22.04.14 Luarca, 26.5km

Jetzt sitze ich gerade am Hafen von Luarca und geniesse mein Bierchen. Im Hintergrund läuft schöne Musik und es ist warm genug, dass man draussen sitzen kann. Habe zwar meinen Fleecepullover plus Windjacke an…

Habe Quartier gefunden in einer Pension mitten im Städtchen. Die Pension gehört einer alten Dame und ist eigentlich eine riesige Wohnung. Das Mobilar ist sehr alt und mein Bett biegt sich in der Mitte etwas durch aber sonst gefällt es mir sehr gut. Vor meinem Zimmer gibt es eine Art Wintergarten, es stehen auf jeden Fall jede Menge Pflanzen im Raum. 
Heute Morgen stand ich um 8.00 bereits auf der Piste. Das Frühstück, für welches ich 3€ bezahlt habe, bestand aus Café con Leche und Madeleines à discretion. 
Es war wunderschön heute Morgen und ich freute mich regelrecht darauf loszulaufen. 
Diese süsse Katze hat sich mehrmals an meinem Hosenbein entlang hochgestreckt und als ich ein Foto machen wollte, hat sie es natürlich nicht mehr getan…
Kühe und Meer, das passt irgendwie nicht zusammen oder?

Es kam ein abenteuerlicher Weg, wo es in meinem Reiseführer hiess, dass man ihn nur bei guter Sicht und mit einer Portion Abenteuerlust gehen soll, da er nur spärlich markiert sei. Genau das richtige für mich fand ich. Vor allem hatte ich die Schnauze voll davon auf der Nationalstrasse zu laufen. Ich habe die Entscheidung keinen Moment bereut und den Weg fand ich auch. Raimundo hat ihn ja auch sehr gut beschrieben…
Kunst am Weg….

Jeder in seinem Tempo… und ich ein klein wenig schneller. 
Ich wurde wieder mit einer sehr schönen Aussicht auf die Nordküste belohnt. 

Falls ich mich doch noch verirren sollte, hätte ich ja noch diese Möglichkeit…

Achtung Schneckenalarm…! Oder vielleicht ist das ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass man den Weg langsam angehen soll?

Sicht auf Luarca, mein Aufenthaltsort von heute. 
Habe mir überlegt, morgen mit dem FEVE, das ist ein kleiner Schmalspurzug, bis Navia zu fahren. Damit könnte ich 20km einsparen und wäre sicher einen Tag früher in Santiago. Ich werde über Nacht darüber meditieren… Wichtig ist ja nur, dass ich die letzten 100km (ab Vilalba) am Stück pilgere um die Compostela zu erhalten. Man benötigt dann auch 2 Stempel pro Tag im Pilgerpass um zu beweisen, dass man wirklich gelaufen ist. 
So werde jetzt noch zum Leuchtturm laufen und mir dann ein Restaurant suchen wo es Menüs gibt. 
Die Suche nach einem offenen und günstigen Restaurant hat sich noch als schwierig erwiesen. Zuletzt habe ich eine kleine Bar gefunden, die wie es der Zufall so will, direkt neben meiner Pension lag. 
Als ich dann zurück in die Pension wollte, konnte ich die Eingangstür nicht öffnen…
Da stand ich, habe probiert den Schlüssel in alle Richtungen zu drehen, an der Türe gezogen, gedrückt mit aller Kraft gestossen. Ausser Lärm habe ich nicht viel erreicht ausser dass die Dame der Pension plötzlich unten stand und mir Gott sei Dank die Tür öffnet. Eigentlich wäre es ganz einfach gewesen, die Tür war nämlich nicht geschlossen, ich hätte den Schlüssel nur nach rechts drehen und gleichzeitig die Tür aufstossen müssen… Tia bin dann ja doch noch in mein Hängebett gekommen und habe ganz gut geschlafen. 

21.04.14 Santa Marina, 26km

Der einzige Wermutstropfen in der Casa Vitorio war, dass es im Zimmer saukalt war. So kalt, dass meine Wäsche nicht getrocknet ist und ich das Hemd mit dem Föhn bearbeiten musste. Morgens um 7.00 und der Föhn machte einen Höllenlärm… Ich hatte aber einfach keine Lust eine feuchte Bluse anzuziehen. 

