02.10.2015 Tui, 19.0 km

Heute Morgen sind wir von unserem kleinen Nest „Ninho“ Richtung Tui in Spanien aufgebrochen. Die Mädels hatten gestern Abend Zimmer in einer Pension in Valença reservieren lassen und so habe ich mich auf einen Abend alleine und Abschied eingestellt aber dann kam alles doch wieder ganz anders. Ich war fast etwas traurig, dass ich die Mädels heute wahrscheinlich hinter mir lasse und habe es mir zweimal überlegt ob ich wirklich noch nach Tui rüber laufen oder doch in Valença bleiben soll. Aber dann habe ich mich daran erinnert, dass jeder seinen eigenen Camino laufen soll und habe mich nach einer kurzen Rast in Valença über die 300m lange Brücke auf den Weg nach Spanien begeben. Es ist mir nicht schwer gefallen Portugal hinter mir zu lassen. Bin viel auf der Strasse gelaufen heute und die Füsse taten mir dementsprechend weh. In Tui habe ich mich zuerst einmal auf eine Plaza gesetzt und mein erstes Cerveza con Limon getrunken. Ahhhh, wie ich das vermisst habe. Ich verstehe schon recht gut spanisch auch wenn ich nur wenig sprechen kann. Anschliessend ging es in die private Herberge, nachdem ich in der öffentlichen Herberge gleich mal einen Vortrag von der Hospitalera erhalten habe, dass ich jetzt in Spanien sei und das Ganze jetzt ernsthafter würde und ich von jetzt an täglich 2 Stempel haben müsse. Auch müsste ich IMMER einen offiziellen Stempel in der öffentlichen Herberge abholen. Schlafen könne ich ja dann wo ich wolle. Habe ihr dann gesagt, dass ich sowieso nicht hier bleiben wolle, da ich Husten würde und nicht den Schlafsaal aufwecken wolle. Sie hat mich aber nicht verstanden und gemeint ich hätte sie nach Kaffee am Morgen gefragt worauf sie mich ganz entsetzt angesehen hat. Wie kann man auch nur  nach einem Kaffee fragen in einer öffentlichen Herberge in Spanien. Na ja habe mich dann auf den Weg gemacht und wurde in der privaten Herberge sehr herzlich empfangen. Ich war die Erste und konnte mir mein Bett aussuchen. Ich nehme immer ein Bett unten, wenn möglich, und in der Nähe des Fensters. Damit ich es öffnen kann in der Nacht. Bin dann Proviant einkaufen gegangen und als ich in die Herberge zurück kam, wer war wohl da? Die Mädels! Sie hatten doch keine Lust in Valença zu bleiben. Katia meinte noch, dass ich wohl das Gefühl hätte verfolgt zu werden aber ehrlich gesagt, Nein ich habe mich total gefreut! Wir sind dann alle zusammen in eine Tapabar und haben unseren ersten spanischen Rotwein getrunken und uns durch allerlei Tapas gegessen. Lustig war auch, dass praktisch jeder Pilger den wir unterwegs getroffen haben auch in dieser Bar gelandet ist. Wir hatten alle riesigen Spaß unser bester Abend bisher. Guter Einstand hier in Spanien und wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich in Portugal nie so richtig zurechtgekommen, warum auch immer. In Spanien fühle ich mich fast etwas zu Hause.

Am Morgen ging es gleich über diese schöne alte Römerbrücke
Von hier aus kann man in alle Himmelsrichtungen und vor allem verläuft der Weg nach Fatima in Portugal immer genau in entgegengesetzter Richtung zum Jakobsweg.
Teil der Festungsanlage von Valença
Blick von Valença rüber nach Tui/Spanien
Blick zurück nach Valença in Portugal
Erster Wegweiser in Spanien. Espana ole!
Unterwegs nach Tui
Erster Rioja in der Tapas Bar

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