05.06.2016 Glen Nevis Campingplatz

So jetzt sitze ich alleine im Restaurant wo wir gestern bereits gegessen haben aber es ist ok. Wollte heute eigentlich gleich weiterlaufen aber dann beschloss ich einen Tag auszusetzen weil mein rechter Fuß mir ziemlich weh tat. Es ist die Stelle wo ich vor 1.5 Jahren den Fuß gebrochen habe. Es hatte gestern schon ziemlich weh getan und ich musste Ibuprofen nehmen. Bin heute Morgen mit Caroline und einem jungen Brasilianer, habe es leider verpasst nach seinem Namen zu fragen, nach Fort William gelaufen. In Fort William ist das offizielle Ende des West Highland Weges. Wir haben die offiziellen Fotos gemacht und haben uns dann um wichtigeres gekümmert, nämlich endlich Zu frühstücken. Für mich war es zwar bereits das zweite Frühstück, da ich früh aufgestanden bin während die anderen beiden noch im Bett rumhingen. Hier in Schottland fängt es um 3.30 bereits mit dem Vogelgezwitscher an. Würde ich nicht mit Augenbinde und Ohropax schlafen würden mich die Vögel bereits dann aus dem Bett jagen. Meistens fange ich so um 6.00h morgens an zusammenzupacken und gegen 7.45/8.00 laufe ich dann los. Um 21.00h bin ich meistens schon im Zelt um alles für den morgigen Tag vorzubereiten und um 22.00h fallen mir bereits die Augen zu. 

Ich bin dann mit Caroline bis ihr Bus um 13.00h fuhr im Städtchen rumgelaufen. Dann habe ich noch meine Rückreise organisiert und Proviant eingekauft. Dann bin ich an einer Bar vorbeigelaufen wo sie den Tennisfinal von Murray und Djokovic übertragen haben, da konnte ich natürlich nicht wiederstehen und musste leider zusehen wie Murray verloren hat. Anschließend musste ich zum Campingplatz wieder 3km zurücklaufen. Es war richtig heiß als ich der Straße entlang lief und ich habe mir prompt schon wieder einen Sonnenbrand geholt. 
Dann habe ich noch geduscht, Wäsche gewaschen und bin Essen gegangen und somit war der freie Tag schon wieder rum. 
Morgen geht es weiter und ich wollte mir ein BnB reservieren da das Wetter schlechter werden soll und ich auch gerne wieder mal in einem Bett schlafen möchte. Leider hatte ich keinen Erfolg, es hat nirgends jemand abgenommen. Jetzt werde ich mein Glück halt so probieren und einfach loslaufen. 

Caroline versucht gerade ihr Monster hoch zu heben. Das scheint nur im sitzen zu gehen. 

Hier war früher das offizielle Ende des WHW…

Und da ist es heute, beim Wanderer mit den schmerzenden Füßen. 

Unser letztes Selfie…👍, leider gegen die Sonne aber die Strahlen haben auch was oder?

Abendstimmung im Glen Nevis Camping, am Fuße des Ben Nevis. 

04.06.2016 Glen Navis Camping

Ich bin 2 oder 3km vor Fort William auf dem Campingplatz mit Caroline. Der WHW geht morgen in Fort William zu Ende und irgendwie ist das etwas traurig. Werde morgen den Weg mit Caroline abschliessen und dann werden wir uns über diverse Dinge informieren müssen. Caroline muss den Bus nach Edinburgh buchen und ich werde mich über den Great Glen Way informieren und schauen ob ich eine Karte kaufen kann. Dann brauche ich auch ein Bus- oder Zugticket zurück nach Fort William und nach Glasgow. 

Heute hat es zum ersten Mal geregnet und ich konnte endlich meine neue Regenausrüstung testen. Das war so lustig und Caroline hat sich köstlich amüsiert. Bis ich alles an hatte war der Regen schon fast wieder vorbei. Alles hat so gut gerochen nach dem Regen. Ansonsten war es ein sehr schöner letzter Tag auf dem WHW. 
Ich werde mich jetzt in mein kleines gemütliches Zelt zurück ziehen, worin ich mich mittlerweile richtig zu Hause fühle. 

Kinlochleven am frühen Morgen. Auf der anderen Seite sieht man die Terrasse wo Worcesters noch Bier getrunken haben. 