Ich habe vom Hausherr ein tolles Frühstück serviert bekommen mit hausgemachter Konfitüre und frisch gepresstem Orangensaft. Dazu ein große Kanne mit Kaffee. Besser geht’s nicht. Sogar das Brot war getostet. 
Dann ging es auch schon an der sehr schönen Kirche von El Pitu vorbei…

… nach Cudilliero. Für das schönste Fischerdorf Asturiens habe ich sogar einen Umweg von 2.5km in Kauf genommen. 

Dann ging es die Strasse steil hinauf und ich wurde mit dieser Aussicht belohnt:
Diese Aussicht war aber auch spektakulär… einfach anders. 

Die spinnen die Spanier… Oben verläuft die neue Autobahn und weiter unten die Nationalstraße. Man traut sich gar nicht zu fragen, mit was für Gelder dies gebaut wurde… Kann verstehen, dass es Europäer gibt, die sich darüber aufregen. Mir als Pilger kann es recht sein, denn da ich oft auf der alten Nationalstraße laufen muss bin ich froh, dass es nicht viel Verkehr hat. Vor allem keine Lastwagen…

Sie sind stolz auf ihren Camino, zurecht finde ich…

Hier muss man sich wieder entscheiden welchen Weg man laufen will. Da der offizielle Camino schlecht ausgeschildert sein soll, habe ich mich für die Variante der Nationalstraße entlang entschieden. 

Deshalb sah der Rest des Weges bis Santa Marina etwa so aus… Habe mir mal wieder die Füße platt gelaufen. Aber was tut man nicht alles um nach Santiago zu gelangen…
Jetzt sitze ich in der gemütlichen Bar der Pension Prada wo ich auch übernachten werde und trinke mein wohl verdientes Cerveza con Limon. Dazu habe ich eine ganze Dose dieser leckeren Oliven verdrückt. Gehe jetzt mal schauen wie das Zimmer aussieht…
So sieht meine schnucklige Pension aus:
Es hat angefangen zu regnen aber ich sitze im Trockenen und habe gerade eine heisse Gemüsesuppe gegessen. Das Wetter meint es bisher sehr gut mit mir. Hatte noch keinen richtigen Regentag aber ich bin ja auch noch nicht in Galicien, denn da regnet es ja soviel…
Habe heute mal meine Etappenplanung überflogen und so wie es aussieht schaffe ich es tatsächlich bis Santiago! Hätte ich echt nicht gedacht aber ist natürlich toll nochmal in Santiago einzulaufen, das ist schon sehr speziell. Nur dieses Mal mache ich es besser als beim ersten Mal und übernachte falls es Platz hat im Parador (5-Stern Hotel!). Das letzte Mal war ich ja Pleite und konnte mir die Nacht nicht leisten. Willi hat mir dann ja lieberweise Geld ausgelehnt, damit ich noch nach Finisterre konnte. 
So aber jetzt bin ich erst in Santa Marina und Santiago ist noch weit weg. Muss da mal wieder in den Moment kommen…

20.04.14 El Pito, 27km

Hatte heute Morgen erfreulicherweise keine Kopfschmerzen als ich aufgewacht bin und im Großen und Ganzen auch ganz gut geschlafen. Habe mich im Dunkeln aus dem Schlafsaal geschlichen und meinen Rucksack draußen gepackt. Die anderen schlafen meistens länger als ich und ich starte gerne früher. Alex war auch schon auf, das hat mich gewundert, da er normalerweise auch zu den Langschläfern gehört. In einer Bar in Aviles gab es Frühstück mit frisch gepresstem Orangensaft. Mmhhh, jetzt war ich startklar. 

Ich lasse die schöne Altstadt von Aviles sowie die weniger schöne Industriezone hinter mir. 

Morgenstimmung am Meer…

Sieht aus wie eine unvollendete Costa Brava. Man sieht hier aber selten so zugebaute Küsten. Im Gegenteil mir war nicht bewusst wie schön die Nordküste ist. Viel schöner als die Costa Brava…
Heute ging es viel durch Eukalyptuswälder. Es lief sich so leicht und mühelos. Hätte stundenlang so weiter laufen können. 

