04.10.2015 Pontevedra, 28.0 km

Heute war der erste Regentag und ich bin richtig nass geworden. Wenn es in Galicien regnet dann richtig. Hatte zum ersten Mal nasse Füße da ich nicht mehr mit Goretex Wanderschuhen laufe dafür habe ich jetzt wasserfeste Socken dabei. Leider habe ich aber heute Morgen nicht daran gedacht sie anzuziehen. Als ich beim Mittagessen endlich die Socken gewechselt habe war es natürlich vorbei mit dem Regen und es war schwül und heiß wie in den Tropen. Da waren meine Goretex Socken wieder fehl am Platz und ich hatte ziemlich heiße Füße. Aber ich habe tapfer durchgehalten bis zum Schluss. Bin heute 28km gelaufen, meine längste Etappe bisher. War die meiste Zeit mit Nick unterwegs einem Engländer, er ist bereits in Lissabon gestartet. Hat sich einfach so ergeben und war ganz angenehm.

Ich bin immer noch erkältet und habe vor allem nachts heftige Hustenanfälle. Kann seit mehreren Nächten kaum schlafen. Letzte Nacht ist dann Nick zu mir gekommen und hat mich gefragt ob ich etwas brauche und ob er etwas tun könne. Das fand ich total süß auch wenn er nichts tun konnte aber ich fühlte mich damit nicht mehr so alleine. Am Morgen fühlte ich mich ziemlich erschlagen und glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht dass ich die ganze Etappe würde laufen können. Wollte im nächsten Städtchen den Bus nehmen. Dann ging es aber immer besser und zuletzt bin ich doch den ganzen Weg gelaufen. Es war zudem eine sehr schöne Etappe mit viel galicischem Wald den ich so liebe. Wenig Asphalt, da geht es den Füßen automatisch besser. 
Pontevedra hat 80’000 Einwohner und eine wunderschöne Altstadt. Leider hatten wir nur kurz Zeit sie zu besichtigen da es wieder anfing zu regnen und ich die Jacke nicht dabei hatte. Werde mir morgen früh noch etwas Zeit nehmen da es morgen nur 22km sind bis Caldas des Reis. So werde jetzt versuchen etwas zu schlafen, hoffe dass der Husten mich nicht zu sehr plagt. Gute Nacht.

Meine geliebten galicischen Wälder. Ich kann mich kaum satt sehen.
Der Wald ist eben auch im Regen sehr schön
Kunst am Weg. Nick bewundert die verschiedenen Jakobsmuscheln.
El Camino
Ankunft in Arcade
Nick läuft vor mir, es zieht ihn ins Restaurant am Ende der Brücke wo wir zu Mittag essen werden bevor es noch 12 km weiter nach Pontevedra geht.
Der Strand von Arcade, leider kein Badewetter. Arcade liegt nämlich an einem Ausläufer/Fjord des Meeres

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