28.09.2015 Rates, 24.0 km

Also heute kann ich mich ganz kurz fassen: Der Anfang war sehr schön alles am Meer entlang und mit einer wunderschönen Pause mit Aussicht. Der nette Herr in der Bar hat mich zwar etwas übers Ohr gehauen aber sehr charmant, habe sogar noch einen Abschiedskuss auf die Backe bekommen. Der ganze Rest ab Vila Cha war auf der Straße, teilweise sehr eng und auch ein bisschen gefährlich. Vor Kurven musste man schon aufpassen. Zudem war es heiß und ich habe mir die Füße platt gelaufen. Zudem musste ich einmal so dringend aufs Klo, dass ich in einen kleinen Laden bin und gefragt habe ob ich die Toilette benutzen darf. Was mir dann von der Senora auch freundlicherweise gestattet wurde. Ich glaube sie hat meine Verzweiflung gesehen und ich habe anschliessend auch noch einen Pfirsich und Schokoriegel bei ihr gekauft. Somit waren wir beide zufrieden. Am Schluss war ich fast auf den Knien und habe es nur knapp bis Rates geschafft. Aber nicht nur ich war völlig am Ende, sondern auch die drei Mädels aus Berlin Katia, Diana und Winnie, die ich kurz vor Rates völlig entkräftet am Strassenrand getroffen habe. Zusammen haben wir uns dann in die Herberge geschleppt.
Unsere Uebernachtungsmöglichkeit in Lavra am frühen Morgen. Es war neblig und extrem nass. Habe sogar meinen Regenhut angezogen um trocken durch die Bäume zu kommen.

Der Weg führt wunderschön am Meer entlang
Morgenstimmung. Die Männer sammeln hier etwas am Strand, vielleicht Muscheln?

Nachricht am Strand

Hier habe ich mich einfach an den Stand gesetzt und es genossen

Frühstück mit Aussicht

Nach dem Frühstück gehts weiter…
…nach Vila Cha
Nach einem etwas abenteuerlichen Weg durch den Busch ist Wäsche trocknen angesagt

Vila do Conde. Der Grafenpalast?

Das Aquädukt ist 7km lang und hat 999 Bögen. Wahnsinn oder? Bei dem lachsfarbenen Haus gab es Mittagessen.

Mittagessen mit Winnie, Katia und Diana (von links)

Meine Wenigkeit
Fotografiert am Ende der historischen Brücke in Touguinho. Hier hätte ich eigentlich einen anderen, etwas schöneren Weg nehmen können aber ich habe nicht aufgepasst und so musste ich halt auf der engen Strasse weiterlaufen und aufpassen, dass ich nicht überfahren werde.
Kloster Junqueira. Hier war ich ziemlich kaputt und wusste nicht wie ich es noch bis Rates schffen soll. Deshalb erstmal Pause.
Nahaufnahme von Santiago am Kloster Junqueira

