08.06.2016 Fort Augustus

Ahhhh, Schottland hat einfach gutes Bier. 

Nur schon diese Farbe..🤗

Habe mir für die letzten zwei Tage ein schönes Hotel gegönnt. Habe im Richmond Hotel das letzte Zimmer ergattert und morgen muss ich noch mal umziehen aber das ist mir ziemlich egal. 
Habe als erstes ein schönes warmes Bad genommen um meine Muskeln und alten Knochen zu entspannen. Das war einfach göttlich. Nach dem Bad habe ich mich genüsslich eingecremt und anschließend im Zimmer einen Kaffee getrunken. Die Buscuits hier sind einfach köstlich. Ich liebe dieses Land und wenn es nach mir geht war das sicher nicht mein letzter Besuch. 
Hatte heute wieder Glück mit dem Wetter   . Anfangs war es ziemlich neblig und windig aber im Laufe des Tages hat es immer mehr aufgetan und die Sonne kam raus. Fazit: Ein Regentag in zwölf Tagen, wer hätte das gedacht. Ich hatte mich eigentlich auf Dauerregen eingestellt aber der war in Deutschland und der Schweiz. Es ist eigentlich so wie immer es kommt anders als man denkt. 
Der Tag heute war sehr einfach, keine Höhenmeter zu bewältigen und es ging mal wieder dem Kanal entlang. Ich war um 13.00h bereits in Fort Augustus. 18km leicht und locker. Jetzt bin ich so richtig drin und ich würde den Great Glen gerne zu Ende laufen. Fort Augustus ist ca. die Hälfte und ein würdiger Abschluss. Es ist wirklich sehr schön hier, so wie ich es mag, ein kleiner Ort mit sehr viel Atmosphäre. 
Zum Abendessen gab es Lachs an Dillsauce und zur Vorspeise die Tagessuppe. Lecker!
Zum Abschluss werde ich mir wohl noch einen kleinen Whisky gönnen…

Mein geliebter Wald. Nirgendwo sonst kann man seine Batterien so gut aufladen. 

Kleines Moor

Die blühen hier überall am Weg. 

Das grüne vorne ist alles Farn. 

Muss mich immer wieder dazu bewegen weiter zu laufen. Meine Augen können sich nicht satt sehen. 

Mein Pausenbänkchen am See. 

Wo sind die Elfen, Trolle und Waldgeister?

Das letzte Stück geht es nur noch am Kanal entlang. 

Das Ende des Kanals, anschließend kommt Loch Ness. 

Loch Ness

Der See ist sehr aufgewühlt, ob Nessie sich wohl gleich blicken lässt? 

Es rauscht wie am Meer. 

Für diese uralte Brücke aus dem 17. Jahrhundert wird noch Geld gesammelt um sie wieder aufzubauen wie anno dazumal. 

Dieses wunderschöne Gebäude sehe ich mir dann morgen an. 

So, es ist Zeit für meinen Whisky..😜. Slainte Mhath! 

07.06.2016 South Laggan

Ich liege warm und trocken im Great Glen Hostel. Gute Entscheidung, dass ich mir hier ein Bett organisiert habe und noch viel besser, dass ich überhaupt eines bekommen habe. Ich wurde zum ersten Mal so richtig verregnet. Dem Gewitter konnte ich in einem kleinen Unterstand, der eigentlich für Holz gedacht war, entfliehen aber es hat mich anschließend doch noch erwischt mit schottischem Dauerregen. Ich war gerade an einer offiziellen Campsite für wild camping und  wollte gerade weiterlaufen als ein heftiger Wind aufkam und man kaum mehr weiter gehen konnte da er direkt von vorne kam . Ein junger Mann auf dem Fahrrad war auch unentschlossen ob er weiter soll oder nicht. Ich hatte bereits entschieden, dass ich zurück zum Unterstand gehe und habe dem jungen, vorerst noch sehr reservierten Mann, gesagt er solle doch mitkommen. Wir sassen dann beide in diesem einfachen Holzunterschlupf und merkten bald, dass er nicht ganz wasserdicht war. Es plätscherte überall fröhlich rein. Wenigstens konnten wir so in Ruhe unsere Regenkleidung anziehen. Es stellte sich dann heraus, dass der junge Mann aus Deutschland kommt und schon 2 Wochen mit dem Fahrrad durch Wales und Schottland unterwegs war. 
Nach 1.5 Std. Konnten wir dann endlich weiterziehen, da es aufgehört hatte zu regnen. Die Regenmontur liess ich aber an und es fing auch bald schon wieder an. Das letzte Stück war dann ziemlich mühsam, vor allem weil ich das Great Glen Hostel nicht fand und es in Srömen regnete. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und bin raus aus dem Wald auf die Straße gelaufen. Da waren 2 Häuser aber leider niemand zu Hause. Eine Klingel scheint es in Schottland auch nicht zu geben. Dann ging ich weiter der Schnellstraße entlang zum nächsten Haus und versuchte mein Glück dort. Ich sah einem älteren Mann gemütlich in seinem Sessel sitzen, winkte und rief schon ziemlich verzweifelt Hello. Der Mann kam dann aus dem Haus und war sehr nett. Er hat mir den Weg erklärt und dank ihm bin ich dann doch noch im Great Glen Hostel angekommen. Ich war nass und aufgeweicht wie eine Kanalratte, ein Hoch auf das ganz normale schottische Wetter, dass ich das doch noch erleben durfte.
Ansonsten war es den ganzen Tag über heiss und schwül und ich war irgendwie saft- und kraftlos. Habe Pausen gemacht ohne Ende und bin wahrscheinlich auch deshalb verregnet worden. 
Sehr alter Friedhof. Die Schrift auf den Grabsteinen ist nicht mal mehr zu lesen. 