Wiese voller Ankeblüemli

Caroline im Anmarsch

Zeit für eine Pause nach dem Anstieg 

Verfallene Farm in den Highlands, die wohl einem der vielen Vlans hier gehörte 

Das Hochland

Letzter Anstieg

Wiese voller Kleeblätter 

Hier konnten wir endlich mal pinkeln. Nicht ganz einfach im offenen Hochland. 

Der Waldvist komplett vermoost 

Farm der sich noch nicht entrollt hat

Glen Nevis, der höchste Berg Schottlands

03.06.2016 Kinlochleven

Heute war der zweitletzte Tag auf dem WHW. Und da es mir wieder so schwer fällt aufzuhören werde ich noch ein paar Tage auf dem Great Glen Way bis zum Lich Ness laufen. Wer weiß vielleicht begegne ich ja Nessie. 

Schon wieder war es ein wundervoller Tag mit schönem Wetter. Hier in den Highlands reden sie bereits von einem Jahrhundertsommer. Ich habe noch keinen einzigen Regentropfen gespürt dafür habe ich einen Sonnenbrand. 
Von Kungshouse ging es auf den Devils Staircase zum Pass hinauf. Das war tierisch anstrengend und ich spürte noch die Müdigkeit von gestern in den Knochen. Ich habe mich mühsamst hochgequält und durfte oben angekommen die schöne Aussicht geniessen. Auf dem Pass sind wir lange sitzen geblieben und haben es genossen das schlimmste bereits hinter uns zu haben. Wir wussten auch, dass es heute nur 14km waren und nahmen es daher gemütlich. Dann ging es in stetigem Bergab Richtung Kinlochleven. Beim Abwärtsgehen bin ich dann ausgerutscht und so blöd auf meinen Wanderstock gefallen, dass er gebrochen ist. DasDummevdaran ist, dass ich die Wanderstöcke benötige um das Zelt aufzubauen. Ich habe mir dann aber nicht allzu große Gedanken gemacht und einfach gedacht „the trail provides“. Das bedeutet soviel wie der Trail schaut zu einem. Und so wars dann auch. Als wir auf dem Campingplatz angekommen sind habe ich den Campingwart beiläufig gefragt ob er nicht zufällig einen Wanderstock übrig habe? Woraufhin er schnell nach hinten gegangen ist, mit 2 Wanderstöcken in der Hand zurück kam und meinte die könne ich haben. Ich habe dann gesagt ichbwürde sie morgen früh wieder vor die Tür stellen, worauf er meinte ich könne sie behalten. Ist das nicht unglaublich? Mit dem Adapter für das Telefon war es das Gleiche. Ih konnte mein Telefon nie richtig aufladen weil der Adapter nichtvrichtug passte. Mir ging langsam der Saft aus und ohne Handy hätte ich auch keinecFotos mehr machen können. Ich habe dann einfach gedacht, dass sich eine Lösung finden würde. Am nächsten Tag traf ich Sascha und ihre Mütter und erzählte ihnen mein Problem. Sascha meinte dann sie hätte die Lösung für mein Problem. Und so war es dann auch. The Trail provides…. Ich wolltecihrvden Adapter abkaufen aber sie wollte nichts dafür, so habe ich sie heute Abend zu einem Whisky eingeladen. 
Morgen also letzter Tag. Je nach Wetter wollen Caroline und ich morgen wild campen. Übermorgen amMoegen werde ich dann in Fort William einkaufen. 
Das Kingshouse Hotel

The Devils Staiecase

Oben auf dem Psss, leider gegen die Sonne. 

Kann mich nicht satt sehen. 

Unser Mittagsrastplatz

Caroline beim Runter gehen

Das Wasserkraftwerk 

01.06.2016 Tyndrum

Jetzt bin ich so richtig angekommen auf dem West Highland Way. Wieder ein traumhaft schöner Tag und es war manchmal sogar richtig heiss. Die dominierende Farbe heute war grün und gesehen habe ich vor allem Schafe. Ich lerne jetzt auch die Leute langsam kennen und habe einen total lustigen Abend mit zwei Kalifornierinnen, Mutter und Tochter sowie Caroline aus Frankreich verbracht. Jetzt muss ich mich entscheiden ob ich morgen eine kurze oder sehr lange Etappe laufen will. 14 oder 30km. Es ist bereits 22.00 und ich habe noch nichts vorbereitet, deshalb fällt mein Bericht heute eher kurz aus. 

Farbe grün und Schafe

Die Hindernisse, die einem immer wieder in den Weg gelegt werden. Da muss man dann mit voller Montur rüber klettern. 

