66. Tag, Etna, Meile 1597.2, Höhe 883m

Wir sind heute Morgen frohen Mutes los und meinten alle schwierigen Sachen bereits hinter uns zu haben. Der Körper hatte sich schon in den Relaxmodus begeben, da wir wussten, dass es heute zurück in die Zivilisation geht. Man träumt dann davon was man Essen und Trinken will, von der Dusche und dass man endlich die stinkenden Kleider waschen kann. Man ist bereits halb in der Stadt und nicht mehr ganz auf dem Trail. Der Weg brachte uns aber bald dazu wieder aufzuwachen. Es war noch nicht die Zeit um zu relaxen. Es kamen weitere Schneefelder, grrrrrr! Sie waren nicht sehr gross aber zum Teil sehr steil. Es war also wieder volle Konzentration gefordert! Teilweise konnten wir die Schneefelder auch auf den Steinen umlaufen aber das war auch nicht so einfach denn sie waren zum Teil lose. Einmal war ich fast schon um das Schneefeld rumgeklettert, es fehlte noch ein Schritt zurück auf den Trail. In meinem Gesicht könnte man schon die Freude sehen, dass ich es geschafft hatte und dann Rumms, rutschte ich auf einem losen Stein um und fiel auf den Rücken. Ich lag da wie ein Käfer auf dem Rücken. Ich musste den Rucksack ausziehen um wieder aufstehen zu können. Irgendwie habe ich aber immer Glück, da ich mich nicht gross verletze. Meistens nur eine blaue Beule… Es lehrt einem aber, dass man die Konzentration bis zum letzten Schritt halten muss. 

Nach den Schneefeldern ging es auf Schotter und Steinen runter zum Parkplatz wo wir noch 10 Meilen nach Etna hitchen mussten. Kein einfaches Unterfangen auf einer wenig befahrenen Strasse. Es kamen einige Fahrzeuge vom Forrest Service mit Feuerwehrmännern. Als wir zu Mittag gegessen haben, hatten wir schon gesehen, dass es hinter uns auf der gegenüberliegenden Seite ein kleines Feuer hat. Leider dürften sie uns nicht mitnehmen aber die Autos waren sowieso voll. Endlich hielt ein Auto an und es waren Indianer, die uns mitnahmen, zumindest zwei davon. Sie waren gerade unterwegs zu einer Demonstration gegen eine neue Gaspipeline, die durch ein Wasserschutzgebiet führt. Das Auto war ziemlich voll aber sie schafften es soviel Platz frei zu schaufeln, dass wir alles Platz hatten. Die Rucksäcke wurden einfach auf dem Dach festgezurrt. Als wir alle drin waren bekamen wir sogar noch ein Bier in die Hand gedrückt bevor es losging. Wir schwebten im 7. Himmel und als wir in Etna ausstiegen war ich schon ziemlich angeheitert😜. Als wir ausstiegen bekamen wir noch frische Pflaumen in die Hand gedrückt und noch eine herzliche Umarmung mit auf den Weg. Dies war bisher der sympathischste Hitch in die Stadt. Ich hoffe, dass sie es schaffen,  dass die Pipeline nicht gebaut wird. Die Chancen stehen gut, denn die Pipeline ist illegal! GOOD LUCK! 

In Etna musste natürlich als Erstes die Eiscreme her, dann ging es zum Motel Etna wo wir 3 Nächte bleiben werden. D-Hiker ist ein Stück vom Zahn rausgebrochen und sie bekam erst am Donnerstag einen Termin beim Zahnarzt. Etna ist ein guter Ort um sich zu erholen und meinem Rücken tut es sicher auch gut, denn der schmerzt wie verrückt. Hoffe nicht, dass er mich zum aufgeben zwingt…

So es ist Zeit was richtiges Essen zu gehen. Ich habe Lust auf ein richtig gutes Steak nach all diesen Anstrengungen. 

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