Tag 1, Hauser Creek, km 24.7

Was für ein erster Tag! Heute morgen um 6.00 war Abfahrt Richtung Mexikanische Grenze. Wir hatten mit dem Auto eine Stunde und mir war ziemlich schlecht, vor Aufregung aber auch weil ich nicht viel geschlafen hatte. Mein Blutdruck war komplett in Keller und ich konnte mir in diesem Moment nicht vorstellen wie ich in meinem Zustand auch nur einen Schritt Richtung Kanada machen könnte. Wir sind dann Richtung PCT Monument gelaufen und haben die obligaten Fotos geschossen. Ja und dann war es endlich soweit, wir haben unseren Rucksack geschultert und haben uns auf den Weg gemacht. Zuerst wusste ich nicht in welche Richtung und Scout fragte mich ob ich den nicht zugehört hätte. Ich sagte, Nein, ich wäre viel zu aufgeregt. Er lachte und meinte, gehe einfach nach Norden. In dem Moment als ich losgelaufen bin war plötzlich alles gut. Wie wenn ich das schon immer gemacht hätte. Die Nervosität war weg, ich hatte keine Angst mehr und  schlecht war mir auch nicht mehr. Ich habe die ersten Schritte auf dem PCT zusammen mit Estefania gemacht. Sie kommt aus Südamerika lebt aber in Madrid. Sie hat einen ganz kleinen Rucksack, ein Basisgewicht von ca. 6kg!

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Ich musste bald zum ersten Mal in die Büsche, weil die Blase drückte. Dabei ist mir meine Sonnenbrille runtergefallen ohne dass ich es gemerkt hätte. Als ich Estefania schon wieder eingeholt hatte bemerkte ich Gottseidank, dass sie fehlte. Ich lief zurück und da lag sie auf dem Boden und wartete auf mich. Geht ja wohl nicht, dass ich in der ersten Stunde auf dem PCT bereits etwas verliere!

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Estefania lief schneller als ich und so trennten sich unsere Wege immer wieder aber spätestens wenn ich Wasser benötigte holte ich sie wieder ein. Da es ein schneereicher Winter war hatten wir immer genügend Wasser. Jeder kleine Bach oder Fluss war am fliessen dieses Jahr. In den letzten 6 Jahren der Trockenheit, mussten die Hiker viel mehr Wasser schleppen als wir heute. Ich wurde dann auch etwas nachlässig und habe meinen Wasservorrat nicht ganz aufgefüllt bei der letzten Möglichkeit, sodass ich dann gezwungen war bis Hauser Creek durchzulaufen. Estefania beschloss, bereits früher zu campen. Vielleicht auch wegen dem attraktiven jungen Hiker, der gerade auf der Campsite erschienen war? Na ja, ich hatte auf jeden Fall keine Wahl und zog alleine weiter. Sehr bald kam dann wieder ein Bach wo ich mein Wasser auffüllen konnte.

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Am Hauser Creek waren schon einige Hiker und ich suchte ein Plätzchen für mein Zelt. Ich hatte dieses Zelt noch nie aufgebaut deshalb war ich etwas nervös. Als es endlich stand wollte ich es noch etwas spannen und dann brach die ultraleichte Zeltstange! Kann doch wohl nicht wahr sein und dies am ersten Tag! Ich musste dann das Zelt mit meinen Trekkingstöcken aufbauen. Als ich fertig war holte ich meinen Foodsack aus dem Zelt und setzte mich zu den deutschen Hikern. Ich gönnte mir am ersten Abend eine Lasagne von Montain House, mmhhhh lecker! Nach dem Abendessen wollte ich mich in mein Zelt zurückziehen. Ich kam mit meinem Fuss an den Trekkingstock und mein ganzes Zelt brach wieder zusammen! Mann war ich genervt! Ich beschloss, dass ich mich kein halbes Jahr mit diesem Zelt rumschlagen würde, sondern ein neues kaufe! Schlussendlich stand es aber wieder und ich konnte endlich mein müdes Haupt hinlegen.

Morgen geht es los!!!

