16.10.2021 Pforzheim – 25 km

Und ich habe gemeint, heute sei ein einfacher Tag. Geht ja nur noch runter nach Pforzheim aber dem war nicht so. Auch dieser Tag wollte noch erlaufen werden von Anfang bis Ende.

Die Pension Heidi in Dobel war richtig toll. Sehr herzlich und einladend. Es hatte in jedem Stock einen Kühlschrank wo man rausnehmen konnte was man wollte. Man schrieb es dann auf ein vorgefertigtes Blatt Papier und gab es am Morgen ab.

Gestern Abend war meine Notration fällig: Cous Cous mit Gemüse. Frau Grampart gab mir auch noch eine Tomate, eine Paprika und Petersilie. Das einzige Restaurant, dass in Dobel offen hatte, hatte heute Ruhetag und ich war zu müde um mit dem Bus irgendwohin zu fahren.

Ich genoss es Zeit zu haben und in Ruhe mein Bier zu trinken. Im Zimmer fand ich auch noch Erdnüsse also alles perfekt. Um 19.30 ging ich dann runter und machte meinen Cous Cous. Es war völlig ausreichend und vor allem um einiges verträglicher als die Käsespätzle.

Heute Morgen bin ich wieder um 8.45h los. Dies scheint meine Zeit zu sein wenn es um 8.00h Frühstück gibt und das ist fast überall so. Ausser im Wiedener Eck konnte man bereits um 7.30h frühstücken. Wenn die Etappen lang sind wär es natürlich hilfreich wenn man früher los könnte. Das ist der Vorteil wenn man mit dem Zelt unterwegs ist, man kann los wann man will.

Volzemer Steine kurz nach Dobel

Als ich los bin lag auf den Feldern noch Nebel. Ich liebe das, es gibt einfach eine tolle Stimmung!

Morgenstimmung

Ich bin bei einer Pferderanch vorbeigekommen und die Pferde hier sind total Süss und kleiner als normale Pferde. Vielleicht waren es auch Ponys…

Eher ein Pony oder?

Nach Dobel ging es gleich in den Wald. Dort hat man einen Engelspfad angelegt mit Bildern und Sprüchen von verschiedenen Menschen wie z. B. Herman Hesse. Ich kam auch an einem Totem vorbei und 2 Bildern von Schutzengeln. Passte irgendwie zu diesem Wald. Ja und Schutzengel hatte ich auch auf diesem Wege wieder zur Genüge🙏.

Das Totem am Engelspfad
Die Schutzengel Geborgen und Beschützt

Beim Dreimarkstein kam ich zur Rudolfshütte mit dem grünen Dach. Ich machte nur eine kurz Pause da ich noch keinen Hunger verspürte.

Die Rudolshütte
und die Aussicht dazu…

Bei der Schwanner Warte merkte man, dass man immer mehr zurück in die Zivilisation kam. Das Pinkeln wurde wieder schwieriger weil es ständig Spaziergänger, Jogger und Hundespaziergänger gab😂. Auch verlief der Weg nun oft am Waldrand anstatt mitten durch.

Die kleine Stadt Neuenbürg mit seinem Schloss war dermassen anstrengend, dass ich mich im Schlosshof im Restaurant mit einer Kürbissuppe stärken musste. Zuerst ging es auf der einen Seite extrem runter und dann auf der anderen Seite über ein unangenehmes Kopfsteinpflaster und Treppen wieder steil hinauf. Die Suppe hatte ich mir schwer verdient.

Hier gönnte ich mir eine Kürbissuppe

Es kam ein langer eintöniger Weg dem Fluss Enz entlang. So richtig Naherholungsgebiet mit vielen Montainbikern. Meine Motivation sank in den Keller und plötzlich hatte ich keine Energie mehr. Ich realisierte, dass keine Energie nur ein Gedanke ist an den ich glaube und deshalb hatte ich auch keine mehr. Ich beschloss den Gedanken zu ignorieren und siehe da es lief wieder wie geschmiert. Wir müssen nicht alles glauben was unser Kopf uns sagt.

Nichtsdestotrotz war es eine lange und anstrengende Etappe. Meine Füsse schmerzten von den vielen Schotterwegen und von den mehr und mehr asphaltierten Wegen. Meinen Knöchel hatte ich heute mit einer zusätzlichen Socke gut im Griff, ganz ohne Ibuprofen.

Das letzte Stück Weg zum Kupferhammer

Ab Dillweissenstein ging es nochmals über viele, viele Treppen hinauf. Ich konnte es nicht fassen, dass die mich jetzt noch diesen Berg hochjagten wo man doch einfach entlang der Enz hätte laufen können. Als ich oben war musste ich aber zugeben, dass es ein sehr schöner Weg war. Zuerst ging es an Schrebergärten vorbei und dann ging es nochmals so richtig in den Wald. Der Aufstieg hatte sich wirklich gelohnt.

Das ist ein Ahorn mit blühendem Efeu! Habe ich so noch nie gesehen.

Es kam das letzte Stück bis Kupferhammer, dies ist das offizielle Ende oder der Anfang vom Westweg. Dort kommt man dann zur goldenen Pforte, wo das letzte oder erste Westweg-Tor steht. Ich war richtig happy es geschafft zu haben. Leider war niemand da der ein Foto von mir hätte machen können aber ich habe ein Selfie gemacht. Zugegebenermassen bin ich nicht sehr gut darin.

Die goldene Pforte von Pforzheim
I did it👍👍👍!

Ich nahm dann den Bus bis zum Hauptbahnhof wo ich mir ein Zimmer reserviert hatte weil ich keine Lust hatte noch am gleichen Abend nach Hause zu fahren. Die Gegend hier am Bahnhof ist etwas zwielichtig es hängen komische Gestalten hier rum. Das Hotel riecht auch total verraucht in den Gängen aber Gottseidank mein Zimmer nicht. Ich hätte mir was besseres gewünscht für meinen letzten Abend aber jetzt ist es halt so. Dafür ist der Hauptbahnhof genau gegenüber und frühstücken kann man bereits ab 7.00h. Anschliessend nehme ich dann gleich den Zug nach Basel.