3. Tag, Zarautz

Habe mal wieder miserabel geschlafen. Im Schlafsaal der Jugendherberge war es heiß und stickig. Sobald es Spanier im Schlafsaal hat sind alle Fenster dicht, keine Chance für frische Luft. Bin nachts nochmal aufgestanden und habe klammheimlich ein Fenster geöffnet😜. 
Am Morgen war zwischen Monika und mir Funkstille und ich habe ihr mitgeteilt, dass ich heute alleine laufen wolle. Bin dann immer noch stinkig los marschiert. Es ging ziemlich lange der Straße entlang, meine armen, armen Füße. Dann ging es endlich in den Wald. Nach 2 Stunden mache ich meistens die erste längere Pause und da kam ich an diesem wunderbaren Fleckchen Erde vorbei. 

Da habe ich dann Pause gemacht und meinen Apfel verzehrt. 

Es ging nicht lange und dann kam Monika und setzte sich genau gegenüber hin. Gut, sie hat gefragt aber ich hatte keine Lust mit ihr zu reden. Bin dann auch bald weiter, es war nämlich ziemlich frisch. Als ich in Orio ankam war meine Wut verraucht und ich schrieb Monika eine SMS um Ihr mitzuteilen wo ich zu übernachten gedenke und dass wir ja dort eine Friedenspfeife rauchen können. 

In Orio strömten gerade alle aus der Kirche heraus nach dem Sonntagsgottesdienst und direkt in die nächste Bar. Ich folgte ihnen sogleich und ließ mich mit meiner Cerveza von Limon und ein paar Häppchen glücklich an einem Tisch nieder. Am Schluss durfte natürlich der Cafe solo nicht fehlen und ich war bereit für die letzten 8km nach Zarautz. Raimundo (Raimund Joos) empfahl in seinem Reiseführer dem GR 121 zu folgen und nicht dem Jakobsweg.  Die empfohlene Strecke sei schöner und zudem auch kürzer. Die Strecke war atemberaubend schön so richtig à la Camino del Norte. 

Ich habe mich dann noch ein halbes Stündchen hingelegt und die Aussicht genossen. Dann bin ich beschwingt runter und rein nach Zarautz. Wir sind in einer touristischen Albergue untergekommen. Zarautz ist ein Surfer Mekka und viele laufen barfuß und in Neoprenanzügen rum. 

Monika und ich vertragen uns wieder aber wir werden mehr getrennt laufen. Das ist glaube ich für beide besser. 

Das ist ein Leuchtturm, sieht man nicht so gut. 

Unterwegs auf dem Camino 

Da hatte jemand Freude am Malen

Dies sind Highland Kühe

Ein bisschen näher…

Da muss ich runter

Orio

Danke Raimundo!

Kurz vor Zarautz

Schöne Abendstimmung an der Playa

2. Tag, San Sebastian

Habe letzte Nacht überhaupt nicht geschlafen. Jedes Mal wenn ich gerade eingeschlafen bin hat mich Monika geweckt weil ich angeblich geschnarcht habe. Am nächsten Morgen hätte ich sie glatt erwürgen können. Ich wecke ja auch nicht alle die im Schlafsaal schnarchen, nein ich mache einfach meine Ohropax rein. Muss ja wohl nicht sagen, dass meine Laune am Morgen ziemlich beschissen war und ich habe Monika gesagt, dass sie das bitte nie mehr tun soll. Meine Laune wurde schlagartig besser als ich das tolle Frühstuck sah, dass für mich bereit stand. Neben den üblichen Sachen gab es eine schöne Platte mit div. geschnittenen Früchten. Mmmhhhh lecker! Unser Gastgeber hat uns noch eine Flasche Cidre mitgegeben, das ist vergorener Apfelsaft, den er selber macht. So um 8.30 haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Unser Gastgeber musste die Hunde zurückhalten damit wir durchlaufen konnten. Wir mussten den Weg zuerst einmal suchen und haben uns natürlich prompt verlaufen oder besser gesagt einfach einen anderen Weg genommen. Ich wäre einmal fast umgekehrt aber da wir zu zweit waren und die Richtung stimmte gingen wir weiter. Schlussendlich sind wir tatsächlich wieder auf den Küstenweg gestoßen. Es hatte mich gestresst einfach in der Pampa rumzulaufen da ich nur ½ Liter Wasser dabei hatte, ja und auch weil ich nicht geschlafen hatte. 