So kann es von mir aus weitergehen…
Auf jeden Fall kommt vor Santiago keine große Stadt mehr. Das ist doch vielversprechend…

Mitten in der Pampa: Geschwindigkeit drosseln, Licht einschalten und auf keinen Fall parkieren…
Hilfe, ich bin im Urwald! Donde esta el Camino? 

Das idyllische El Castillo. Hier musste ich einfach eine Pause einlegen. 

Ach es war ein herrlicher Tag! Ich bin ganz alleine im Hotel Casa Vitorio und habe ein schönes Zimmer ganz für mich alleine. Die anderen sind wahrscheinlich in der Jugendherberge von San Esteban 6km vor mir. Habe mich bewusst abgesetzt, nach Gestern brauche ich etwas Abstand. 
Habe gut gegessen und jetzt liege ich im Bett und trinke noch ein Glas Rotwein. Die servieren einem oft den Rotwein aus dem Kühlschrank, deshalb trinke ich ihn erst jetzt wo er etwas wärmer ist.
Buenos noches…

19.04.14 Aviles, 25.5km

Heute morgen habe ich von Deva den Bus nach Gijon genommen und so die Strecke um 8km verkürzt. Ich hatte keine Lust zweimal in eine grosse Stadt einzulaufen nämlich Gijon und Aviles wobei Gijon mit 270’000 Einwohnern viel grösser ist als Aviles. 

Der Hafen von Gijon. 

Morgenstimmung…

Ich verlasse die Grossstadt und das Industriegebiet von Gijon. 

Es ist nicht mehr all zu weit nach Santiago…

Wenn man genau hinschaut sieht man auf dem Wegzeichen eine Eidechse. 
Endlich wieder im Grünen zw. Gijon und Aviles. Heute war genau ein Drittel des Weges schön, nämlich dieses hier. Der Rest war zum vergessen…
Der Einmarsch nach Aviles war einfach nur schrecklich. Viel Industrie, verlotterte Arbeitersiedlungen einfach nur deprimierend… Das letzte Stück war so anstrengend vor allem auch weil mir die Füße weh taten vom vielen auf der Strasse laufen. In einer Bar habe ich dann angehalten und eine Cerveza con Limon getrunken um meine Stimmung aufzubessern. Die Senora war sehr nett und hat mir ganz viele Pinchos hingestellt. Dies sind kleine Appetithäppchen dies es in fast allen Bars zum Bier gibt. In der Bar war ein chinesisches Pärchen und er sass am Spielautomat und hat die Kiste praktisch geleert. Er hat mehrere Säckchen voller 1€ Münzen mit nach Hause genommen. Es hat sich angefühlt als würde er das täglich so machen. Auch eine interessante Art sein Geld zu verdienen. Habe mich dann überwinden müssen um den Rest des Weges anzupacken. 
Manuel und Alex waren bereits da, Alex habe ich bereits in Deva wieder getroffen. Bin dann zusammen mit den Jungs in eine Sidreria gegangen und wir haben zusammen 7(!) Flaschen Sidra gekippt… Hier schenken sie den Sidra hoch über dem Kopf ein. Es geht auch immer wieder etwas daneben und der Boden ist voll damit. Von Zeit zu Zeit kommen sie mit Eimern und schmeissen Sägemehl darüber. Die Kellner haben es echt drauf und ich habe mich nur schon amüsiert ihnen zuzusehen. Der Sidra hat etwa 5% Alkohol. Ich war ziemlich betrunken muss ich ehrlich sagen. Wir hatten es eigentlich ganz lustig nur hatte ich manchmal das Gefühl, dass sie sich über mich lustig machen und das fand ich ziemlich verletzend. Beiden ist gerade die Freundin davongelaufen und ich habe das irgendwie abbekommen. Auch immer diese Sprüche über mein Alter und dass ich zu alt für sie sei fand ich nicht sehr nett. Das sie zu jung und unreif für mich sein könnten auf diese Idee würden sie gar nicht kommen. Na ja, auf jeden Fall lag ich dann im Bett und habe geheult. Es hatte mich mehr verletzt als ich gedacht hatte und dann ist der Damm halt gebrochen.
Aviles hat übrigens eine sehr schöne Altstadt! Sie hat also außer Industrie noch anderes zu bieten… Habe leider kein Foto. 

