3. Tag Berroeta, 14km

Ich sitze in der Küche der ersten Albergue die offen hat, ganz alleine. Habe ich eigentlich schon gesagt, dass ich bisher keinen einzigen Pilger getroffen habe? Ich scheine die einzige zu sein, die hier rumstiefelt. Die Senora hat gemeint ich sei die erste Schweizerin😉. Fühle mich manchmal schon alleine und es wäre schön mit einem Gleichgesinnten reden zu können. Der einzige Camino, der auch so einsam war, war die Strecke von Cluny nach St. Jean-Pied-de-Port. Da habe ich einmal eine Pilgerin gesehen aber leider nur von hinten. In St. Jean-Pied-de-Port hatte es dafür dann mehr als genug Pilger, nur musste ich dann nach Hause. 

Habe heute Morgen oft gezweifelt warum ich das überhaupt mache. Warum laufe ich ganz alleine in der Pampa rum? Warum tu ich mir das an? Warum will ich überhaupt den PCT laufen? Ist doch alles nur tierisch anstrengend und alles tut einem weh. Hatte das Gefühl nicht stark genug zu sein für den PCT. Zweifel, Zweifel, Zweifel..😠. Auch ist diese Unsicherheit ob man etwas zum schlafen findet manchmal etwas zermürbend. Ehrlich gesagt war es noch nie so schwierig. Habe es schon mehrmals bereut das Zelt nicht dabei zu haben, man fühlt sich einfach unabhängiger. Habe heute Morgen zweimal versucht die Albergue hier anzurufen und es hat niemand abgenommen. Dann hatte ich von einem anderen Reiseführer eine andere Nummer wo man mir dann Gottseidank die richtige Nr. gegeben hat.  
Ich glaube die Senora hat es mir angehört wie erleichtert ich war, dass die Albergue offen ist. Morgen weiss ich es schon wieder nicht. Die Albergue in Olagüe, wo ich eigentlich hin wollte ist geschlossen und die in Lanz habe ich nicht erreicht. Es hat aber bisher immer geklappt und ich musste auf all meinen Caminos noch nie auf der Strasse schlafen. Es wird schon werden, im schlimmsten Fall muss ich 40km bis Pamplona laufen. Ein Klacks oder? Man sollte sich einfach keine Sorgen machen und sich um die Probleme kümmern wenn sie wirklich anstehen. Ich verbringe soviel Zeit damit mich zu sorgen und schlussendlich war es meistens unnötig. Aber ich bin halt immer noch am lernen zu vertrauen und manchmal fällt es mir einfacher und manchmal eben nicht. Der Gedanke kein Dach über dem Kopf zu haben, kein Platz wo man sich zurückziehen kann, kein Bett zum schlafen, da geht es bei mir ans Eingemachte. Da kommen Urängste hoch und das sitzt ganz tief. Ich weiss noch wo ich von zu Hause aus nach Santiago gelaufen bin, da habe ich 2 Nächte im Voraus gebucht, da ich die Unsicherheit nicht aushalten konnte. Wie länger ich unterwegs war, wie entspannter wurde ich und in Spanien war ich richtig glücklich, dass man nicht reservieren konnte. Heute ertrage ich die Unsicherheit auch wenn es mir immer noch schwer fällt und vor allem lasse ich mich von meiner Angst nicht mehr aufhalten. Und vielleicht ist dass ja der Grund warum ich immer wieder auf dem Camino bin: Um zu lernen Unsicherheit zu ertragen, um das zu tun was ich will auch wenn ich Angst habe. Mut ist wenn man es trotzdem tut und jedes Mal wenn ich ein kleines Stück über meine Angst hinausgehe bin ich wieder ein bisschen freier. Denn um das geht es doch schlussendlich oder?

