59. Tag, Tentsite, Meile 1700.1, Höhe 1706m

Wir waren ca.um 10.30 auf dem Trail, wir sind mit dem Taxi zum Trailhead gefahren. Zuerst waren wie völlig konfus weil wir ja jetzt nach Süden laufen. Wir mussten in unserer GPS App die Richtung ändern und dann ging es los. Wir sind in Ashland/Oregon bei Meile 1715 eingestiegen und sind nach unserem späten Start noch 16 Meilen gelaufen. Es ist alles total anders, viele, viele Bäume, saftig grün und endlos viel Wasser. Ich trage nur noch 1.5lt mit mir rum. Lasst euch nicht von den Angaben der Meilen irritieren, ich zähle jetzt rückwärts bis wir wieder in Lone Pine sind. 

Ich hatte heute keinen guten Tag. D-Hiker und Big Sky sind immer voraus gelaufen und ich bin hinterhergerannt, absolut nicht in meinem Rhythmus. Ich habe nicht Pause gemacht wenn ich es gebraucht hätte sondern wenn sie angehalten haben. Zudem war ich, als es schwierig wurde und man den Trail wegen dem Schnee nicht mehr sehen konnte alleine. Ich bin rumgeirrt, kurz in Panik verfallen und dann habe ich die GPS App konsultiert. Da wir jetzt nach Süden laufen, musste ich das Handy auf den Kopf stellen. Ich war ziemlich verzweifelt und auch verletzt, dass sie nicht auf mich gewartet haben. Ich hatte das Gefühl, immer wenn es schwierig wird auf mich alleine gestellt zu sein. Habe ich schon erwähnt, dass ich kein Navigationshirsch bin? D-Hiker und Big Sky sind ein eingespieltes Team und ich fühle mich momentan wie das dritte Rad am Wagen. Wahrscheinlich muss ich einfach noch meinem Platz finden aber ich hätte es schon nett gefunden wenn sie auf mich gewartet hätten. Als ich sie dann wieder getroffen habe war ich immer noch verheult und hatte keine Lust anzuhalten oder zu reden, deshalb bin ich einfach weiter gelaufen ohne Pause. Das hat sich dann irgendwann gerächt weil ich so fertig war, dass ich dauernd gestolpert bin. D-Hiker hat gemerkt, dass ich ziemlich kaputt war und hat mit mir einen Moment Pause gemacht. Dann ging es mir gleich wieder besser. 

Gegen 18.00 waren wir bei der Tentsite. Es waren noch zwei junge amerikanische Pärchen auf der Campsite. Die hatten die glorreiche Idee bei diesem starkem Wind ein Feuer anzuzünden. Die Funken sind nur so herum geflogen. Hätte der Wind gedreht hätte ich Löcher in meinem Zelt gehabt aber so wie der Wind wehte flogen die Funken auf deren  Zelt. Ich bin dann aus dem Zelt raus und habe gemeint, dass ein Feuer keine gute Idee ist bei starkem Wind. Das Mädchen beim Feuer gab mir recht und groß ein wenig Wasser darüber. Als ich vom Zähneputzen zurückkam war das Feuer unbewacht und die Funken flogen nur so rum. Ich konnte es nicht fassen! Habe dann von meinem eigenen Wasser ins Feuer gegossen und versucht große Steine reinzulegen um das Feuer zu löschen. Dann kamen sie zurück, scheinbar waren sie Wasser holen um das Feuer zu löschen. Langsam wundert es mich nicht, dass wir durch so viele abgebrannte Wälder laufen, wenn ich sehe wie sorglos manche Hiker damit umgehen. Na das Feuer war auf jeden Fall gelöscht und ich konnte mich endlich schlafen legen. 

58. Tag, Reise nach Ashland

Um 6.15 fuhr der Bus nach Reno. Die Haltestelle war direkt vor dem Mac Donalds so konnte ich mir noch einen Kaffee holen. Wir waren schon um 5.30 an der Haltestelle weil Big Sky Angst hatte, dass es zuviele Hiker hat und wir nicht in den Bus kommen. Natürlich waren wir die Ersten😉. Der Bus war relativ klein aber wir passten trotzdem alle rein. Mir tat das Herz weh die Sierra verlassen zu müssen aber wir kommen ja zurück. Die Fahrt dauerte 5 Std. Und 45 Min. Gottseidank gab es nach 2 Std. eine Pinkelpause und nach 3 Std. stoppte der Bus bei einem kleinen Lebensmittelladen. Verhungern mussten wir also auch nicht. 

Um 12.00 waren wir in Reno und da wollten wir das vorreservierte Auto abholen. Jetzt hatte Big Sky aber nicht die richtige Visakarte und dann war die Reservation hinfällig. Die Reservation konnte auch nicht auf jemand anderen übertragen werden und so mussten wir noch 100$ draufzahlen für die kurzfristige Reservation. Die spinnen die Amis! Das Mietauto hat uns 400$ gekostet, das Benzin natürlich extra!!! Gut dass wir zu fünft waren. Dafür hatten wir ein riesiges Auto mit 8 Plätzen. 

Unicorn ist gefahren und sie hatte außerdem Songs der 70er Jahre heruntergeladen. Wir haben den ganzen Weg mitgesungen. Um 19.00 waren wir endlich in Ashland und sind im Roadway Inn abgestiegen. 

Wir sind noch mexikanisch Essen gegangen und dann war es auch schon Zeit fürs Bett