30.4. – 6.5.2008 von Noiraigue nach Genf

Heute bin ich nun in Genf angekommen und habe nach langem Suchen endlich enen Platz zum Schlafen gefunden. Bin im Heim der Töchter untergekommen..;-), ist mir eigentlich egal wo Hauptsache ich habe einen Platz zum Schlafen. Habe schon auf dem Weg hierher versucht telefonisch etwas zu reservieren aber überall habe ich nur ein „nous sommes complet“ zur Antwort erhalten. War schier am verzweifeln und habe mir schon überlegt, direkt nach Frankreich weiterzulaufen. Das wären dann nochmal ca. 10 km gewesen und ich habe einiges zu erledigen in Genf. Muss z.B. die Sachen ersetzen, die ich unterwegs liegengelassen oder verloren habe, wie z.B. mein Sackmesser oder mein Duschgel. Genf ist eine riesige Stadt aber die Altstadt ist wunderschön. Jetzt habe ich bereits seit einer Woche nichts schreiben können und weiss gar nicht wo ich anfangen soll.

Von Neuchâtel bin ich dann Abends mit dem Zug nach Noiraigue gefahren und hatte wie so oft das Dortoire (Massenlager) für mich alleine. War ein bisschen öde da und im Restaurant haben sie gerraucht wie blöde. Habe mich dann ziemlich schnell verzogen und bin früh zu Bett gegangen. Das Frühstück für den nächsten Tag hat mir die Madame gleich mitgegeben da sie am nächsten Tag frei hatte und natürlich nicht aufstehen wollte. Für mich war das auch Ok da ich so früh los konnte da sie für den nächsten Tag ab Mittag Regen vorausgesagt hatten.
Ich war dann um 6.45 schon unterwegs und bin den Creux du Van raufgestiegen. Um 8.15 war ich schon auf dem Soliat und habe mich mal wieder gefragt, ob ich eigentlich noch alle Tassen im Schrank habe. Da oben war es saukalt, es ging eine eisige Bise und ich lief Mutterseelenallein da oben rum. Dafür habe ich Gemsen gesehen und dann gedacht, dass ich vielleicht doch nicht ganz alleine bin. Ich war ziemlich flott unterwegs da es konstant nach Regen aussah. Kurz vor La Combaz kam ich auf eine Hochebene und da hat es fast schon gestürmt und mich schier davon geblasen. Habe dann in beschlossen in La Combaz den Bus zu nehmen und bis Ste-Croix zu fahren. La Combaz war aber leider kein Ort sondern nur ein Restaurant welches auch noch zu hatte. Bei der Bushaltestelle gab es keinerlei Angaben wann der nächste Bus fährt. Das Wetter wurde immer schlechter und ich bin dann der Strasse entlang gelaufen und wollte Autostopp machen. Nach langer Zeit hat dann auch wirklich ein Auto gehalten und ein Vater mit seinem Sohn hat mich mitgenommen. Zuerst wollten sie mich nur bis zur nächsten Verzweigung mitnehmen doch dann fing es so heftig an zu schneien, dass sie Mitleid mit mir hatten und mich bis Ste-Croix gefahren haben. Dafür war ich Ihnen endlos dankbar. Habe mich dann in das nächste Café gesetzt und erst mal abgewartet dass es aufhört zu schneien, dann habe ich mir eine Bleibe gesucht und war froh nicht mehr weiter zu müssen. Am nächsten Tag sollte das Wetter etwas besser werden hatten sie vorausgesagt.
