10.09.12 Oloron Ste. Marie – Hôpital St. Blaise

Oloron Ste. Marie ist ein total schönes Städtchen ausser, dass man nur schwer den Weg raus findet. Habe heute morgen eine Abkürzung genommen, mit Stadtplan war das ganz einfach..:-).
Bin heute mit den Gleichen im Gîte wie vorgestern beim Abbé Pierre. Das Kleine Dorf hier ist wunderschön und besitzt eine sehr schöne alte Pilgerkirche. Es gibt zwei Restaurants hier und eines ist sogar am Montag offen. Nur leider kann man nirgends ein Bier trinken. Im Gîte gibt es einen Foodautomaten. Da kann man Pasta, Tomatensauce, Thon, Frühstück, Schokolade und Getränke rauslassen. Total praktisch, da man keine Möglichkeit hat einzukaufen. Heute ist bei mir wieder mal meine Notmahlzeit fällig, nur dieses Mal habe ich einen Fertigreis von Uncle Bens und nicht den wiederlichen Teigwarensalat mit Thon vom letzten Mal. Man lernt immer wieder dazu..;-).
Die heutige Etappe war mal wieder etwas schwierig, da mich meine Füße und mein Rücken total geschmerzt haben. Auch hatte ich wieder mal die Sinnkrise und mich gefragt warum ich mir dies eigentlich antue. So Tage hat man halt immer wieder mal und am nächsten Tag geht man einfach weiter. Es ist dann einfach schwierig die Motivation zu finden und die Kilometer zu schaffen. Ich weiß aber inzwischen, dass es vorbeigeht und am nächsten Tag will man gar nicht mehr aufhören mit laufen.
So ich geh dann mal zurück in den Gîte und kuck mal was für Getränke aus dem Automat raus kommen…😘

08.09.12 Asson – Arudy: Ein heißer ruhiger Tag

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Sitze in Garten vom Presbytère und warte darauf, dass der Abbé Pierre von der Messe zurückkehrt. Wir werden zusammen Nachtessen zubereiten. Eine ganz neue Erfahrung, kochen mit dem Pfarrer… Er ist auf jeden Fall total nett, heißt wie mein Bruder und ist auch ehemaliger Pilger. Ich hüte jetzt gerade den Platz, denn eigentlich sollten noch Pilger ankommen. Keine richtigen zwar, denn sie kommen mit dem Auto… ja das gibt es auch. Es ist z. B. ein Hobby der Spanier, den Jakobsweg entlang zu fahren und überall wo sie können einen Stempel abzuholen. Habe das gestern in Asson erlebt. Das klappt wahrscheinlich in Frankreich noch ganz gut aber in Spanien habe ich da meine Zweifel. Denn da ist es dann definitiv ein Pilgerweg und Auto(Pilger)touristen nicht gerne gesehen. Na ja jedem das seine und für mich bitte zu Fuß…
Arudy ist übrigens sehr schön, habe hier bisher mein teuerstes Bier getrunken, 4.50 für ein Leffe, so teuer war es nicht einmal in Lourdes! Na ja aber geschmeckt hat es trotzdem, wie immer.
Heute habe ich nur eine kurze Etappe von 18 km gemacht. Habe mir heute richtig Zeit gelassen und die schöne Gegend genossen. Um 15.00 war ich dann bereits in Arudy.
Von wegen Sommer vorbei und so, seit 4 Tagen hat es wieder über 30 Grad und ich habe ganz schön geschwitzt heute. Vor allem wenn man auf Asphalt laufen muss fangen die Füsse langsam an zu kochen, sehr unangenehm. Es wird Zeit, dass der Abbé langsam zurückkommt, ich esse gerade all seine Erdnussreserven auf, da ich langsam verhungere. Normalerweise esse ich spätestens um 19.00, jetzt ist es schon 19.30 und wir haben noch nicht mal angefangen zu kochen…
Als ich angekommen bin habe ich zuerst einmal das Bad geputzt. Schließlich möchte ich mich auf das Klo setzen können ohne Angst haben zu müssen kleben zu bleiben…;-). Man bekommt auf diesem Weg soviel, dass dies auch eine Art ist wie man etwas zurückgeben kann. Schließlich hat der Pfarrer hier sehr viel zu tun. Als ich angekommen bin musste er gleich an eine Hochzeit, dann noch eine Messe halten im Nachbarsdorf und anschließend Abendessen kochen mit den Pilgern.
So der Bauch ist endlich voll und gibt Ruhe. Habe ein andalusisches Gericht gelernt zuzubereiten, total lecker!
Man nehme Tomaten, grüne Peperonis und zwar die länglichen, Knoblauch, Thon, altes in Wasser eingelegtes Weissbrot, Salz und Pfeffer. Dann kommt alles in den Mixer und man isst es zusammen mit frischem Brot. Schmeckt echt lecker, bitte nachmachen…:-).