18.04.14 Deva, 22km

Im Hotel Carlos sind sie sehr pilgerfreundlich. Erstens kriegt man ein Zimmer mit Bad für 20€ (in der Karwoche 25€) inkl. Frühstück und zweitens haben sie mir das Tablett mit dem Frühstück direkt ins Zimmer gestellt, da das Desayuno normalerweise erst ab 9.00h serviert wir. Klar der Café con Leche war morgens nur noch lauwarm aber das war sehr nett. Bin um 8.30 gestartet und es war wieder neblig. Laufe heute langärmlig, da ich Sonnenallergie habe. Seit 3 Tagen ist es merklich wärmer geworden und wenn die Sonne scheint dann knallt es schon ganz schön. 

Über viele Brücken bin ich schon gegangen auf diesem Weg und es werden wohl noch ein paar folgen. 

In diesem Dorf gibt es einen speziellen Brunnen für Pilger. 

Hier spaltet sich der Weg, nach links geht es auf den Camino Primitivo über Oviedo, geradeaus weiter auf dem Camino della Costa. Habe mir auch überlegt auf den Primitivo zu wechseln, nur habe ich leider keinen Reiseführer gefunden und mich nur auf die Wegzeichen zu verlassen ist mir zu heikel. Schliesslich geht dieser Weg über die Berge und ist körperlich sehr anspruchsvoll. Den mache ich einfach ein anderes Mal…

Das ist ein Horreo, die Kornspeicher die man überall sieht. Die sind so gross, dass sie teilweise als Wohnraum genutzt werden. 

Auch heute war es anfangs wieder neblig aber so gegen 10.00h hat es sich langsam gelichtet. 

Tia, kein Wunder hält sich hier niemand an die Geschwindigkeitsbegrenzung…

Dies soll wohl heissen, das Autofahrer und Pilger sich die Strasse teilen sollen…
Ich gehe gerade über den ersten Pass von zweien und werde mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. 

Ich übe noch ein bisschen mit dem Sidra, dies ist saurer Most, sehr populär in Asturien. Das Foto hat Manuel gemacht wollte noch eines von ihm machen aber jetzt ist er schon einer jungen hübschen Spanierin hinterher…

Mein schlichtes Abendessen auf dem Campingplatz von Deva…
Wir sind zu sechst in einer kleinen Holzhütte untergebracht. Es ist ganz schön eng und auch nicht unbedingt sauber. Manuel hat schon mal das Bett gewechselt, da auf seinem Bett so kleine braune Häufchen waren. Wir vermuten Holzwürmer aber trotzdem irgendwie eklig… Schlafen werden wir wohl eh nicht viel, denn hier in Spanien ist Semana Santa und links und rechts von uns hat es junge Leute, die mit ziemlich vielen Flaschen ankamen. Aber ich habe ja meine Ohropax…
Adios y hastaluego

16.04.14 La Isla, 27km

Konnte letzte Nacht leider nicht gut schlafen trotz der tollen Albergue. Das war echt schön da und so liebevoll alles. Heute Morgen bin ich auf jeden Fall ganz beschwingt losmarschiert. Kein Vergleich mit meiner Stimmung vom Vortag. 

So gut ist der Weg in Asturien nicht immer gekennzeichnet aber diese Wegmarkierung ist besonders schön. 

Es gibt immer ein schwarzes Schaf…. 

Die Kuh hat mich angeglotzt wie um mich zu fragen: „Was willst du denn hier“?

Auf dem Küstenweg hat man oft links Kuhweiden und Berge und auf der rechten Seite das Meer. 

Auf der Brücke in Ribadesella. Hier kommen wieder mal Fluss und Meer zusammen. 

Boote in Ribedasella die schon bessere Zeiten erlebt haben. 

