Lescar, 10.06.2010 (20 km)

„Pilgern heisst mit den Füssen beten“

Heute war es sehr schwierig, weiss nicht warum bin von Anfang an nicht in die Gänge gekommen und der Rucksack fühlte sich an wie 100 kg. So blieb es leider den ganzen Tag. Wollte eigentlich 26 km laufen aber habe heute gerade mal knapp 20 geschafft. Meine Füsse haben seit Beginn noch nie so geschmerzt. Musste den ganzen Tag gegen negative Gedanken ankämpfen und manchmal musste ich einfach singen damit mein Verstand mich nicht völlig fertig gemacht hat.
Gestern Abend bin ich übrigens doch noch einem Pilger begegnet, Michel aus der Bretagne. Er ist sehr sportlich und läuft auch Marathon. Heute ist er direkt nach Oloron gelaufen, dass sind 50 km, richtig deprimierend für mich. Er hat den ganzen Weg 2007 gemacht und den Uebernamen Gazelle erhalten weil er so schnell läuft. Habe ihn heute Morgen noch kurz in Aktion erlebt als er an mir vorbeigespurtet ist als ich schon schlapp am Wegesrand sass.
Vom Wetter her war es sehr schön und nicht zu heiss. Habe sogar die Pyrenäen gut gesehen, sie schienen mir ganz nah. Die Pyrenäengegend ist wunderschön und wie schon 2008 finde ich, man sollte hier mal Ferien machen oder was ich noch lieber machen würde ist, den Pyrenäen entlang zu laufen von Hendaye bis runter ans Mittelmeer auf dem GR 10. Dies sind ca. 850 km…Irgendwann werde ich vielleicht auch diesen Weg in Angriff nehmen..;-).
Ich bin auch wieder durch einen wunderschönen Märchenwald gelaufen wo ich etwas Energie auftanken konnte. Stelle mir immer vor dass es im Wald ganz viele Feen und Waldwesen hat und ich mich deshalb so gut fühle.
Der Gite von Lescar ist wunderschön und auch der alte historische Teil der Stadt ist sehr pittoresk. Es ist auch wieder ein Pilger hier dieses Mal heisst er Marius und kommt aus Holland. Er läuft den Weg auch in Gegenrichtung, dies muss wohl an der Nationalität liegen. Michel hat Stephen übrigens in Pouylebon getroffen auf dem Campingplatz. Hatte ihm ja gesagt, dass wenn er eine holländische Nacht verbringen will er dort hingehen soll. Michel hat im gleichen Wohnwagen geschlafen wie ich.
So ich werde jetzt für Marius und mich Pasta kochen. Meine Lieblingspasta mit Tomatensauce, Thunfisch, Oliven und Kapern. Ein Festessen um einen eher schlechten Tag noch gut abzuschliessen.

Übernachtung: Toller Gîte communal in Lescar.




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