15.07.2015 Castro, 25km

Heute Morgen Start bei dichtem Nebel. 

Hier habe ich nach ca. 2.5 Std. meine erste Pause eingelegt. Immer noch im Nebel. 

Andrea ist ausnahmsweise beim runter laufen vor mir. Normalerweise bin ich runter schneller und sie beim rauf laufen. 

Wohlverdiente Pause am Stausee von Grande Salimas. Wir sind vorher ca. 700 Höhenmeter runter gelaufen. 

Wieder weg vom wunderschönen Stausee. 
Jack haben wir auch wieder getroffen. Hat uns auf eine Cerveza von Limon eingeladen in Grande Salimas wo er dann auch geblieben ist. 

Unterwegs mit den dänischen Mädels Lisa und Stina. In der Mitte Andrea. Hier sind wir auf dem letzten Stück nach Castro. 
Beim Versuch Sidra einzuschenken. Sidra ist vergorener Apfelmost den man am besten aus großer Höhe einschenken soll damit möglichst viel Sauerstoff dazu kommt. Dies ist mein kläglicher Versuch. In den Bars machen Sie dass ohne zu schauen und treffen das Glas trotzdem. Die ganz große Show…
So mehr schaffe ich heute nicht, bin nudelfertig. Morgen kommt die nächste Bergetappe 

14.07.2015 Berducedo, 25km

Ich habe sehr gut geschlafen heute Nacht trotz den widrigen Umständen. Gut, mit chemischer Keule, Ohropax und Augenbinde. Ich habe nicht mal den Wecker gehört. Habe durchgeschlafen bis die ersten Pilger so um 6.00 aufgestanden sind. Zuerst ging es gleich mal in die Bar zum Frühstück und dann bin ich mit etwas Versätung nach 8.00 losgelaufen. Ich hatte heute 3lt Wasser dabei und das hat nur knapp gereicht. 25km ohne Einkehrmöglichkeit oder Wasser. Am Nachmittag war es tierisch heiß und hatte fast keinen Schatten. Habe einen leichten Sonnenbrand an den Armen aber nicht schlimm. 
Die Strecke heute war sensationell schön aber auch sehr anstrengend. Zuerst ging es steil hoch und dann lief man ca. 7km auf einem Höhenweg mit grandioser Aussicht. Oben hatte es Bergkühe und Wilde Pferde. Auf dem Weg kam man an alten Pilgerhospizen vorbei wo leider nur noch ein paar Ruinen davon übrig sind. 
Es wäre schön, wenn man heute auch noch da übernachten könnte. Einen Schreckmoment gab es auch als mir beim Aufstieg auf einem engen Weg 3 Kühe entgegen kamen. Ich habe mich hinter den Stacheldraht geflüchtet und dann sind die blöden Kühe einfach davor
Stehen geblieben. Die eine Kuh hat noch an dem Stacheldraht rumgemacht, na ja vielleicht hat sie sich ja auch nur gekratzt. 
Sie sind dann die längste Zeit einfach  nicht weitergelaufen. Dann kam noch Andrea, eine Pulgerin aus Deutschland  und stand wie angewurzelt an der Seite des Weges. Mein Fluchtweg war natürlich abgeschnitten weil die Kühe davor standen. Habe dann geschrien, dass sie sich endlich weiter bewegen sollen uns siehe da sie hatten ein Einsehen und trotteten weiter. Die Kühe hier haben nicht einfach Stummel auf dem Kopf sondern richtige, spitze Hörner! Ganz schön Angst einflößend. Andrea und ich sind dann fast den ganzen Weg mehr oder weniger zusammen gelaufen und abends haben wir auch zusammen gegessen. War schön mal wieder Gesellschaft zu haben. 
So ich mache jetzt Feierabend bin todmüde und hoffe auf einen guten, regenerierenden Schlaf. 
Hier noch ein paar Fotos:

So kann es enden wenn man nicht genug Wasser mitnimmt. 

Erste Rast auf dem Pass. 

Dem Wegweiser ist es schlecht geworden. 

Wilde Pferde
Die Ruinen des ehemaligen Pilgerhospizes
Achtung Kuh im Weg! Andrea läuft vor

 

Das Bergdorf sieht verlassen aus, dem ist aber nicht so. 

Endlich mal ein bisschen Schatten. 

Schöner Weg…

13.07.2015 Borres, 28km

Puh, heute war nicht mein Tag! Echt anstrengend ist nur das Vorwort… Zudem war meine Haltung heute sehr negativ und dann macht man sich das Leben unnötig schwer. Und es lag nicht daran, dass der Weg nicht schön gewesen wäre sondern nur an mir. Das Hauptproblem war, dass ich die Nacht davor miserabel geschlafen habe obwohl ich an einem wunderbaren Ort übernachtet habe und sogar ein eigenes Zimmer hatte. . Ich hatte einen Alptraum wo ich mit einem körperlosen Wesen rang, dass in meinen Körper eindringen wollte und ich habe mich wie wahnsinnig gewehrt. Es wollte nicht nur in mich rein sondern auch in andere Menschen um mich rum. Im Traum könnte ich irgendwie Energie bündeln (?) und diese Kraft gegen das Wesen richten. Schlussendlich war ich glaube ich erfolgreich und erwachte morgens um 2.00 völlig erschlagen. Dann konnte ich nicht mehr einschlafen und tagsüber war ich dann schlecht gelaunt. 

Es ging eigentlich alles recht gut bis die letzten Kilometer auf dem heißen Asphalt kamen. Mindestens 4km nur der Straße entlang… Ich habe nur noch geflucht und meine Laune verschlechterte sich zunehmends. Dazu ist auch noch die Albergue eine einzige Katastophe. Ein Schlafraum der total heiß ist und die Fenster lassen sich nicht recht öffen. Zudem wimmelt es von Fliegen. Ich weiß nicht wie ich hier ein Auge zu tun soll. 
Morgen steht die Königsetappe des Camino Primitivo an und es geht auf 1200m. Das Wetter soll gut sein und mir geht es Morgen hoffentlich auch besser weil ich wieder erwarten wunderbar schlafen werde. 
Hier noch ein paar Fotos:

Werbung fûr eine Albergue in Timeo. 

Pilgerdenkmal in Timeo. 

Kuh mit Aussicht. 

Es gab heute viele schöne Aussichten. 

An solchen Orten ruht sich der Pilger aus. 

Einfach schön…

El Camino

Das ist nicht etwa in der Schweiz, nein sondern im Norden Spaniens. Es István grün hier, unglaublich. Die Bergkette, der ich entlang laufe, da bleiben die Wolken hängen und da regnet es viel. Auf der anderen Seite ist Spanien Knochen trocken. 
So ich werde jetzt eine Schlaftablette schmeißen, meine Augenbinde anziehen und die Ohropax reinschieben. In diesem Schlafsaal hat es mal wieder die Oberschnarcher…