Wieder mal am Meer. Mit dem alten iPhone kann man leider keine Selfies machen. Aber ihr wisst ja wie ich aussehe…

Die wunderschöne Küste…

…die einem immer wieder zu Pausen verleitet. Habe beschlossen, dass ich mich ja nicht beeilen muss. Meine Uhr ziehe ich mittlerweile auch ab, da es eigentlich egal ist wann ich ankomme. Bin schliesslich kein Speedpilger sondern ein relaxter Pilger. Es wäre auch schade, hier durchzurennen…

Einfach nur idyllisch, ein paar Meter weiter ist das Meer. Hier sind plötzlich 2 Polizisten der Guardia Civil auf Motorrädern angerauscht. Olivgrüne Motorräder und olivgrün angezogen. Tönt doch wie Tarnkleidung oder? Mit dem Feldstecher suchten sie die Küste ab. Wonach? Keine Ahnung…

Da muss ich mich jetzt selber loben, so ein schönes Bild. Trotz den schönen Wegweisern verläuft man sich immer wieder mal. 

Schöne Sicht auf die Strände von La Espasa und La Isla. In La Isla werde ich heute übernachten. Manuel ist auch in der Herberge, er hat sich heute verlaufen und deshalb das schönste Stück der Küste verpasst. Er ist entlang der Nationalstrasse bis La Isla gelaufen und hat sich dementsprechend geärgert. Hatte wohl auch eine kleine Anke Engelke-Attacke… In La Isla hat mir Juan, ein Radpilger aus Rioja, den Weg zur Herberge gezeigt. Dummerweise konnte er sich nicht mehr genau an den Weg erinnern, deshalb sind wir ein bisschen herumgeirrt. Das war vielleicht ein Süsser, leider nur halb so alt wie ich und zudem zu schnell unterwegs…
So ich gehe jetzt mit Manuel aus München essen, wir haben Lust auf Meeresfrüchte…
Leider gab es kein gescheites Restaurant in La Isla deshalb mussten wir uns mit dem Menü Peregrino begnügen welches aus Pasta und Fleisch und Pommes bestand. War auch ok. In dem Restaurant war es so laut, wie wenn 100 Nasen drin gewesen wären aber es waren vielleicht 12. Sogar wenn die Spanier sich normal unterhalten schreien sie… Wir haben sogar noch die erste Halbzeit des Classicos zw. Real Madrid und Barcelona angeschaut. Da war vielleicht was los hier. Schon den ganzen Tag wurde über nichts anderes berichtet. Real Madrid hat die Copa gewonnen, leider…

17.04.14 Villaviciosa, 22km

Habe mich heute Morgen früh aus dem Schlafsaal geschlichen, nur Juan war noch vor mir auf. Die anderen sind alle so  Langschläfer, Manuel z.B. läuft meistens erst um 10.00 los. Er läuft aber sehr schnell und gestern war er sogar vor mir in der Albergue, trotzdem dass er sich verlaufen hatte. Ich laufe scheinbar wie eine Schnecke… Manchmal glaube ich, dass mein Rucksack immer noch zu schwer ist mit 9kg. Manuel z.B. hat 10kg und der ist um einiges grösser und schwerer wie ich. 

Zum heutigen Tag gibt es eigentlich nicht viel zu sagen ausser, dass ich praktisch nur auf der Strasse gelaufen bin und wenn es mal nicht Strasse war dann schlammige Waldwege. Bei so Schlammwegen probiere ich dann immer mich am Rand durch zu quetschen nur kannst du sicher sein, dass auf der Seite Brombeerhecken wachsen und dann bleibst du dort natürlich hängen. Ausserdem war die vorherrschende Farbe grün und der Himmel war grau. Es sah aus wie Hochnebel. 

Die Ermita de San Salvador in Priesca

Man sieht es glaube ich nicht so gut aber auf diee Bild sind 2 Brücken zu sehen. Eine mittelalterliche UNESCO eine Neue. 