Idyllisches Plätzchen

Mein schöner Rastplatz

Schon wieder ein Hindernis 

Die „hohen“ Berge Schottlands. Die höchsten sind so um 1000m

Alter keltischer Friedhof

Das Hochland ist einmalig schön

Unglaublich oder?

Solche Hütten zum übernachten hintres viele am WHW 

31.05.2016 Inverarnan Beinglas Farm

Die Puuh, habe heute für 10km 4.5 Std. gebraucht. Das war echt anstrengend und Kräfte zerrend. Der Weg war ziemlich abenteuerlich und man musste viel rauf und runter klettern. Teilweise sogar ziemlich gefährlich, ein falscher Tritt und man hätte sich zumindest ein paar Knochen gebrochen. An einer Stelle habe ich fast kapituliert aber Aufgeben liegt nicht drin. Deshalb habe ich allen Mut zusammen genommen und bin irgendwie diese Felswand runter. Alles gut gegangen Gottseidank! Ich bin um 13.00h hier auf der Farm angekommen und habe dann beschlossen gleich hier zu bleiben. Eigentlich wollte ich ja noch bis Crianlarich weiterlaufen aber als ich dann gelesen habe, dass der Campingplatz 10km ausserhalb des Ortes liegt habe ich mir gleich ein Bier bestellt und somit war es entschieden dass ich hier bleibe. 

Es ist wunderschön hier und der Campingplatz ist umgeben von Bergen. 
Habe grosse Kleiderwäsche gemacht und die trocknet jetzt ganz schnell an der Wäscheleine an meinem Zelt. Hoffe dass es nicht alles weggeblasen hat wenn ich zurück komme. 
Heute Morgen bin ich schon besser mit den Midges klargekommen. Bevor ich überhaupt aus dem Zelt raus bin hatte ich bereits mein Moskitonetz auf dem Kopf und hatte mich mit Moskitorepellent eingespart. Es ist wirklich unglaublich wie sich diese Stechmücken auf einen stürzen sobald man das Zelt verlässt. Eine riesige Wolke hat mich begleitet bis ich im Haus war. Das Zusammenpacken war auch eine Herausforderung, da es diese Nacht sehr viel Kondenswasser hatte. Es war auch zum ersten Mal nicht neblig am Morgen früh sondern strahlender Sonnenschein. Habe dann alles zum trocknen aufgehängt und bin frühstücken gegangen. 
Roberto ist wahrscheinlich wieder um 5.00h morgens los da er bis Tyndrum laufen wollte. Habe absolut nichts gehört als er sein Zelt zusammengepackt hat aber ich hatte ja auch Ohropax drin. Bin richtig froh, dass ich genügend Zeit habe. Viele hier machen sich einen riesigen Stress und laufen riesige Etappen. Ich frage mich dann was es eigentlich bringt hier so durchzurennen, es ist eigentlich zu schön dafür. Heute Abend werde ich vor meinem Zelt essen habe keine Lust ins Restaurant zu gehen. Bin richtig happy mit meinem kleinen Campingkocher. 

Mein felsiger Pfad heute 

Dann aber auch wieder meine Lieblingsblumen

Da habe ich das Schlimmste bereis hinter mir

Immer wieder schöne Aussichten

Dosiert eine Schutzhütte von innen aus 

Die Schutzhütte steht an einem sehr idyllischen Ort

Immer noch Loch Lomond

Und dann plötzlich ändert sich die Umgebung 

02.06.2016 Kingshouse

ZWas für ein Tag! Heute bin ich fast 30km gelaufen. Es ist eigentlich ganz gut gegangen nur den letzten Anstieg habe ich nur mit Müh und Not geschafft. 90% der Leute hier lassen sich den Rucksack von einem Hotel zum anderen transportieren und laufen dann leicht und locker an einem vorbei. Heute hätte ich mir gerne ein Zimmer geleistet nach der ganzen Anstrengung hätte ich das auch verdient. Aber leider alles voll, sorry no vacancies. 

