30. Tag, Tentsite, Meile 375.8, Höhe 2370m

Agnes hat heute Morgen die Kaffeemaschine laufen lassen und so konnten wir Kaffee im Bett genießen. Anschließend sind wir frühstücken gegangen und wer saß da an einem Tisch? David! So konnten wir alle zusammen frühstücken bevor David wieder auf den Trail zurück ging. Ich bin dann auf die Post wo ich endlich meine Bounce Box in Empfang nehmen konnte. Ich hatte jetzt noch knapp 1,5 Std. Zeit alles aufzufüllen bevor wir um 11.00 das Zimmer verlassen mussten. So eine Bounce Box ist schon praktisch. Ich kann da alles rein tun was ich zur Zeit nicht brauche und gleichzeitig habe ich viele Sachen drin zum Auffüllen. Auch Ersatzkleider sind da drin und mein Necessaire. Sogar mein Epilady damit ich mir ab und zu die Beine epilieren kann😊. Deshalb auch meine Frustration gestern als die Box nicht in dem Store war wo ich sie hingeschickt hatte. 

Pünktlich um 11.00 war ich fertig und habe die Box wieder auf die Post gebracht. Anschließend haben wir uns im Sehr teuren Jensens Supermarkt zu Mittag eingekauft und es gleich da verzehrt. Vor dem Supermarkt hat es Tische und Sonnenschirme und alle PCT Hiker halten sich da auf. 

Um 13.30 haben wir uns dann an den Straßenrand gestellt um zu hitchen und es ging mal wieder keine 5 Min. und ein Autofahrer hat uns mitgenommen. Wir würden am Inspiration Point abgesetzt wo der PCT weiter geht. 

Wir hatten wieder Essen für 5 Tage dabei plus 2lt Wasser, d. h. ca. 6kg nur für Wasser und Food! Es ging natürlich wieder den Berg hinauf, wie könnte es auch anders sein wenn man voll beladen ist. Ich hoffe, dass das Bergaufgehen irgendwann einfacher wird, denn mir geht immer noch regelmäßig die Luft aus. Wir wollten möglichst nahe an Mount Baden Powell kommen und campen nun zusammen mit Peach, Long Carry, Mac Man und Marc, 2 Meilen vor dem Peak. Wir hatten heute unser erstes Lagerfeuer und der Sonnenuntergang war sehr schön. Morgen werden wir auf dem Gipfel frühstücken😊. 

So ich werde mich jetzt in meinen Schlafsack kuscheln und hoffentlich gut schlafen. 

29. Tag, Wrightwood, Meile 369.5, Höhe 1809m

Heute Morgen haben wir sozusagen ausgeschlafen nach der gestrigen Anstrengung, sind erst um 7.00 los. Wir hatten auch beschlossen, nicht mehr zur Quelle runterzugehen, da wir je noch zw. 700ml und 1 lt Wasser zur Verfügung hatten. Bis Wrightwood waren es nur noch 5 Meilen. Unsere Rucksäcke waren dementsprechend leicht. Zuerst kam nochmal ein kurzer steiler Anstieg und ich merkte, dass ich mich von der gestrigen Etappe noch nicht erholt hatte. Dann ging es aber bald nur noch bergab auf wunderschönen Waldwegen und dann standen wir bereits am Trailhead. Wrightwood ist dafür bekannt eine Hiker freundliche statt zu sein und schon am Trailhead bekamen wir Wassermelone und Snacks angeboten. Wir durften dann noch unseren Namen auf ein Stück Stoff schreiben und die gute Frau wird damit dann einen Quilt nähen. Ihr Mann Fokus läuft gerade den PCT und sie supported ihn mit dem Wohnwagen. Dabei werden alle anderen Hiker auch verwöhnt. Der Hitch nach Wrightwood war easy und bald schon saßen wir beim Frühstück. Ich hatte ein Omelett mit Hashbrowns, ähnlich wie Rösti und dazu ca. 4 Tassen Kaffee.