Heute war den ganzen Tag so diffuses Licht. 
Villaviciosa ist auch wieder eine schöne Stadt und ich habe mir ein Hotel geleistet. Zahle 25€ mit Frühstück. Als erstes habe ich genüsslich ein Bad genommen, das habe ich mir schon länger gewünscht. Mein Zimmer hat zwar kein Fenster aber es ist trotzdem sehr schön. 
Muss aufhören mir fallen die Augen zu…

15.04.14 Pineres, 24km, gefühlte 40km

Heute war echt ein schwieriger Tag, ich hatte zu Beginn eine Scheisslaune! Hätte schreien können aber dieses Mal nicht vor Glück… Die Albergue La Estacion hat mich auch noch getestet. Zuerst gab es eine kalte Dusche, ich hasse kalte Duschen! Das beste war, dass wenn ich die Dusche nebenan genommen hätte eine heisse gehabt hätte. Grrrrrrr…

Am Morgen habe ich dann verschlafen und bin ohne Frühstück und OHNE Kaffee losgestampft. Ich habe nicht den Jakobsweg genommen sondern die von Raimund Joos empfohlenen schöne Uferpromenade entlang des Meeres. Ein Erholungsgebiet der Menschen von Llanes. 

Dann war in meinem Reiseführer genau beschrieben wie ich wieder auf den Jakobsweg gelange aber manchmal lese ich einfach nicht richtig sondern überfliege die Zeilen nur. Dann bin ich natürlich falsch abgebogen und nach ca. 15 Min. war auch mir klar, dass ich falsch bin. Habe mich tierisch über mich selber aufgeregt. Falls ihr den Sketch von Anke Engelke kennt wo sie ihre erste Tennisstunde erhält und den Ball nicht trifft, dann wisst ihr in etwa wie ich mich geärgert habe (kann man in Youtube googeln). 
In Poo wollte ich eigentlich endlich einen Kaffee trinken und frühstücken aber ich Dösel laufe zur Herberge von Poo wo ich doch gar nicht hin will. Das Dorf habe ich so umlaufen und deshalb war nichts mit Frühstück. Es folgte eine weitere Anke Engelke-Attacke… ich war richtig mies drauf… Habe mich dann irgendwo in die Pampa gesetzt und meinen Schokoriegel gefrühstückt. Die Kühe haben mich mit grossen Augen angeschaut. Nein, es schien nicht mein Tag zu sein aber er konnte es ja noch werden…
Dann wurde der Weg aber so richtig schön, ich folgte dem Wanderweg E9, der sehr viel schöner ist als der Jakobsweg und meine Laune besserte sich langsam. Ich kam an dieser wunderschönen Kirche vorbei, die direkt am Meer liegt (es ist Ebbe). 
Dann ging es steil den Berg hinauf und ich wurde mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt und als Supplement noch dieser Picknickplatz und meine Welt war wieder in Ordnung. 

Auf der anderen Seite sah es so aus:

Dann kam ein wunderschöner Wanderweg wo man auf der einen Seite das Meer sah und auf der anderen die Picos de Europa (leider kein Foto). 
Ich bin heute den ganzen Tag nicht so in die Gänge gekommen. Es war schwierig und ich hätte mir etwas Gesellschaft gewünscht. Es hat wieder neue Gesichter auf dem Camino aber von den bekannten habe ich heute niemanden getroffen. Seufz… Es hat jetzt auch Pilgertouristen unterwegs, man erkennt sie am kleinen Rucksack und am Pilgerstock mit dem Metallteil am Ende. 
So ich werde jetzt noch die letzten Kilometer nach Pineres laufen. Habe mir hier in der Bar ein riesiges Bocadillo machen lassen da es in Pineres keine Verpflegungsmöglichkeit gibt. 

Bin am Schluss in meinem Eifer noch übers Ziel hinausgeschossen und befand mich bereits auf dem Weg nach Ribadasella. Das wären noch schlappe 10km mehr gewesen, die ich heute wohl nicht mehr geschafft hätte. Irgendwann ging es dann wieder in den Wald und das kam mir doch spanisch vor, woraufhin ich meinen Reiseführer kontaktiert habe und wieder umgekehrt bin. Ja man kann nicht schlafen auf dem Weg oder verträumt in der Welt rumschauen, sonst verpasst man halt die Herberge… 
Wollte euch ja noch die Picos de Europa zeigen…
Die private Herberge hier ist übrigens super, das Umkehren hat sich voll gelohnt. Bin in einer umgebauten Garage untergebracht. Es hat eine kleine Küche wo man was kochen könnte, ein eigenes Bad und schlafen tue ich oben auf der Galerie. Ein junger Pilger ist im Häuschen nebendran. Er ist mir heute mehrmals begegnet aber wir hatten noch keine Gelegenheit uns auszutauschen. Wäsche waschen muss ich auch nicht, da dies die Senora für mich macht. So sieht das Luxuspilgerleben aus…