So liege ich jetzt ungeduscht im meinem Zelt denn die sanitären Anlagen durften wir auch nicht benutzen. Aber für diese Fälle habe ich Feuchtücher dabei und ein Drama ist das auch nicht wenn man mal nicht duschen kann. 
Heute ging es so richtig durchs schottische Hochland und teilweise fühlte ich mich wie in der Mongolei oder in der Tundra. Nicht dass ich schon dort gewesen wäre aber so stelle ich es mir vor. Es war unglaublich schön. Bin einen großen Teilbdes Weges mit Caroline gelaufen einer 21 jährigem Sudentin aus Aix en Prrovence. Sie hat einen monströsen Rucksack und nachdem sie gestern noch Essen für 3 Tage gekauft hatte (unter anderem Konservendosen) musste sie kapitulieren und den Rucksack nach Kingshouse vorausschicken. Sie kommt mir ein bisschen vor wie Cheryl Straid in dem Film Wild. Cheryl kauft alle Sachen ein die sie braucht. Im Hotelzimmer bevor sie los läuft packt sie alles in den Rucksack und versucht in hochzustemmen aber sie kriegt ihn einfach nicht hoch. Irgendwie schafft sie es dann doch und nennt ihren Rucksack fortan „liebevoll“ Monster. 

Am frühen Morgen, es ist noch niemand unterwegs 

Hier habe ich die erste Pause eingelegt. 

Schöne Aussicht von ganz oben

Von hier an gibt es kein zurück. Für 10 gibt es auf dem Hochplateau keine Schutzhütte, man ist den Elementen komplett ausgesetzt und läuft auf uralten Felsigem Straßen. 

Caroline ruht sich aus, sie läuft heute ohne ihr Monster, da wir fast 30 km zu bewältigen haben. 

Szenenwechsel 

30.05.2016 Inversnaid

Heute bin ich in der Hölle gestartet und irgendwann im Paradies gelandet. In dem Moment als ich heute Morgen aus dem Zelt gestiegen bin, haben mich die Midges ausgefressen. Ich war so genervt und wütend, dass ich nur wild um mich geschlagen habe. Während dem musste ich mein Zelt abbauen und meinen Rucksack packen. Ich bin schier ausgerastet und bald schon hatte ich dieses dämliche Moskitonetz auf dem Kopf worüber ich mich gestern noch köstlich amüsiert habe. Ich war bereit den Bettel hinzuschmeissen und entschied, dass Camping wirklich nicht mein Ding ist. Ich sass dann am Picknicktisch und habe mit dem Netz über dem Kopf mein Frühstück zubereitet. Schwierig würde es dann Alices darum ging zu essen. Ein Englisches Pärchen sass auch am Tisch. Sie ganz entspannt und er auch mit Moskitonetz. Sie kommt ursprünglich aus Schottland. Wahrscheinlich haben die Schotten ein natürliches Antigen im Blut. 

Ich bin dann um 8.15 los und meine Stimmung war ziemlich düster, ich hätte liebsten den nächsten Bus genommen. 
Ich hatte auch das Gefühl nirgendwo zu Hause zu sein und nirgends hinzugehören. Dann habe ich plötzlich gedacht, dass Es messer wäre Zurbrügg denken, dass ich überall zu Hause bin und hingehöre wo ich grease bin. Von da an ging es mir schlagartig besser. Ich habe dann in Rowardennan ein spätes zweites Frühstück zu mir genommen und dann hatte ich das Gefühl endlich hier angekommen zu sein. 
Nach Rowardennan gab es 2 Möglichkeiten für den Weg und ich entschied mich die schwierige jedoch schönere Etappe zu laufen und ich habe es nicht bereut. Dies war bisher die schönste Strecke. In stetigem auf und ab ging es dem See entlang. Dazu ein grüner Märchenwald und lauter violette Blumen. Einen schöneren Zeltplatz nach dem anderen, nur war es zum Campieren leider zu früh. Ich habe dann an einem schönen Platz direkt am See Mittagspause gemacht und mein Zelt und Schlafsack zum trocknen aufgehängt. Am Morgen muss ich die Sachen immer feucht zusammen packen. Sogar einen Kaffee habe ich mir mit meinem Gaskocher gemacht und dann kam auch endlich dieses Gefühl  von Freiheit auf, weil ich mein Zelt und essen dabei habe und einfach anhalten kann wo ich will. Ich habe mir auch noch überlegt in einer dieser Schuzhütten mitten im Wald zu übernachten aber dazu fehlte mir dann schlussendlich der Mut und auch hätte ich zurück laufen müssen weil ich Zuwenig Wasser dabei gehabt hätte. Ich entschloss mich dann bis Inversnaid zu laufen und dort entweder im Hotel oder auf einem kleinen Zeltplatz zu übernachten. Auf den letzten paar Kilometern bin ich dann Roberto begegnet der am Wegesrand sass. Ja und irgendwie hatten wir gleich einen guten Draht und es stellte sich raus, dass er aus Spanien kommt und auch schon den Camino gelaufen ist. Das ist es was ich bisher auf diesem Weg vermisst habe. Eine gewisse Verbundenheit jenseits von Geschlecht, Herkunft und Alter. Wir sind dann den Rest des Weges zusammen gelaufen. Ich habe einen schönen Abend verbracht, bin schon wieder von den Midges gefressen worden und trotzdem restlos glücklich. Roberts und mein Weg werden sich morgen wohl schon wieder trennen und doch war es eine Freude ihn kennengelernt zu haben. Er muss am Freitag bereits in Fort William sein und läuft deshalb sehr lange Etappen. Er ist heute von Drymen gekommen, da war ich vorgestern. Eigentlich müsste ich nochmals raus um das Zelt nachzuspannen aber ich habe keine Lust nochmals von diesen Biestern vernascht zu werden. 