Wir mussten bis 15.00 warten bis wir unser Zimmer beziehen konnten, deshalb erledigten wir gleich unseren Einkauf und tranken anschliessend Kambucha, sehr gesund! Anschliessend wollte ich im Mountain Hardware Store meine Bounce Box abholen und freute mich bereits auf all die guten Sachen die da drin sind wir Shampoo, Duschgel, Bodylotion, Nagelscheere und Townkleider. Aber wie das so ist meine Boxwar nicht da und jetzt muss ich bis Montag warten und hoffen, dass mein Eimer auf der Post ist. Das war ein Bummer aber ich habe recht schnell losgelassen. Das Kleiderwaschen wurde auch noch abenteuerlich, weil die Waschmaschine so ein kleines Campingmodell war. Dauerte nur 9 Min. und ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass unsere schmutzigen Kleider in so wenigen Minuten nicht sauber wurden. Na ja dann waschen wir halt in Aqua Dulce gründlicher, dies ist unser nächster Stopp in 5 Tagen.

Mein Zehennagel hat sich nun endgültig verabschiedet und am Anfang konnte ich gar nicht hinschauen. Werde ihn jetzt einfach mit einem Pflaster abdecken, weh tut es überhaupt nicht.

So wir gehen jetzt mexikanisch Essen. David ist auch hier, er wollte wohl doch nicht mit 10k gFood und Wasser den Berg hinauf klettern.

28.Tag, Guffy Spring Campsite, Meile 364.4, Höhe 2500m

Mann oh Mann, das war hardcore heute. Ja und trotzdem haben wir 17 Meilen geschafft, aber nur weil Christine und Agnes mich gezogen haben gegen Schluss (ist natürlich nur bildlich gemeint, laufen musste ich schon selber😉). Wie ihr bereits vermutet habt ging es den ganzen Tag nur in eine Richtung nämlich hoch. Wir sind von ca. 1000m auf 2350m aufgestiegen. Auch wenn der PCT meistens in Serpentinen aufsteigt war es sehr anstrengend. So ab 2000m spüre ich dann auch die Höhe und das Atmen wird schwieriger. Frage mich gerade wie das dann bei 3000 oder 4000m wird🤔, aber das sehen wir dann wenn es soweit ist. 

Wir machen jeweils ca. 1 Std. nach dem Aufbruch unsere Frühstückspause, dann 2 Std. später eine Snackpause und gegen Mittag eine längere Lunchpause. Unser Ziel ist es im Moment, bis 12.00 10 Meilen gelaufen zu sein (16km). Das haben wir auch heute geschafft, mussten aber eine Std. früher aufbrechen. 

Während der Mittagspause wurde Christine plötzlich schmerzhaft aufgeschreckt weil sie eine Fliege oder sonst ein Tier in ihrem Ohr hatte. Habe versucht es mit Wasser auszuschwemmen oder zu ersäufen. Dies hat aber nur kurzzeitig funktioniert und dann fing die Fliege wieder an rumzukrabbeln, was Christine wieder starke Schmerzen verursachte. Wir mussten eine andere Substanz finden um die Fliege zu töten. Gottseidank hatten wir Internet und die Lösung war rasch gefunden: Öl! Murphy hatte Kokosöl dabei und ich eine 2ml Spritze und somit war das Ende der Fliege besiegelt. Arme Fliege aber warum musste sie auch in Christines Oh fliegen… Christine ging es sogleich besser. Habe ihr noch empfehlen, dass in Wrightwood ein Arzt ins Ohr schaut und wenn es keinen hat versuchen wir nochmal zu spülen. 

So um 14.00 ging es dann weiter nachdem wir von dem Vorfall unsanft aus unserem Mittagsschläfchen geweckt worden waren. Es war langsam heiss und ich habe seit längerem wieder mal den Sonnenschirm aufgespannt. Das letzte Stück zum Guffy Campground war dann nochmal echt hart. Es ging so steil den Berg hinauf, dass ich Angst hatte rückwärts den Berg runter zu rollen. 

