bereit. Musste im Regen meine Ausrüstung montieren und war dann natürlich schon ziemlich nass. Hat meine Stimmung nicht gerade gebessert, weiss auch nicht warum ich am Morgen so schlechte Laune hatte. Hat sich aber im Laufe des Tages gebessert. Ich kam dann an einem Schild vorbei wo es hiess 709 km bis Santiago. Vor dem Haus sass eine alte Frau und verkaufte Kaffee, Früchte und Müesliriegel. Monika war auch dort und Rolf ein Pilger den sie schon im Flugzeug getroffen hat. Er ist auch wie ich den Weg von Bilbao bis Santagio bereits gelaufen und holt nun das fehlende Stück von Irun nach Bilbao nach. Ausserdem waren da noch zwei schwedische Pilger, die mit dem Zelt unterwegs waren. 
Monika wollte dann mit Rolf ein Stück weiterlaufen und das war mir auch Recht. Wir haben uns dann später bei der nächsten Essenspause wieder getroffen und sind von da an das vermeintlich letzte Stück bis Lezama zusammen gelaufen. Das die Albergue in Lezama geschlossen ist wussten wir bereits aber leider waren auch alle anderen Alternativen bereits ausgebucht. Wir sind dann weiter bis Zamudio wo alle Hotels completo waren auch die im nächsten 
Dorf. Ein spanischer Mitpilger hat für uns rumtelefoniert aber es war leider nichts zu machen. Wir beschlossen dann uns die letzten 10km zu schenken und den Zug nach Bilbao zu nehmen. Rolf hat uns über Booking.com ein Hotel in Bilbao reserviert. Das hat auch bestens geklappt und so sind wir im Hotel Bilbi in Bilbao gelandet. Es hat eine gute Lage nicht weit von der Innenstadt. Wir waren erst um 19.00h im Hotel und haben uns eine Stunde später zum Essen verabredet. Wir waren ziemlich müde und waren bald schon wieder auf dem Heimweg. Für Sightseeing ist morgen ja genug Zeit. Buenos noches. 

Sie haben gerade eine frische Ladung Heu erhalten. 

Sitzgelegenheit mitten im Wald nur leider regnets. 

In Bilbao aus der Metro gestiegen und bereits wieder auf dem Camino. 

6. Tag, Gernika

Es geht vor allem durch den Wald. 

Schöne alte Wegzeichen. 

Man sieht sehr viele Pferde auf dem Camino. 

Seht ihr das versteckte Kalb?

Mittelalterliche Brücke und schönes 

Haus. 

Wegzeichen. 

Ein kleiner Pfad…

Kapelle am Wegesrand. 

Mittelalterliche Brücke. Ein magischer Ort…

Der Weg durch den Wald ist umwerfend schön auch wenn es regnet. 

Ahhhh…

Auf den Fotos leider nur halb so schön. 

Bild von Pablo Picasso in Gernika. Das Original hängt in Madrid. Eine sehr traurige Geschichte versteckt sich hinter diesem Bild. Gernika wurde am 26. April 1937 durch einen dreieinhalbstündigen Bombenangriff der deutschen Legion Condor vernichtet. Die Deutschen griffen damals als Hilfstruppen des aufständischen spanischen Militärs unter dem Oberbefehl von General Franco in den Spanischen Bürgerkrieg ein. Vorrangiges Ziel der Legion Condor war die Erprobung des neuen Kriegsgeräts und der modernen Taktik des Luftkrieges zur Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg. Die Bombardierung von Gernika war der erste massive Luftangriff auf eine ungeschützte und nicht direkt am Kriegsgeschehen beteiligte Stadt und ihre Zivilbevölkerung, die von den Flugzeugen aus sogar unter Maschinengewehrfeuer genommen wurde. Die Spreng- und Brandbomben zerstörten das gesamte Stadtzentrum und Hunderte fanden den Tod. Pablo Picasso verewigte das Grauen des modernen Krieges in seinem Bild „Guernica“ (in der damals noch gebräuchlichen spanischen Schreibweise), dem berühmtesten Gemälde des 20. Jahrhunderts.

