101. Tag, Tentsite, Meile 1047.1, Höhe 2667m

Die Nacht verlief ruhig, es kam kein weiteres Gewitter mehr. Ich ließ den Eingang der Rainfly offen, so zirkuliert die Luft im Zelt besser. Ich hatte bisher nur einmal Kondenswasser in meinem Zelt und das war in Idyllwild als es schneite. 

Als ich aufwachte färbte sich der Himmel draußen gerade rot und es herrschte eine wunderschöne Stimmumg. Ein Sonnenaufgang in den Bergen ist schon speziell schön. Es war auch gar nicht kalt nur der Wind blies ein bisschen. Leider konnte ich mir keinen Kaffee machen, da ich zuwenig Wasser hatte. Die nächste Wasserquelle war aber nur 0.8 Meilen weiter. In der Sierra muss man nicht soviel Wasser schleppen, 1lt reicht. Es hat hier überall Wasser ohne Ende. 

Wir haben heute einen PCT-Hiker getroffen, der mit seinem Hund unterwegs war. Das sieht man sehr selten auf dem Trail. 

Es war heute wieder spektakulär mit diesen Lavafelsen die zu spitzen Bergen estarrt waren und dann immer wieder diese Wildblumenwiesen in allen Farben. 

Wir sind heute Big Sky begegnet. D-Hiker war zuerst oben und hat gemeint, ich sei auch da. Woraufhin Big Sky den Kopf schüttelte und mich mit einer weiteren Ladung Ablehnung überschüttete. Ich bin dann gestürzt und habe mir am Ellbogen ziemlich weh getan. Ich kann mit Ablehnung nicht gut umgehen und es ist sehr verletzend. Ich bin in letzter Zeit nie gestürzt, kaum sehe ich Big Sky, liege ich wieder auf dem Boden. Ich habe dann D-Hiker gesagt, dass sie die Situation schnell klären müsse, denn eines war für mich klar, ich würde mich nicht ein zweites Mal dieser Situation aussetzen. 

Big Sky ist dann voraus gelaufen und hat am Sherrold Lake sein Camp aufgeschlagen. Wir wollten sowieso weiter und haben ihm eine gute Nacht gewünscht. Er tut mir auch leid, denn er ist wahrscheinlich verknallt in D-Hiker und hat jetzt ein gebrochenes Herz. Endlich hatte er was er wollte, er war alleine mit D-Hiker und dann beschloss sie, dass sie wieder mehr alleine laufen wollte und jetzt läuft sie mit mir. 

Übermorgen werden wir den Sonora Pass in Angriff nehmen und das ist dann wirklich eine Herausforderung. Der Sonora Pass ist sozusagen der Eingang in die High Sierra. Er ist auf 10500 feet und ganz sicher werden wir mit viel Schnee zu kämpfen haben. Was ich dabei gar nicht gebrauchen kann ist jemand der mich nicht mag und mich so offensichtlich ablehnt. Ich brauche nämlich einen sicheren Schritt. 

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