Dies hier ist eine öffentliche Campsite mit Anschluss zur Straße, deshalb hatte es auch Weekender von Los Angeles da. Aber die waren eigentlich ganz anständig und auch nicht betrunken. Da war ein weißer Hund mit hellblauen Augen, welcher sich zu mir hingezogen fühlte, vielleicht war es ja mein überreifer Duft… Sein Herrchen hat ihn immer wieder zurück gepfiffen, er wollte wohl nicht, dass er sich mit stinkenden, schmutzigen Hikern abgibt😂. 

So ich hoffe gut schlafen zu können und auch dass wir keinen Besuch von Bären oder Mountain Lions bekommen. Vor 3 Tagen soll hier ein Puma rum geschlichen sein. 

27. Tag, Tentsite, Meile 347.1, Höhe 1083m

Was für ein Tag! Liege im Zelt unter dem Sternenhimmel, vollgefressen mit Food von Mac Donalds. Wir sind um 12.00 auf dem Cajon Pass angekommen und dass war wirklich ein Riesenspektakel. Als wir reingekommen sind gab es ein riesiges Hallo und es waren wirklich alle Hiker da auch solche die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. 

Ein Trail Angel hat Hiker zu REI gefahren dem Outdoor Laden in der nächst größeren Stadt ca. 14 Meilen entfernt. Agnes, Christine und Julia sind auch mitgefahren da die eine einen Gaskocher, die andere ein Zelt und die Dritte neue Schuhe brauchte. Ich habe mir in der Zwischenzeit den Bauch vollgeschlagen mit einem Big Mac, Salat mit Chicken und einem riesigen Glas Cola. Getränke bezahlt man hier nur einmal und dann kann man so oft nachfüllen wie man will. Ich habe ca. 1.5 lt Cola getrunken. Weiss auch nicht warum ich so Lust habe darauf, zu Hause trinke ich das nie. Auch Hamburger würde ich zu Hause nie essen, den letzten hatte ich mit 21 Jahren, davon hatte ich einen Biss und der Rest flog in den Mülleimer. Hier auf dem Trail schmeckt es aber wunderbar! Hauptsache es kommen Kalorien rein. Zum Dessert gab es dann noch einen Mac Flurry, Softeis mit Erdbeersauce😜. Der ist mir dann später während dem Aufstieg ständig aufgestoßen. 

David ist auch noch aufgetaucht, er musste aber gleich wieder weg ohne was zu essen, da sein Rucksack kaputt war und er auch noch zu REI musste. Jetzt hat er sich in Big Bear seinen alten Osprey Rucksack zuschicken lassen weil der andere ihm zu schwer war. Wir haben uns zum Abschied herzlich umarmt da wir nicht wissen wann wir uns wieder sehen werden. David hat gerade mal leer geschluckt, als er hörte, dass es auf den nächsten 22 Meilen kein Wasser geben wird. Er hat sich nämlich Essen nach Cajon schicken lassen damit er gleich nach Aqua Dulce weiterlaufen kann. Somit hat er morgen einen schweren Foodsack plus ca 6lt Wasser zu schleppen, der arme Teufel. Hoffe dass seine Ferse das mitmacht und dass ich ihn in Aqua Dulce wiedersehe. 

Ich musste geschlagene 4 Std. auf die Girls warten, bis sie endlich von ihrem Ausflug von REI zurück kamen. Eigentlich wollten wir um 16.00 los und noch 5-6 Meilen laufen. Es ist dann 17.15 geworden aber das war auch gut so denn es war immer noch sehr heiß. Agnes, Christine und ich sind dann mit 5.5lt Wasser losmarschiert. Es war ziemlich schwer aber inzwischen sind wir echt toughe Girls😉. Wir sind die 5 Meilen schnell gelaufen und haben um 19.00 unsere Zelte aufgestellt. Essen brauchten wir nicht mehr viel wir waren immer noch satt von Mac Donalds.

Wir campen in der Nähe einer Straße und das mag ich eigentlich nicht, es ist sicherer weg von der Zivilisation zu sein. Und prompt kam es zu einem Ehedrama oberhalb von uns. Das tönte so schlimm, dass es mich nicht gewundert hätte wenn plötzlich Schüsse gefallen wären. Ich war ziemlich angespannt und hätte am liebsten die Tentsite gewechselt aber es war schon dunkel. Irgendwann hatsich das Ganze dann beruhigt und ich konnte mich auch entspannen. 