Mein wunderschöner, magische Waldweg

Rhododendron am Wegesrand 

Schöne alte Telefonkabine

In der Jugendherberge von Rowardennan wollte ich eigentlich übernachten aber es war nichts frei

Mittagspause am Loch Lomond

Einfach magisch

El Camivo oder the Path

Rowchoish Bothy wo ich überlegt habe zu übernachten 

Einfach bezaubernd

Blick auf den See

Es braut sich was zusammen 

29.05.2016 Milarrochy Bay

Bin am grössten See Schottlands dem Loch Lomond auf dem Campingplatz. Heute war ich schon schneller mit Zelt aufstellen, wie schnell man doch dazu lernt😉. Habe gestern ganz gut geschlafen ausser dass die Luftmatratze immer ans Zeltende gerutscht ist und ich Angst hatte, dass mein Schlafsack nass wird wenn ich dran komme. Dies ist nämlich die einzige Seite des Zeltes welches nicht doppelwandig ist und dann gibt es halt gerne Kondenswasser. Heute habe ich das gleiche Problem weil der Boden wieder etwas abschüssig ist. Ich glaube einen topfebenen Untergrund wird man in der Natur selten finden. Überlege schon was ich unter die Matratze kleben könnte damit es nicht so rutscht. 
Heute Morgen war es noch neblig aber als wir auf den Conic Hill gestiegen sind kam die Sonne raus damit das Ganze noch etwas schweisstreibender wird. 
Die Aussicht war dafür bombastisch. Beim Aufstieg habe ich auch Barry und Paul wieder getroffen und sie haben mich ganz oben auf dem Berg zu Kaffee und Schokolade eingeladen. Stellt euch vor, sie hatten eine Thermoskanne dabei. Das kann man eben wenn man den Rucksack nicht selber schleppen muss. Das habe ich mir sehr gerne gefallen lassen. Sie sind dann weiter nach Balmaha gelaufen wo sie reserviert haben. Ich habe dann noch Mittagspause gemacht und meine Zeltausrüstung getrocknet. Als ich die Sachen heute Morgen eingepackt habe wär natürlich alles feucht. Die Touristen haben mich etwas blöde angeschaut aber das war mir egal. Hauptsache ich kann heute Nacht in einen trockenen Schlafsack schlüpfen. 
Hier hat es ganz viele kleine schwarze Stechmücken, eine echte Plage. Mir gegenüber sitzt ein Pärchen welches Kopfmoskitonetze übergezogen hat. Sieht echt lustig aus. Würde gerne ein Foto machen….
Wenn man es vergrössert sieht man es vielleicht… Übrigens ich habe auch so ein Moskitonetz aber ich leide lieber😉
Mein bescheidenes zu Hause aber wie der Engländer so schön sagt: My home is my Castle..

Das Gebilde ist ein umgestürzter Baum 

Da löst sich der Nebel langsam auf

Aufstieg zum Conic Hill 

Schöne Aussicht auf den Lich Lomond

Meine Weggefährten für kurze Zeit

Alles wieder runter. Hier sieht man auch wieviele unterwegs sind. 

Lila Blumen im Wald, die haben es mir angetan…

Mein erstes Hochlandrind, hinter einem Stacheldrahtzaun Gottseidank! 

