07.06.2016 South Laggan

Ich liege warm und trocken im Great Glen Hostel. Gute Entscheidung, dass ich mir hier ein Bett organisiert habe und noch viel besser, dass ich überhaupt eines bekommen habe. Ich wurde zum ersten Mal so richtig verregnet. Dem Gewitter konnte ich in einem kleinen Unterstand, der eigentlich für Holz gedacht war, entfliehen aber es hat mich anschließend doch noch erwischt mit schottischem Dauerregen. Ich war gerade an einer offiziellen Campsite für wild camping und  wollte gerade weiterlaufen als ein heftiger Wind aufkam und man kaum mehr weiter gehen konnte da er direkt von vorne kam . Ein junger Mann auf dem Fahrrad war auch unentschlossen ob er weiter soll oder nicht. Ich hatte bereits entschieden, dass ich zurück zum Unterstand gehe und habe dem jungen, vorerst noch sehr reservierten Mann, gesagt er solle doch mitkommen. Wir sassen dann beide in diesem einfachen Holzunterschlupf und merkten bald, dass er nicht ganz wasserdicht war. Es plätscherte überall fröhlich rein. Wenigstens konnten wir so in Ruhe unsere Regenkleidung anziehen. Es stellte sich dann heraus, dass der junge Mann aus Deutschland kommt und schon 2 Wochen mit dem Fahrrad durch Wales und Schottland unterwegs war. 
Nach 1.5 Std. Konnten wir dann endlich weiterziehen, da es aufgehört hatte zu regnen. Die Regenmontur liess ich aber an und es fing auch bald schon wieder an. Das letzte Stück war dann ziemlich mühsam, vor allem weil ich das Great Glen Hostel nicht fand und es in Srömen regnete. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und bin raus aus dem Wald auf die Straße gelaufen. Da waren 2 Häuser aber leider niemand zu Hause. Eine Klingel scheint es in Schottland auch nicht zu geben. Dann ging ich weiter der Schnellstraße entlang zum nächsten Haus und versuchte mein Glück dort. Ich sah einem älteren Mann gemütlich in seinem Sessel sitzen, winkte und rief schon ziemlich verzweifelt Hello. Der Mann kam dann aus dem Haus und war sehr nett. Er hat mir den Weg erklärt und dank ihm bin ich dann doch noch im Great Glen Hostel angekommen. Ich war nass und aufgeweicht wie eine Kanalratte, ein Hoch auf das ganz normale schottische Wetter, dass ich das doch noch erleben durfte.
Ansonsten war es den ganzen Tag über heiss und schwül und ich war irgendwie saft- und kraftlos. Habe Pausen gemacht ohne Ende und bin wahrscheinlich auch deshalb verregnet worden. 
Sehr alter Friedhof. Die Schrift auf den Grabsteinen ist nicht mal mehr zu lesen. 

Kleiner Frosch, der sich voller Angst vor mir versteckt. 

Diesem Zeichen folge ich jetzt, geändert hat sich eigentlich nur die Farbe. 

Loch (See) Lochy. Hier habe ich mein Zelt zum trocknen ausgelegt. 

Hier sieht man gut wie ganze Waldflächen einfach abgeholzt werden. Ich habe jetzt aber gelesen, dass sie hier in der Gegend wieder die heimischen Baumarten anpflanzen wollen und deshalb riesige Flächen von Tannenwäldern roden. Das sieht teilweise wirklich grauenhaft aus, es Bericht einem das Herz. 

Hier z. B. Würde ein ganzer Wald vernichtet. 

Sieht grauenhaft aus oder? Es hat mich echt tagelang beschäftigt warum die Schotten ganze Wälder roden. 

Zwei Enten watscheln vor mir her. Hier geht’s zum Trailblazer Rest, eine Campsite wo man wild campieren kann, d.h. keine sanitären Einrichtungen. Hier habe ich auch das Gewitter ausgesessen. 

Es braut sich was zusammen. 

Aber mit einem guten alten Whisky übersteht man auch das. 

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