Ruesta, 18.06.2010 (27 km)

„Der eigentliche Sinn der Pilgerschaft ist, sein Herz zu öffnen, und nicht in Santiago anzukommen“

Gestern bin ich noch bis zum Sonnenuntergang am Aussichtspunkt von Arres gesessen. Einfach eine Wahnsinnsaussicht. Die Nacht war eher schrecklich, zusammen mit 10 anderen Pilgern in einem kleinen Raum mit geschlossenen Fenstern und Tuere. Hatte das Gefuehl zu ersticken und irgenwann nachts habe ich dann zumindest die Tuere geoeffnet. Gegen die Schnarcher kann man sich ja mit Ohropax schuetzen aber wenn man keine Luft kriegt kann man nur versuchen irgendwie zu entspannen und zu beten dass die Nacht moeglichst schnell rum geht. Habe diese Nacht auch ziemlich schwer getraeumt, habe im Schlaf geschrien und bin dann ziemlich geraedert aus dem Traum erwacht. Der Deutsche oben an mir hat sich staendig gedreht und gewendet und jedes Mal hatte ich das Gefuehl, dass jetzt gleich das Bett zusammenkracht. Habe mir vorgenommen die naechste Nacht das obere Bett zu nehmen…
Heute Morgen bin ich dann bei wunderschoenem Wetter losgelaufen und ich bin kaum vorwaerts gekommen da ich staendig Fotos machen musste. Harrou ist auch nicht vorwaertsgekommen. Ein spanischer Bauer war ganz erbost, weil er auf sein Land eingedrungen ist um Fotos zu machen.
Es war ziemlich eben heute und ich kam gut voran. Die Strecke war wieder wunderschoen, weiss gar nicht wie ich das beschreiben soll. Meine Stimmung war sehr leicht und um 16.00 Uhr bin ich bereits in Ruesta angekommen. Da habe ich mich zuerst im falschen Albergue einquartiert, wahrscheinich sind hier nur die Gruppen und die Senora hat mich dann aufgeklaert, dass ich alles falsch gemacht habe. Na ja sie ist nicht gerade die herzlichste Hospitalera die mir bisher begegnet ist.
Ruesta erinnert mich etwas an Foncebadon, es ist auch eine Ruienenstadt und ausser der Albergue gibt es hier nichts. Dafuer ist es hier ganz schoen teuer fuer Spanien aber ich muss dieses Mal ja nicht aufs Geld schauen. Der Platz ist zauberhaft und Ruesta ist sehr speziell. Ich mag solche Orte wie Foncebadon eben. Harrou ist auch wieder hier und reinigt hoch konzentriert eine seiner zwei Kameras. Er hat eine Digitalkamer dabei und dann noch eine ziemlich schwere mit Filmen, weiss echt nicht wie er das schafft. Er wiegt 55 kg und schleppt einen Rucksack von 25 kg. Versuche ihn immer wieder zu ermuntern etwas zurueckzulassen. Wir sind die zwei peregrinos individualistas…..

Übernachtung: Super geile Albergue in Ruesta! Hat mir irre gut gefallen hier und dann noch die coole Musik….Kochen kann man hier nicht aber dafür gut essen…;-). Man kann anstatt Frühstück auch ein Picknick mitnehmen am Morgen.


















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