05.10.2015 Caldas de Reis, 22.5 km

Heute hat der Himmel in Galicien alles hergegeben was er zu bieten hatte. Wir sind ziemlich verregnet worden. Es hat nicht nur geregnet, sondern teilweise richtig geschüttet. Gott sei Dank hat es ab und zu aufgehört, dann konnte man sich vom Wind wieder etwas trocknen lassen. Bei unserer ersten Pause nach 10km musste ich mich gleich mal umziehen und was trockenes anziehen. Es ist ja nicht kalt aber man kühlt schon aus wenn man nass herum sitzt und mit meinem Husten absolut verboten. War wieder die meiste Zeit mit Nick unterwegs. Ist schön wenn man Begleitung hat vor allem wenn das Wetter so garstig ist. Wenn es so regnet kann man nirgends anhalten, einzige Option ist zu laufen bis eine Bar kommt. Die kam dann auch aber leider erst nach 10km. Dies sind 2.5 Std. non Stop laufen. Ich war ziemlich fertig als wir in der Bar waren. Dort gab es dann gleich mal 2 Caffes con Leche und ein überdimensional großes Bocadillo mit Schinken und Käse. Wir waren kaum zurück auf der Strasse als der Himmel wieder seine Schleusen geöffnet hat. So stark, dass wir uns zu acht in einem winzigen Bushäuschen untergestellt haben. Der Bus ist leider nicht vorbei gekommen und wir mussten wohl oder übel weiter. Am Nachmittag wurde dann das Wetter wieder ein bisschen besser am Morgen soll es im gleichen Stil weitergehen… Wenigstens konnte ich jetzt meine wasserdichten Socken testen. Hat eigentlich ganz gut funktioniert außer dass ich jetzt eine kleine Blase am großen Zeh habe. Aber man hat das Gefühl relativ trockene Füße zu haben und auch als ich sie abgezogen habe waren sie nicht völlig durchgenässt. Nächstes Mal muss ich mir aber funktionierende Gamaschen besorgen. So es ist Zeit für das Pilgermenu…

Es regnet ziemlich stark
Die wunderschöne grüne Hölle Galiciens
Nick überlegt wohl gerade ob er da wirklich wieder rausgehen oder nicht doch den Bus nehmen soll
So sieht strömender Regen in Galicien aus. Wir haben uns zu acht in einem kleinen Bushäuschen untergestellt.
Hier gleich rechts liegt die Pilgerherberge, wo ich wegen meinem Husten leider nicht übernachtet habe
Mittelaterliche Brücke in Caldas de Reis

04.10.2015 Pontevedra, 28.0 km

Heute war der erste Regentag und ich bin richtig nass geworden. Wenn es in Galicien regnet dann richtig. Hatte zum ersten Mal nasse Füße da ich nicht mehr mit Goretex Wanderschuhen laufe dafür habe ich jetzt wasserfeste Socken dabei. Leider habe ich aber heute Morgen nicht daran gedacht sie anzuziehen. Als ich beim Mittagessen endlich die Socken gewechselt habe war es natürlich vorbei mit dem Regen und es war schwül und heiß wie in den Tropen. Da waren meine Goretex Socken wieder fehl am Platz und ich hatte ziemlich heiße Füße. Aber ich habe tapfer durchgehalten bis zum Schluss. Bin heute 28km gelaufen, meine längste Etappe bisher. War die meiste Zeit mit Nick unterwegs einem Engländer, er ist bereits in Lissabon gestartet. Hat sich einfach so ergeben und war ganz angenehm.

Ich bin immer noch erkältet und habe vor allem nachts heftige Hustenanfälle. Kann seit mehreren Nächten kaum schlafen. Letzte Nacht ist dann Nick zu mir gekommen und hat mich gefragt ob ich etwas brauche und ob er etwas tun könne. Das fand ich total süß auch wenn er nichts tun konnte aber ich fühlte mich damit nicht mehr so alleine. Am Morgen fühlte ich mich ziemlich erschlagen und glaubte zu diesem Zeitpunkt nicht dass ich die ganze Etappe würde laufen können. Wollte im nächsten Städtchen den Bus nehmen. Dann ging es aber immer besser und zuletzt bin ich doch den ganzen Weg gelaufen. Es war zudem eine sehr schöne Etappe mit viel galicischem Wald den ich so liebe. Wenig Asphalt, da geht es den Füßen automatisch besser. 
Pontevedra hat 80’000 Einwohner und eine wunderschöne Altstadt. Leider hatten wir nur kurz Zeit sie zu besichtigen da es wieder anfing zu regnen und ich die Jacke nicht dabei hatte. Werde mir morgen früh noch etwas Zeit nehmen da es morgen nur 22km sind bis Caldas des Reis. So werde jetzt versuchen etwas zu schlafen, hoffe dass der Husten mich nicht zu sehr plagt. Gute Nacht.

Meine geliebten galicischen Wälder. Ich kann mich kaum satt sehen.
Der Wald ist eben auch im Regen sehr schön
Kunst am Weg. Nick bewundert die verschiedenen Jakobsmuscheln.
El Camino
Ankunft in Arcade
Nick läuft vor mir, es zieht ihn ins Restaurant am Ende der Brücke wo wir zu Mittag essen werden bevor es noch 12 km weiter nach Pontevedra geht.
Der Strand von Arcade, leider kein Badewetter. Arcade liegt nämlich an einem Ausläufer/Fjord des Meeres