27.09.2015 Lavra, 22.5 km

Warum ist es so schwer sich ins Unbekannte aufzumachen? Es erinnert mich sehr an meinen Start auf dem Camino del Norte, da musste ich mich richtig überwinden aus der Pension rauszugehen und die ersten Schritte zu machen. Der Unterschied heute Morgen war, dass es vor meinem Zimmer so laut war, dass ich froh war rauszukommen. Die Portugiesen scheinen richtige Partynudeln zu sein. Vor meinem Zimmer standen um 7.00h die Aufräummaschinen der Partynacht und ein paar späte Heimgänger hatten noch einen lautstarken Disput. Als ich um 7.30 raus bin sind mir die Partylöwen entgegengekommenen. Drei junge Männer wollten unbedingt ein Foto mit mir haben. Leider ist es auf meiner Kamera deshalb kann ich es nicht hier reinstellen. Sie meinten noch ich solle mich für das Photo ausziehen, worauf ich trocken bemerkte, dass ich mich erst gerade angezogen hätte. Habe gemeint sie sollen sich dann ausziehen wenn sie ins Bett gehen… Sie waren aber friedlich und haben mich einfach nur zum Lachen gebracht. Ich wollte noch die Kathedrale besuchen und habe mich gleich wieder mal verlaufen. Habe mal wieder nach dem Weg gefragt und es doch erstaunlich wieviele Menschen hier Französisch oder Englisch sprechen. Leider war sie zu… Dann bin ich runter nach Ribeira die Altstadt am Fluss Douro. Am Fluss entlang ging es Richtung Meer. Da war noch eine Disco offen, ich war kaum vorbei und dann haben sich zwei Männer auf offener Straße geprügelt. Das Nachtleben von Porto scheint ihnen ja nicht richtig gut zu bekommen. An einem Stand an der Straße habe ich meinen ersten Kaffee getrunken und gestaunt, dass er nur 80 Cents gekostet hat. Ein Portugiese hat bemerkt, dass ich ganz erstaunt war und hat gemeint, „dass ist nicht viel oder?“ Ich habe geantwortet, dass bei uns der Kaffee bestimmt 4 oder 5x mehr kosten würde. Der ganze Weg lief grösstenteils  auf Holzstegen dem Meer entlang. Ich bin auch schon den ersten Pilgern begegnet. Mit Peter aus Deutschland bin ich das letzte Stück zusammen gelaufen. Wir sind fast zu weit gelaufen da wir uns verquasselt haben. Er ist auch den Weg von zu Hause aus gelaufen wenn auch nicht an einem Stück. Dann sind auch noch 3 deutsche Mädels unterwegs und wir sind alle zusammen auf dem Campingplatz. Jeder in seinem eigenen Bungalow… Es ist ziemlich frisch und ich habe eigentlich alles an was ich habe: mein langärmeliges und mein kurzärmeliges T-Shirt, die lange Unterhose, meinen Merinojupe sowie eine Jacke. Ich könnte jetzt das Ganze noch toppen mit Mütze und Handschuhe. Ja und ich sitze draußen und trinke Bier auch nicht gerade erwärmend. Werde mich vielleicht noch einen Moment in meinem Schlafsack verkriechen vor dem Essen. Der ist nämlich kuschelig warm.

Es geht raus aus Porto, alles dem Rio Douro und den alten Häuserfassaden von Ribeira entlang.

Die nächtlichen Partyschwärmer auf ihrem Heimweg, die mich netterweise aus Porto verabschiedet haben und mir ein Bom Caminho mit auf den Weg gegeben haben. Ich sehe ein bisschen bedeppert aus, habe ja auch nicht gut geschlafen.
Die alte Strassenbahn von Porto. Sie fährt raus bis zum Leuchtturm am Meer und ich hätte meine Tagesetappe um 4-5km abkürzen können. Tut ein erfahrener alter Pilger wie ich aber nicht, ich leide lieber ein bisschen…
Letzter Blick zurück nach Porto
Ich nähere mich dem Meer

Schade irgendwie, dass alles so Nebel verhangen ist.
Endlich am Meer
Könnte aus irgendeinem Gruselfilm sein, alles so düster hier.

Am ersten Tag geht es alles dem Meer entlang
Siegessäule
 
Der Weg wurde wirklich sehr schön angelegt und es sind viele Spaziergänger und Jogger unterwegs

26.09.2015 Porto

So nun bin ich also in Porto und versuche mich in einer Stadt zurecht zu finden wo ich einfach nur Bahnhof verstehe. Portugiesisch ist für mich ein unverständliches Genuschel. Ich habe versucht nach dem Supermarkt zu fragen aber wenn Sie mir den Weg erklären verstehe ich rein gar nichts. Habe es aufgegeben, bin ziemlich frustriert eine Pizza essen gegangen. Nur war das leider keine Pizza sondern eine Käsebombe! Habe nur die Hälfe geschafft und habe dazu noch Bauchschmerzen. Das fängt ja richtig gut an mein Abenteuer auf dem Camino Portugues. Habe mich schon lange nicht mehr so verloren und fremd gefühlt. Ich sitze jetzt in der Pensao Franca und da ist es auch leicht komisch. Wenn man rein will muss man läuten und dann wird man von der Familie gemustert wenn man hoch kommt. Die haben ihre Sofas und Sitzgelegenheiten rund um das Treppenhaus gestellt, damit sie immer gut sehen wer da die Treppe hoch kommt. Aber wahrscheinlich liegt es an mir. Bin noch nicht wirklich hier angekommen und es kommt mir alles komisch und fremd vor. Für morgen habe ich einen Liter Wasser, Brot, 2 Aepfel und 2 Müesliriegel von zu Hause. Mehr konnte ich leider nicht auftreiben, muss unbedingt Portugiesch lernen…

Probiere mich gerade aufzuraffen um noch einen Spaziergang in Porto zu machen aber die Pizza liegt so schwer in meinem Bauch. Ich habe es noch nicht mal geschafft ein Foto zu machen dabei soll es hier ja sehr schön sein. Es liegt aber eine Nebeldecke über der schönen Stadt vielleicht entgeht mir deshalb alles.