Jetzt habe ich gerade mit Emanuel aus Deutschland und Davide aus Spanien Pasta gegessen. Die Herbergsmutter hat mir ausrichten lassen, dass ich rüber zu den Jungs gehen soll wenn ich Pasta haben möchte. Das war echt nett und mit Emanuel kann man sich gut austauschen. 
Was mich immer wieder wundert ist, dass man morgens mit Scheisslaune starten kann aber am Abend ist man wieder völlig wo anders nämlich im Paradies. 

14.04.14 Llanes, 23km

Ach wie habe ich gut geschlafen in meinem Einstern-Hotel an der Nationalstrasse. Das Zimmer hat mich mit Halbpension 32€ gekostet. Da gibt’s nichts zu meckern. Zudem war es nach hinten raus und gegessen habe ich auch gut. Ich war so fertig, dass ich nur ein Glas von dem exzellenten Rjoja getrunken habe. Mich zog es nur noch aufs Bett. Meine Füsse haben sehr gelitten gestern und heute Morgen waren sie etwas geschwollen. Um 8.00 habe ich an der Bar meinen Café con Leche getrunken und schon ging es los um die falsch gelaufene Strecke ein drittes Mal abzulaufen. Der Anfang war harzig und ich habe mal wieder den Weg gesucht. Bis Pendueles ging es praktisch nur der Nationalstrasse entlang. Das ist schon mühsam genug aber dazu bauen sie gleich daneben noch die neue Autobahn… Ein kurzes Stück ging es durch den Wald oder besser halben Wald. Rechts sah es so aus:

und links so:

Ich dachte mir es kann nur besser werden und das wurde es auch nämlich ab Pendueles. Da begann ein wunderschöner Wanderweg wo man sich manchmal in den Schweizer Bergen oder auf der schwäbischen Alp wähnte. Mit Kühen, vielen Kälbern, Pferden und Esel. 

In Pendueles ging es aber zuerst einmal in die Bar und da traf ich auch schon Petra die genüsslich frühstückte. Ich habe dann auch gleich mal ein Stück Tortilla verdrückt. 

Der Höhepunkt heute waren sicher die Bufones de Arenillas. Dies sind so Kamine im durchlöcherten Kalkgestein wo das Wasser des Meeres mit aller Wucht durchdrückt. Diie See war heute aber sehr ruhig deshalb kam leider kein Wasser durch die Schlote. Beeindruckend war es aber trotzdem man hörte ein schauriges Fauchen und erwartete jeden Moment, dass es oben rausschiesst. Merke gerade, dass ich vergessen habe mit dem iPhone ein Foto der Bufones zu machen… wird nachgeliefert. Das folgende Bild ist hinter den Bufones, da wo das Meer durch das Kalkgestein drückt. 

Der weg zog sich der Küste entlang und dann ging es wieder durch Eukalyptuswälder. 
Es kam ein schöner Aussichtspunkt nach 

dem anderen und ich musste natürlich jedes Mal Pause machen und die Aussicht geniessen. 

Der krönende Abschluss war dann aber das:

Es war einfach unglaublich schön heute, ich könnte mal wieder juhuchzen vor Glück!