Jetzt wird es richtig ernst und erstaunlicherweise bin ich noch sehr ruhig. Am Mittag war endlich alles erledigt. Ich habe eine neue Telefonnummer, war beim Outdoorstore und habe mich durch zwei amerikanische Supermärkte gekämpft! Meine Visakarte funktioniert auch nachdem ich den PIN gefunden habe. Gottseidank habe ich den aufgeschrieben😬. Amerikanische Supermärkte sind gigantisch und gestern Abend war ich damit total überfordert. Habe sogar das Nachtessen verpasst weil es so lange gedauert hat. Aber ich konnte mir noch schnell was aufwärmen😊.

Scout und Frodo sind toll und alle anderen Helfer auch. Man kann sie alles fragen und sie stehen einem mit Rat und Tat zur Seite. Am meisten Spaß machen die Pack Shakedowns. Da wird bei einem Hiker der ganze Rucksack auseinandergenommen und geschaut was man wirklich braucht. Die restlichen Hiker schauen zu und es ist auch sehr amüsant zu sehen was so mitgeschleppt wird und warum😉. Man lernt viel dabei und wirft immer wieder etwas aus dem Rucksack.


Es ist so toll hier zu sein, in Amerika, bei Scout und Frodo und mit allen anderen Hikern. Man kriegt soviel Unterstützung und man realisiert, dass der PCT eine ganz spezielle Erfahrung sein muss.

In diesem Sinne: LETS GO AND HIKE!!!

Bye, bye….

Ich gebe zu, ich bin nicht so gut darin Selfies zu machen, man betrachte nur den nüchternen weissen Hintergrund. War schon froh ein Foto zu schiessen wo ich es schaffe mich anzulächeln..:-).
Darf ich vorstellen? Dies bin ich mit meiner neuen PCT-Frisur, extra aerodynamisch geschnitten um ein reibungsloses und schnelles Vorankommen auf dem Trail zu sichern. Schliesslich will ich ja nicht, dass mir ein anderer Hiker den besten Zeltplatz vor der Nase wegschnappt! Ich werde an den anderen Hiker vorbeirauschen, die werden nur ein Wusch hören und mich nicht mal zu Gesicht bekommen. Sie werden sich verwundert fragen: „Was war dass denn?“

Ja meine Lieben, nun ist es also soweit, dies ist mein letzter Beitrag von Basel aus, das nächste Mal melde ich mich von San Diego oder vom Trail. Ich werde jetzt meine Laptop abschalten, alles veräumen und meine restlichen Sachen in die ZebraBox in Allschwil bringen. Was dann noch übrig bleibt kommt mit.

Morgen um 6.25h geht mein Flug und ich werde bestimmt kein Auge zu tun heute Nacht weil ich, wie immer wenn ich frühmorgens fliege, Angst habe zu verschlafen. Habe zwei Wecker gestellt! Drückt mir die Daumen!

Tschüüüsssssss!

Meine Pakete sind alle in San Diego angekommen…

Heidi ist gestern bei Scout und Frodo (Heidis und meine Gastgeber in San Diego) angekommen und hat mir dieses Bild der vielen, vielen Pakete aller Hiker geschickt. Sie hat sogar extra nochmal nachgezählt und alle meine Pakete (6!) sind bei meinen True Angeln (die Helfer entlang des Weges) angekommen! Gestern waren ca. 30 Hiker da und Heidi hat auch schon eine Hiking Partnerin für den heutigen Tag gefunden. Sie sehen beide richtig happy aus!

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In der Wüste soll es, nach dem Jahrhundert Winter in Kalifornien, genug Wasser geben, sodass sie nur mit 2lt Wasser starten mussten heute morgen. Nach meiner Zeitrechnung, Kalifornien ist 9h hintendrein, sind sie seit ca. 3.5 Std. unterwegs. Soviel ich weiss fahren sie die Hiker um 6.00h morgens zum PCT Monument, dem Startpunkt an der Mexikanischen Grenze. Ich würde jetzt gerne Mäuschen spielen und schauen wie es Heidi so geht an ihrem ersten Tag.