Ok, Porto ist wunderschön. Komme gerade zurück von meinem Abendpaziergang. Habe mir die Altstadt von Porto angesehen, der Hammer! Mit ganz vielen kleinen Bars und Restaurants entlang des Hafens. Leider war ich nicht in der Stimmung am Wasser einen Vino Verde oder Portwein zu trinken, dafür fühle ich mich einfach zu unsicher heute. Habe es aber trotzdem genossen durch die Altstadt zu flanieren. Heute ist mir einfach sehr bewusst, dass ich alleine bin und fühle mich schlecht dabei. Was wahrscheinlich mit den vielen Touristen zusammenhängt. Aber solche Dinge muss man einfach durchstehen, vor allem am Anfang eines Caminos. Denn etwas ist so sicher wie das Amen in der Kirche, Dinge ändern sich, Gefühle und Zustände auch. Morgen ist ein neuer Tag. Den Supermarkt habe ich auch endlich gefunden auf dem Weg zur Pensao Franca. Nur brauchte ich nichts mehr, da ich meinen Proviant in ca. 5 verschiedenen kleinen Läden zusammengekauft habe. 
So ich werde jetzt noch duschen, den Reiseführer studieren und dann versuchen in dieser Lärmbude eine Mütze Schlaf zu bekommen. Es kann nur besser werden, bin ganz zuversichtlich. Gehabt euch wohl.
Ribeira
Ribeira, das historische Flussufer in der Altstadt am Rio Douro
Die Kathedrale von Porto

25.07.2015 Santiago

Wieder zurück in Santiago. Bin in einem süssen Hotel mitten in der Innenstadt untergekommen. 

Hier in Santiago ist Granda Fiesta, denn am 25. Juli ist Jakobustag und das wird im grossen Stil gefeiert. 
Wir mussten mit dem Taxi zurück fahren, da Lissa krank ist und nicht Bus fahren konnte. Hat 80€ gekostet und dauerte etwas mehr als eine Stunde. 
Am Nachmittag habe ich Andrea zum Kaffee getroffen und irgendwie wollte es das Schicksal, dass ich den letzten Abend in Santiago alleine verbringe. Bin noch bei Lissa vorbeigegangen um mich zu verabschieden. Es war schwer, Lissa ist mir bereits sehr ans Herz gewachsen. Aber so ist es auf dem Camino, du musst immer wieder loslassen. Es ist ok alleine zu sein heute Abend, manchmal ist es sogar gut etwas alleine zu beenden wie eben jetzt meinen Camino. Fühle mich sehr entspannt und Ruhe in mir selber. Bin in ein Restaurant wo es den besten Pulpo geben soll und habe dort eine Pilgerin aus Neuseeland getroffen. Sie hat mich spontan an ihren Tisch eingeladen und so musste ich doch nicht alleine essen. Diese Pilgerin, den Namen habe ich leider schon wieder vergessen, ist seit ca. 2.5 Jahren unterwegs. Morgen fährt sie nach Saint-Jean-Pied-de-Port und will dort im Pilgerbüro aushelfen. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sie vor irgendwas davon rennt aber vielleicht täusche ich mich auch.
Sitze vor meinem süssen kleinen Hotel und trinke mein letztes Cerveza con Limon. Wenn ich ausgetrunken habe werde ich noch mal meinen Rucksack packen und dann zu Bett gehen. Morgen nehme ich um 8.00 den Bus zum Flughafen und werde nach Hause fliegen. 

Das ist auch eine Möglichkeit für die Verwendung von Wanderschuhen nach einem Camino…

23.07.2015 Muxia, 0km

Heute lasse ich einfach Bilder sprechen. Ich liebe diesen Ort am Meer, Muxia ist einfach magisch. Am liebsten würde ich mir hier ein Haus kaufen, wenn ich denn das nötige Kleingeld dazu hätte. Morgen nimmt uns Greta im VW Bus mit nach Finisterre. Irgendwann werde ich auch so einen Bus haben, den Camino entlang fahren, ab und zu ein kleines Stück laufen  und mir in den Städten viel Zeit lassen um sie zu besichtigen. Als Pilger fehlt einem dazu die Zeit und vor allem die Lust nach einem anstrengenden Wandertag noch Sight Sehring zu machen. 
Diese wunderschöne Kirche ist letztes oder vorletztes Jahr abgebrannt. Mit Hilfe von Spenden wurde sie wieder aufgebaut. 
Dies ist Kilometerstein 0 in Muxia, ein anderer steht in Fisterra. Hier ist der Pilgerweg definitiv zu Ende. Viele Pilger laufen aber auch die Strecke von Muxia nach Fisterra oder umgekehrt. Es ist ja auch schwierig aufzuhören. Mir ist es überhaupt nicht schwergefallen, genieße es nichts zu tun und ein gewöhnlicher Tourist zu sein. 

