118. Tag, Wanda Lake Tentsite, Meile 840.5, Höhe 3495m

Ich liege in meinem warmen Schlafsack im Zelt. Es ist bitte kalt auf knapp 3500m. Ich bin total eingemummelt nur die Nase und die Hände sind kalt weil ich schreibe. Wir sind 2 Meilen vor dem Muir Pass. Um ca. 15.00 haben wir am Evolution Lake angehalten und unsere Zelte aufgebaut weil es so aussah, dass ein Gewitter direkt auf uns zukommt. Der Evolution Lake ist einer der schönsten Bergseen bisher. Wir sind ca. eine Stunde am See rumgehangen und als sich die Gewitterwolken langsam verzogen haben, haben wir unsere Zelte wieder eingepackt und sind noch 3.5 Meilen bis zum Wanda Lake weiter gelaufen. Es war immer noch bedrohlich grau/schwarz und in der Ferne hörte man es rumpeln. Just als wir am Wanda Lake ankamen fing es an zu tröpfeln. Ich kann mittlerweile sehr schnell mein Zelt aufbauen und bevor es richtig anfing war ich bereits im Trocknen. Der Regen dauerte aber nicht lange und bald konnte ich mein Zelt wieder aufmachen und die schöne Aussicht genießen. Die Sonne hat sich auch noch kurz gezeigt und es hatte eine wunderschöne Stimmung am Himmel. Eigentlich wollten wir heute über den Muir Pass aber der unfreiwillige Stopp am Nachmittag wegen dem nahenden Gewitter kostete uns zu viel Zeit. Außerdem hatte D-Hiker Kopfschmerzen, wahrscheinlich von der Höhe. Hoffentlich geht es ihr morgen besser. 

Heute Morgen sind wir um 5.45 los und es war etwas heller als gestern da wir nicht im Wald waren. Wir werden jetzt unseren Start auf 6.00 verschieben, da wir keine Lust haben mit Stirnlampe zu laufen. Wir sind das schöne Tal ganz nach hinten gelaufen und es ging langsam  und stetig hinauf. Nach 5km kamen wir an den Evolution Creek, der zweite der potentiell gefährlichen Flüsse. Dieses Mal haben wir aber nicht lange gefackelt sondern haben die Schuhe ausgezogen, alle warmen Kleider wasserdicht verpackt, mein Jupes wurde zum Supermini und dann sind wir rüber gewatet. Das Wasser kam mir bis zur Mitte des Oberschenkels. In der Mitte des Flusses war die Strömung schon etwas stärker aber ich hatte nie Angst den Halt zu verlieren. Es ist eigentlich wie im Schnee wenn es steil ist, man schaut immer dass man mit einem Bein und den beiden Trekkingstöcken einen guten Halt hat und erst dann macht man den nächsten Schritt. Der Evolution Creek war überhaupt nicht schwierig und wieder mal beglückwünschten wir uns, zur Entscheidung nach Ashland gereist zu sein und Southbound zu laufen. Für die High Sierra ist jetzt der beste Zeitpunkt. 

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