2. Tag Ariskun, 27.5km

Auf dem Pass Oxtondo

Habe gestern Abend aus Essen verzichtet und mich mit Picknick aus meinem Rucksack begnügt. Frage mich gerade wann ich zum letzten Mal was richtiges gegessen habe. Madame hat mir heute Morgen ein tolles Frühstück gemacht und um 8.00 habe ich mich auf den alternativen Weg gemacht, den mir Madame vorgeschlagen hat. Als ich schon ein Stück gelaufen war habe ich gemerkt, dass ich meine Ohrringe auf dem Nachttisch habe liegen lassen. Habe sie augenblicklich losgelassen und gehofft, dass sich jemand anders daran erfreut. Mir ist ein Pilger entgegengekommen der nach Irun unterwegs war, gestartet ist er in Belgien👏. Plötzlich hatte ich das Gefühl in die falsche Richtung zu laufen. Manchmal wäre es halt schon besser eine Karte dabei zu haben, vor allem wenn man Alternativrouten läuft. Bin dann umgekehrt und zurückgelaufen. Ja genau das was Pilger so hassen😁. Da kam mir ein Auto entgegen und ich habe die Hand rausgehalten um es anzuhalten. Dann habe ich gesehen, dass es Mme. Maddirena von der Pension in Espelette war. Sie ist mir extra nachgefahren um mir die vergessenen Ohrringe zu bringen. Dabei hatte ich sie doch bereits losgelassen. Ich hätte sie am liebsten umarmt, nicht nur wegen den Ohrringen sonder auch weil sie mir versichert hat auf dem richtigen Weg zu sein. Und wieder einmal habe ich Hilfe bekommen, genau dann als ich sie gebraucht habe. Irgendwann bin ich dann zum Pass gekommen und habe den Jakobsweg wieder gefunden. Um 13.00 war ich bereits in Urdax, habe dort zu Mittag gegessen und beschlossen noch bis Amaiur weiterzulaufen. Ach, wenn ich gewusst hätte was mich erwartet wäre ich wohl in der wunderschönen Herberge vom Kloster geblieben. Es folgte nämlich ein absolut steiler Aufstieg zum Pass von Oxtondo! Der Pass liegt auf 610m und gestartet bin ich bei ca. 50m😬. Ich habe mehrmals gezweifelt ob dies wohl die richtige Entscheidung war auch weil ich die Albergue in Amaiur nicht erreichen konnte. Das Touristen Büro wusste nicht ob die Albergue offen ist und die Bar in Amaiur auch nicht. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sie geschlossen ist. Es stand aber das es noch eine Pension geben soll… Um 17.30 war ich endlich in Amaiur und die Albergue existierte nicht mehr und eine Pension gab es auch nicht. Zudem war die Bar zu wo ich mich noch für den weiteren Weg hätte stärken können. Das ganze Dorf schien aber an der Beerdigung zu sein die in der Kirche stattfand. Als das „Worst case Szenario“ schlussendlich wirklich eingetroffen ist war es eigentlich gar nicht so schlimm. Ich musste halt nochmal 4 km ins nächste Dorf weiterlaufen. War schon hart denn ich war hundemüde. Ja und was lerne ich daraus? 1.  Gehe nie mit der Angst, es gibt immer eine Lösung oder 2. Immer schön vorher anrufen damit ich auf der sicheren Seite bin. Muss ich sagen, dass ich die erste bevorzuge? Wenn man auf dem Pilgerweg unterwegs ist muss man immer wieder Unsicherheit aushalten und man sollte lernen zu vertrauen, dass es immer eine Lösung gibt. 

Jetzt bin ich in der Pension Exteberria untergekommen, habe gut gegessen und bin an meinem zweiten Bier. Ich werde wohl früh ins Bett gehen weil mir alles weh tut und ich fix und fertig bin. Dennoch fühle ich mich rundum zufrieden. 

Typische baskische Landschaft

So viele Wegweiser in Ainhoa

Wunderschönes baskisches Haus

Extragrosses Wegweiser und den gelben Pfeil übersah ich trotzdem. 

Bei den Brunnen steht immer gleich such ein Glas damit man weiss, dass es Trinkwasser ist. 

Damit ihr mal seht wie gefährlich dieser Weg ist. Ich glaube das ist eine Würgeschlange. 

Das Restaurant in Urdax wo ich zu Mittag gegessen habe und die alte Mühle. 

Auf dem Pass Oxtondo

Blaue Schafe, Achtung sie rennen gleich weg… Ich brauche nur Huh zu sagen. 

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