Die Kirche hätte ich eigentlich gerne besichtigt denn sie soll eine Darstellung des Matamoros (St. Jakob soll ja auch die Mauren getötet haben und als Maurentöter heisst er Matamoro). Unter Franco hat man ihm aber das Schwert wegenommen und die Mauren wurden auch weggemalt. Die Kirche öffnete aber erst um 11.00h…

Die baskischen Dörfer sind allesamt sehr pittoresk. Dies ist Elizondo, die Hauptstadt des Baztan Tales. 

Elizondo

Irgendwo unterleg nach Berroeta. 

Falls die Albergue zu ist hat es hier ein paar Telefonnummern. 

Das sehr schöne Dorf Ziga. 

Im Garten dieser Casa rural (Hotel/Pension) durfte ich eine Cerveza con Limon trinken und auf dem Liegestuhl ausruhen da die Bar zu war. Ganz nette Leute hier. 

Aussicht vom Liegestuhl. 

Meine Aussicht aus der Albergue in Berroeta. 

1. Tag Espelette, 24.5 km

Ach ist das schön nach einem veregneten Tag trocken und frisch geduscht auf einem grossen Bett zu liegen. Das habe ich mir wahrlich verdient! Weiss jetzt auch warum die Pilgerherberge hier in Espelette zu hat, sie haben Bettwanzen! Eine echte Plage und fast nicht wegzubekommen. Falls es Holzbetten sind müssen die komplett abgeschliffen werden, die Böden auch. Ein Fall du den Kammerjäger… Wie bin ich doch hier in diesem schönen Haus gut aufgehoben😊. 

Ich habe heute Morgen um 7.30 das Hotel verlassen. Draussen war es noch dunkel und es regnete bereits. Das Gewitter war aber Gottseidank schon vorbei, da lag ich noch im Bett als es gerumpelt hat. Habe mühsamst meine Regenausrüstung installiert, nur um gleich wieder alles abzunehmen weil ich am Markt einen Kaffee und ein Gipfeli zu mir genommen habe. Hätte ich mir wirklich sparen können aber dies ist so typisch wenn man den ersten Tag unterwegs ist, es klappt noch nicht alles so reibungslos und manchmal verhält man sich einfach noch zu kompliziert. Heute war Markttag in Bayonne und der wird entlang der Nive (Fluss) aufgebaut. Es herrschte bereits ein geschäftiges Treiben und ich bin dann um 8.00 endgültig gestartet. Es ging alles der Nive entlang und die Etappe verlief grösstenteils auf gepflasterten Strassen. Spätestens in Ustaritz nach 14 km taten mir die Füsse so richtig weh. Wollte nicht schon wieder in eine Bar gehen und habe mich auf eine Bank vor der Kirche gesetzt wo ich ausgiebig Pause machen wollte bevor ich den Weg fortsetzen wollte. Der Regen hatte aber etwas anderes vor und kaum hatte ich was gegessen ging es auch schon wieder los. Um in eine Bar zu gehen hätte ich umkehren müssen und das ist etwas das jedem Pilger zutiefst gegen den Strich geht. Zurück laufen? Niemals, da müsste schon ein Sturm oder Gewitter im Anmarsch sein. Man denkt dann immer es wird schon noch eine Bar kommen aber dem war leider nicht so und so musste ich meine Pause in einem Bushäuschen verbringen. OHNE KAFFEE!!! Na ja so schlimm war es auch wieder nicht, eigentlich ganz gemütlich und ich konnte mir auch die vielen geistreichen und weniger geistreichen Einritzungen auf der Holzbank zu Gemüte führen. Was den Leuten so einfällt…
Ich fand meine 24.5km für den ersten Tag ganz schön ambitioniert aber im grossen und ganzen ist es eigentlich ganz gut gegangen. Nach Espelette habe ich eine Abkürzung durch den verregneten Wald genommen und da ist mir ein Mann entgegengekommen. Der war irgendwie ein bisschen komisch und ich habe mich ein paar Mal diskret umgeschaut ob er mir folgt aber er ist tatsächlich in die andere Richtung. Man hat halt manchmal komische Gedanken. 
Passt auch zum ersten Tag. In Espelette bin ich gleich mal in die erste Bar und habe mir ein heisses Panini und 2 Stangen gegönnt. Man hat das gut getan! Es gibt doch nichts besseres als ein Bier nach einem anstrengenden und langen Wandertag. Espelette ist bekannt für seine Paprikaschoten. Man sieht ganze Felder und jedes Jahr im Oktober gibt es ein Fest nur für die Paprikaschoten. Die Häuser werden auch damit geschmückt. Es ist ein sehr schönes baskisches Dorf. Ich sollte aufstehen und was essen gehen, mal schauen ob ich mich dazu überwinden kann, im Bett ist es gerade so gemütlich. 