5. Tag, Markina-Xemein

Ich liege im Bett der Albergue weil ich auf Monika warten muss und es so kalt ist. Ich könnte gerade wieder eine ganze Wildsau verspeisen wie Obelix, dermaßen  habe ich Hunger. 

Heute Morgen sind wir wieder zusammen gestartet. Wenn wir zusammen laufen treffen wir irgendwie immer die falschen Entscheidungen. Anstatt wie es in meinem Buch steht dem Camino zu folgen, haben wir den GR 121 nach Mutriku gefolgt. Dabei hatten sie extra die Schilder übermalt damit man nicht dort runter geht. Wenn ich alleine gelaufen wäre hätte ich den Camino genommen und Monika wohl auch. Na ja so mussten wir halt zu runter ins Tal laufen und auf der anderen Seite auf der Asphaltstraße wieder nach oben bis Olatz wo wir wieder auf den Jakobsweg gestoßen sind. Wahrscheinlich war das ein kleiner Umweg, denn alle anderen waren bereits in der Bar. Wir sind eigentlich als erste los aber das ist nur ein kleines Detail…😁. 
Wir beschlossen dann wieder getrennt zu laufen unsere Energien scheinen einfach nicht zu harmonieren. Aber mittlerweile ist es ok und ich habe die Situation so akzeptiert wie sie ist. 
Wir sind heute viel Asphalt gelaufen und die Füße tun dementsprechend weh aber ich fühle mich sehr gut. Die Strecke war heute nicht so atemberaubend wie gestern aber trotzdem sehr schön. Es ging viel durch den Wald.
Das Wetter fängt an sich zu ändern und heute Morgen war es bitterkalt. Morgen soll es gemäß Wetterbericht regnen aber wir werden sehen. 
So werde jetzt zusammen mit Monika das Menü Peregrino essen gehen, sie hat mittlerweile abends doch Hunger. 

Es geht vor allem durch den Wald. 

Ein hungriges Maultier…

Das ist eine Kirche… Die Kirche ist rund um drei riesige Felsen aufgebaut. 

4. Tag, Deba

Das What a day. Extrem schön aber auch ausgesprochen anstrengend. Ein ständiges auf und ab. Eigentlich gar nicht so viele Kilometer, ich glaube 22km, aber unendlich viele Höhenmeter. 

Um 8.00h gab es Frühstück im Hostel und anschließend ging es um 8.30 los. Alles dem Strand entlang und dann 4km der Straße entlang bis zum Hafenort Getaria. Dort gab es nochmal einen Cafe con leche, ein Croissant und als Dessert eine heiße Schokolade. Von da an gingen Monika und ich wieder getrennte Wege. Das funktioniert ganz gut wenn wir nicht zusammen laufen. Ich bin es halt auch nicht wirklich gewohnt zusammen zu laufen, da muss die Chemie schon 100% stimmen. 
Nach Zumaia kam ich zu einem schönen Picknickplatz und Monika kam wenig später auch dazu. Dort trafen wir die Entscheidung wieder mal dem GR 121, dem Camino de la Costa, zu folgen. Auf dem Schild stand 3.5 Std. für 9km. Das gab mir schon zu denken. Aber der Senor an der Bar meinte es sei der schönere Weg und zudem 1km kürzer als der Jakobsweg. Manchmal ist es besser man weiß nicht was auf einem zukommt… 
Wir verlassen die Stadt gemeinsam. 

Straße in Getaria. 

Unterwegs nach Zumaia. 

Es geht den Berg runter nach Zumaia. 

Zumaia 

4 verschiedene Zeichen für das Gleiche. 

Rückblick auf Zumaia. 

So schlafen Schafe. 

Ein Hohelied auf die baskischen Kühe und die Milch. 

Schöne Ausblicke…

Auf dem Camino della Costa

Es ist so atemberaubend schön, dass man vergisst zu gehen. 

Wie soll man da NICHT stehenbleiben?

Unglaublich!

Es geht in den Tunnel. 

Noch mehr schöne Aussichten. 

Ein Schäfer bringt seine Schäfchen nach Hsuse.