Von der Kirche kann man auf den Felsen fast bis zum Meer gelangen. 

Altes keltisches Kreuz wo ein Pilger mal wieder einen seiner Schuhe platziert hat. 

Ganz oben auf dem Ausichtspunkt hat man eine wunderbaren Blick über ganz Muxia. 

Die Kirche und das Wahrzeichen von Muxia von ganz oben. 

Der Strand von Muxia wo ich auch meine Füße gebadet habe. 

Der Pilgerweg führt malerisch am Strand vorbei. 

Lissa ist am üben wie man die Rechnung auf Spanisch bestellt. „La Quenta por favor“. Es hapert noch ein wenig mit der Aussprache. Heute Abend kommen wir erst spät ins Bett aber wir müssen auch erst um 9.00h aus der Herberge raus sein. 

24.07.2015 Finisterre, 0km

IJetzt bin ich also wieder einmal am Ende der Welt angekommen. Heute Morgen hatten wir zum ersten Mal Regen aber nicht wirklich stark. Es hat mehr genieselt. Im Moment ist die Sonne noch mit den Wolken am kämpfen aber ich bin zuversichtlich, dass das Wetter gut ist wenn wir zum Kap hochlaufen. Der Ort wo ich vor 7 Jahren einen Teil meiner Kleider verbrannt habe. Ein schönes Ritual, mittlerweile scheint es aber verboten zu sein weil es mal gebrannt hat. Bin mir ehrlich gesagt aber nicht sicher, ob sich die Pilger daran halten werden. Als Pilger trägt man einfach die Verantwortung, dass Feuer anschliessend wieder zu löschen. 

Wir haben uns ein schönes Hotel geleistet. Lissa und Greta beim einchecken.    

Der Hafen von Finisterre. Das Wetter ist noch nicht besser. 

Zu diesem Strand bin ich unterwegs, nachdem ich in einem Restaurant am Meer Pulpo (Tintenfisch) galliego gegessen habe. 

Diese Füsse haben mich schon viele Kilometer getragen und manchmal werden sie besonders stark beansprucht wie z.B. Die letzten 2 Wochen 

Es ist nicht gerade Badewetter aber zum promenieren, Muscheln sammeln und einfach sitzen perfekt. 

Das Kreuz ist voller Muscheln. 

Wir sind gerade zurück vom Sonnenuntergang am Kap Finisterre. 

Die Pilgerstatue. Er scheint es etwas schwieriger gehabt zu haben als wir. 

Kilometerstein 0 am Kap. 

Hier Häfen Pilger Kleider, Schuhe und allerlei andere Sachen auf. Scheinbar darf man seine Kleider nicht mehr verbrennen weil mal ein Feuer ausgebrochen ist aber ich weiss nichts genaues. 

Es geht steil hinunter. 

Es ist sehr schön hier oben. 

Die Sonne verabschiedet sich langsam. 

22.07.2015 Santiago, 21km

Das war noch mal ein richtig harter Tag! Nicht von der Strecke her und auch nicht die Anzahl der Kilometer. Ich hatte die Nacht vorher kaum geschlafen. Bin um 1.30h aufgewacht und konnte dann nicht mehr einschlafen. Andrea hat neben mir seelenruhig geschnarcht und sogar die Schallmauer meiner Ohropax durchbrochen. Am nächsten Morgen war ich dementsprechend fertig und mein Blutdruck war sehr tief. Bin kaum in die Gänge gekommen. Die ersten 4km bin ich richtig geschlichen und in der ersten Bar gab es gleich mal einen Cafe con Leche. Was aber auch nicht viel genutzt hat. Es ging im gleichen Schneckentempo weiter. Es war auch nicht gerade motivierend, dass ich immer wieder in den Maßen der Tourigrinos laufen musste. So nennt man hier die Jakobswegtouristen. Der Pilgergruss ist dann nicht mehr Buen camino sondern Buen tourismo… Diese Gruppen laufen mit einem Miniruckksack und machen besonders viel Lärm mit dem hölzernen Wanderstock. Sie rauschen leichtfüßig  an den Pilgern vorbei und rufen die ganze Zeit Buen camino. Außerdem haben sie Navigationsgeräte dabei, die dann immer vor sich hin labern: in 100m gehen sie nach rechts, nächste Bar/Herberge in 2km… Muss ich überhaupt erwähnen, dass ich ziemlich genervt war außerdem ist der Camino ab Sarria oder Lugo, 100km vor Santiago, idiotensicher ausgeschildert. Die Jugendgruppen hatten dann noch laute Musik. Ich glaube die Spanier mögen die Stille nicht besonders. Genug geklagt, ich hatte wirklich einen schlechten Tag eingezogen. 