Sie wollten leider nicht mitkommen. 

Da kommt die nächste Ladung auf mich zu. 
Habe leider nicht sehr viele Fotos gemacht aber daran ist der Regen schuld!

2. Tag Ariskun, 27.5km

Auf dem Pass Oxtondo

Habe gestern Abend aus Essen verzichtet und mich mit Picknick aus meinem Rucksack begnügt. Frage mich gerade wann ich zum letzten Mal was richtiges gegessen habe. Madame hat mir heute Morgen ein tolles Frühstück gemacht und um 8.00 habe ich mich auf den alternativen Weg gemacht, den mir Madame vorgeschlagen hat. Als ich schon ein Stück gelaufen war habe ich gemerkt, dass ich meine Ohrringe auf dem Nachttisch habe liegen lassen. Habe sie augenblicklich losgelassen und gehofft, dass sich jemand anders daran erfreut. Mir ist ein Pilger entgegengekommen der nach Irun unterwegs war, gestartet ist er in Belgien👏. Plötzlich hatte ich das Gefühl in die falsche Richtung zu laufen. Manchmal wäre es halt schon besser eine Karte dabei zu haben, vor allem wenn man Alternativrouten läuft. Bin dann umgekehrt und zurückgelaufen. Ja genau das was Pilger so hassen😁. Da kam mir ein Auto entgegen und ich habe die Hand rausgehalten um es anzuhalten. Dann habe ich gesehen, dass es Mme. Maddirena von der Pension in Espelette war. Sie ist mir extra nachgefahren um mir die vergessenen Ohrringe zu bringen. Dabei hatte ich sie doch bereits losgelassen. Ich hätte sie am liebsten umarmt, nicht nur wegen den Ohrringen sonder auch weil sie mir versichert hat auf dem richtigen Weg zu sein. Und wieder einmal habe ich Hilfe bekommen, genau dann als ich sie gebraucht habe. Irgendwann bin ich dann zum Pass gekommen und habe den Jakobsweg wieder gefunden. Um 13.00 war ich bereits in Urdax, habe dort zu Mittag gegessen und beschlossen noch bis Amaiur weiterzulaufen. Ach, wenn ich gewusst hätte was mich erwartet wäre ich wohl in der wunderschönen Herberge vom Kloster geblieben. Es folgte nämlich ein absolut steiler Aufstieg zum Pass von Oxtondo! Der Pass liegt auf 610m und gestartet bin ich bei ca. 50m😬. Ich habe mehrmals gezweifelt ob dies wohl die richtige Entscheidung war auch weil ich die Albergue in Amaiur nicht erreichen konnte. Das Touristen Büro wusste nicht ob die Albergue offen ist und die Bar in Amaiur auch nicht. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass sie geschlossen ist. Es stand aber das es noch eine Pension geben soll… Um 17.30 war ich endlich in Amaiur und die Albergue existierte nicht mehr und eine Pension gab es auch nicht. Zudem war die Bar zu wo ich mich noch für den weiteren Weg hätte stärken können. Das ganze Dorf schien aber an der Beerdigung zu sein die in der Kirche stattfand. Als das „Worst case Szenario“ schlussendlich wirklich eingetroffen ist war es eigentlich gar nicht so schlimm. Ich musste halt nochmal 4 km ins nächste Dorf weiterlaufen. War schon hart denn ich war hundemüde. Ja und was lerne ich daraus? 1.  Gehe nie mit der Angst, es gibt immer eine Lösung oder 2. Immer schön vorher anrufen damit ich auf der sicheren Seite bin. Muss ich sagen, dass ich die erste bevorzuge? Wenn man auf dem Pilgerweg unterwegs ist muss man immer wieder Unsicherheit aushalten und man sollte lernen zu vertrauen, dass es immer eine Lösung gibt. 