Morgen müssen wir früh raus, deshalb mache ich jetzt Schluss😘. 

26. Tag, Tentsite, Meile 330.1, Höhe 1083m

Agnes und ich hatten letzte Nacht unsere Zelte so aufgestellt, dass wir unsere Eingänge gegenüber hatten. So konnten wir beide in unserem Zelt sitzen, davor kochen und uns gleichzeitig unterhalten. So ist campen richtig bequem. 

Als ich am Morgen den Reißverschluss meines Zeltes geöffnet habe, hat Agnes auch gerade raus geschaut, dass war irgendwie lustig. 

Heute ging es wieder durch abgebrannte Wälder und das war traurig und öde. Wir sind, jeder in seine Gedanken vertieft, vor uns her getrottet. Für das Auge gab es nicht viel zu sehen, nur verbrannte Erde und verbrannte Bäume. Teilweise hatte sich der Brand bis fast vor die ersten Häuser gefressen. Scary, wenn man da wohnt. 

Es gibt ein Buch das heißt: How to shit in the Woods. Das Problem heute war aber nicht wie, da weiß ich mittlerweile bestens darüber Bescheid, sondern wo? Es ist manchmal ziemlich schwierig ein passendes Plätzchen zu finden wenn es pressiert. Heute z. B.  ging es rechts steil hinunter und links steil hinauf. Kann mich ja nicht einfach auf den Trail setzen und den vorbeieilenden Hikern sagen: Sorry es het pressiert! Da seht ihr mal mit was für Problemen ich mich so rumschlagen muss😉. 

Wir kamen dann an den Silverwood Lake und haben an einem kleinen Beach zu Mittag gegessen. Wir konnten uns im See waschen, zum Schwimmen war er leider nicht geeignet weil es zu viele Algen hatte. Wir haben dann noch Siesta abgehalten denn seit heute ist es wieder heiß. 

Dann ging es weiter bis zum nächsten Picknickplatz, der abseits vom Weg war, wo man aber Wasser auffüllen konnte. Zudem konnte man da Pizzas bestellen und liefern lassen. Wir kamen leider zu spät aber wir haben dann doch noch ein Stück Pizza von unseren Mithikern erhalten. Cola gab es auch und ein absonderliches Getränk mit dem Namen Rootbeer welches wie Zahnwasser schmeckte. Diese Amerikaner….

Wir sind dann noch ca. 2.5 Meilen weiter gelaufen bis wir unser Zelt aufgeschlagen haben. Jetzt liege ich im Zelt, ich habe nur das Moskitonetz aufgestellt und schaue in den Sternenhimmel. It’s awesome! 

Morgen sind wir am Cajon Pass und da werden wir uns den Bauch mit Junkfood füllen bevor es gegen 16.00 Richtung Wrightwood 20 Meilen den Berg hinauf geht. 

Gute Nacht 💤😘 

25. Tag, Tentsite, Meile 313.4, Höhe 930m

Was für ein schöner Tag! Ich fühle mich sehr dankbar und privilegiert dass ich ein halbes Jahr Auszeit bekommen habe und diesen Weg gehen darf. Es ist zwar tierisch anstrengend aber die Erlebnisse die man hat sind unbezahlbar! Man trifft soviele tolle Menschen, die alle das gleiche Ziel vor Augen haben, nämlich Kanada und das verbindet. 

Wir sind heute den ganzen Tag meist oberhalb des Deep Creek gelaufen durch ein wunderschönes grünes Tal. Immer wieder sahen wir mögliche  Badestellen von oben wo man hätte baden können. Wir dachten immer oh wäre das schön… aber der Weg verlief meist oberhalb. 

