Resupply Strategie

Ja gut, also das Bild ist nicht ganz representativ oder vielleicht gibt es ja Bier zum auflösen..???

Dies ist meine Resupply Strategie für den Moment, kann sich aber unterwegs alles ändern. Ich werde eine Mischung von Maildrops (Pakete postlagernd an Postämter senden) und buy as you go (unterwegs einkaufen) anwenden. Diese Strategie hat den Vorteil, dass man den Inhalt der Pakete immer wieder anpassen kann, da sich ja mit der Zeit der Hunger ändert und auch was man gerne isst.
Zudem werde ich eine Bounce Box haben, wo ich Ausrüstung und auch Nachfüllmaterial rein tun werde, die ich gerade nicht brauche. Diese Bounce Box wird dann an strategisch wichtige Postämter, Shops oder Hostels geschickt. Ja, einen PCT zu organisieren ist eine riesen Sache.

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Was ist der PCT?

Der Pacific Crest Trail (PCT) ist ein 4279 Kilometer langer Fernwanderweg im Westen der USA, der entlang der Sierra-Nevada und der Kaskadenkette verläuft. Der südliche Endpunkt des Wanderwegs liegt im Süden von Campo (Kalifornien) auf der Grenze der USA zu Mexiko, und der nördliche Endpunkt auf der Grenze zu Kanada am Rande von Manning Park in British Columbia. In den USA läuft er durch die Staaten Kalifornien, Oregon und Washington. Der höchste Punkt liegt am Forester-Pass in Kalifornien auf 4009 m.

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Das Beitragsbild zeigt den Arrowhead Lake in der High Sierra – A jewel of the West. Photo by Aaron Doss

Der längste Teil des Weges liegt in Kalifornien. Da sind alleine 2730km zu bewältigen. Unglaublich oder? Man durchquert Kalifornien komplett von Süden nach Norden. Zuerst läuft man 1000km in der Wüste wo es aber auch Berge und Schnee zu bewältigen gibt. Der schlimmste Teil, die Mojave Wüste, kommt ganz am Schluss bevor es dann in die Sierra Nevada geht. Der höchste Pass in der Sierra Nevada ist der Forrester Pass auf 4000m aber am Tag davor kann man auch noch den höchsten Berg Amerikas besteigen, nämlich den Mount Whitney! Fast alle PCT Hiker machen das. Wann hat man denn schon wieder mal die Chance einen 4000er zu besteigen? Will ja nicht behaupten, dass mir das gar keine Angst macht, bin ja nicht gerade bekannt als der grösste Bergsteiger. Nach der Sierra kommt dann noch Nordkalifornien wo viele PCTler aufgeben. Vielleicht weil es nicht mehr so spektakulär ist wie in der Sierra? Ich weiss es nicht, vielleicht geht auch die Motivation verloren. Es braucht vor allem mentale Stärke diesen Weg zu gehen, der Körper passt sich mit der Zeit von alleine an.
Orgeon ist mit 730km der zweitlängste Teil und wie man so hört relativ flach, so dass man da Zeit gut machen kann.
Washington mit seinen 830km ist dann wieder extrem bergig und was man so hört soll es der härteste Teil des PCT sein. Es ist sehr grün und das heisst auch, dass es sehr viel regnet. Man sollte bis Ende September an der kanadischen Grenze angekommen sein, weil dann das Risiko immer grösser wird, dass der Winter kommt. Was aber nicht heisst, dass der Winter nicht auch schon im September kommen kann.
Tönt nach einem grossen Abenteuer oder? Irgendwie muss ich in meinem Leben noch einmal etwas verrücktes tun! Hoffentlich nicht das Letzte!

Auszeit

Dies ist mein erster Eintrag in meinen PCT Blog. Wie aufregend! Es wird langsam konkret. Ich hatte am Freitag ein Gespräch mit meinen beiden Chefinnen, sie sind Aerztinnen, und ich kriege meine Auszeit nächstes Jahr um den PCT zu laufen. Ich kann es kaum fassen und ein Teil von mir glaubt es immer noch nicht. Ich bin froh, dass es endlich raus ist, denn es ist mir nicht einfach gefallen. Mir gefällt nämlich mein Job und ihn aufzugeben wäre mir  schwer gefallen. So kann es aber losgehen. Mein Flug geht am 20. April und ich habe vor am 25. April 2017 meine ersten Schritte auf dem Trail zu laufen. Es hängt aber auch davon ab, ob ich für diesen Tag überhaupt ein Permit erhalte. Es dürfen immer nur höchstens 50 Hiker pro Tag starten. Tönt nach einer Massenveranstaltung aber ganz so schlimm ist es nicht. Es gibt einfach ein Zeitfenster an welches man sich mehr oder weniger halten muss und deshalb starten die meisten im April. Die ersten 1000km gehen durch die Wüste und deshalb sollte man möglichst früh im Jahr starten. Man sollte aber auch nicht zu früh in Kennedy Meadows ankommen, da man nicht vor Mitte Juni die Sierra durchquerren soll wegen dem Schnee (Sierra Nevada). Washington und die Northern Cascades sollte man möglichst bis Ende September geschafft habe, da sonst auch hier wieder der Schnee kommt. Am 1. Februar werde ich mir auf jeden Fall meinen Platz sichern, denn ab dann kann man ein True Hiker Permit anfordern.