Erst am Monte de Gozo, nach 16km, war ich mit dem Camino und mir selber wieder versöhnt. Bei der hässlichen Statue, die zu Ehren des damaligen Papstes errichtet wurde, hatten sich alle Pilgergruppen versammelt. Ich bin einfach an ihnen vorbeigerauscht und habe die Statuen der zwei Pilger gesucht, die in die Ferne blicken und zum ersten Mal Santago erblicken. Dahin muss man noch ca. 300m laufen und ich war dort ganz alleine! Das hatte ich gebraucht nach dem ganzen Lärm des heutigen Tages. Dort saß ich dann sicher eine halbe Stunde und habe mich anschließend auf den 4.7km langen Weg nach Santiago begeben. Auf dem Platz vor der Kathedrale habe ich mich ein paar Minuten hingesetzt und bin dann ins Parador gegangen wo Andrea schon 2 Stunden vor mir angekommen ist. 

Frühstück in der Bar. Sehe ziemlich fertig aus. 

Dieser Stein steht 11km vor Santigo. So wie ich aussehe fühle ich mich auch, ziemlich beschi…….
Am Flughafen von Labacolla führt der Weg vorbei. Hier hängen ganz viele Holzkreuze und sonstige Sachen, die Pilger hier zurück lassen. 

Schönes Muschelwegzeichen. 

Ab hier war meine kleine Pilgerwelt wieder in Ordnung. Diesen wunderschönen Ort hatte ich ganz für mich alleine. Hier konnte ich mich in aller Ruhe auf meine Ankunft in Santiago vorbereiten. Die meisten wissen nichts von diesem beschaulichen Ort wo man die Kathedrale von Santiago zum ersten Mal erblickt. Ich habe 3 Caminos benötigt um diesen Ort abseits des Pilgerweges zu finden. 

Ankunft in Santiago. 

Man sieht bereits die Kathedrale. 

Von links: Ich, Andrea, Stiene und Lissa vor der Kathedrale. 

Hier gab es Tapas. 

Lecker, ist aber nur ein Teil von dem was wir gegessen haben. Ich hatte noch einen Spieß mit Shrimps und Lachs. Mmmh…

Mein Outdoor Führer und der Schlüssel auf dem Bett des Paradors. 

Morgen trennen sich unsere Wege. Stiene wird in 3 Tagen nach Finisterre laufen, Andrea bleibt in Santiago, Lissa und ich nehmen den Bus nach Muxia. 

21.07.2015 Pedrouzo, 28.5km

Morgen bin ich in Santiago! Heute war ein sehr anstrengender Tag und abends mussten wir gleich mal Vitamin I (Ibuprofen) einwerfen wegen der Schmerzen in den Füssen. Im Moment sitzen wir in der Bar, stopfen uns mit Chips voll und warten darauf, dass wir endlich was zu essen kriegen. Wir sind sehr hungrige Pilger!!!

Mit dem Kräuterschnaps (Orucho) haben wir gestern den Abend ausklingen lassen. 

Wunderschöne Morgenstimmung. 

Don’t stop walking! Das nehme ich mir zu Herzen. 

Ribadiso, die Herberge wo ich 2008 mit Agnes abgestiegen bin. Wir waren beide ziemlich sentimental, wir wussten, dass unser Camino bald zu Ende geht. Keine einfache Sache wenn man 3 oder 4 Monate unterwegs war. Man gewöhnt sich an diesen Lebensstil des unterwegs sein. 

In Ribadiso habe ich auch Greta und Martin wieder getroffen die damaligen Hospitaleros von Villamajor. 

Pilgerkarawanen, so sieht es aus, wenn man sich Santiago nähert. Dies ist eine Gruppe einer kirchlichen Organisation. 