Kleiner Frosch, der sich voller Angst vor mir versteckt. 

Diesem Zeichen folge ich jetzt, geändert hat sich eigentlich nur die Farbe. 

Loch (See) Lochy. Hier habe ich mein Zelt zum trocknen ausgelegt. 

Hier sieht man gut wie ganze Waldflächen einfach abgeholzt werden. Ich habe jetzt aber gelesen, dass sie hier in der Gegend wieder die heimischen Baumarten anpflanzen wollen und deshalb riesige Flächen von Tannenwäldern roden. Das sieht teilweise wirklich grauenhaft aus, es Bericht einem das Herz. 

Hier z. B. Würde ein ganzer Wald vernichtet. 

Sieht grauenhaft aus oder? Es hat mich echt tagelang beschäftigt warum die Schotten ganze Wälder roden. 

Zwei Enten watscheln vor mir her. Hier geht’s zum Trailblazer Rest, eine Campsite wo man wild campieren kann, d.h. keine sanitären Einrichtungen. Hier habe ich auch das Gewitter ausgesessen. 

Es braut sich was zusammen. 

Aber mit einem guten alten Whisky übersteht man auch das. 

06.06.2016 Gairlochy

Bin auf einem kleinen Campingplatz 1.5km entfernt vom Great Glen Way (GGW). Was für ein Kontrastprogramm zu den letzten beiden Tagen. Da waren so viele Menschen und jetzt ist nur noch ein anderer Hiker aus Holland hier. Es ist absolut friedlich und ich genieße das sehr. Vorher hat es geblitzt, gedonnert und ein paar Tropfen geregnet. Wir haben schnell die Wäsche rein geräumt, unser Essen verräumt und dann war es auch schon wieder vorbei. 

Heute war es den ganzen Tag über heiß und schwül, dass ein Gewitter kommt war klar, die Frage war nur wann. Habe einfach gehofft, das Zelt nicht im Regen aufstellen zu müssen. Dies musste ich vorgestern auf dem Glen Nevis Camping, war ganz schön stressig Warte ja immer noch auf den Test ob mein leichtes Zelt auch wirklich dicht ist. Vielleicht ja heute Nacht? 
Habe mir heute in der Apotheke eine Salbe geholt, die ich auf meine infizierten Stiche der Midges tun kann. Das sind echte Quälgeister. Ich glaube ich habe sicher 100 Stiche am ganzen Körper meine Waden sehen am schlimmsten aus. Habe aber auch viele Stiche im Gesicht, am liebsten gehen sie an die Schläfen, die Stirn oder entlang des Unterkiefers. Diese Viecher werden ganz sicher nicht meine Freunde. Von mir aus sollten sie nicht mal eine Existenzberechtigung haben. Was sich da der liebe Gott wohl dabei gedacht hat als er Plagegeister wie die Midges erschuf?
Es ging heute den ganzen Tag einem Kanal entlang, was eigentlich ganz schön war nur mit der Zeit wurde es langweilig. Keine Abwechslung, immer das Gleiche. Kein Vergleich mit dem West Highlandway, der war keinen einzigen Tag langweilig. Dazu war es heiß und schwül und es viel mir ganz schön schwer, den Tritt nach dem Ruhetag wieder zu finden. Auch fühlte sich der Rucksack schwer an, da ich Proviant für 2 – 3 Tage mitschleppen muss. Wasser gab es am WHW ohne Ende, man konnte das Wasser meist direkt aus dem Bach trinken ohne es behandeln zu müssen. Hier würde ich das Wasser aus dem Kanal nicht mal trinken wenn es gefiltert und chemisch behandelt wäre. Ich habe eigentlich immer nur einen Liter dabei, bei dieser Hitze und keiner Möglichkeit nachzufüllen viel zu wenig. Je nach Wetter morgen muss ich wohl zusätzlich zu meinen beiden Halbliterflaschen noch die Trinkblase halb füllen, damit ich 2lt habe.
So werde mich jetzt langsam in mein Zelt verkriechen und den morgigen Tag vorbereiten. 

Zwei einsame Zelte, links die Schweiz und rechts der Holland. Wir scheinen aber beide Grün zu mögen. 

So sieht mein rechtes Schienbein aus. 

Gespaltener Stein auf dem Weg nach Fort William. 

Der Anfang des GGW. 

Die Schilder sind immer auf englisch und gällisch angeschrieben. 

Gestrandetes Schiff am See. 

Neptuns Staircase. Hier gibt es etwa 10 Schleusen hintereinander und im gesamten werden 450 Höhenmeter überwunden. Ich hätte es von unten fotografieren sollen…

Hier beginnt der Kanal. 

So sahs die nächsten 4 Stunden etwa aus. 

Reinste, feinste Schafswolle. 

Immer noch das gleiche Bild. Gähn…

Immer wieder hat man Ausblicke auf den höchsten Berg Schottlands, den Ben Nevis. 

Der Ginster blüht hier in Massen entlang des Weges. Der Duft ist teilweise betörend. 

Kleine Abwechslung für das Auge. Alte Schwenkbrücke aus Stahl, welche die Farmer noch benutzen. 

Der linke Teil der Brücke ist jetzt ausgefahren. Sie mussten aber wieder abbrechen weil ein Segel- und Motorboot kamen. 

Schade das Bild ist zu dunkel. Nächstes Mal nehme ich wieder meine Kamera mit. 

Ein lila Blimenfeld beim Fluss, der parallel zum Kanal verläuft. 

Ben Nevis

Ich weiß nicht ob man es sieht, da ist ein Regenbogen.