Der Hirtenhund hatte Angst vor meinen Stöcken und hat seine Hütepflicht vernachlässigt. Plötzlich wollten alle Schafe nach links ausbrechen…

Heute ist die erste Nacht in einer richtigen Pilgerherberge. Sie ist gut belegt und man fragt sich wo plötzlich all diese Pilger herkommen. Haben einen schönen Abend mit Alain und Valerie bei einem Pilgermenu, viel Vino tinto und Orucho di Crema (schmeckt wie Baileys) verbracht. Wir haben viel gelacht und endlich kam dieses Gefühl von Miteinander auf was zw. Pilgern entsteht, wenn man zusammen den Camino geht. Die soziale Seite des Caminos, die ich bis anhin so vermisst habe. 
Buenos noches😴. 

3. Tag, Zarautz

Habe mal wieder miserabel geschlafen. Im Schlafsaal der Jugendherberge war es heiß und stickig. Sobald es Spanier im Schlafsaal hat sind alle Fenster dicht, keine Chance für frische Luft. Bin nachts nochmal aufgestanden und habe klammheimlich ein Fenster geöffnet😜. 
Am Morgen war zwischen Monika und mir Funkstille und ich habe ihr mitgeteilt, dass ich heute alleine laufen wolle. Bin dann immer noch stinkig los marschiert. Es ging ziemlich lange der Straße entlang, meine armen, armen Füße. Dann ging es endlich in den Wald. Nach 2 Stunden mache ich meistens die erste längere Pause und da kam ich an diesem wunderbaren Fleckchen Erde vorbei. 

Da habe ich dann Pause gemacht und meinen Apfel verzehrt. 

Es ging nicht lange und dann kam Monika und setzte sich genau gegenüber hin. Gut, sie hat gefragt aber ich hatte keine Lust mit ihr zu reden. Bin dann auch bald weiter, es war nämlich ziemlich frisch. Als ich in Orio ankam war meine Wut verraucht und ich schrieb Monika eine SMS um Ihr mitzuteilen wo ich zu übernachten gedenke und dass wir ja dort eine Friedenspfeife rauchen können. 

In Orio strömten gerade alle aus der Kirche heraus nach dem Sonntagsgottesdienst und direkt in die nächste Bar. Ich folgte ihnen sogleich und ließ mich mit meiner Cerveza von Limon und ein paar Häppchen glücklich an einem Tisch nieder. Am Schluss durfte natürlich der Cafe solo nicht fehlen und ich war bereit für die letzten 8km nach Zarautz. Raimundo (Raimund Joos) empfahl in seinem Reiseführer dem GR 121 zu folgen und nicht dem Jakobsweg.  Die empfohlene Strecke sei schöner und zudem auch kürzer. Die Strecke war atemberaubend schön so richtig à la Camino del Norte. 

Ich habe mich dann noch ein halbes Stündchen hingelegt und die Aussicht genossen. Dann bin ich beschwingt runter und rein nach Zarautz. Wir sind in einer touristischen Albergue untergekommen. Zarautz ist ein Surfer Mekka und viele laufen barfuß und in Neoprenanzügen rum. 

Monika und ich vertragen uns wieder aber wir werden mehr getrennt laufen. Das ist glaube ich für beide besser. 

Das ist ein Leuchtturm, sieht man nicht so gut. 

Unterwegs auf dem Camino 

Da hatte jemand Freude am Malen

Dies sind Highland Kühe

Ein bisschen näher…

Da muss ich runter

Orio

Danke Raimundo!