Bei mir gehen die Vorbereitungen langsam zu Ende, es kommt alles ins Lot und es gibt bald nichts mehr zu tun ausser am Dienstag meine restlichen Sachen in die ZebraBox zu bringen, meinen Rucksack zu packen und am Donnerstag früh zum Flughafen zu fahren.
Sogar meine VISA Karte ist noch rechtzeitig angekommen, habe sie etwas spät bestellt da ich zuerst eine Prepaid Master Card wollte und man mir auf der Bank aber davon abgeraten hatte.

Es ist schon verrückt, seit bald 2 Jahren plane ich diesen PCT. Es ist eine Wahnsinnsorganisation und Vorbereitung hinter dem Ganzen. Ich musste soviele Probleme lösen, gegen Wiedrigkeiten ankämpfen und Widerstände überwinden aber ich habe einfach immer weiter gemacht. Und jetzt ist es dann soweit: Am Donnerstagmorgen fliege ich nach San Diego! Unglaublich!!!

Letzter Trainingshike mit Sandy…

Am Sonntag haben wir nochmal eine sehr schöne aber auch anstrengende Tour zur Belchenfluh unternommenen. Wir waren „nur“ zu zweit unterwegs weil Heidi letzte Vorbereitungen für ihren Abflug nach Los Angeles treffen musste. Inzwischen ist sie wohl bereits in Santa Monica und erholt sich vom ganzen Stress damit sie dann am 16. April ausgeruht auf dem PCT starten kann. Wahrscheinlich liegt sie jetzt gerade am Beach und schlürft einen exotischen Cocktail…😉.

Wir hatten mal wieder wunderschönes Frühlingswetter, nachdem ich letzten Sonntag absagen musste wegen Regen. Das war auch gut so denn am Sonntag lag ich dann krank im Bett..🤒.

Sandy hat dieses Mal ihre Hündin Chinook mitgenommen, die ist so süß ich habe mich glatt in sie verliebt. Ansonsten bin ich eigentlich nicht so ein Hundefan, bin eher der Katzentyp, aber Chinook hat sogleich mein Herz gewonnen.


Natürlich gab es noch unseren obligaten Kaffee mit Baileys und Schlagrahm. Die Baileys Flasche haben wir an diesem Tag geleert und somit waren unsere Testhikes offiziell beendet. Kein Baileys, keine Wanderung, so einfach ist das😁. Sandy hat mir aber noch eine kleine Flasche mit auf den Weg gegeben damit ich auch den PCT beschwingt angehen kann😊.

Wir waren heute viel auf Kreten und sehr schmalen Pfaden unterwegs und man musste gut schauen wo man hintritt. Ich habe ein paar Mal gedacht, ein falscher Tritt und mein PCT-Abenteuer könnte zu Ende sein bevor es begonnen hat…🤔.


Erkenntnis des Tages: Ich hatte heute fast einen Sonnenstich. Habe Zuviel Sonne abbekommen und zu wenig Wasser getrunken. Für die Wüste brauche ich unbedingt noch einen besseren  🎩 und zu wenig Wasser dabei zu haben ist keine gute Idee.

Ich habe diese drei Testwanderungen mit Sandy und Heidi sehr genossen und hoffe dass wir diese im Herbst fortsetzen können. Dann aber mit einem klitzekleinen Rucksack wie Sandy ihn trug😘.

Ohne festen Wohnsitz und stolze Besitzerin einer Zebra Box…

Ist das nicht ein tolles Bild von einem Umzug? Ganz so schlimm war es bei mir zwar nicht aber auch ziemlich chaotisch. Ich habe am Mittwochabend noch bis 00.30h die letzten Sachen zusammengepackt und bin dann todmüde ins Bett gefallen für meine letzte Nacht in meinem alten Zuhause.