Eigentlich wollte ich heute bis Poo laufen aber mit all dem Sightseeing unterwegs war es bereits 17.00h als ich in Llanes angekommen bin. Wollte nicht schon wieder erst um 19.00h ankommen. 
War gerade Essen im Restaurant das Raimund Joos in seinem Reiseführer empfiehlt. Es war sehr lecker, ich geniesse es vor allem Meeresfrüchte zu essen. Hier an der Nordküste kann man überall Menüs essen die zw. 10 und 12€ kosten. Es gibt immer Vorspeise, Hauptgang und Dessert sowie eine ganze Flasche Wein von der man soviel trinken kann wie man mag und der ist selten schlecht in Spanien. Wie ihr seht lasse ich es mir gut gehen…
Seit gestern habe ich meine Mitpilger verloren, weiss nicht wo sie sind aber meine Erfahrung zeigt, dass man sich meistens wieder trifft. Bin heute auch wieder alleine im Zimmer und ehrlich gesagt geniesse ich das im Moment. Die Albergue ist im Bahnhofsgebäude untergebracht, wenn ich beim Bad aus dem Fenster schaue, kucke ich direkt auf das Perron. So ich werde mich langsam verabschieden, werde morgen früh los gehen. Rechne mit einer längeren Etsppe von ca. 30km. Das letzte Bild zeigt Llanes vom Wanderweg aus. 

13.04.14 El Peral, 34km (+4km)

Es sind immer mehr Pilger unterwegs auch in den Herbergen. Heute Morgen um 6.30 gingen bereits diverse Wecker los. Der lauteste mit fröhlichem Kickeriki kam von Jana. Ich musste echt Grinsen. Vorbei ist es mit ausschlafen, jetzt weht ein neuer Wind und es erinnert mich sehr an den Camino Frances. Rafa ist den Kids gestern davon gelaufen, da er wahrscheinlich keine Lust mehr hatte erst um 10.00 loszulaufen und erst um 7.00 abends anzukommen. Alex hat Freunde getroffen und ist jetzt mit diesen unterwegs. Jana und Laura sind extra früh aufgestanden um Rafa einzuholen. Er wartet auf sie in San Vincente… Vielleicht wollte er auch nur Alex loswerden und die Girls für sich alleine haben? Alex wird wohl weiter Party machen und den Camino auf seine Art gehen. 

Habe heute die alternative  Route der Küste entlang genommen. Zuerst ging es auf einem abenteuerlichen Damm bis zum Strand von Oyambre. 

Dann musste ich ein kurzes Stück auf der Strasse laufen. Ein Spanier, der gerade seine Joggingrunde machte, zeigte mir den Weg zum Strand von Meron. 
Am Strand von Meron habe ich erst mal Pause gemacht und bald schon sah ich Jana und Laura, die den Weg auch gefunden haben. Es ging dann alles dem Strand entlang bis San Vincente de la Barquera. Wunderschönes Städtchen aber ich habe es einfach rechts liegen lassen und bin weiter Richtung Serdio. 

Jetzt sitze ich gerade umgeben von Kühen auf einem Bänkchen. Es ist ziemlich frisch und ich bin durchgeschwitzt vom Aufstieg. Werde mich mal wieder auf den Weg machen…

In Serdio gab es eine Cerveza von Limon und Chips und schon ging es weiter. Ich traf die 3 Portugiesen, die gestern in der Albergue von Comillas waren. Der eine hatte unten in der Küche geschlafen, da er so laut schnarche. Dass nenne ich Rücksichtnahme… Chapeau! Die eine Frau der Portugiesen hatte ganz viele Stiche im Gesicht, scheinbar von der Herberge in Comillas…

Heute habe ich die Grenze nach Asturien mittels einer Brücke überschritten!
Eigentlich wollte ich in Colombres übernachten aber die Albergue war completo! Die Senora hat mich in die 1km entfernte Pension Oyambre geschickt, es sei ganz einfach alles geradeaus. Ich bin dann losgezottelt, es war bereits 18.00h und ich hatte wirklich die Schnauze voll. Es war dann eben doch nicht ganz so einfach und ich bin bis La Franca gelaufen und habe es leider nicht gefunden. Etwa 5 Leute habe ich gefragt! Ich habe dann auf dem Handy im Outdoor Führer nachgeschaut und da war der Weg zur Herberge genau beschrieben. Daraufhin bin ich wieder umgekehrt und habe dadurch noch etwa 4 Extrakilometer gemacht. Das beste war, dass diese Pension dann auch noch geschlossen hatte und ich im Gottseidank gegenüberliegenden Yhotel untergekommen bin. Brauche wohl nicht zu erwähnen, dass ich nudelfertig bin. Es ist schon bald 22.00h und ich will nur noch schlafen…