07.10.2015 Santiago, 27.0 km

Habe relativ gut geschlafen im Kloster, nur eine Hustenattacke in der Nacht. Für mich war dies der beste Aufenthalt auf dem ganzen Camino. Die Uebernachtungsmöglichkeit mit Abendessen und Frühstück war Donativo, d. h. man gibt eine kleine Spende damit sie diesen Service für Pilger auch weiterführen können. Ich war schon einige Kilometer von Herbon weg als mir einfiel, dass ich vergessen habe das Geld in die Box zu tun. Dies war mir so unangenehm. Ausgerechnet in der besten Herberge am Weg! Und ich hatte das Geld bereits auf die Seite gelegt. Ist mir soviel ich weiß noch nie passiert. Werde versuchen, die Adresse des Klosters rauszufinden und dann hole ich es nach. Abgesehen davon fühlte ich mich sehr gut heute und habe die letzten Kilometer nach Santiago beherzt unter die Füße genommen. In Escravitude nach ca. 10km gab es endlich zweites Frühstrück in einer Bar. Als ich die Bestellung aufgeben wollte habe ich gleich mal einen Hustenanfall bekommen. Ich habe mich entschuldigt und Toast mit Butter und Marmelade sowie Cafe con Leche bestellt. Der Herr des Hauses hat mir mein Frühstück gebracht und dann kam er nochmal mit einer kleinen Schale Honig und Zitrone, dies seit gut für meinen Husten. Das hat mich total berührt, so eine schöne Geste. Und dann kam er gleich nochmal und hat mir noch Halls Hustenbonbons geschenkt. Das war wirklich total nett worauf ich gleich noch einen Kaffee trinken musste. Ich hatte immer noch 17km vor mir und trotzdem habe mich nicht sonderlich beeilt sondern den Tag in vollen Zügen genossen. Hier ein Café con  Leche, da eine Rast auf einer schönen Bank. Einige Kilometer vor Santiago konnte ich bereits die Türme der Kathedrale sehen. Das letzte Stück zur Altstadt ist sehr schlecht gekennzeichnet und ich habe das GPS zur Hilfe genommen um mich in die Stadt rein zu lotsen. Ansonsten habe ich dieses Teil ja nicht oft gebraucht, habe es auch nur mitgenommen um es auszutesten. Bin dieses Mal von einer anderen Seite in die Stadt gekommen da ich ja von Portugal kam. Als ich den Park von Almeida sah wusste ich endlich wo ich bin und bin durch die betriebsame Rua do Franco zur Kathedrale gelaufen. Es hat mich sogar ein Pilger begrüsst, Mick, den ich mehrmals unterwegs getroffen hatte. Es ist für mich nicht mehr so emotional in Santiago anzukommen aber ich liebe es hier zu sein. Santiago ist eine tolle Stadt! Bald schon war ich in meinem Hotel. Schnell duschen, kurz auspacken und schon war ich wieder auf der Plaza vor der Kathedrale um mich mit anderen Pilgern zu treffen. Bin mit Nick und Mick, beides Engländer, zum Essen gegangen und wir haben zusammen einen schönen Abend verbracht. Zum Abschluss ging es noch in eine Bar wo verschiedene galicische Gruppen aufgetreten sind. Es war richtig gut. Galicien hat ja keltische Wurzeln und deshalb gibt es hier auch Dudelsäcke. Überhaupt spielen sie auf Instrumenten die ich noch nie vorher gesehen habe. Nach Mitternacht ging es dann endlich ins Bett wo ich mich wieder fleißig durch die Nacht gehustet habe.

Die Hühner kucken demonstrativ in die andere Richtung. Sind wohl kamerascheu.
Immer wieder schön anzuschauen: die Wegsteine

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