30.05.2016 Inversnaid

Heute bin ich in der Hölle gestartet und irgendwann im Paradies gelandet. In dem Moment als ich heute Morgen aus dem Zelt gestiegen bin, haben mich die Midges ausgefressen. Ich war so genervt und wütend, dass ich nur wild um mich geschlagen habe. Während dem musste ich mein Zelt abbauen und meinen Rucksack packen. Ich bin schier ausgerastet und bald schon hatte ich dieses dämliche Moskitonetz auf dem Kopf worüber ich mich gestern noch köstlich amüsiert habe. Ich war bereit den Bettel hinzuschmeissen und entschied, dass Camping wirklich nicht mein Ding ist. Ich sass dann am Picknicktisch und habe mit dem Netz über dem Kopf mein Frühstück zubereitet. Schwierig würde es dann Alices darum ging zu essen. Ein Englisches Pärchen sass auch am Tisch. Sie ganz entspannt und er auch mit Moskitonetz. Sie kommt ursprünglich aus Schottland. Wahrscheinlich haben die Schotten ein natürliches Antigen im Blut. 

Ich bin dann um 8.15 los und meine Stimmung war ziemlich düster, ich hätte liebsten den nächsten Bus genommen. 
Ich hatte auch das Gefühl nirgendwo zu Hause zu sein und nirgends hinzugehören. Dann habe ich plötzlich gedacht, dass Es messer wäre Zurbrügg denken, dass ich überall zu Hause bin und hingehöre wo ich grease bin. Von da an ging es mir schlagartig besser. Ich habe dann in Rowardennan ein spätes zweites Frühstück zu mir genommen und dann hatte ich das Gefühl endlich hier angekommen zu sein. 
Nach Rowardennan gab es 2 Möglichkeiten für den Weg und ich entschied mich die schwierige jedoch schönere Etappe zu laufen und ich habe es nicht bereut. Dies war bisher die schönste Strecke. In stetigem auf und ab ging es dem See entlang. Dazu ein grüner Märchenwald und lauter violette Blumen. Einen schöneren Zeltplatz nach dem anderen, nur war es zum Campieren leider zu früh. Ich habe dann an einem schönen Platz direkt am See Mittagspause gemacht und mein Zelt und Schlafsack zum trocknen aufgehängt. Am Morgen muss ich die Sachen immer feucht zusammen packen. Sogar einen Kaffee habe ich mir mit meinem Gaskocher gemacht und dann kam auch endlich dieses Gefühl  von Freiheit auf, weil ich mein Zelt und essen dabei habe und einfach anhalten kann wo ich will. Ich habe mir auch noch überlegt in einer dieser Schuzhütten mitten im Wald zu übernachten aber dazu fehlte mir dann schlussendlich der Mut und auch hätte ich zurück laufen müssen weil ich Zuwenig Wasser dabei gehabt hätte. Ich entschloss mich dann bis Inversnaid zu laufen und dort entweder im Hotel oder auf einem kleinen Zeltplatz zu übernachten. Auf den letzten paar Kilometern bin ich dann Roberto begegnet der am Wegesrand sass. Ja und irgendwie hatten wir gleich einen guten Draht und es stellte sich raus, dass er aus Spanien kommt und auch schon den Camino gelaufen ist. Das ist es was ich bisher auf diesem Weg vermisst habe. Eine gewisse Verbundenheit jenseits von Geschlecht, Herkunft und Alter. Wir sind dann den Rest des Weges zusammen gelaufen. Ich habe einen schönen Abend verbracht, bin schon wieder von den Midges gefressen worden und trotzdem restlos glücklich. Roberts und mein Weg werden sich morgen wohl schon wieder trennen und doch war es eine Freude ihn kennengelernt zu haben. Er muss am Freitag bereits in Fort William sein und läuft deshalb sehr lange Etappen. Er ist heute von Drymen gekommen, da war ich vorgestern. Eigentlich müsste ich nochmals raus um das Zelt nachzuspannen aber ich habe keine Lust nochmals von diesen Biestern vernascht zu werden. 

Mein wunderschöner, magische Waldweg

Rhododendron am Wegesrand 

Schöne alte Telefonkabine

In der Jugendherberge von Rowardennan wollte ich eigentlich übernachten aber es war nichts frei

Mittagspause am Loch Lomond

Einfach magisch

El Camivo oder the Path

Rowchoish Bothy wo ich überlegt habe zu übernachten 

Einfach bezaubernd

Blick auf den See

Es braut sich was zusammen 

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