Kurz vor Zarautz

Schöne Abendstimmung an der Playa

2. Tag, San Sebastian

Habe letzte Nacht überhaupt nicht geschlafen. Jedes Mal wenn ich gerade eingeschlafen bin hat mich Monika geweckt weil ich angeblich geschnarcht habe. Am nächsten Morgen hätte ich sie glatt erwürgen können. Ich wecke ja auch nicht alle die im Schlafsaal schnarchen, nein ich mache einfach meine Ohropax rein. Muss ja wohl nicht sagen, dass meine Laune am Morgen ziemlich beschissen war und ich habe Monika gesagt, dass sie das bitte nie mehr tun soll. Meine Laune wurde schlagartig besser als ich das tolle Frühstuck sah, dass für mich bereit stand. Neben den üblichen Sachen gab es eine schöne Platte mit div. geschnittenen Früchten. Mmmhhhh lecker! Unser Gastgeber hat uns noch eine Flasche Cidre mitgegeben, das ist vergorener Apfelsaft, den er selber macht. So um 8.30 haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Unser Gastgeber musste die Hunde zurückhalten damit wir durchlaufen konnten. Wir mussten den Weg zuerst einmal suchen und haben uns natürlich prompt verlaufen oder besser gesagt einfach einen anderen Weg genommen. Ich wäre einmal fast umgekehrt aber da wir zu zweit waren und die Richtung stimmte gingen wir weiter. Schlussendlich sind wir tatsächlich wieder auf den Küstenweg gestoßen. Es hatte mich gestresst einfach in der Pampa rumzulaufen da ich nur ½ Liter Wasser dabei hatte, ja und auch weil ich nicht geschlafen hatte. 

Der Weg der Küste entlang war wieder sehr schön und auch spektakulär. Um 12.30 waren wir bereits in San Sebastian. Auf der Plaza della Constitution bekam ich mein erstes Glas Txakoli. Das ist junger Weißwein, der etwas Kohlensäure hat, ein bisschen wie Frizzantino. Sehr lecker und die besten grünen Oliven der Welt! Anschließend sind wir in die Jugenherberge. Wir konnten erst um 15.00 einchecken. Monika ist an die Playa um Baden zu gehen und ich habe mir Kaffee gemacht. Anschließend bin ich alleine Richtung Stadt aufgebrochen. Am Playa della Concha hat ein Musiker so schön Gitarre gespielt, dass ich mich in den Sand gelegt habe um zuzuhören. Dabei ist mir klar geworden, dass es zwischen Monika und mir gar nicht harmoniert. Sie lebt in einer völlig anderen Welt wie ich, eine mit der ich leider nicht viel anfangen kann. 
Ich gehe halt nach dem Wandern gerne ein Bierchen trinken und zusammen essen aber dies geht mit Ihr nicht da sie abends nichts isst, Bier mag sie nicht, Wein auch nicht und essen kann sie fast nichts was sie in den Bars anbieten, da sie irgendeine komische Diät macht weil sie gemäß Bioresonanz Pilze im Darm hat. Spaß- oder Genussfaktor gleich null und am besten gehe ich gleich alleine essen. Deshalb ist es heute Abend auch zum Eklat gekommen. Wir hatten uns um 19.30 zum Essen verabredet und da erzählt sie mir, dass sie den Cidre aufgemacht habe den unser Gastgeber uns gegeben hatte. Entschuldigung?! Ich hatte eigentlich gedacht, wir trinken den zusammen. Dann haben wir ein Restaurant gesucht wo wir essen können aber das war auch endlos kompliziert. Schlussendlich sind wir hinten in einem öden Restaurant gelandet und vorne an der Bar war das volle Leben mit all diesen köstlichen Häppchen. Ich habe ihr dann gesagt, dass das mit uns einfach nicht harmoniert und das mir Ihre komischen Essgewohnheiten zu kompliziert seien. Daraufhin ist sie aufgestanden und hat mich im Restaurant sitzen lassen. Ich bin dann halt an die Bar und habe gegessen worauf ich Lust hatte und dazu 2 Gläser Txakoli getrunken😁. So werden sich unsere Wege morgen wohl trennen. 

Aussicht vom Haus unseres Gastgebers am Morgen früh. 

Kurz bevor wir den falschen Weg nahmen. 

Die Nordküste. 

Wahnsinn oder? 

Diese Felsen sind so beeindruckend. 

San Sebastian von oben. 

Das ist doch ein Süßer. 

San Sebastian 

Abendstimmung an der Playa della Concha 

Camino del Norte 1. Tag Pasaia

Heute war ein genialer Tag! Wieder zurück auf dem Camino del Norte und es ist einfach muy bonito. Werde das Stück von Irun nach Bilbao laufen, welches ich letztes Mal aus Zeitgründen nicht machen konnte. 

