15.04.14 Pineres, 24km, gefühlte 40km

Heute war echt ein schwieriger Tag, ich hatte zu Beginn eine Scheisslaune! Hätte schreien können aber dieses Mal nicht vor Glück… Die Albergue La Estacion hat mich auch noch getestet. Zuerst gab es eine kalte Dusche, ich hasse kalte Duschen! Das beste war, dass wenn ich die Dusche nebenan genommen hätte eine heisse gehabt hätte. Grrrrrrr…

Am Morgen habe ich dann verschlafen und bin ohne Frühstück und OHNE Kaffee losgestampft. Ich habe nicht den Jakobsweg genommen sondern die von Raimund Joos empfohlenen schöne Uferpromenade entlang des Meeres. Ein Erholungsgebiet der Menschen von Llanes. 

Dann war in meinem Reiseführer genau beschrieben wie ich wieder auf den Jakobsweg gelange aber manchmal lese ich einfach nicht richtig sondern überfliege die Zeilen nur. Dann bin ich natürlich falsch abgebogen und nach ca. 15 Min. war auch mir klar, dass ich falsch bin. Habe mich tierisch über mich selber aufgeregt. Falls ihr den Sketch von Anke Engelke kennt wo sie ihre erste Tennisstunde erhält und den Ball nicht trifft, dann wisst ihr in etwa wie ich mich geärgert habe (kann man in Youtube googeln). 
In Poo wollte ich eigentlich endlich einen Kaffee trinken und frühstücken aber ich Dösel laufe zur Herberge von Poo wo ich doch gar nicht hin will. Das Dorf habe ich so umlaufen und deshalb war nichts mit Frühstück. Es folgte eine weitere Anke Engelke-Attacke… ich war richtig mies drauf… Habe mich dann irgendwo in die Pampa gesetzt und meinen Schokoriegel gefrühstückt. Die Kühe haben mich mit grossen Augen angeschaut. Nein, es schien nicht mein Tag zu sein aber er konnte es ja noch werden…
Dann wurde der Weg aber so richtig schön, ich folgte dem Wanderweg E9, der sehr viel schöner ist als der Jakobsweg und meine Laune besserte sich langsam. Ich kam an dieser wunderschönen Kirche vorbei, die direkt am Meer liegt (es ist Ebbe). 
Dann ging es steil den Berg hinauf und ich wurde mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt und als Supplement noch dieser Picknickplatz und meine Welt war wieder in Ordnung. 

Auf der anderen Seite sah es so aus:

Dann kam ein wunderschöner Wanderweg wo man auf der einen Seite das Meer sah und auf der anderen die Picos de Europa (leider kein Foto). 
Ich bin heute den ganzen Tag nicht so in die Gänge gekommen. Es war schwierig und ich hätte mir etwas Gesellschaft gewünscht. Es hat wieder neue Gesichter auf dem Camino aber von den bekannten habe ich heute niemanden getroffen. Seufz… Es hat jetzt auch Pilgertouristen unterwegs, man erkennt sie am kleinen Rucksack und am Pilgerstock mit dem Metallteil am Ende. 
So ich werde jetzt noch die letzten Kilometer nach Pineres laufen. Habe mir hier in der Bar ein riesiges Bocadillo machen lassen da es in Pineres keine Verpflegungsmöglichkeit gibt. 

Bin am Schluss in meinem Eifer noch übers Ziel hinausgeschossen und befand mich bereits auf dem Weg nach Ribadasella. Das wären noch schlappe 10km mehr gewesen, die ich heute wohl nicht mehr geschafft hätte. Irgendwann ging es dann wieder in den Wald und das kam mir doch spanisch vor, woraufhin ich meinen Reiseführer kontaktiert habe und wieder umgekehrt bin. Ja man kann nicht schlafen auf dem Weg oder verträumt in der Welt rumschauen, sonst verpasst man halt die Herberge… 
Wollte euch ja noch die Picos de Europa zeigen…
Die private Herberge hier ist übrigens super, das Umkehren hat sich voll gelohnt. Bin in einer umgebauten Garage untergebracht. Es hat eine kleine Küche wo man was kochen könnte, ein eigenes Bad und schlafen tue ich oben auf der Galerie. Ein junger Pilger ist im Häuschen nebendran. Er ist mir heute mehrmals begegnet aber wir hatten noch keine Gelegenheit uns auszutauschen. Wäsche waschen muss ich auch nicht, da dies die Senora für mich macht. So sieht das Luxuspilgerleben aus…

Jetzt habe ich gerade mit Emanuel aus Deutschland und Davide aus Spanien Pasta gegessen. Die Herbergsmutter hat mir ausrichten lassen, dass ich rüber zu den Jungs gehen soll wenn ich Pasta haben möchte. Das war echt nett und mit Emanuel kann man sich gut austauschen. 
Was mich immer wieder wundert ist, dass man morgens mit Scheisslaune starten kann aber am Abend ist man wieder völlig wo anders nämlich im Paradies. 

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