Ich hatte ja am letzten Montag, zusammen mit meinem Bruder Pierre, Parkverbotsschilder aufgestellt um Platz zu haben für den Zügelwagen. Als ich dann morgens verschlafen aus dem Fenster geschaut habe standen natütlich immer noch zwei Autos drin. Der eine hatte schon von Anfang an da parkiert und ich befürchtete bereits, dass er wohl in den Ferien sein müsse. Das zweite Auto war von einem Holländer, vielleicht ein Besucher der Basel World, der erst später reingefahren ist und wahrscheinlich keine Ahnung hatte von Schweizer Verkehrsschildern. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass mich das Ganze ziemlich gestresst hat, also ich war nicht gerade die Ruhe in Person. Ich habe dann der Polizei angerufen und die haben mir einen Streifenwagen geschickt. Die haben es dann Gottseidank übernommen, die Autohalter ausfindig zu machen. Ich glaube den Einen haben sie aus dem Bett geholt, der junge Mann sah auf jeden Fall ziemlich verschlafen aus. Ich hatte den Zügelwagen in weiser Voraussicht erst auf 8.30 bestellt und genau als er vorgefahren ist, ist der junge Mann mit seinem Renault Megane davon gebraust. Die Polizei und ich haben in die Hände geklatscht und gemeint: „perfektes Timing“!

Während dem meine beiden starken Zügelmänner die Kisten und Möbel runtergeschleppt haben, habe ich noch die letzten Zügelkisten fertig gepackt und zugeklebt. Nach ca. 1.5 – 2h war alles im Auto und wir sind zur Zebra Box gefahren wo meine Möbel für ein halbes Jahr oder länger eingestellt werden. Ich weiss nicht, ob ihr schon einmal so einen Raum gesehen habt. Ich habe einen Raum mit 12m3 gemietet für meine Einzimmerwohnung. Das ist ziemlich klein und wenn man diesen Lagerraum sieht, denkt man, dass da nie und nimmer alles darin Platz hat. Aber man stapelt die Kisten bis oben und tatsächlich hätte ich am Ende sogar einen kleineren Raum mit 9m3 nehmen können! Aber das ist ok, ich muss ja auch noch ein paar Koffer reinstellen können, da ich ja noch 3 Wochen bei Irena in Birsfelden wohne. Das war ein tierisch gutes Gefühl, zu wissen, dass meine Möbel jetzt eingestellt sind!

Am nächsten Tag hatte ich morgens noch Arzttermine und um 12.30h war ich endlich in der alten Wohnung um sie abgabefertig zu machen, d.h. es war Deep cleaning angesagt. Mir blieben noch 3.5h bis der Vermieter kam, Gottseidank waren die Fenster und der Balkon schon gereinigt. Ich habe es gerade noch rechtzeitig geschafft, 10 Min. vor dem Termin war ich fertig! Puuuuuhhhhh!!! Ich bin dann noch schnell rüber zu meinen Nachbarn und habe sie um ein Stück Brot und Käse gefragt, ich war nämlich ziemlich unterzuckert und wollte so nicht meinem etwas schwierigen Vermieter gegenübertreten. Gelinde ausgedrückt wir können uns gegenseitig nicht ausstehen! Ich hatte von Anfang an nur Probleme mit ihm und war immer wieder damit beschäftigt zu meinem Recht zu kommen. Na ja, dies ist jetzt auch beendet. Es bleibt mir nur noch meinem Nachmieter, mit dem ich auf Wunsch meines Vermieters keinen Kontakt haben durfte, mein herzlichstes Beileid auszusprechen. Bei der Wohnungsbesichtigung habe ich versucht, meine Nachmieter zu warnen aber da mein Vermieter meistens dabei war, gestaltete sich dies etwas schwierig. Es ging nur wenn er raus ging um die nächsten Mieter zu holen. Einmal stand er sogar vor der Türe und hat gelauscht, ich habe mich köstlich amüsiert, ich habe nämlich eine Eingangstüre mit Glasfenstern…

Die Wohnungsübergabe ging dann aber glatt über die Bühne, ich habe zu Beginn nur gesagt: „Na dann, bringen wir es hinter uns“! Er hatte keine Beanstandungen, ich glaube er weiss mittlerweile, dass ich mich im Mietrecht besser auskenne als er, und jetzt muss er mir nur noch das Mietzinsdepot zurückerstatten und dann ist alles Schnee von gestern. Was bin ich erleichtert, dass dies endlich vorüber ist!