Bin jetzt mit Monika unterwegs, sie ist gestern aus der Schweiz angereist. Einerseits ist es sehr schön Gesellschaft zu haben, nach den einsamen Tagen auf dem Baztan Weg, andererseits muss ich mich erst daran gewöhnen nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Aber das braucht halt seine Zeit. 
Wir hatten auf jeden Fall einen grandiosen Einstieg auf dem Küstenweg, eine genial schöne Bergetappe. Natürlich war es auch sehr anstrengend, vor allem die letzten paar Kilometer. Wir haben dem Jakobsweg den Rücken gekehrt und sind dem GR 121 gefolgt. Wir standen vor der schwerwiegenden Entscheidung der Strasse entlang zu gehen oder dem rot/weissen Wanderweg zu folgen. Das letzte Stück war sehr abenteuerlich und erforderte Trittsicherheit. Ich weiss jetzt auch warum der Jakobsweg nicht dadurch ging. Das kann man nicht jedem Pilger zumuten. Aber es war genial und von mir aus kann mehr davon kommen. Morgen gibt es eine kurze Etappe nach San Sebastian und dort werden wir uns ausgiebig Zeit lassen die Stadt zu besichtigen. Habe gelesen, dass die Stadt in den Zeiten Napoleons während dem Krieg komplett zerstört und in der Belle Epoque neu aufgebaut wurde. Deshalb ist das Stadtbild auch so harmonisch. Jugendstil ist sowieso meine Lieblingsepoche. 
Heute Morgen waren wir auch noch in Honarrabia, welches eines der schönsten Dörfer Spaniens sein soll. Dem kann ich nur zustimmen, es ist wirklich sehr schön. Ja und morgen geht es in eine der schönsten Städte Europas. 

Bei unserem Aufbruch aus Irun. 

Honarrabia 

Hoch oben auf dem Berg

Monika macht Pause

Auf dem Bergrücken findet man noch viele dieser alten Wachtürme. 

Wir waren ganz oben…

Diese Pferde haben eine besonders schöne Weide mit Meersicht. 

Von hier an gingen wir auf dem GR 121

Monika macht wieder mal Pause. 

Ziemlich felsig das Ganze. 

Einfach genial!

Die Felsen wo wir durchgelaufen sind von unten. 

Ein Schiff wird kommen🎻. Pause nach dem schwierigen Abstieg bei einer Cerveza con Limon. 

Der Hafen von Pasaia

Wir kommen auf die Plaza Mayor. 

Wenn die Albergue geöffnet gewesen wäre, hätten wir oben rechts in derehemaligen Kapelle von St. Anna übernachtet. Einfach ärgerlich. Mmppff. 

Pasaia ist soooooo wunderschön. 

5. Tag, Trinidad de Arre, 22km

Ganz bis Pamplona habe ich es leider nicht geschafft. Die Sehne an meinem Knie hat plötzlich angefangen zu Schmerzen und deshalb habe ich bereits in Trinidad de Arre gestoppt. Der Hospitalero hier guckt glaube ich ein bisschen zu tief ins Rotweinglas aber sonst ist er ganz nett. Er wollte unbedingt ein Foto von mir vor dem Altar der hauseigenen Albergue machen. Er hatte etwas Mühe und irgendwie war immer alles andere auf dem Bild nur nicht ich. 

Am Schluss hat er es doch noch irgendwie hingekriegt. 

Als ich um 17.00 angekommen war ich die erste. Konnte es fast nicht glauben. Jetzt bin ich auf dem Camino Frances angekommen, der absoluten Pilgerautobahn, und ich bin wieder alleine in der Albergue. Gibt’s doch gar nicht! Später ist aber noch ein Italiener angekommen, er hatte vom Duschgel bis zum Handtuch alles zu Hause vergessen. Wahrscheinlich hat Mama nicht gut gepackt für den Camino😂. Jetzt gerade ist ein Pilger aus Paris angekommen, der den ganzen Weg von Roncesvalles bis hier gelaufen ist. Weiss nicht wieviele Kilometer das sind aber bestimmt mehr als ich schaffen würde. Er hat ein Akkordeon dabei und spielt während er läuft. So merkt er manchmal gar nicht wie die Zeit vergeht. Zudem hat er ein Zelt dabei und schläft nur ab und zu in den Herbergen. Wahrscheinlich immer dann wenn er wieder mal eine Dusche braucht. Jetzt sitzt er draussen und spielt, es tönt wie auf dem Montmartre. Nimmt mich Wunder ob er so auch seinen Weg finanziert. 
Der Tag heute war schwer weil ich soviel auf der Strasse laufen musste, da könnte ich mir das Pilgern glatt abgewöhnen. Es gab aber auch viele schöne Abschnitte wo ich mich wieder erholen konnte. Heute gab es 18km keine Bar, das war von 8.00 bis ca. 14.00h um euch eine Vorstellung zu geben. Als ich dann in Sorauren von der anderen Flussseite ein Restaurant sah habe ich mich sogleich über die mittelalterliche Brücke gestürzt und mich auf die Terasse gesetzt. 

