Jaca, 15.06.2010 (31 km)

„Es geht wenn man geht“

Gestern hatte ich ja wirklich eine gemütliche Wanderung wenn ich es mit heute vergleiche. Bin erst um 17.45 hier in der Albergue angekommen und wieder einmal fix und fertig nach fast 31 km. Die grossen Etappen machen mir einfach immer noch sehr zu schaffen. Für diese habe ich immer noch zuviel Gewicht auf dem Rücken. Als ich 2008 durch Spanien bin hatte ich nur noch 8 kg Gepäck und dann waren Etappen von 30 km kein Problem.
Gestern Abend habe ich noch gut gegessen zusammen mit Tina und irgendwie beneide ich sie ja, dass sie alle Zeit der Welt hat für ihren Camino. Sie ist bereits seit 5 Monaten unterwegs und scheinbar muss sie auch nicht aufs Geld schauen die Glückliche. Sie macht immer nur kurze Etappen, heute ist sie in Villanua geblieben und dann macht sie einen Ruhetag in Jaca. Werde sie wahrscheinlich nicht mehr antreffen. Schade, es ist immer wieder schön mit jemandem
Kontakt zu haben der den ganzen Weg von zu Hause läuft.
Ich bin heute um 7.30 ohne Frühstück und nach einer eher schlaflosen Nacht los vom Col du Somport. Als ich aufgestanden bin war alles noch in tiefstem Nebel aber als ich dann los bin war der Nebel weg und das Wetter gar nicht so schlecht. Man konnte in der Ferne auf jeden Fall schon einen blauen Streifen am Horizont ausmachen.
Die Strecke runter nach Canfranc Estacion war wunderschön und der Abstieg gar nicht so schlimm. Die Strecke runter nach Roncesvalles habe ich schlimmer in Erinnerung, nur ist man da ja auch den ganzen Weg erstmal hinaufgestiegen. War schon gut, den Auf- und Abstieg auf zwei Tage zu verteilen.
In Canfranc Estacion habe ich mir dann erstmal zwei Cafes con leche und ein Bocadillo con jamon gegönnt bevor ich weitergegangen bin. Bis Villanua war das Wetter gut und da hatte ich auch schon die Hälfte der langen Etappe geschafft. Musste heute nicht so gegen meinen Verstand ankämpfen, ich wusste, dass ich es schaffe auch wenn ich abends dann fix und fertig bin.
In Villanua musste ich zum ersten Mal seit ich in Auch gestartet bin den Weg suchen. Ein spanischer Pilger ist auch mit suchendem Blick rumgelaufen und wir haben dann nach dem Weg gefragt. Sonst ist in Spanien ja alles sehr gut gekennzeichnet mit den gelben Pfeilen und wenn man mal keinen sieht kommt es einem gleich spanisch vor…;-).
In Castillo de Jaca hatte ich eigentlich schon genug für heute aber leider gab es da keine Albergue. Deshalb musste ich mich noch 6.5 km weiterschleppen, anders kann man das nicht nennen. Das letzte Stück hat sich endlos in die Länge gezogen und ich habe es mal wieder nur mit Singen geschafft die letzten Reserven aus mir rauszuholen.
So mehr mag ich heute gar nicht schreiben. Werde mal Bernard in der Bar aufsuchen und mit ihm noch ein Gläschen Wein trinken und Fussball-WM kucken. Hoffe, dass ich heute ganz tief schlafen kann und morgen wieder fit bin. Es ist mir manchmal wirklich ein Rätsel wie man am nächsten Tag dann doch wieder weiterlaufen kann.
Die Albergue hier in Jaca ist übrigens ziemlich speziell. Es hat alles so kleine 2er Abteile man kann aber bei allen anderen reinschauen. Habe ich noch nie so gesehen in Spanien. Aber es ist ok, schliesslich bin ich totmüde und Hauptsache ich habe ein Bett wo ich mich hinlegen kann.

Übernachtung: Gute Albergue Municipal, die Abteile sind etwas gewöhnungsbedürftig, habe ich so nie gesehen auf dem CF. Schade hätte ein Foto machen sollen…;-).






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