Sarrance, 12.06.2010 (21.5 km)

„Ich setze den Fuss voller Achtsamkeit auf die Erde, im Wissen, dass ich auf einer wunderbaren Erde gehe“

Heute Morgen habe ich ausgeschlafen, gut gefrühstückt mit dem was ich von Tine und Bernard bekommen habe. Der neue Gite von Oloron ist übrigens klasse, es gibt alles 2er Zimmer und ich hatte den Raum für mich alleine. Kurz vor 9.00 bin ich dann los, habe mir in der Bäckerei noch eine Ficelle gekauft und dann ging der Spiessrutenlauf los durch Oloron. Es ist gar nicht so einfach aus dieser Stadt rauszukommen. Man hat das Gefühl, dass man im Kreis rumläuft. Ich habe dann noch eine Abkürzung genommen die mir Tine vorgeschlagen hat. Trotzdem hat es ca. 45 Min. gedauert um aus der Stadt rauszukommen. Ich war mal wieder völlig begeistert von der Umgebung. Teilweis ist es wirklich märchenhaft. Die Farbe Grün scheint hier richtig zu explodieren, natürlich vor allem wegen dem vielen Regen. Eine Frau in einem Cafe meinte jetzt würden wir den Frühling von Bearn kennenlernen. Ich liebe das Baskenland.
Einmal bin ich an einer grösseren Schafherde vorbeigekommen und da kam ich mir vor wie der böse Wolf. Die ganze Herde ist vor mir davongerannt auf die Strasse und hat sie natürlich blockiert. Die Autos mussten dann warten bis sich die Schafe wieder beruhigt haben. Das war ja lustig. Es war so schön heute ich kann es kaum in Worte fassen, einfach bezaubernd.
Nach Escot ging es über eine Brücke und dann fing ein abenteuerlicher Weg an der teilweise sogar gefährlich war. Es war ein schmaler Waldpfad der sich am Abgrund entlang schlängelte. Ein falscher Schritt und man wäre runter gesegelt. Teilweise hatte es auch entwurzelte Bäume und der Weg war teilweise zerstört. Aber es war immer so, dass man weiterlaufen konnte. Da war einerseits die Faszination des Weges, denn er war mal wieder märchenhaft schön und andererseits war man sich der Gefahr bewusst. Aber ich hatte immer ein gutes Gefühl und bin einfach zügig vorwärts gelaufen. Am Ende des Weges wo er wieder etwas breiter war standen plötzlich zwei Esel quer auf dem Pfad. Ich habe gut auf sie eingeredet, dass sie sich doch ein paar Zentimeter bewegen sollen damit ich an ihnen vorbeikomme aber nichts zu machen. Habe dann den einen Esel gestossen bis er sich ein paar Zentimeter bewegt hat und ich mich an ihm vorbeiquetschen konnte. Ich liebe Esel und habe überhaupt keine Angst vor ihnen. Ich fand es im Gegenteil total lustig.
Am Ende des Weges stand ein Schild, dass man aufpassen solle weil man jetzt die Nationalstrasse überquere. Habe dann nur gedacht, na den Weg den ich gerade gelaufen bin war gefährlicher.
Bin wieder mit Tine und Bernard im gleichen Gite und zudem sind noch zwei Kanadier hier. Soviele Pilger habe ich noch gar nie aufs mal gesehen. Ist ja schon richtig voll hier.
Sarrance ist wunderschön und ich bin im Gite vom Kloster untergekommen. Es ist sehr einfach aber der Gite ist wirklich toll. Wir haben uns zu dritt eine Flasche Rose gekauft und zusammen Apero getrunken. Anschliessend sind wir zusammen essen gegangen und das war richtig lecker. Dann gab es nicht mehr viel zu tun ausser einem kleinen Spaziergang, Tagebuch schreiben und früh ins Bett zu gehen. Na ich hoffe doch, dass ich mit sovielen Leuten im gleichen Raum schlafen kann.

Übernachtung: Accueil Notre-Dame im Kloster. Toller, altertümlicher, urchiger Gîte! Nicht verpassen! Um den Eingang zu finden muss man in den Kreuzganz, aussen ist absolut nichts angeschrieben!










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