Eigentlich hatte ich gar nicht vor soviel zu essen da ich ja noch 6km laufen musste aber schlussendlich sass ich vor einem gemischten Salat und einem riesigen Steak mit Pommes. Muss ja wohl nicht sagen, dass ich fast alles verschlungen habe. Man müsste das Essen an einem kleinen Fenster bestellen und dann seinen Namen sagen und dann wurde es ausgerufen. Plötzlich schrie er Francisca über die Terasse, sodass ich wie der Blitz mein Essen abholte. Und das zweimal, zuerst der Salat und anschliessend das Steak. War irgendwie lustig. So um 15.15 habe ich mich wieder auf den Weg gemacht und trotz vollem Bauch ging das ganz gut. Von da an ging es alles dem Fluss Ulzama entlang bis Trinidad de Arre. Auch viel Asphalt aber schön im Grünen. Die ganze Flussuferpromenade scheint ein grosses Naherholungsgebiet zu sein. 

Da ging es alles oben den Hang entlang, weiter unten rauschte die Nationalstrasse. 

El Camino

Das Naherholungsgebiet am Ulzama

6. Tag Pamplona und Reise nach Irun

Benjamin, der Künstler mit dem Arkordeon, ist heute Morgen mit mir gestartet und hat mich musikalisch ein Stück begleitet. Habe mich gestern noch mit ihm unterhalten, unter anderem über die Situation in Paris nach den Anschlägen und er hat gemeint, dass nichts mehr so sei wie vorher. Paris sei nicht mehr die Stadt der Liebe sondern der Angst und des Misstrauens. Das tut schon weh wenn man das hört und auch die Verzweiflung habe ich bei ihm gespürt. Viele Pariser würden die Stadt verlassen weil sie sich nicht mehr sicher fühlten. Nur wo ist man denn noch sicher heutzutage? Da kann man ja gleich zu Hause bleiben. Das stimmt einem schon sehr nachdenklich. 

Musste heute morgen nur noch 4.5km nach Pamplona reinlaufen. Pamplona ist eine schöne Stadt mit vielen Grünanlagen. Benjamin hat vor den Toren von Pamplona angehalten um eine Zigarette zu rauchen und auf seinem Akkordeon zu spielen. Da musste ich mich schon wieder verabschieden. Es war eine kurze Begegnung und doch habe ich schon lange nicht mehr so gelacht. Er ist echt ein Typ, ein richtiger Lebenskünstler und ich hoffe er hat einen ganz wunderbaren Camino. 
Ich habe in Pamplona noch gefrühstückt und dann bin ich direkt zum Busbahnhof. Ich kenne mich ja mittlerweile ganz gut aus und musste deshalb auch nicht gross suchen. Anstatt auf den Bus nach Irun zu warten, der erst um 18.00 fuhr, bin ich in den Bus nach San Senastian gestiegen, der bereits um 11.00 fuhr. Um 12.00 war ich bereits da und Wow! San Sebastian ist eine wunderschöne Stadt und das sage ich ganz selten von einer Stadt. Gute Entscheidung nach San Sebastian zu fahren! 
Jetzt bin ich mit Monika in unserer Pension am Raciones essen und morgen geht es auf den Camino del Norte. 

Die Albergue

Pamplona

Die Grünen Oasen von Pamplona

Playa de las Conchas in San Sebastian

Plaza