Jetzt bin ich in der Pension Exteberria untergekommen, habe gut gegessen und bin an meinem zweiten Bier. Ich werde wohl früh ins Bett gehen weil mir alles weh tut und ich fix und fertig bin. Dennoch fühle ich mich rundum zufrieden. 

Typische baskische Landschaft

So viele Wegweiser in Ainhoa

Wunderschönes baskisches Haus

Extragrosses Wegweiser und den gelben Pfeil übersah ich trotzdem. 

Bei den Brunnen steht immer gleich such ein Glas damit man weiss, dass es Trinkwasser ist. 

Damit ihr mal seht wie gefährlich dieser Weg ist. Ich glaube das ist eine Würgeschlange. 

Das Restaurant in Urdax wo ich zu Mittag gegessen habe und die alte Mühle. 

Auf dem Pass Oxtondo

Blaue Schafe, Achtung sie rennen gleich weg… Ich brauche nur Huh zu sagen. 

Ankunft in Bayonne

Ich bereue bereits, dass ich mein Zelt zu Hause gelassen habe. Das erste Refuge welches ich morgen ansteuern wollte hat leider geschlossen. Habe aber Chambre d’Hôtes in Espelette gefunden. Morgen soll es auch regnen, also gut zu wissen, dass ich morgen ein trockenes Plätzchen vorfinden werde. In Frankreich muss man immer einen Tag vorher anrufen um sich was zum schlafen zu organisieren. In Spanien ist das Gottseidank nicht so, die Pilgerherberge ist einfach offen oder an der Türe steht eine Telefonnummer. Ich bin in die Kathedrale um mir den Pilgerstempel zu holen und die Erste Pilgerin die ich getroffen habe hat mich bereits genervt..😁. Ich habe die nette Dame in der Kathedrale gefragt wo ich den Gas für meinen Campingkocher finden könnte. Worauf sie mich völlig entsetzt angeschaut hat und darauf hingewiesen hat, dass die Pilgerherbergen alle mit einer Küche ausgerüstet seien. Ich habe gemeint,ich mache mir halt unterwegs gerne mal einen Tee oder einen Kaffee. Dann ist besagte Pilgerin dazugestossen und hat gemeint ich solle doch einfach vertrauen..🤔. Was hat das denn bitte damit zu tun? Bin sicher, dass sie zu den Pilgern gehört, die von A-Z schon alles durchreserviert haben. Habe insgeheim gehofft, dass sie nicht den gleichen Weg nimmt wie ich, denn auf solche Pilger habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Es kann ja nur besser werden…😖. 

Die Anreise war irgendwie anstrengend. Angefangen damit, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte und dann um 4.00 morgens aufstehen musste. Um 6.20 ging mein Flug und um 8.00 war ich bereits in Bordeaux. Musste dann leider Bus 12.00 warten bis mein Bus nach Bayonne fuhr. In der Zwischenzeit hätte ich ja Zeit genug gehabt für meine dreistündige Busreise nach Bayonne Proviant und Wasser zu organisieren aber irgendwie habe ich das glatt vergessen. Hatte nichts zu essen und noch ca. 2dl Wasser, welches ich auf 3 Stunden verteilen musste. Im Bus war es zudem ziemlich heiss und in Bayonne bin ich regelrecht aus dem Bus gestürzt. Habe mir bei der ersten Möglichkeit Wasser und was zu essen gekauft, mein Blutzucker war völlig im Keller. 
Habe ein Zimmer mitten in der Altstadt und fühle mich wie so meistens am Ankunftstag fremd in einer fremden Stadt. Bayonne ist aber sehr schön und ich bin die längste Zeit durch die alten Gassen flaniert. Habe mit dem iPhone leider kein Foto gemacht nur mit der Kamera. Freue mich auf Morgen wenn ich endlich loslaufen kann. Dann fühle ich mich meistens gleich besser. Ich bin einfach nicht gerne Tourist und fühle mich  irgendwie fehl am Platz. Sobald ich anfange zu laufen finde ich langsam wieder zu mir selber und es fällt mir einfacher auf andere zuzugehen. 
Muss jetzt noch meinen Rucksack umpacken und dann werde ich wohl bald schlafen gehen. Durch den Wassermangel heute habe ich leider Kopfschmerzen…😒. 