Am nächsten Tag bin ich relativ spät los da es erst ab 8.15 Frühstück gab. Das Wetter war besser als am letzten Tag. Es war zwar immer noch saukalt und ab und zu gab es ein paar Graupelschauer aber im grossen und ganzen war es zum aushalten. Bin mal wieder eine ganze Etappe bis Vallorbe gelaufen. Mein Verstand hat mir auch wieder ein paar mal gesagt, dass ich wohl bescheuert sein muss aber ich habe einfach versucht die Stimme in meinem Kopf zu ignorieren und dies ist mir auch ganz gut gelungen. Ich hätte dann den Berg Le Suchet besteigen sollen und innerlich habe ich mir ganz fest gewünscht, dass es doch eine Abkürzung gibt und ich nicht da rauf muss, weil es doch so kalt war. Ich bin dann in der Grange Neuve abgestiegen und habe einen Kaffee getrunken und mich am offenen Feuer aufgewärmt. Dann bin ich weiter und prompt wie auf Bestellung kam die gewünschte Abkürzung. Ich war so glücklich und bin ganz beschwingt weitergelaufen. Irgendwie scheinen meine Gebete immer erhört zu werden und wenn ich Hilfe brauche kriege ich sie auch. Das ist ein gutes Gefühl und macht mich total dankbar. Ich konnte nie lange Pausen machen denn jedes Mal wenn ich mich hingesetzt habe und gerade fertig mit meinem Brötchen war kam wieder ein Graupelschauer und ich musste schnell weiter. Ich war dann dementsprechend müde und die letzten 4 km bis Vallorbe bin ich nur noch geschlichen. War dann froh, als ich in der Augerge pour tous angekommen war und endlich meine Füsse hochlegen konnte.
Von Vallorbe bin ich dann nach Le Pont. Dies war ein kurze Etappe bei schönem Wetter und ich habe mir Zeit genommen etwas Sight seeing zu machen. Zuerst habe ich die Grotten von Orb besucht. Das war sehr beeindruckend und auch etwas unheimlich. Ist irgendwie ein komisches Gefühl soviel Fels über einem zu wissen, man fühlt sich ein wenig eingesperrt. Aber es ist wirklich sehr empfehlenswert und sehr schön gemacht für die Touristen. Mit viel Beleuchtungseffekten….;-). Man sieht auch den Fluss Orb welcher hier unterirdisch durch die Grotte verläuft. Ich war aber trotzdem froh als ich wieder draussen war.
Dann ging es weiter zum Dent de Vaulion ein Aussichtsberg wo man eine wunderschöne Aussicht hat über den Lac Leman. Habe da sogar jemanden von Basel getroffen welcher auch gerade eine Auszeit gemacht hat…;-).
In Le Pont bin ich in einem wunderschönen Hotel direkt am Lac de Joux abgestiegen und habe mich mit Eglifilet verwöhnen lassen. Schliesslich war heute ja mein Touristentag!
Von Le Pont ging es dann auf den Col dur Marchairuz. Ja das war vielleicht eine abenteuerliche Etappe, bin ehrlich gesagt froh, dass ich sie heil überstanden und mich nicht irgendwo da oben verlaufen habe. Ich bin stundenlang durch den Schnee gestapft und war eigentlich nur froh, dass ich den Spuren im Schnee folgen konnte, denn Wegweiser hat man nicht wirklich gesehen. Ich habe mir mehrmals überlegt umzukehren denn es kam mir schon fast leichtsinnig vor so in den Bergen zum zu laufen. Ich war schon fast etwas am verzweifeln und habe mir gesagt wenn ich bis zu diesem Punkt 50 m vor mir niemanden treffe oder ich keinen Grund auf Hoffnung habe, dass ich es schaffen kann, kehre ich um. Als ich zu diesem Punkt kam lief da vor mir ein Paar und ich konnte es mal wieder nicht fassen, dass mein Gebet so schnell erhört wurde. Ich bin ihnen dann einfch hinterher gelaufen und habe mir immer gesagt, dass ich sie einfach nicht aus den Augen verlieren darf. Kurz vor dem Mont Tendre haben sie dann Pause gemacht und ich bin ziemlich orientierungslos und schon fast in