Jetzt wohne ich bei Irena, sie hat mir hier ein Gästezimmer eingerichtet und ich fühle mich sehr wohl bei ihr. Ich habe das Gefühl, endlich loslassen und entspannen zu können. Ich stand doch ziemlich unter Druck die letzten Tage. Mit dem Umzug und der Wohnungsübergabe ist mir jetzt eine riesige Last von den Schultern gefallen.

Jetzt geht es nicht mal mehr drei Wochen bis zu meinem Flug nach San Diego… WAHNSINN!!!

Eine weitere schöne Testwanderung…

Sandy hat wieder eine wunderschöne Tour organisiert. Wir sind mit dem Auto bis Waldenburg und dann mit dem Postauto bis zur Passhöhe gefahren. Von da aus ging es erstmal ein gutes Stück bergauf! Ich habe meine Lektion gelernt und bin dieses Mal in meinem eigenen Tempo den Berg hinauf und habe angehalten wenn ich das Bedürfnis hatte. Das letzte mal bin ich noch den langbeinigen Mädels hinterher gehechtet, Puuuhhh war das anstrengend. Man sollte eigentlich meinen, dass ich diese Lektion schon lange gelernt hätte aber scheinbar muss ich es immer wieder aufs neue tun. Wir hatten wunderschönes Wetter trotz den früheren Regenprognosen. Tia, wenn Engel wandern…

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Heidi hat uns dann auf ihrem Benzinkocher, den nimmt sie nicht mit auf den PCT, eine Linsensuppe gekocht. Sandy und ich sassen auf dem Bänkchen, habe Gemüse geschnippelt und die Aussicht genossen. Derweil sass Heidi etwas weiter weg auf dem Weg und hat in der Suppe gerührt. Die Linsensuppe war köstlich und vorbeigehende Wanderer haben ganz neidisch auf unser vorzügliches Essen geschielt. Zum krönenden Abschluss gab es dann noch Kaffee aber nicht etwa gewöhnlichen sondern angereichert mit Baileys und Schlagrahm!!! Sandy hatte das als Ueberaschung in ihren Rucksack gepackt. Heidi sollte davon nichts mitkriegen und so mussten wir sie immer wieder ablenken und wegschicken. Ahhh, die weitere Wanderung ging ganz beschwingt weiter über Kreten mit wundervollem Ausblick.

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Der steile Abstieg auf der Strasse war dann aber eine ziemliche Herausforderung für mein linkes Knie. Eigentlich ist es nicht das Knie sondern die Sehne. Ich habe das Problem schon länger und normalerweise ganz gut im Griff mit meiner Sherpatechnik zum runterrennen. Aber bei diesem Abstieg hat die Technik versagt, wahrscheinlich weil es steil auf Asphalt runter ging. Normalerweise erholt sich das aber bis zum nächsten Tag oder bis zum nächsten steilen Abstieg…;-).

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Ich sehe ziemlich fertig aus und die Frisur ist sowieso dahin…;-). Aber das Bier haben wir uns verdient!

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Van hinten: Mein Rucksack sieht aus wie eine Schildkröte…. Heidis Rucksack ähnelt dem eines PCT Thru Hikers…;-).

Testwanderung auf dem Passwang

Bei allerschönstem Winterwetter habe ich mit Sandra und Heidi einen Testlauf auf dem Passwang gemacht. Dieses Foto wurde auf dem Vogelberg auf ca. 1200m aufgenommen. Im Hintergrund sieht man die Alpen wenn man ganz genau hinschaut.

Heidi und ich hatten je ca. 12kg auf dem Rücken und Sandy war als Day hiker unterwegs..;-). Sie ist immer wie eine Gazelle voraus gelaufen und wir sind wie eine Elefantenherde stampfend und schnaubend hinterher gelaufen. Beim nächsten Testlauf muss Sandy zwingend auch einen schweren Rucksack tragen, sonst wird gestreikt! Sie hat aber eine sehr schöne Wanderung mit vielen, vielen Höhenmetern ausgesucht. Beim Bergauflaufen fehlt mir echt noch die Kondition vor allem mit soviel Gewicht auf dem Rücken. Wenn es runter geht oder gerade aus fühlt sich der Rucksack ok an und ich habe das Gefühl ich schaffe das locker. Aber wehe es geht bergauf dann komme ich ganz schön ins schnaufen und schwitzen. Aber die Kondition wird schon noch kommen bei 4260km…

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Aufstieg zum Vogelberg

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Wunderschöne Aussicht mit den Alpen im Hintergrund

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Heidi versucht sich im Wasser filtern mit dem Sawyer Squeeze. Wir haben festgestellt, dass bei stehenden Gewässern die mitgelieferten Wasserbeutel nicht so einfach zu füllen sind. Das Wasser läuft nicht einfach rein. Ich werde wohl eine leere 1/2 lt PET Flasche mitnehmen, damit geht es einfacher.