2 Meilen vor den heissen Quellen kamen wir dann an ein idyllisches Plätzchen mit kleinem Badesee. Da konnten wir nicht wiederstehen, trotzdem dass wir erst gerade Pause gemacht hatten. Wir haben uns bis auf die Unterwäsche ausgezogen und sind in den See gewatet. Agnes ist ganz rein und hat seitdem ihren Trailnamen: Mermaid! Mir tun die Füße bei kaltem Wasser dermaßen weh, dass ich nicht all zu lange drin bleiben konnte. Es war unheimlich erfrischend und den Füßen hat es gut getan. 

Wir sind dann noch die 2 Meilen bis Deep Creek Hot Springs gelaufen und haben dort zu Mittag gegessen. Die ganze PCT Trailgemeinde war dort versammelt. Man hätte hier in den heissen Quellen baden können aber wir hatten unser erfrischendes Bad ja schon vorher deshalb haben wir darauf verzichtet. 

Es ging dann noch 6 Meilen weiter bis zur nächsten Wasserstelle und dem nächsten River Crossing. Bei den Hot Springs wurde viel über diese Flussüberquerung geredet und man glaubte dass es schwierig werden würde weil es soviel Wasser hat und man einen schmalen Baumstamm überqueren müsse. Als wir dann dort hinkamen war alles nur halb so wild und wir sind beide trocken rüber gekommen. 

Wir sind heute fast 18 Meilen gelaufen und haben direkt nach dem River Crossing campiert.

Jetzt liege ich im Zelt und um mich rum raschelt es die ganze Zeit.  Ich hoffe nur, dass diese Viecher da draußen nicht mein Zelt anknabbern und versuchen an mein Essen zu kommen. 

24. Tag, Tentsite, Meile 295.9, Höhe 1597m

Die letzte Nacht war eisig kalt, bestimmt unter null. Ich hatte aber einigermassen warm, viel kälter hätte es aber nicht sein dürfen. Es kostet ziemlich Ueberwindung am Morgen auscdem warmen Schlafsack zu kriechen und in die kalten Klamotten zu steigen. Es hat heute alles etwas länger gedauert einfach weil es so kalt war. Ich habe einen Müesliriegel gegessen und dann sind wir zügig losmarschiert. Bald kam die Sonne und wir haben sie freudig begrüsst. An einem sonnigen Platz haben wir dann endlich gefrühstückt und die kalte Nacht war bald vergessen. 

Der heutige Tag war lang, wir sind 28km gelaufen, aber relativ einfach. Es ging vor allem runter und das ist nicht so anstrengend. Wir mussten auch wieder Flüsse überqueren und bei einem musste man über einem Baumstamm balancieren. Der war aber nur 20-30 cm breit und deshalb mussten wir unsere Zirkusqualitäten unter Beweis stellen. Wir haben dies aber mit Bravour gemeistert. Ehrlich gesagt hatte ich mich schon im Fluss baden gehen sehen. 

Ich bin jetzt so richtig angekommen und gut drin mit laufen. Mein Körper ist kräftiger geworden und ausser meinem blockierten Ileosacralgelenk tut mir nichts weh. Das ISG hält mich vor allem nachts vom schlafen ab wenn ich mich drehen möchte. Na ja vielleicht wird das ja auch irgendwann besser. 

Ich liege im Zelt und es ist auch wieder kalt aber nicht so kalt wie gestern. Wir sind heute doch ca. 700m abgestiegen und das merkt man extrem. Die nächsten Tage wird es vor allem runtergehen bis El Cajon wo dann der Mac Donalds auf uns wartet. Nach 4 oder 5 Tagen draussen findet man auch Mac Donalds Mega 😎. 

23. Tag, Tentsite, Meile 278.4, Höhe 2211m

Ich habe meine Kreditkarte wieder, Gottseidank! Um 11.15 konnte es endlich losgehen. Agnes und ich stellten uns an die Strasse und streikten den Daumen raus. Ein älterer Herr hinter uns sprach uns an ob wir an den PCT Trailhead müssen. Er habe gerade nichts zu tun und würde uns hochfahren. Yes! Keine 5 Min. hat es gedauert😜. 

Um 11.45 sind wir losmarschiert und es war ziemlich kalt. Wir bewegten  uns immer um die 2200 Höhenmeter. Wir haben an diesem halben Tag knapp 20km geschafft, nicht schlecht oder?

