10.10.2021 Hausach – 21 km

Ich bin heute Morgen etwas ängstlich und vorsichtig gestartet weil ich nicht wusste, ob meine Zehen mitmachen würden. Es war wunderschönes Wetter aber bitterkalt. Es hatte sogar eine dünne Schicht Raureif. Es ging rauf und runter und immer wenn es runterging testete ich meine Zehen. Ich war jenseits von meinem normalen Gang oder Wandertempo. Mit der Zeit merkte ich, dass ich meine Zehen zwar spürte aber es nicht schlimmer wurde. Beim Hinuntergehen blieb ich aber vorsichtig und schnürte meine Schuhe etwas fester.

Das Tot zu Nirgendwo

Um 9.30 war ich bereits bei der „Schönen Aussicht“. Der Moment der Entscheidung. Ich sah, dass es später auch noch eine Möglichkeit gab mit dem Bus abzukürzen und lief deshalb weiter. Ich war immer noch vorsichtig aber meine Zuversicht stieg.

Beim Fährlefelsen traf ich auf einen Wanderer der mit einem Wanderwagen unterwegs war. Kurz vor dem Felsen hat er übernachtet. Er schläft unter einem Tarp, Brrrrr! Das ist noch weniger als ein Zelt. Er ist gestern Abend bereits in der Vesperstube Silberberg vorbeigekommen und wollte eine Apfelschorle trinken. Meine Gastgeberin hat aber kein öffentliches Restaurant mehr sondern betreut nur noch Hausgäste. Er ist dann wieder von dannen gezogen.

Eines der vielen Bänkle

Er möchte nächstes Jahr eine größere Reise nach Spanien machen mit diesem Wanderwagen, dieser Trail sei eine Vorbereitung dafür. Ich weiß nicht, wie er diesen Wagen über den felsigen Grund bis zum Fährlefelsen ziehen will und danach auf felsigem Grund steil abwärts. Da bin ich schon lieber mit Rucksack unterwegs. Ich wünschte ihm auf jeden Fall viel Glück 🍀.

Ich bin dann noch auf den Felsen hochgeklettert, man hatte eine richtig schöne Aussicht. Ich machte meine erste Znünipause da oben. Als ich oben war merkte ich, dass ich den Rucksack immer noch anhatte. Den hätte ich doch lieber unten lassen, denn ich musste ja wieder runterklettern. Es ging aber ganz gut es hatte auch extra ein Geländer damit man sich festhalten konnte.

Steinmännchen im Wald

Dann kam die erste richtige Herausforderung für meine Füße, es ging steil auf steinigem Boden hinunter. Wenn es so steil ist gehe ich meist in kleinen Serpentinen runter, so kann man den steilen Abstieg etwas entschärfen. Als auch das gut ging war ich richtig happy.

Man hat richtig gemerkt heute , dass Sonntag ist, soviele Menschen habe ich die ganze letzte Woche nicht gesehen. Ja und es war halt richtig schönes Wetter.

Hausach

Ich kam an vielen Windrädern vorbei, ist schon eindrücklich. Im Winter ist der Weg auf dieser Strecke teilweise gesperrt weil die Windräder Eis abwerfen können. Das möchte ich lieber nicht erleben.

Es ging dann nochmals steil hinauf zur Hasemannhütte wo ich in der Sonne badete und mich mit einem deutschen Pärchen unterhielt. Für sie sind wir immer noch das Vorzeigeland wo alles besser ist außer, dass man sich das Leben in der Schweiz nicht leisten kann😂. Vor allem um die direkte Demokratie beneiden sie uns. Ja die direkte Demokratie ist toll nur wird selten so abgestimmt wie ich es gerne hätte. Aber trotzdem liebe ich meine Heimat ♥️.

Jetzt folgte noch der 4 km lange, steile Abstieg nach Hausach. Vor dem hatte ich mich gefürchtet und deshalb wollte ich die Tour auch abkürzen. Die Frau Fischer von der Vesperstube Silberberg hatte mir richtig Angst gemacht. Es ging aber alles gut. Ich ging es einfach langsam an und machte immer wieder Pause. Im Schwarzwald gibt es auch so viele Bänkle, dass einem dies gar nicht schwer fällt.

Kurz vor 17.00 war ich im Gasthaus Blume wo ich von einem unmotivierten älteren Brummbär empfangen wurde. Ich musste nicht einmal etwas ausfüllen. Er hat mir einfach den Zimmerschlüssel in die Hand gedrückt und fertig. Ich war trotzdem froh angekommen zu sein.