10.06.2016 Glasgow Airport & London Heathrow

Sitze in einer Bar am Flughafen und trinke gerade mein letztes schottisches Bier. Das Bier hier ist einfach viel würziger als das Schweizer Bier, vor allem haben Sie eine Riesenauswahl. Ich habe in Schottland nur ein einziges Mal Wein getrunken und das war gestern. Hier sind wir schliesslich im Land des Bieres und des Whiskys. Keine Frage, dass ich mir hier im Duty Free noch einen Whisky gekauft habe. Konnte sogar degustieren😜. Wie angesäuselter ich bin für den Flug, wie weniger werde ich Angst haben nachher. Ich glaube es gibt keinen Ort wo ich mich so gerne zudröhne wie auf dem Flughafen. Ich werde wohl immer Flugangst haben, trotzdem dass ich schon so oft geflogen bin. Die terroristischen Anschläge und Selbstmord von Piloten sind ja auch nicht gerade hilfreich. Wenigstens habe ich wunderschöne Ferien im schottischen Hochland verbracht, sollte ich nicht in Basel ankommen… Man sieht sich hoffentlich..😘

Mein Flug von Glasgow hatte schon mal über eine Stunde Verspätung und so habe ich meinen Anschluss verpasst. Konnte aber Gott sei dank auf einen späteren Flug umbuchen. Jetzt bin ich halt noch später zu Hause😝. 
Der Flug hierher war kurz und easy, bin ja auch zugedopt😬. Habe die ganze Zeit die Highland Saga von J. Gabaldon gelesen. Toll wenn sie von Orten spricht, die ich jetzt kenne. Ist ein tolles Buch, wurde auch schon als Serie verfilmt und das beste ist, dass es im Ganzen etwa 8 Bücher gibt🤗. So mein Flug nach Basel wird jetzt dann gleich aufgerufen. London Heathrow ist riesig abermals  ist ein toller Flughafen. 

09.06.2016 Fort Augustus

Heute war ein würdiger Abschluss meiner Ferien im schottischen Hochland. Ich sitze in der Bar meines Hotels und trinke das wahrscheinlich letzte schottische Bier: St. Andrews Ale, schmeckt total lecker. Heute Abend werde ich mir zum Abschluss ein Glas Wein gönnen. Ich bin absolut zufrieden mit meinem Weg und es ist auch ok morgen nach Hause zu fahren auch wenn es ein sehr langer Tag werden wird. 

Ich habe heute noch mal eine sehr schöne Tour gemacht. Ich bin auf den Höhenweg, die nächste Etappe und habe es mochmal in vollen Zügen genossen. Wie ich den Märchenwald vermissen werde und die schönen Ausblicke. Sogar meine Nächte im Zelt werde ich vermissen. Obwohl ich mich auch auf mein Bett freue😉. 
Ich habe mich verliebt in das schottische Hochland und seine Menschen. Auch wenn das Wetter unberechenbar ist, Schottland ist einmalig! Ich liebe das Bier dem Whisky, die Wälder, die Hochenenen und vor allem die Menschen. Manchmal würde ich gerne die Zeit zurück drehen um zu erfahren wie es hier war als noch die Clans die Macht hatten. Die Mc Kenzies, Mc Donnels, Mc Campells usw. Ich glaube ich werde mich ein bisschen mit der Geschichte Schottlands beschäftigten. So hier kommen die  Bilder meines letzten Ausflugs in den Highlands von Schottland. 