Unterwegs in uralten Eichenwäldern. Warte immer darauf, dass ich eine Elfe oder ein Einhorn sehe. 

Nicht alle Pilger kommen an…

Pilgerkarawane von hinten. 

Das Highlight des heutigen Tages. Jakobsmuscheln in der Bar von Tia Dolores in Calle. 

Andrea isst eine Caldo Galliega, galicische Gemüsesuppe. 

Der Wirt der Bar war echt süss…

Zum Abschluss gab es einen Kaffee mit Verzierung. 

Und vom Wirt gab es noch eine Blume zum Abschied… So schön. 

Dann müssten wir aber auch schon wieder weiter…

…Richtung Santiago. 

Stiene und Lissa sind 10kmvor uns in Labacolla. Hoffen sie in Santiago wiederzusehen. 

20.07.2015 Boente, 25km

Der Abschied von der schönen Albergue in Ferreira fiel sehr schwer. 

Morgenstimmung unterwegs und ganz leichter Regen. Nicht genug um die Regenausrüstung auszupacken. Überhaupt hatten wir bisher keinen Regen was in Galicien an ein Wunder grenzt. 

Das belgische Pärchen ist mit dem VW Bus unterwegs entlang des Caminos. Der eine läuft, der andere fährt abwechselnd. Sie waren auch Hospitaleros in Villamajor de Montjardin als ich 2008 auf dem Jakobsweg unterwegs war. Das war eine schöne Begegnung…

Pilger in der hohlen Gasse. 

Da sind wir noch mal alle zusammen. Wahrscheinlich sehen wir uns erst in Santiago wieder. Stiene und Lissa sind Andrea und mir 9km voraus in Arzua. Ja, Camino heisst immer wieder loslassen. 

Für die die es bis jetzt noch nicht begriffen haben: Wir sind/waren auf dem Camino primitivo. Ab Melide befinden wir uns auf dem Hauptweg Camino Frances. Von jetzt an sind ganze Horden unterwegs aber es sind ja nur noch 2 Tage bis Santiago. 

Lissa, Stiene und Andrea von hinten. 

Wegzeichen mit Regenbogen. 

Ein keltisches Runenzeichen auf dem Boden des Refugios peregrinos. 

Die Frau im Refugio hat alle Stempel im Pilgerpass von Hand gezeichnet. 

Der Wachhund vor dem Refugio. 

Das reinlaufen nach Melide war sehr hart. Alles nur Asphaltstrassen und meine Füsse haben fast schlapp gemacht. Inelide haben wir uns dann eine lange Pause gegönnt und Kalamares gegessen   

50km bis Santiago. 

Wieder mal eine Brücke zu überqueren. Auf dem letzten Stück nach Boente. Wir sind noch keinen Tag auf dem Camino Frances und haben es bereits geschafft und zu verlaufen. Der Abschnitt ab hier ist eigentlich idiotensicherer markiert aber wir waren halt am Schwatzen mit einem Pilger, der in Le Puy gestartet ist. 

Ja und jetzt sind wir hier, sieht nicht schlecht aus oder?

So muss jetzt nach der Wäsche sehen. So oft habe ich noch nie die Waschmaschine benutzt. Ich werde zum faulen oder Luxuspilger. Am 22. Juli werden wir in Santiago ankommen und haben uns gleich eine Nacht im Parador gebucht. Ganz nach dem Motto: „Man gönnt sich ja sonst nichts“

19.07.2015 Ferreira, 27km

Nach dem Frühstück an der Plaza Major laufen Stiene und Lissa los. Wusste da noch nicht ob ich sie am Abend wiedersehe, da mir die Füsse am Abend vorher so weh taten. 

Der Weg geht an der Kathedrale vorbei. 

Ueber diese Brücke sollst du gehen.  

Der Wächter vor der Brücke. Musste aber kein Wegzoll zahlen. 

Die Schilder werden jetzt wieder grösser, da wir 100km vor Santiago sind. 

Zuviele Zeichen können auch verwirrend  sein. 

An diesem schönen Ort habe ich die erste Paise eingelegt.

Dieses Kalb habe ich ziemlich erschreckt. 

Das ist ein Horreo, Kornspeicher. 

Ah, ich liebe diese Wälder. Falls ich mich wiederhole tut esot leid. 

Stiene und Lissa im Anmarsch. 

Wunderschönes Dorf unterwegs. 

Ob Pilger da auch einen Service machen lassen können…

Unser Abendessen in Ferreira: Paella!

Gemeinsames Abendessen.