So das wars, muss mich ins Zelt flüchten wegen den Midges, das sind die kleinen schwarzen Stechmücken. Gottseidank hat mein Zelt ein Moskitonetz….
Guets Nächtle 

28.5.2016 Drymen Drumquhassle Farm

Ich liege in meinem Zelt und versuche mit der Luftmatratze nicht immer runter zum Zeltende zu rutschen. Gar nicht so einfach das Ganze. Schon das Aufstellen des Zeltes war lustig und ging nicht ganz ohne Hilfe von statten. Wie heisst es so schön? Übung macht den Meister. Es ist aber wunderschön hier und ich freue mich auf meine erste Nacht im Zelt. Die Vögel zwitschern, die Sonne ist gerade untergegangenen und man hört das Gemurmel der anderen Camper. Wenn man ein Zelt dabei hat ist man gut dran denn die Unterkünfte sind alle ausgebucht. Die Leute buchen bereits Monate im Voraus. Ich bin aber happy mit meinem Zelt und das Wetter spielt auch mit. Es war zwar den ganzen Tag windig, kalt und grau aber zum Laufen ganz angenehm. Am Nachmittag kam dann sogar die Sonne raus und gegen Abend war es richtig schön. 

Für einen ersten Tag habe ich mich ganz gut geschlagen. Die Füsse tun nicht sehr weh und meinem Rücken geht es auch ganz gut. Der Weg war auch sehr schön, es ist unglaublich wie grün es hier ist. Alles ist am blühen, viel Ginster und vor allem lila Blumen. Dazu Märchenwälder mit viel Moos und Eichenbäumen. Es ging auch nicht viel hoch und runter, die perfekte Etappe zum einlaufen. Morgen werde ich dann meinen ersten Munroe besteigen, so heissen die Berge hier. 
Gegen 11.00 bin ich an der Glencoyn Whisky Distillerie vorbeigekommen und habe an einer Führung teilgenommen wo man 12 Jahre alten Whisky degustieren konnte. Man hätte auch noch viel älteren Whisky degustieren können aber das wird dann ganz schön teuer. Slainte Mhath, dies heisst Prost auf schottisch aber da wärt ihr bestimmt selber drauf gekommen oder? Ich habe mir eine kleine Flasche 18 jährigen Whisky gekauft den ich in einem speziellen Momemt oder spätestens am Ende des West Highland Ways trinken werde. 
Vom Campingplatz muss man noch eine halbe Stunde laufen um nach Drymen zu kommen aber das lohnt sich den dort steht der älteste Pub Schottlands The Clachlan datiert 1734. Ich bin da ganz mutig alleine rein und habe dort Barry und Paul getroffen, zwei Engländer die auch in der Distillerie waren. Mit ihnen habe ich dann zusammen gegessen. Was toll ist, hier man kann schon früh Essen abends, nicht wie in Spanien wo man teilweise bis 21.00 warten muss. Hier kriegt man schon um 18.00 etwas. 
So ich werde jetzt mit Vogelgezwitscher einschlafen. Es ist kurz vor zehn und ich bin hinüber. 

Der offizielle Start des WHW

Die Wegzeichen denen ich brav folge

Märchenwald und Moor

Lila Blumen

Glencoyn Distillerie 

Wie älter der Whisky wie dünkler die Farbe und dann kommt es noch auf das Fass drauf an. Die mit der rötlichen Farbe werden in benutzten Sherryfässer gelagert. 

Auf dem Weg nach Drymen

The Clachlan

27.05.2016 Glasgow

Liege im Bett im Hotel Arrto in Glasgow. Sogar im Zimmer ist es kalt, brrrrr. Bin noch nicht so motiviert mich auf den West Highland Way zu begeben aber das wird sich wohl ergeben sobald ich unterwegs bin. 

Bin heute morgen um ca. 10.30 in Glasgow gelandet und musste dann noch bis 14.00 warten bis ich das Hotelzimmer beziehen konnte. Man fühlt sich dann irgendwie heimatlos und wie ein Vagabund wenn man so durch die Strassen irrt und nirgendwo hin kann. Habe dann die Zeit genutzt um letzten Proviant zu kaufen, zu essen und mein Zugticket für morgen zu besorgen. 
Habe auch schon ein paar Hiker gesehen aber gesprochen habe ich noch mit niemandem.
Werde wohl früh ins Bett gehen, denn ich habe letzte Nacht nicht viel geschlafen, musste um 4.00 (!) aufstehen. 
Bin auch traurig und emotional ziemlich aufgewühlt. So ich werde jetzt ein kurzes Nickerchen machen und melde mich spätestens morgen wieder. Ich habe nur 2 Fotos gemacht, Sightseeing macht nicht so Spass bei diesem Wetter. 

Buchannan Street und Einkaufsmeile wöbest nur Schmuck zu kaufen gibt.