Wie ich diesen Wald vermissen werde. 

Ohne Worte. 

Muss ich noch was sagen?

Ausblick auf Fort Augustus. 

Erster Halt. Die Aussicht hier oben ist einfach gigantisch. 

Loch Ness in all seiner Pracht. 

Gleich nochmal. 

Jedem Schotten seine eigene Telefonkabine. 

Die Schleusen von Fort Augustus, leider etwas dunkel. 

08.06.2016 Fort Augustus

Ahhhh, Schottland hat einfach gutes Bier. 

Nur schon diese Farbe..🤗

Habe mir für die letzten zwei Tage ein schönes Hotel gegönnt. Habe im Richmond Hotel das letzte Zimmer ergattert und morgen muss ich noch mal umziehen aber das ist mir ziemlich egal. 
Habe als erstes ein schönes warmes Bad genommen um meine Muskeln und alten Knochen zu entspannen. Das war einfach göttlich. Nach dem Bad habe ich mich genüsslich eingecremt und anschließend im Zimmer einen Kaffee getrunken. Die Buscuits hier sind einfach köstlich. Ich liebe dieses Land und wenn es nach mir geht war das sicher nicht mein letzter Besuch. 
Hatte heute wieder Glück mit dem Wetter   . Anfangs war es ziemlich neblig und windig aber im Laufe des Tages hat es immer mehr aufgetan und die Sonne kam raus. Fazit: Ein Regentag in zwölf Tagen, wer hätte das gedacht. Ich hatte mich eigentlich auf Dauerregen eingestellt aber der war in Deutschland und der Schweiz. Es ist eigentlich so wie immer es kommt anders als man denkt. 
Der Tag heute war sehr einfach, keine Höhenmeter zu bewältigen und es ging mal wieder dem Kanal entlang. Ich war um 13.00h bereits in Fort Augustus. 18km leicht und locker. Jetzt bin ich so richtig drin und ich würde den Great Glen gerne zu Ende laufen. Fort Augustus ist ca. die Hälfte und ein würdiger Abschluss. Es ist wirklich sehr schön hier, so wie ich es mag, ein kleiner Ort mit sehr viel Atmosphäre. 
Zum Abendessen gab es Lachs an Dillsauce und zur Vorspeise die Tagessuppe. Lecker!
Zum Abschluss werde ich mir wohl noch einen kleinen Whisky gönnen…

Mein geliebter Wald. Nirgendwo sonst kann man seine Batterien so gut aufladen. 

Kleines Moor

Die blühen hier überall am Weg. 

Das grüne vorne ist alles Farn. 

Muss mich immer wieder dazu bewegen weiter zu laufen. Meine Augen können sich nicht satt sehen. 

Mein Pausenbänkchen am See. 

Wo sind die Elfen, Trolle und Waldgeister?

Das letzte Stück geht es nur noch am Kanal entlang. 

Das Ende des Kanals, anschließend kommt Loch Ness. 

Loch Ness

Der See ist sehr aufgewühlt, ob Nessie sich wohl gleich blicken lässt? 

Es rauscht wie am Meer. 

Für diese uralte Brücke aus dem 17. Jahrhundert wird noch Geld gesammelt um sie wieder aufzubauen wie anno dazumal. 

Dieses wunderschöne Gebäude sehe ich mir dann morgen an. 

So, es ist Zeit für meinen Whisky..😜. Slainte Mhath! 

