Sightseeingtour in Bilbao und Rückreise

Gestern bin ich erst um 8.30 aufgestanden! Habe schon lange nicht mehr so gut und lange geschlafen. Auch wenn ich leichte Kopfschmerzen von der Flasche Txakoli verspürte, die Rolf und ich zusammen getrunken haben. Wir haben zusammen gefrühstückt und dann habe ich die Stadt alleine erkundet, da Monikas und meine Vorstellungen nicht die gleichen waren. Bin dann in die Santiago Kirche und habe mich einen Moment hingesetzt. Anschließend holte ich mir meinen letzten Stempel bei den Nonnen ab. Letztes Mal als ich hier war, war die einzige Bäckerei die offen hatte auch bei der Santiago Kirche. Damals habe ich die Altstadt gar nicht groß besichtigt sondern mich in meiner Pension verkrochen. Bin glaube ich abends nicht mal mehr zum Essen raus. Hatte am Morgen auch Mühe zu starten und es kostetete mich richtig Überwindung den Camino zu starten. Dieses Mal hatte ich nicht so Mühe aber es ist halt jedes Mal anders. Große Städte mit vielen Menschen schüchtern mich manchmal ein, vor allem weil ich mich total fremd fühle. 

Bin dann beim Guggenheim Museum vorbei und habe in der Bar eine Cerveza getrunken und diese köstlichen Oliven gegessen, die es hier überall gibt. Dann hat es mich doch noch mal gereizt das Museum zu besichtigen. Es gibt ja immer neue Austellungen. Die Sierra Plastiken habe ich zwar letztes Mal schon gesehen aber sie sind trotzdem eindrücklich. Es gab noch eine Ausstellung von Francis Bacon aber ehrlich gesagt gefallen mir seine Nilder nicht sonderlich. Seine Darstellungen von nackten Menschen sieht aus wie rohes Fleisch oder wie aufgeschnittene Tiere in der Metzgerei. Meine Kopfschmerzen wurden dadurch auch nicht besser und ich beschloss zurück ins Hotel zu gehen und ein kleines Nickerchen zu machen um meinen Txakoli-Rausch auszuschlafen. 
Anschließend haben wir uns alle wieder in der Altstadt getroffen und sind zusammen Essen gegangen. 
Rolf und Minika haben noch einen Schlummerteunk genommen und ich habe mich dann diskret verabschiedet. 
Ich habe letzte Nacht wieder sehr gut geschlafen und bin erst um 8.30 aufgewacht. Schnell duschen, Gemeinsames Frühstück und dann war ich auch schon unterwegs zum Flughafen. Da sitze ich nun bei meinem vorerst letzten Cerveza con Limon und warte auf meinen Abflug. Letzte Nacht habe ich von Terroranschlägen geträumt aber ich nehme an, dass ist nur meine Flugangst. So Gott will werde ich auch diesen Flug überstehen. Hastaluego. 

Das Guggenheim Museum. 

Ist schon ein sehr eindrücklicher Bau. 

Bilbao

Die Plaza wo wir gegessen haben. 

7. Tag, Bilbao

Wir hatten gestern Abend noch ein schönes Nachtessen mit allen Pilgern, wir haben uns zu sechst um einen klitzekleinen Tisch gequetscht. Da war Francisco der Koreaner (sein normaler Name ist unaussprechlich), Valerie aus dem Quebec, Alain aus Lyon, und 2 Pilger aus Tasmanien (gehört zu Australien) und Monika. Wir waren eine lustige Runde und zum Abschluss spendierte Valerie noch eine Runde Orucho di Crema. Monika hat 2 weisse Martinis und den Orucho getrunken, wie üblich nicht viel gegessen und hat die ganze Nacht erbrochen die Arme. Am Morgen hat sie mich zu Tode erschreckt, da sie in der Nacht das Bett gewechselt hat und das freie Bett neben mir bezogen hat. Ja und dann wache ich auf und schaue plötzlich in ein Gesicht. Bin tierisch erschrocken. 

Anschliessend habe ich mit Genuss mein letztes Müesli von zu Hause gegessen. Es hat noch nicht geregnet aber der Himmel war ziemlich verhangen. Monika und ich sind wieder zusammen aus der Stadt gelaufen und dann haben sich unsere Wege aber schon bald getrennt da ich noch einen Kaffee trinken wollte. Hatte es so im Gefühl, dass anschliessend nicht mehr viel kommen wird und so war es auch. Es ging durch den Wald und schon bald fing es an zu tröpfeln. Ich habe es hinausgezögert die Regenpellerine und die Gamaschen anzuziehen und irgendwann ging es dann richtig los und ich war natürlich nicht bereit. Musste im Regen meine Ausrüstung montieren und war dann natürlich schon ziemlich nass. Hat meine Stimmung nicht gerade gebessert, weiss auch nicht warum ich am Morgen so schlechte Laune hatte. Hat sich aber im Laufe des Tages gebessert. Ich kam dann an einem Schild vorbei wo es hiess 709 km bis Santiago. Vor dem Haus sass eine alte Frau und verkaufte Kaffee, Früchte und Müesliriegel. Monika war auch dort und Rolf ein Pilger den sie schon im Flugzeug getroffen hat. Er ist auch wie ich den Weg von Bilbao bis Santagio bereits gelaufen und holt nun das fehlende Stück von Irun nach Bilbao nach. Ausserdem waren da noch zwei schwedische Pilger, die mit dem Zelt unterwegs waren. 
Monika wollte dann mit Rolf ein Stück weiterlaufen und das war mir auch Recht. Wir haben uns dann später bei der nächsten Essenspause wieder getroffen und sind von da an das vermeintlich letzte Stück bis Lezama zusammen gelaufen. Das die Albergue in Lezama geschlossen ist wussten wir bereits aber leider waren auch alle anderen Alternativen bereits ausgebucht. Wir sind dann weiter bis Zamudio wo alle Hotels completo waren auch die im nächsten 
Dorf. Ein spanischer Mitpilger hat für uns rumtelefoniert aber es war leider nichts zu machen. Wir beschlossen dann uns die letzten 10km zu schenken und den Zug nach Bilbao zu nehmen. Rolf hat uns über Booking.com ein Hotel in Bilbao reserviert. Das hat auch bestens geklappt und so sind wir im Hotel Bilbi in Bilbao gelandet. Es hat eine gute Lage nicht weit von der Innenstadt. Wir waren erst um 19.00h im Hotel und haben uns eine Stunde später zum Essen verabredet. Wir waren ziemlich müde und waren bald schon wieder auf dem Heimweg. Für Sightseeing ist morgen ja genug Zeit. Buenos noches. 

Sie haben gerade eine frische Ladung Heu erhalten. 

Sitzgelegenheit mitten im Wald nur leider regnets. 

In Bilbao aus der Metro gestiegen und bereits wieder auf dem Camino.