Oloron, 11.06.2010 (32.5 km)

„Manchmal ist viel Schmerz und Ermüdung nötig, damit man an seinen Körper glauben kann“

Ich habe es tatsächlich geschafft, von Lescar bis Oloron zu laufen. Dies sind doch stolze 32 km. Ich bin am Morgen bereits um 6.30 los und die ersten Stunden sogar ganz ohne Regen. Ich habe riesige Wälder durchquert und in strömendem Regen auch noch einen Weg wie einen Acker. Hatte richtige Stollen unter den Schuhen. Bei Estialescq, wo ich eigentlich übernachten wollte und es aber leider keinen Platz hatte, habe ich mich im strömenden Regen an einen Picknicktisch gesetzt und ganz erschöpft in den Regen gestarrt. Ein Bild für Götter wenn mich den jemand gesehen hätte. Ich musste auf jeden Fall gleich mal Lachen und das hat gut getan.
Damit ich den langen Weg schaffen konnte musste ich jegliche negativen Gedanken aus meinem Kopf verbannen. Ich musste meinen Verstand konstant kontrollieren und immer wenn ich das Gefühl hatte nicht mehr zu können habe ich gesungen. Dies war eine sehr gute Uebung. Ich habe meinem Verstand ab und zu auch einfach gesagt, dass er die Klappe halten soll. Schon lustig da ist man plötzlich zu zweit.
Ich habe mir immer nur kleine Ziele vorgenommen wie z.B. bis zu dem nächsten Hügel oder diesen Wald durchqueren usw. Ich habe mir verboten in Kilometern zu denken. Mich hat mal eine Frau gefragt, wie man das schafft soweit zu laufen und ich habe lachend gemeint, dass sei ganz einfach, immer einen Schritt nach dem anderen. So schafft man es z.B. von Basel nach Finisterre zu laufen.
Ich bin dann um 17.30 völlig erschöpft im Gite von Oloron angekommen und wie das auf diesem Weg manchmal so ist, war da Tine eine Holländerin die mich zum Essen eingeladen hat. Sie meinte sie hätte eh zuviel und das würde locker reichen für zwei. Ich war unendlich dankbar, ich hätte echt nichts mehr geschafft an diesem Abend. Von Oloron habe ich nicht viel gesehen, soll eine sehr schöne Stadt sein aber um 21.30 war ich schon im Bett. Total erschöpft aber glücklich angekommen zu sein.

Übernachtung: Toller neuer Gîte Le Relais du Bastet. Alles neu, gute sanitäre Anlagen, grosse Küche und Zweierzimmer!





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