07.06.2016 South Laggan

Ich liege warm und trocken im Great Glen Hostel. Gute Entscheidung, dass ich mir hier ein Bett organisiert habe und noch viel besser, dass ich überhaupt eines bekommen habe. Ich wurde zum ersten Mal so richtig verregnet. Dem Gewitter konnte ich in einem kleinen Unterstand, der eigentlich für Holz gedacht war, entfliehen aber es hat mich anschließend doch noch erwischt mit schottischem Dauerregen. Ich war gerade an einer offiziellen Campsite für wild camping und  wollte gerade weiterlaufen als ein heftiger Wind aufkam und man kaum mehr weiter gehen konnte da er direkt von vorne kam . Ein junger Mann auf dem Fahrrad war auch unentschlossen ob er weiter soll oder nicht. Ich hatte bereits entschieden, dass ich zurück zum Unterstand gehe und habe dem jungen, vorerst noch sehr reservierten Mann, gesagt er solle doch mitkommen. Wir sassen dann beide in diesem einfachen Holzunterschlupf und merkten bald, dass er nicht ganz wasserdicht war. Es plätscherte überall fröhlich rein. Wenigstens konnten wir so in Ruhe unsere Regenkleidung anziehen. Es stellte sich dann heraus, dass der junge Mann aus Deutschland kommt und schon 2 Wochen mit dem Fahrrad durch Wales und Schottland unterwegs war. 
Nach 1.5 Std. Konnten wir dann endlich weiterziehen, da es aufgehört hatte zu regnen. Die Regenmontur liess ich aber an und es fing auch bald schon wieder an. Das letzte Stück war dann ziemlich mühsam, vor allem weil ich das Great Glen Hostel nicht fand und es in Srömen regnete. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und bin raus aus dem Wald auf die Straße gelaufen. Da waren 2 Häuser aber leider niemand zu Hause. Eine Klingel scheint es in Schottland auch nicht zu geben. Dann ging ich weiter der Schnellstraße entlang zum nächsten Haus und versuchte mein Glück dort. Ich sah einem älteren Mann gemütlich in seinem Sessel sitzen, winkte und rief schon ziemlich verzweifelt Hello. Der Mann kam dann aus dem Haus und war sehr nett. Er hat mir den Weg erklärt und dank ihm bin ich dann doch noch im Great Glen Hostel angekommen. Ich war nass und aufgeweicht wie eine Kanalratte, ein Hoch auf das ganz normale schottische Wetter, dass ich das doch noch erleben durfte.
Ansonsten war es den ganzen Tag über heiss und schwül und ich war irgendwie saft- und kraftlos. Habe Pausen gemacht ohne Ende und bin wahrscheinlich auch deshalb verregnet worden. 
Sehr alter Friedhof. Die Schrift auf den Grabsteinen ist nicht mal mehr zu lesen. 

Kleiner Frosch, der sich voller Angst vor mir versteckt. 

Diesem Zeichen folge ich jetzt, geändert hat sich eigentlich nur die Farbe. 

Loch (See) Lochy. Hier habe ich mein Zelt zum trocknen ausgelegt. 

Hier sieht man gut wie ganze Waldflächen einfach abgeholzt werden. Ich habe jetzt aber gelesen, dass sie hier in der Gegend wieder die heimischen Baumarten anpflanzen wollen und deshalb riesige Flächen von Tannenwäldern roden. Das sieht teilweise wirklich grauenhaft aus, es Bericht einem das Herz. 

Hier z. B. Würde ein ganzer Wald vernichtet. 

Sieht grauenhaft aus oder? Es hat mich echt tagelang beschäftigt warum die Schotten ganze Wälder roden. 

Zwei Enten watscheln vor mir her. Hier geht’s zum Trailblazer Rest, eine Campsite wo man wild campieren kann, d.h. keine sanitären Einrichtungen. Hier habe ich auch das Gewitter ausgesessen. 

Es braut sich was zusammen. 

Aber mit einem guten alten Whisky übersteht man auch das. 

06.06.2016 Gairlochy

Bin auf einem kleinen Campingplatz 1.5km entfernt vom Great Glen Way (GGW). Was für ein Kontrastprogramm zu den letzten beiden Tagen. Da waren so viele Menschen und jetzt ist nur noch ein anderer Hiker aus Holland hier. Es ist absolut friedlich und ich genieße das sehr. Vorher hat es geblitzt, gedonnert und ein paar Tropfen geregnet. Wir haben schnell die Wäsche rein geräumt, unser Essen verräumt und dann war es auch schon wieder vorbei. 