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Zwei angehende PCT Thru Hiker. Die Sonne geht langsam unter…

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Wunderschöne Abendstimmung! In Natura war es natülich noch viel schöner…

PCT Long Distance Permit Approved!!! Trotz Hiker Ban von Trump…

Alle um mich herum haben mal wieder eine E-Mail erhalten, wo das Permit drin war und ich natürlich nicht. Schon die Bestätigungsemail hat es ja nicht bis zu mir geschafft. Ich glaube langsamg die Amerikaner mögen meine E-Mail-Adresse nicht. Ich war jetzt gerade auf der Internetseite der PCTA (Pacific Crest Trail Association) und habe mich mit meiner Permit ID eingeloggt. Und siehe da, da stand Approved!!!! Es fehlt mir nur noch die E-Mail mit der PDF Datei. Ich gebe Ihnen noch ein paar Tage bevor ich sie wieder nerve. Jetzt habe ich dann wirklich alle Bewilligungen und Visas. Es kann losgehen, muss mich jetzt einfach noch schlappe 2 Monate gedulden. Ich kann keine Blogs von anderen mehr lesen, ich will mich auch nicht mehr um meine Ausrüstung oder den Proviant kümmern, ich möchte einfach nur noch loslaufen.

Ich musste soviele Hindernisse überwinden aber das gehört alles schon zum Prozess. Es ist kein kleines Unterfangen was ich da vorhabe und dies löst auch viele Aengste aus auf der bewussten wie auf der unbewussten Ebene.

Zuerst hat ja meine Vertretung abgesagt, wir haben übrigens bis jetzt immer noch niemanden, der mich ersetzen kann. Aber gerade heute ist eine vielversprechende Anwärterin in die Praxis gekommen und hat ihr Bewerbungsdossier da gelassen. Mir war sofort bewusst, dass dies die Frau sein könnte mit der ich ab November 2017 vielleich zusammenarbeiten werde. Die Chemie hat gestimmt und ich kann mir gut vorstellen mit ihr zusammenarbeiten. Mal sehen wie meine Chefinnen das sehen.
Der nächste Stolperstein war, dass meine Freundin Irena mir abgesagt hatte betreffend dem Wohnen. Sie hat die Wohnung angeboten bekommen, die sie schon immer wollte und wird deshalb Ende April oder Mai umziehen. Ich nehme nicht an, dass es ihr einfach gefallen ist mir abzusagen aber mir hat es trotzdem den Boden unter den Füssen weg gezogen. Ich habe nur gedacht, oh nein, nicht dass auch noch. Ich wusste nich wo hin mit meiner Wenigkeit und auch nicht mit meinen Möbeln. Dazu kam dass ich auch nicht wusste wo ich hin soll wenn ich zurückkomme. Der Schockzustand hat genau einen halben Tag angehalten und dann habe ich schon wieder angefangen zu organisieren. Die 3 Wochen im April wo ich keine Wohnung mehr habe werde ich trotzdem bei Irena verbringen. Einfach nicht mit meinen Möbeln in einem eingerichteten Zimmer sondern auf einer zusammenfaltbaren Matratze auf dem Boden mit meinen Habseligkeiten um mich rum drapiert. Als kleinen Vorgeschmack auf mein 6-monatiges Campingabenteuer. Meine Möbel kommen in die Zebrabox, da kann man je nach Platzbedarf kleine Boxen mieten. Ich benötige für meine 1-Zi-Wohnung zw. 8 und 12m3. Ich werde mit dem Möbelwagen bei der Zebrabox vorfahren und die sagen dann wieviel Platz ich benötige. Es kommt mich sogar noch billiger als wenn ich meine Möbel bei Irena eingestellt hätte. Für im Herbst wenn ich zurückkomme habe ich auch bereits eine Option, meine Freundin Silvie hat mir eine Frau organisiert, die B&B anbietet und mir das Zimmer mit Bad zu einem Vorgzugspreis überlässt. Sobald ich weiss wann ich zurückkomme werde ich mich bei ihr melden.