Der Weg der Küste entlang war wieder sehr schön und auch spektakulär. Um 12.30 waren wir bereits in San Sebastian. Auf der Plaza della Constitution bekam ich mein erstes Glas Txakoli. Das ist junger Weißwein, der etwas Kohlensäure hat, ein bisschen wie Frizzantino. Sehr lecker und die besten grünen Oliven der Welt! Anschließend sind wir in die Jugenherberge. Wir konnten erst um 15.00 einchecken. Monika ist an die Playa um Baden zu gehen und ich habe mir Kaffee gemacht. Anschließend bin ich alleine Richtung Stadt aufgebrochen. Am Playa della Concha hat ein Musiker so schön Gitarre gespielt, dass ich mich in den Sand gelegt habe um zuzuhören. Dabei ist mir klar geworden, dass es zwischen Monika und mir gar nicht harmoniert. Sie lebt in einer völlig anderen Welt wie ich, eine mit der ich leider nicht viel anfangen kann. 
Ich gehe halt nach dem Wandern gerne ein Bierchen trinken und zusammen essen aber dies geht mit Ihr nicht da sie abends nichts isst, Bier mag sie nicht, Wein auch nicht und essen kann sie fast nichts was sie in den Bars anbieten, da sie irgendeine komische Diät macht weil sie gemäß Bioresonanz Pilze im Darm hat. Spaß- oder Genussfaktor gleich null und am besten gehe ich gleich alleine essen. Deshalb ist es heute Abend auch zum Eklat gekommen. Wir hatten uns um 19.30 zum Essen verabredet und da erzählt sie mir, dass sie den Cidre aufgemacht habe den unser Gastgeber uns gegeben hatte. Entschuldigung?! Ich hatte eigentlich gedacht, wir trinken den zusammen. Dann haben wir ein Restaurant gesucht wo wir essen können aber das war auch endlos kompliziert. Schlussendlich sind wir hinten in einem öden Restaurant gelandet und vorne an der Bar war das volle Leben mit all diesen köstlichen Häppchen. Ich habe ihr dann gesagt, dass das mit uns einfach nicht harmoniert und das mir Ihre komischen Essgewohnheiten zu kompliziert seien. Daraufhin ist sie aufgestanden und hat mich im Restaurant sitzen lassen. Ich bin dann halt an die Bar und habe gegessen worauf ich Lust hatte und dazu 2 Gläser Txakoli getrunken😁. So werden sich unsere Wege morgen wohl trennen. 

Aussicht vom Haus unseres Gastgebers am Morgen früh. 

Kurz bevor wir den falschen Weg nahmen. 

Die Nordküste. 

Wahnsinn oder? 

Diese Felsen sind so beeindruckend. 

San Sebastian von oben. 

Das ist doch ein Süßer. 

San Sebastian 

Abendstimmung an der Playa della Concha 

Camino del Norte 1. Tag Pasaia

Heute war ein genialer Tag! Wieder zurück auf dem Camino del Norte und es ist einfach muy bonito. Werde das Stück von Irun nach Bilbao laufen, welches ich letztes Mal aus Zeitgründen nicht machen konnte. 

Bin jetzt mit Monika unterwegs, sie ist gestern aus der Schweiz angereist. Einerseits ist es sehr schön Gesellschaft zu haben, nach den einsamen Tagen auf dem Baztan Weg, andererseits muss ich mich erst daran gewöhnen nicht mehr alleine unterwegs zu sein. Aber das braucht halt seine Zeit. 
Wir hatten auf jeden Fall einen grandiosen Einstieg auf dem Küstenweg, eine genial schöne Bergetappe. Natürlich war es auch sehr anstrengend, vor allem die letzten paar Kilometer. Wir haben dem Jakobsweg den Rücken gekehrt und sind dem GR 121 gefolgt. Wir standen vor der schwerwiegenden Entscheidung der Strasse entlang zu gehen oder dem rot/weissen Wanderweg zu folgen. Das letzte Stück war sehr abenteuerlich und erforderte Trittsicherheit. Ich weiss jetzt auch warum der Jakobsweg nicht dadurch ging. Das kann man nicht jedem Pilger zumuten. Aber es war genial und von mir aus kann mehr davon kommen. Morgen gibt es eine kurze Etappe nach San Sebastian und dort werden wir uns ausgiebig Zeit lassen die Stadt zu besichtigen. Habe gelesen, dass die Stadt in den Zeiten Napoleons während dem Krieg komplett zerstört und in der Belle Epoque neu aufgebaut wurde. Deshalb ist das Stadtbild auch so harmonisch. Jugendstil ist sowieso meine Lieblingsepoche. 
Heute Morgen waren wir auch noch in Honarrabia, welches eines der schönsten Dörfer Spaniens sein soll. Dem kann ich nur zustimmen, es ist wirklich sehr schön. Ja und morgen geht es in eine der schönsten Städte Europas. 

Bei unserem Aufbruch aus Irun. 

Honarrabia 

Hoch oben auf dem Berg

Monika macht Pause

Auf dem Bergrücken findet man noch viele dieser alten Wachtürme. 

Wir waren ganz oben…

Diese Pferde haben eine besonders schöne Weide mit Meersicht. 

Von hier an gingen wir auf dem GR 121

Monika macht wieder mal Pause. 

Ziemlich felsig das Ganze. 

Einfach genial!

Die Felsen wo wir durchgelaufen sind von unten. 

Ein Schiff wird kommen🎻. Pause nach dem schwierigen Abstieg bei einer Cerveza con Limon. 

Der Hafen von Pasaia

Wir kommen auf die Plaza Mayor. 

Wenn die Albergue geöffnet gewesen wäre, hätten wir oben rechts in derehemaligen Kapelle von St. Anna übernachtet. Einfach ärgerlich. Mmppff. 

Pasaia ist soooooo wunderschön.