Panik rumgelaufen. Habe mich schon gesehen wie ich mich verirre und elendiglich sterbe da oben auf 1600 m. Habe mir dann ein Herz genommen und das Paar nach dem Weg gefragt und die haben mich dann wieder auf den richtigen Weg geschickt. Ohne sie wäre ich komplett verloren gewesen. Endlich war ich dann auf dem Gipfel des Mont Tendre auf 1680 m und da oben hatte es ganz viele Leute und ich war total glücklich nicht mehr allein zu sein. Auf dem Weg runter ging es dann im gleichen Stil weiter, bin stundenlang durch den Schnee gestapft und habe immer wieder den Weg gesucht. Aber immer wenn ich wirklich Hilfe brauchte kam sie auch entweder in Form einer Person oder eines Wegweisers. Ich habe auch immer wieder einen Vater mit 2 Söhnen getroffen und dies hat mir auch geholfen diesen Tag zu überstehen. Ich bin dann fix und fertig auf dem Col du Marchairuz angekommen und habe mich überglücklich diesen Tag überlebt zu haben auf das Bett gelegt.
Vom Col du Marchairuz ging es dann nach St. Cergue wo ich in einem Hotel gelandet bin wo es so richtig unsymphatisch war. Hatte das erste Mal das Gefühl, so richtig über den Tisch gezogen zu werden. Aber lassen wir das es lohnt sich nicht mal darüber zu schreiben. Ansonsten war es ein wunderschöner Tag mit strahlenden Sonnenschein. Verglichen mit dem vorigen Tag war es heute ein Spaziergang. Am Anfang bin ich noch im Schnee rumgestapft aber wirklich erschüttern konnte mich das nicht mehr. Habe auch noch ein paar Mal den Weg gesucht aber nach dem gestrigen Tag war das Peanuts.
Am nächsten Tag bin ich dann weiter nach Founex. Hätte eigentlich noch die zweithöchste Erhebung des Juras nämlich den Mont Dôle besteigen müssen aber nach den Erfahrungen auf dem Mont Tondre habe ich mir das geschenkt und bin direkt runter nach Nyon. In Nyon habe ich mir dann im Touristenbüro Infomaterial mit Uebernachtungsmöglichkeiten vom Schweizer Jakobsweg geben lassen. Der Schweizer Jakobsweg scheint vor allem aus einem zu bestehen nämlich aus Strassen auf dem der arme Jakobspilger dann seine Füsse ruiniert. Zum ersten Mal haben mich meine Füsse so sehr geschmerzt, dass ich Abends fast nicht mehr laufen konnte und das dank der geteerten Strassen. Na ja dies war wahrscheinlich die Strafe dafür, dass ich den zweithöchsten Berg des Juras gemieden habe…;-). Der Jura-Höhenweg ist wirklich sehr zu empfehlen, er ist sehr schön und man läuft praktisch nie auf Strassen. Das nächste Mal würde ich aber erst im Juni loslaufen…;-).
Ja und heute bin ich also von Founex nach Genf wobei ich das letzte Stück den Zug genommen habe damit ich mehr Zeit für die Zimmersuche habe. Es war praktisch wieder alles auf der Strasse aber landschaftlich sehr schön.
Ja und jetzt bin ich in Genf und wenn ich im Töchterheim 2 Nächte bleiben kann gibt es Morgen einen Ruhetag bevor es in Frankreich weitergeht. Von den Finanzen her bin ich froh, dass ich die Schweiz bald hinter mir habe denn es war ziemlich teuer. Musste öfters im Hotel übernachten da es einfach nichts anderes gab und unter 100.- Franken kommt man dann selten weg.
So jetzt seit ihr wieder informiert. Mir geht es im grossen und ganzen sehr gut und auch meine Füsse machen bis jetzt gut mit. Freue mich auf das Abenteuer Frankreich. Bis bald. Françoise