Und was lerne ich daraus? Es gibt immer eine Lösung, für alles! Auch wenn man das Gefühl hat, dass alles zusammenbricht und die Träume baden gehen. Es geht immer weiter! Man darf einfach den Kopf nicht hängen lassen oder einfach nicht für all zu lange. Einfach ein bis zweimal kräftig schütteln, wie Hunde das auch tun wenn sie nass sind, und dann Kopf hoch und weiter machen.

Ja und dann bleibt nur noch zu hoffen, dass mein Beitragsbild ein Witz bleibt! Ein guter oder schlechter Witz sei jedem selbst überlassen zu beurteilen. Ich glaube nämlich kaum, dass Trump weiss was der PCT ist, geschweige denn, dass er je davon gehört hat.

Es ziehen dunkle Wolken auf…

Am Freitag hat meine Vertretung abgesagt, es war wie ein Faustschlag in den leeren Magen! Sie habe eine andere feste Stelle gefunden. Ich glaube zwar nicht, dass man das so einfach kann wenn man bereits einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat aber was bringt es mir oder meinen Chefinnen, wenn sie auf Schadenersatz verklagt wird, wir dann aber niemanden haben der mich ersetzt? Ich sah meine Felle in Form meiner jahrelang geplanten Reise davon schwimmen, ohne mich versteht sich. Aber das geht so nicht, wir müssen eine Lösung finden, denn nicht zu gehen ist für mich keine Option! Meine Planung ist bereits zuweit fortgeschritten, ich habe meine Wohnung gekündigt, mein Umzug ist bereits geplant. Die Ausrüstung steht bereit, alle Visas, Permits und Genehmigungen sind eingeholt, die Flüge gebucht und die Ankunft in San Diego geplant. Also, wer immer da oben zuschaut, meine Eltern, meine Familie, Freunde, Schutzengel, Geistführer und Gurus: Tut etwas! Bitte, bitte, bitte… Und in der Zwischenzeit wo ihr das regelt, fahre ich einfach weiter fort mit meinen Vorbereitungen.

Am letzten Dienstag habe ich mein Long Distance Permit beantragt und wer jetzt denkt dies sei eine leichte Sache und in wenigen Minuten online erledigt hat leider weit gefehlt. Der Server der PCTA (Pacific Crest Trail Assosciation)  ist dauernd zusammengebrochen weil sich auf der ganzen Welt alle gleichzeitig eingeloggt haben um ein Permit zu erhalten und es kam deshalb zu ERROR Meldungen am Laufmeter. Als ich dann endlich drin war konnte ich die Menues nicht öffnen und dazu verstand ich teilweise auch die Fragen nicht. Arrrrrgghhhhh!!! Wie ihr seht beste Voraussetzungen um mir mein Permit für den 24. April zu ergattern. Dann kam endlich die Bestätigung auf dem Bildschirm und da hiess es, dass wir in den nächsten Minuten eine Email erhalten würden. Die Bestätigungsemail kam aber nicht, alle anderen hatten sie bereits und ich habe mit den Fingern auf dem Tisch rumgeklopft. Es gab an diesem Tag jeweils nur 35 Permits für einen Tag und deshalb war der Run auch entsprechend gross, weil alle ja ein Startdatum im Kopf haben. Dazu ist das Startfenster relativ kurz, es konzentriert sich nämlich im grossen Ganzen auf den Monat April oder von Mitte März bis Mitte Mai. Dazu hatte ich noch Besuch von meinem Neffen Lucien und seiner Freundin Kiki und konnte mich deshalb auch nicht 100% auf das Ganze konzentrieren. Ich war bestimmt eine ganz grässliche Gastgeberin aber ich hatte sie vorgewarnt und wir konnten das Essen leider nicht anderst legen. Irgendwann habe ich aber einfach losgelassen und mich erfreulicherem zugetan nämlich meinem reizenden Besuch und dem wunderbaren Essen, welches ich gekocht hatte. Als mein Besuch dann weg war habe ich in aller „Ruhe“ nochmals mein Email gecheckt und die vermaledeite Nachricht war noch immer nicht in meinem Postfach. Ich habe dann die PCTA direkt via Email angeschrieben und meine Sorge ausgedrückt, dass wohl etwas schief gelaufen sei, woraufhin ich diese wundervolle Email von Jack zurückerhalten habe:

Sorry about that! Our system had a number of problems today due to the high demand. But I can confirm that we’ve received your permit request and all looks good. Everything is in order.
Have a fantastic time on the trail!

Yupee, ich musste gleich eine Runde in der Wohnung rumtanzen inkl. Purzelbaum auf dem weichen Bett, die Erleichterung war einfach riesengross. Ahhhh, what a relief! Es ist nichts schief gelaufen und ich habe das Permit schon fast in meiner Tasche… na ja noch nicht ganz aber wir bleiben positiv.

Romana, mit ihr werde ich die ersten Schritte auf dem PCT machen, musste am letzten Dienstagabend arbeiten und deshalb ist der ganze Rummel an ihr vorbeigegangen. Als sie sich zu später Stunde eingeloggt hatte waren alle Permits bereits weg und zwar von Mitte März bis Mitte Mai!!! Am 13. Februar kriegt man noch einmal eine Chance, da werden die letzten 15 Permits per Tag vergeben. Da Romana dann schon wieder Nachtdienst hat werde ich das für sie übernehmen und hoffentlich ein Permit für sie am gleichen Tag ergattern. Ich habe ja jetzt Uebung darin und dieses Mal werde ich an diesem Abend rein nichts vorhaben, versprochen!

Am letzten Donnerstag bin ich nach Bern gefahren und habe mich dem Interview in der Amerikanischen Botschaft gestellt. Die haben uns doch fast 1.5 Std. bei -8 Grad in der Kälte anstehen lassen. Meine Zehen schmerzten und  waren schon eingefroren, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich Moonboots angezogen, wenn ich den welche gehabt hätte. Aber so mussten wir halt frieren bis wird endlich zum Securitycheck (genau wie auf dem Flughafen) durchgelassen wurden. Ich musste dann noch Fingerabdrücke geben und das eigentliche Interview dauerte ca. 4 Min. Dann hat er gesagt: your Visa got approved und das wars auch schon. Als ich schon wieder rauswollte ist mir aufgefallen, dass mir meine Uhr fehlte und zwar die Uhr meiner Mama und das hat mich ziemlich getroffen weil es ein Andenken an sie ist. Wir haben dann überall rumgesucht und die Angestellten haben auch rumtelefoniert aber die Uhr war einfach weg. Ich bin dann mit dem Zug nach Hause gefahren und habe geweint. Es hatte mich total traurig gemacht, dass ich jetzt genau diese Uhr verloren hatte. Ich habe Mama um Hilfe gebeten und sie gefragt ob sie nicht schauen kann, dass die Uhr irgendwie wieder zu mir zurückkommt. Ja und dann: sie war gar nie weg! Sie hatte sich in der Kapuze meiner Daunenjacke versteckt und als ich in Basel aussteigen wollte, ist sie mir ins Genick gefallen! Da war ich überglücklich sie wieder zu haben. Mama wollte, dass ich sie noch ein wenig länger behalte…
Als ich im Zug nach Basel sass ist mir auch noch der Perlohrring rausgefallen. Ich hatte nichts gemerkt und als ich auf den Boden sah lag er da… Irgendwie haben mich die wertvollen Sachen verlassen wollen an diesem Tag aber sie haben es einfach nicht geschafft!

Jetzt habe ich ein multiple Entry Visa für die USA welches 10 (!) Jahre gültig ist! Nicht schlecht oder? In dieser Zeit kann ich alle Trails von ganz Amerika abgrasen…;-).