Von Arles nach Castres vom 20.06. – 07.07.2013

Ich bin seit 7 Wochen zurück von meinem Camino auf der Via Tolosana und komme erst jetzt dazu meinen Blog zu aktualisieren. Den Blog von unterwegs zu schreiben hatte ich aufgegeben da ich nie ins Internet gekommen bin. Kommt dazu, dass ich mit einem neuen Handy unterwegs war was die Sache auch nicht gerade erleichtert hat.

Ich hatte mich eingentlich auf einen einsamen Weg eingestellt sowie damals als ich in Auch gestartet bin und erst in Oloron auf Pilger gestossen bin. Aber dem war nicht so! Vom ersten Tag an sind mir andere Pilger begegnet, die ich immer wieder getroffen habe. Anfangs bin ich tagsüber immer alleine gelaufen und habe die Pilger abends in der Herberge getroffen. Dann bin ich ca. eine Woche zuerst mit Jean-Claude und Wolfgang gelaufen und dann nur noch mit Wolfgang, da Jean-Claude leider einen Ruhetag einlegen musste. Die letzten paar Tage war ich dann wieder alleine unterwegs, einfach weil es mir wichtig war und ich wieder mehr mit mir sein wollte ohne Ablenkung.

Generell würde ich allen vorschlagen erst ab Montpellier zu laufen, da man sich die ersten 3 Etappen von Arles aus einfach schenken kann. Es ist topfeben, heiss und man läuft viel auf Strassen. Ich bin da schon mal gut an meine Grenzen gestossen. Wobei die ersten 3 Tage immer etwas schwierig sind. Auf der letzten Etappe vor Montpellier ist mir auch noch das Wasser ausgegangen und der Weg war teilweise nicht so gut markiert. Ich habe immer nur gedacht: „Ich darf mich nicht verlaufen, darf mich nicht verlaufen, darf mich nicht verlaufen!“. Genauso wie es tönt hat es sich angefühlt stressig und ich war echt am Ende. Der Camino hatte mich am dritten Tag bereits soweit, dass ich mich am Wegesrand hingesetzt und geweint habe. Aber damit war das schlimmste auch schon vorbei und nach Montpellier wurde der Weg so richtig schön. Endlich wieder Hügel und Berge, Schluss mit der Monotonie! Sobald es bergauf geht fühle ich mich in meinem Element dafür habe ich beim runtergehen meine liebe Mühe und dies hat sich noch verschlechtert seit ich letzten Winter meinen Fuss gebrochen habe.
Montpellier ist übrigens eine ganz tolle, lebendige Stadt und ich würde da gerne mal wieder hinfahren…

Ich hatte ja das Zelt und eine Isomatte dabei, nur hatte ich partout keine Lust draussen zu schlafen sondern war lieber in den Herbergen mit den anderen Pilgern. Am 2. oder 3. Tag habe ich bereits alles wieder nach Hause geschickt! War eine Furzidee von mir. Dazu war es auch noch viel zu schwer für mich und meine Füsse. Fühlte mich total erleichtert, als ich die Sachen wieder los war. Auch wenn mein Rucksack dadurch „nur“ 1.5 kg leichter wurde fühlte es sich so an als wäre ich ein paar Steine losgeworden! Damit ist diese Sache auch abgehakt und ich habe ein Zelt und eine Isomatte zu verkaufen…;-). Ich habe das Zelt übrigens bei mir im Garten getestet und zwar bei Regen, es ist trocken geblieben. An sich eigentlich eine gute Sache so ein Zelt aber nur auf Wegen wo es nicht genügend Herbergen hat oder wenn man den ganzen Weg läuft und aufs Geld schauen muss.

Da ich dieses Mal kein Tagebuch geführt habe, lasse ich einfach die Bilder sprechen. Es wäre auch schwer, meinen Weg nach all diesen Wochen zu rekonstruieren und zu erinnern was wann war. Deshalb verzichte ich komplett darauf.

Als Nachtrag wäre noch zu erwähnen, dass Wolfgang, mein treuer Weggefährte, den Weg leider abbrechen musste, da seine Frau erkrankt ist. Ich hoffe, dass er den Weg demnächst fortsetzen kann und es seiner Frau bald wieder besser geht. Er wollte nämlich bis zum Somport laufen…

Abschliessend kann ich nur sagen es war ein wunderschöner Weg, wenn man die ersten 3 Etappen bis Montpellier weglässt und nur zu empfehlen.

BUEN CAMINO! Françoise

20.06.2013 Ankunft Arles:
Ich bin am Nachmittag in Arles angekommen. Von Basel aus gibt es gute Zugverbindungen, man erreicht Arles innerhalb von 6 Stunden. Ich hatte mal wieder den Fehler gemacht, die erste Etappe nicht schon im voraus zu buchen. Es hätte nämlich eine Pilgerherberge gegeben, die man bequem übers Internet hätte vorreservieren können. Ich bin dann in Arles herumgeirrt habe gefühlte 100 x telefoniert, bis ich dann in dieser schicken Absteige, genannt Hôtel le Paris für 42€ untergekommen bin. Fühlte mich schon mal richtig deprimiert und stellte mir die normale Frage, die ich mir oft am Anfang eines Caminos stelle: „Wieso tue ich mir das eigentlich an, warum kann ich nicht einfach mal Badeferien am Meer machen?“.

21.06.2013 Saint-Gilles-du-Gard, 21 km (Pilgerherberge 10€)

22.06.2013 Gallargues-le-Montueux, 30 km (Pilgerherberge 5€)

23.06.2013 Montpellier, 27 km (Pilgerherberge 10€)

24.06.2013 Montarnaud, 11.5 km (Pilgerherberge 15€)

25.06.2013 Saint-Guilhelm-le-Désert, 20 km (Pilgerherberge 14€)

26.06.2013 Sain-Jean-de-la-Blaquière, 25 km (Pilgerherberge 15€)

27.06.2013 Lodève, 17 km (Pilgerherberge 23€)

28.06.2013 Lunas, 18 km (Hôtel 40€ mit HP)

29.06.2013 Saint-Gervais-sur-Mare, 29 km (Pilgerherberge 14€)

30.06.2013 Murat-sur-Vèbre, 26 km (Chambre d’Hôtes 48€ mit HP)

01.07.2013 La Salvetat-sur-Agout, 27 km (Pilgerherberge 10€)

02.07.2013 Anglès, 20 km (Pilgerherberge 10€)

03.07.2013 Boissezon, 18 km (Pilgerherberge 18€)

04.07.2013 Castres, 14 km (Hôtel 27€)

05.07.2013 Castres

06.07.2013 Toulouse

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