27.4. – 29.4.2008 Von Le Bémont nach Neuchâtel

Neuchâtel, 29.4.2008

Nun bin ich also in Neuchâtel gelandet, lag eigentlich nicht auf meiner Route. Heute morgen in Les Vue des Alpes auf 1280 m habe ich aus dem Fenster geschaut und da hat es geschneit. Habe mich einfach nicht getraut eine Bergtour auf ca. 1400 m Höhe zu machen, bei Schnee und ganz alleine ausserdem macht das Militär auf dieser Strecke noch Schiessübungen. Habe deshalb mein Programm kurzfristig umgestellt und bin runter nach Cernier gelaufen um dort den Bus zu nehmen nach Neuchâtel. Jetzt scheint wieder die Sonne aber was solls, ich werde mir jetzt einen ruhigen Tag gönnen, ein paar Sachen erledigen wie z.B. meinen Blog auf dem laufenden halten. Auch ist gestern mein i-Pod ausgestiegen und ich war total traurig, da es meine einzige Möglichkeit ist mich etwas zu unterhalten. Habe mir auch soviel Mühe gegeben alles was ich brauche darauf zu laden. Meinen Spanischkurs, das Hörbuch die vier Säulen, spirituelle Texte und natürlich meine Musik. Gestern im Hotelzimmer wollte ich gerade mit dem Hörspiel anfangen, draussen hat es geregnet und es war richtig eklig. Habe es mir im Bett gemütlich gemacht und dann ging nichts mehr. Da hiess es wieder mal loslassen und ich habe auch gesehen, wie abhängig ich schon von meinem i-Pod bin. Vorher war ich in einem Mac-Shop und die haben gemeint man müsse ihn nur aufladen (Ha, ha, ha). Habe ich ja gestern versucht aber das ging auch nicht aber es sollte scheinbar einfach nicht sein.
Heute Abend werde ich den Zug nach Noiraigue nehmen, das war eigentlich das Etappenziel des heutigen Tages und schauen ob ich Morgen dann weiterkomme. Das Wetter soll zwar die nächsten 2 Tage ziemlich regnerisch sein. So ich werde jetzt die letzten paar Tage ein wenig zusammenfassen damit ihr seht wo ich überall war.
Von Le Bémont bin ich weiter nach La Cibourg. Es war ein wunderschöner Frühlingstag und ich habe zum ersten Mal so richtig Sonnencrème gebraucht. Auch hatte ich zum ersten Mal richtige Glücksgefühle unterweg zu sein. Ich kriege dann am ganzen Körper eine Hühnerhaut und eine tiefe Freude steigt in mir auf. Es war auch eine wunderschöne Wanderung über Weiden, Wiesen und lichte Wälder. Aber wie das halt so ist hält diese Freude auch nicht ewig und später wurde es mir dann zum ersten Mal mulmig als ich zwischen den Kühen hindurch musste.  Da habe ich nämlich immer Angst und wenn ich es irgendwie vermeiden kann dann mache ich das auch. Dieses Mal bin ich am elektrischen Zaun aussen rum bis kurz vor dem Gatter und habe mich dann unter dem elektrischen Zaun mit meinem Rucksack unten durch gezwängt. Dann bin ich schnell zum Tor und raus. Puuuhhhhh, nochmal davon gekommen. Es ist ja nicht so, dass Kühe generell aggressiv sind aber ich habe es einmal erlebt als ich mit Willi unterwegs war und wir über den Stachelzaun flüchten mussten. Willi hat sich dann noch die Hose zerissen.
Kurz vor La Ferrière habe ich mich dann noch so richtig über die Jurassier geärgert welche beim Höhenweg ständig die Wege neu verlegen und zwar so, dass man richtige Umwege machen muss und am Schluss merkt man dann, dass man einfach die Strasse ein Stück geradeaus hätte weiterlaufen müssen. Ist ja nett gemeint, dass man nicht auf der Strasse laufen muss aber ich ziehe es vor wenn ich nicht unnötige Umwege dafür machen muss. Man macht dann immer noch zusätzliche Kilometer und meistens dann wenn man sowieso schon nicht mehr mag.
In La Ferrière habe ich dann meinen Aerger über die Jurassier mit einem Panaché runtergespült und dann war meine Welt auch schon wieder in Ordnung. Vor allem wenn man in einer symphatischen Gartenwirtschaft sitzt und einem die Sonne ins Gesicht scheint, da kann man ja nicht lange sauer sein…;-).
Bin dann ganz beschwingt weiter nach La Cibourg auf den Campingplatz gewandert. Da hatte ich das ganze Massenlager für mich alleine. Das war wie ein riesiges Appartement mit Wohnzimmer, Küche usw. Habe mir abends dann den Tatort reingezogen, eingemummelt in meinen Schlafsack im riesigen Fauteuil. In die Betten konnte ich mich quer reinlegen…;-).
Von La Cibourg bin ich dann erst so um 10.00 los da ich nur eine kurze Etappe bis la Vue des Alpes geplant hatte. Zwischen La Vue des Alpes und Noiraigue gibt es sonst nichts zum übernachten und da auf den Nachmittag Regen vorhergesagt war, war mir das auch ganz recht so. Bin bei Sonnenschein los und dann hat es immer wie mehr zugemacht und nach einer Stunde hat es dann angefangen zu regnen. Kurz vor den ersten Tropfen habe ich noch eine Pause gemacht, das war perfektes Timing. Der Regen war nicht sehr stark aber ich war froh, dass es nicht mehr weit war. Es ging dann noch durch den Wald und steil den Berg hinauf. Ich habe gekeucht wie eine Dampfwalze…;-). Mein Muskelkater ist seit gestern weg und überhaupt habe ich bis jetzt nur wenig Probleme mit meinem Körper. Habe nur Probleme mit dem Wetter! Hoffe, dass ich Morgen weiter kann. Vielleicht gibt es halt wieder nur eine kurze Etappe. Morgen geht es auf den Creux du Van und ich hätte mir dieses Mal gewünscht, dass es schönes Wetter gibt, da ich letztes Mal als ich mit Willi unterwegs war auch schon bei strömendem Regen unterwegs war. Na ja wir werden ja sehen. So ich mache jetzt Schluss mit meinem Eintrag von heute und melde mich dann wieder wenn mir ein Computer mit Internetanschluss über den Weg läuft. Man trifft sie nicht an jeder Ecke hier im Jura auf dem Höhenweg…;-).