Jetzt liege ich in meinem Schlafsack und versuche irgendwie warm zu bekommen. Dies wird eine sehr kalte Nacht und für Morgen ist sogar Schnee angesagt und dass Mitte Mai🤔. Ich werde meinen Wasserfilter mit in den Schlafsack nehmen, wenn der gefriert funftioniert er nicht mehr. 

So schickt mir bitte etwas Wärme. Gute kalte Nacht. Bibber, binber❄️❄️❄️. 

23.Tag, Big Bear Lake

Eigentlich sollte ich seit 1.5 Std. wieder auf dem Trail sein aber beim bezahlen des Frühstücks habe ich bemerkt, dass meine Kreditkarte fehlt. Ich muss sie wohl im mexikanischen Restaurant liegen gelassen haben. Jetzt muss ich bis 11.00 warten bis das Restaurant aufmacht. Wenn die Karte da ist werde ich mit Agnes hitchen (Autostopp) oder vielleicht fährt uns noch jemand vom Big Bear Hostel zum Trailhead. Falls die Karte nicht da ist muss ich sie sperren und mir eine neue senden lassen. Hoffen wir mal das Beste, sie kann nur im El Jacalito sein. Das Ganze hat mich so gestresst, dass ich eine Migräne bekommen habe. Da sieht man mal, dass Migräne bei mir klar stressbedingt ist.

Aber: ALLES WIRD GUT!

22. Tag, Big Bear Hostel 

Heute war Ruhe- und Ressuply Tag angesagt. Um 8.00 gings zu sechst ins Teddybear zum Frühstück. Frühstück in Amerika ist um einiges deftiger als in Europa außer der Kaffee, der schmeckt wie Abwaschwasser😁. Einfach viel zu dünn. Ich habe eine spanische Omelette bestehend aus drei Eiern gegessen und dazu noch ein paar Toasts. Das war sehr lecker und ich habe es einfach weggeputzt. Ich habe bisher ca. 2.5kg abgenommen und das mag wenn man zu Hause ist super sein aber hier auf dem PCT möchte man das nicht denn der Weg ist noch sehr lang.

Um 10.30 sollte eigentlich vom Big Bear Hostel ein Shuttle zu Vons (Einkaufscenter) gehen aber Agnes und ich möchten nicht warten und haben uns zu Fuß Richtung Outdoor Store aufgemacht. Viele amerikanische Städte sind ganz anders aufgebaut als in Europa. Da gibt es eine Kilometerlange Straße und da reihen sich dann die div. Geschäfte dran. Auf Deutsch heißt das, dass man zu Vons 2.5 Meilen (4km) laufen muss wenn man kein Auto hat.

Beim Outfitter sind dann auch die anderen mit dem Van gekommen und wir konnten zu Vons mitfahren. Wir haben dann Food für die nächsten 6 Tage zusammengesucht und das tönt einfacher als es wirklich ist. Die Wahrheit ist, es ist ein Alptraum! Bin jeweils total überfordert in diesen Warenhäusern und es braucht extrem viel Zeit. Nicht gerade meine Lieblingsbeschäftigung auf dem PCT.

Als wir zurück waren haben wir uns erst einmal die Bäuche voll geschlagen und dann unseren Proviant bereitgestellt. Ich entferne jeweils alle Verpackungen und die jeweiligen Gerichte kommen in ein Ziploc Bag. Man will möglichst kein Verpackungsmaterial rumschleppen. Mein Foodsack wiegt 4kg, Puuuh! Das muss ich dann wieder den Berg hoch schleppen. Mir bricht jetzt schon der Schweiß aus.

Nach dieser Anstrengung musste ich mich erst mal hinlegen. Anschließend bin ich noch mit David in ein Mexikanisches Restaurant. Er bleibt noch einen Tag länger hier um seiner Ferse mehr Zeit zum heilen zu geben. Weiss nicht, wann ich ihn zum nächsten Mal sehen werde😔.

Ich werde morgen wieder losgehen, weiter Richtung Kanada.