Heute war es den ganzen Tag über heiß und schwül, dass ein Gewitter kommt war klar, die Frage war nur wann. Habe einfach gehofft, das Zelt nicht im Regen aufstellen zu müssen. Dies musste ich vorgestern auf dem Glen Nevis Camping, war ganz schön stressig Warte ja immer noch auf den Test ob mein leichtes Zelt auch wirklich dicht ist. Vielleicht ja heute Nacht? 
Habe mir heute in der Apotheke eine Salbe geholt, die ich auf meine infizierten Stiche der Midges tun kann. Das sind echte Quälgeister. Ich glaube ich habe sicher 100 Stiche am ganzen Körper meine Waden sehen am schlimmsten aus. Habe aber auch viele Stiche im Gesicht, am liebsten gehen sie an die Schläfen, die Stirn oder entlang des Unterkiefers. Diese Viecher werden ganz sicher nicht meine Freunde. Von mir aus sollten sie nicht mal eine Existenzberechtigung haben. Was sich da der liebe Gott wohl dabei gedacht hat als er Plagegeister wie die Midges erschuf?
Es ging heute den ganzen Tag einem Kanal entlang, was eigentlich ganz schön war nur mit der Zeit wurde es langweilig. Keine Abwechslung, immer das Gleiche. Kein Vergleich mit dem West Highlandway, der war keinen einzigen Tag langweilig. Dazu war es heiß und schwül und es viel mir ganz schön schwer, den Tritt nach dem Ruhetag wieder zu finden. Auch fühlte sich der Rucksack schwer an, da ich Proviant für 2 – 3 Tage mitschleppen muss. Wasser gab es am WHW ohne Ende, man konnte das Wasser meist direkt aus dem Bach trinken ohne es behandeln zu müssen. Hier würde ich das Wasser aus dem Kanal nicht mal trinken wenn es gefiltert und chemisch behandelt wäre. Ich habe eigentlich immer nur einen Liter dabei, bei dieser Hitze und keiner Möglichkeit nachzufüllen viel zu wenig. Je nach Wetter morgen muss ich wohl zusätzlich zu meinen beiden Halbliterflaschen noch die Trinkblase halb füllen, damit ich 2lt habe.
So werde mich jetzt langsam in mein Zelt verkriechen und den morgigen Tag vorbereiten. 

Zwei einsame Zelte, links die Schweiz und rechts der Holland. Wir scheinen aber beide Grün zu mögen. 

So sieht mein rechtes Schienbein aus. 

Gespaltener Stein auf dem Weg nach Fort William. 

Der Anfang des GGW. 

Die Schilder sind immer auf englisch und gällisch angeschrieben. 

Gestrandetes Schiff am See. 

Neptuns Staircase. Hier gibt es etwa 10 Schleusen hintereinander und im gesamten werden 450 Höhenmeter überwunden. Ich hätte es von unten fotografieren sollen…

Hier beginnt der Kanal. 

So sahs die nächsten 4 Stunden etwa aus. 

Reinste, feinste Schafswolle. 

Immer noch das gleiche Bild. Gähn…

Immer wieder hat man Ausblicke auf den höchsten Berg Schottlands, den Ben Nevis. 

Der Ginster blüht hier in Massen entlang des Weges. Der Duft ist teilweise betörend. 

Kleine Abwechslung für das Auge. Alte Schwenkbrücke aus Stahl, welche die Farmer noch benutzen. 

Der linke Teil der Brücke ist jetzt ausgefahren. Sie mussten aber wieder abbrechen weil ein Segel- und Motorboot kamen. 

Schade das Bild ist zu dunkel. Nächstes Mal nehme ich wieder meine Kamera mit. 

Ein lila Blimenfeld beim Fluss, der parallel zum Kanal verläuft. 

Ben Nevis

Ich weiß nicht ob man es sieht, da ist ein Regenbogen.