23.4. – 26.4.2008 von Basel nach Le Bémont

am donnerstag bin ich dann um 9.00 los und zwar nochmal eine kurze etappe bis Kleinlützel. dort bin ich im gasthaus zum engel abgestiegen und hatte ein zimmer ganz für mich alleine. war schon ziemlich früh in Kleinlützel und habe dann noch einen ausflug nach röschenz gemacht. Leider habe ich pfarrer szabo nicht angetroffen, sonst hätte ich mir von ihm noch einen pilgersegen geben lassen. das wetter hatte es bis anhin gut mit mir gemeint, nur ab und zu ein paar regentropfen aber nicht mal genug um die regenpellerine auszupacken.
am abend habe ich mir dann mit ein paar leuten vom dorf den fussballmatch YB – Luzern reingezogen und habe mich natürlich gefreut, dass YB verloren hat…;-).

am freitag morgen als ich beim frühstück sass habe ich mal kurz zum fenster rausgeschaut und es hat in strömen geregnet. es hat dann aber bald aufgehört und mehr als ein paar tropfen habe ich nicht abgekriegt. es sah aber den ganzen tag grau und trübe aus und ich habe jeden moment einen regenschauer erwartet. er kam aber gott sei dank nicht. dies war meine erste richtige etappe bis Les rangiers und abends war ich fix und fertig. eigentlich hätten es nur 20 km sein sollen aber die haben im jura die wege teilweise anderst angelegt und schlussendlich habe ich bestimmt 25 km gemacht, wenn nicht mehr. ich bin zum ersten mal an meine grenzen gestossen und habe mich mal wieder gefragt, warum ich mir das eigentlich antue. Hatte mal wieder keine antwort aber ich weiss dass so momente vorbeigehen. 
gegen schluss der etappe habe ich mich dann noch verlaufen und habe dann völlig verzweifelt im hotel angerufen wo ich ein zimmer reserviert hatte um nach dem weg zu fragen. die frau am telefon hat mir dann den weg erklärt und schlussendlich habe ich es dann doch noch gefunden. Ich habe dann noch schnell mit willi telefoniert weil ich jemanden gebraucht habe der mich aufstellt. willi bringt mich immer zum lachen und dann geht es mir gleich wieder besser. Ich war total müde und erschöpft. im restaurant habe ich dann mit einem wanderpäarchen zu abend gegessen.
Ich bin dann ins bett und habe 2 panadol geschluckt weil mir mein rücken und meine füsse so richtig weh getan haben. in diesem moment habe ich geblaubt, dass ich am nächsten tag keinen einzigen schritt mehr machen kann.

Heute morgen, am 26. april bin ich dann wieder früh los zusammen mit dem wanderpaar. es war strahlend schön aber kalt. die strecke von les rangiers nach saignelegier ist bekannt als panoramaweg und es ist wirklich sehr schön. man geht viel über weiden und durch lichte wälder. teilweise kommt es einem vor wie im Märchen. ich hatte immer mal wieder krisen zu überstehen weil mir die füsse so weh taten aber schlussendlich habe ich es dann doch bis zur jugendherberge in le bemont geschafft. so ich muss aufhören, das ist so mühsam mit dieser tastatur es ist zum verzweifeln. Ich melde mich dann wieder.