Auf in den neuen Tag!
Ohne die geht es nicht…;-)
Herberge bei Abbé Pierre
Arudy

09.09.12 Arudy – Oloron-Ste. Marie

Irgendwann mache ich den Camino mit einem Esel…

Ich bin in einem Gîte mit 10 Leuten!!! Wahnsinn! Irgendwie kommt mir das bekannt vor. Schon vor 2 Jahren als ich den Chemin d’Arles gemacht habe bin ich hier vorbeigekommen und von da an waren Pilger unterwegs. Oloron ist ein Knotenpunkt wo 2 Wege sich treffen.
Habe heute locker eine ganze Pizza verdrückt…:-). Tagsüber esse ich nur wenig. Heute z. B. Morgens 2 kleine Butterschnitten und ein Pfirsich. Später bei der ersten Rast ein Apfel. In einer Bar ein Kaffee und ein Schokoriegel. Nachmittags eine Tomate, ein kleines Stück Brot und zwei Rädchen Salami. Wenn ich tags zuviel esse werde ich total müde, deshalb lasse ich es bleiben. Dafür könnte ich abends dann wie Obelix eine ganze Wildsau verdrücken…
Heute morgen habe ich mich gleich mal verlaufen trotz der Beschreibung, die Pierre mir mitgegeben hatte. Hatte einfach einen anderen Weg im Kopf und habe mich total in der Richtung geirrt. Musste dann eine Extrarunde einlegen bis ich endlich zur Stadt herausgefunden hatte. Dann habe ich noch einer dieser unnötigen Umwege gemacht, die nur Kilometer kosten und rein gar nichts bringen. Habe mich total genervt, vor allem auch weil es auf dem Blatt von Pierre stand und ich es einfach nur hätte lesen müssen. So ist das halt wenn man das Gefühl hat es besser zu wissen. Man kriegt gleich mal eine aufs Dach. Habe ca. 1 Std. gebraucht um loszulassen so hat es mich genervt. Dann hatte ich die Beschreibung aber immer schön zur Hand, schliesslich lernt man ja seinen Fehlern oder sollte es zumindest… Die anderen Pilger, die gestern auch bei Pierre waren, habe ich den ganzen Tag nicht gesehen.
Einmal hatte ich das Gefühl mich verlaufen zu haben und just in diesem Moment kam mir ein Fahrradfahrer entgegen. Habe ihn gefragt, ob ich mich immer noch auf dem Weg befinden würde. Scheinbar war er stumm, da er sich nur mit Lauten und Gesten verständigen konnte. Aber er gab mir zu verstehen, dass ich immer noch auf dem richtigen Weg sei. Später als ich in Oloron einmarschiert bin, bin ich ihm wieder begegnet und er hat mit dem Daumen nach oben gezeigt um mir zu gratulieren, dass ich es geschafft habe. Er ist dann extra noch mal zurück gekehrt damit ich den richtigen Weg in die Stadt nehme und nicht die schöne Aussicht verpasse. Das war total nett.

So ein schöner alter Käfer, nur die Farbe…;-)
Der Umweg für die Aussicht lohnt sich!
Kunst am Wege…
Oloron und seine Brücken
Wunderschönes Portal