Le Bémont, 26.4.2008
endlich, endlich bin ich an einem ort wo es Internet hat. werde alles in kleinschrift schreiben da die tastatur echt mühsam ist.
Ich bin am letzten Mittwoch in basel vom Neuwilerplatz gestartet und habe nur eine kurze etappe bis Mariastein gemacht. es war ziemlich nass und rutschig, da es die tage vorher ja ausgiebig geregnet hatte. Prompt bin ich natürlich ausgerutscht und habe danach ausgesehen als hätte ich in die Hosen geschissen. dabei hatte mich ein nettes ehepaar noch gewarnt ich solle auf der strasse bleiben da es so rutschig sei aber eben wer nicht hören will muss fühlen. Ich habe mich vor biel-benken auch noch verirrt und eine ausländerin hat mir dann den weg gezeigt. war irgendwie lustig. Ich war dann um 15.00 schon in Mariastein und um 15.30 ist dann silvie mit dem bus gekommen. sie wollte zuerst die etappe mitlaufen hatte dann aber schmerzen im fuss und dann ist sie nach Mariastein gefahren um mich zu verabschieden. wir sind dann zusammen in die gnadenkapelle und ich habe eine Kerze angezündet und um Schutz auf meinem Weg gebetet.

silvie ist dann mit dem bus nach hause gefahren und ich habe noch den kurzen weg bis zur jugendherberge zurückgelegt. die jugendherberge von Mariastein-rotberg ist in einer burg untergebracht und man fühlt sich zurückversetzt ins mittelalter. Ich habe meine erste Nacht im schlafsaal gut überstanden aber ausser mir hatte es auch nur einen Mann mit 2 kindern.

Planung Jurahöhenweg Basel – Genf

Basel (Neuweilerplatz) – Mariastein 16 km
Übernachten: Benediktinerkloster Mariastein, Tel. 061 735 11 11, B&B, K.&W. Frei, Steinrain 6, Mariastein, Tel. 061 733 89 55, Jugendherberge Mariastein-Rotberg, Tel. 061 731 10 49

Mariastein – Kleinlützel 13 km
Übernachten: Madeleine Fornerod, Hof Berg (Touristenlager), Kleinlützel, Tel. 061 771 02 44,

Kleinlützel – Les Rangiers 19 km
Übernachten: Hotel Les Rangiers, 2883 Montmelon, Tel. 032 426 66 51 (Di geschl.), Hôtel La Caquerelle, 2883 Montmelon, Tel. 032 426 66 56 (Mi geschl.), in der Nähe von Pleigne: B & B Brigitte MÖSCHLI, Pré Poussin, 2803 Bourrignon, Tel. 032 431 18 30, Mobile 079 692 81 49

Les Rangiers – Le Bémont 24 km
Übernachten: Jugendherberge, Tel. 032 951 17 07

Le Bémont – La Cibourg 21.5 km
Übernachten: Restaurant et centre de vacances (Touristenlager), Fam. V. Stengel, Clermont 157, Tel. 032 968 39 37

La Cibourg – La Tourne 20.5 km
Übernachten: Hotel-Restaurant de la Tourne, 2019 Rochefort, Tel. 032 855 11 50 (Di, Mi geschl.)

La Tourne – Les Rochats 20.5 km
Übernachten: Café-Restaurant Les Rochats (Touristenlager), Tel. 024 434 11 61 (So, Mo geschl.)

Les Rochats – Grange-Neuve 26 km
Übernachten: Chalet-Restaurant de Grange-Neuve (Touristenlager), Tel. 024 459 11 81

Grange-Neuve – Le Pont 20.5 km
Übernachten: Hotel de la Truite, Tel. 021 841 17 71, Cafe-Restaurant du Lac, Tel. 021 841 12 96 (Di, Mi geschl.)

Le Pont – Col du Marchairuz 19 km
Übernachten: Hotel-Restaurant du Marchairuz (Touristenlager), Tel. 021 845 25 30

Col du Marchairuz – Col de Porte 22 km
Übernachten: Cabane du Ski-Club de Nyon (Touristenlager), Reservation J. Courvoisier, Tel. 022 362 52 56

Col de Porte – Divonne-les-Bains (F) 20 km
Übernachten: Hotel-Restaurant Beau Séjour, Place Perdtemps, Tel. +33 4 50 20 21 82, weitere Hotels Tel. +33 4 50 20 01 22

Divonne-les Bains – Genève 20 km
Übernachten: Jugendherberge, Tel. 022 732 62 60, City Hostel Tel. 022 901 15 00

Reiseführer: Schweizerischer Juraverein, Wanderbuch Jurahöhenwege, Verlag Dietschi AG, ISBN 3-905404-24-9