27.09.2015 Lavra, 22.5 km

Warum ist es so schwer sich ins Unbekannte aufzumachen? Es erinnert mich sehr an meinen Start auf dem Camino del Norte, da musste ich mich richtig überwinden aus der Pension rauszugehen und die ersten Schritte zu machen. Der Unterschied heute Morgen war, dass es vor meinem Zimmer so laut war, dass ich froh war rauszukommen. Die Portugiesen scheinen richtige Partynudeln zu sein. Vor meinem Zimmer standen um 7.00h die Aufräummaschinen der Partynacht und ein paar späte Heimgänger hatten noch einen lautstarken Disput. Als ich um 7.30 raus bin sind mir die Partylöwen entgegengekommenen. Drei junge Männer wollten unbedingt ein Foto mit mir haben. Leider ist es auf meiner Kamera deshalb kann ich es nicht hier reinstellen. Sie meinten noch ich solle mich für das Photo ausziehen, worauf ich trocken bemerkte, dass ich mich erst gerade angezogen hätte. Habe gemeint sie sollen sich dann ausziehen wenn sie ins Bett gehen… Sie waren aber friedlich und haben mich einfach nur zum Lachen gebracht. Ich wollte noch die Kathedrale besuchen und habe mich gleich wieder mal verlaufen. Habe mal wieder nach dem Weg gefragt und es doch erstaunlich wieviele Menschen hier Französisch oder Englisch sprechen. Leider war sie zu… Dann bin ich runter nach Ribeira die Altstadt am Fluss Douro. Am Fluss entlang ging es Richtung Meer. Da war noch eine Disco offen, ich war kaum vorbei und dann haben sich zwei Männer auf offener Straße geprügelt. Das Nachtleben von Porto scheint ihnen ja nicht richtig gut zu bekommen. An einem Stand an der Straße habe ich meinen ersten Kaffee getrunken und gestaunt, dass er nur 80 Cents gekostet hat. Ein Portugiese hat bemerkt, dass ich ganz erstaunt war und hat gemeint, „dass ist nicht viel oder?“ Ich habe geantwortet, dass bei uns der Kaffee bestimmt 4 oder 5x mehr kosten würde. Der ganze Weg lief grösstenteils  auf Holzstegen dem Meer entlang. Ich bin auch schon den ersten Pilgern begegnet. Mit Peter aus Deutschland bin ich das letzte Stück zusammen gelaufen. Wir sind fast zu weit gelaufen da wir uns verquasselt haben. Er ist auch den Weg von zu Hause aus gelaufen wenn auch nicht an einem Stück. Dann sind auch noch 3 deutsche Mädels unterwegs und wir sind alle zusammen auf dem Campingplatz. Jeder in seinem eigenen Bungalow… Es ist ziemlich frisch und ich habe eigentlich alles an was ich habe: mein langärmeliges und mein kurzärmeliges T-Shirt, die lange Unterhose, meinen Merinojupe sowie eine Jacke. Ich könnte jetzt das Ganze noch toppen mit Mütze und Handschuhe. Ja und ich sitze draußen und trinke Bier auch nicht gerade erwärmend. Werde mich vielleicht noch einen Moment in meinem Schlafsack verkriechen vor dem Essen. Der ist nämlich kuschelig warm.

Es geht raus aus Porto, alles dem Rio Douro und den alten Häuserfassaden von Ribeira entlang.

Die nächtlichen Partyschwärmer auf ihrem Heimweg, die mich netterweise aus Porto verabschiedet haben und mir ein Bom Caminho mit auf den Weg gegeben haben. Ich sehe ein bisschen bedeppert aus, habe ja auch nicht gut geschlafen.
Die alte Strassenbahn von Porto. Sie fährt raus bis zum Leuchtturm am Meer und ich hätte meine Tagesetappe um 4-5km abkürzen können. Tut ein erfahrener alter Pilger wie ich aber nicht, ich leide lieber ein bisschen…
Letzter Blick zurück nach Porto
Ich nähere mich dem Meer

Schade irgendwie, dass alles so Nebel verhangen ist.
Endlich am Meer
Könnte aus irgendeinem Gruselfilm sein, alles so düster hier.

Am ersten Tag geht es alles dem Meer entlang
Siegessäule
 
Der Weg wurde wirklich sehr schön angelegt und es sind viele Spaziergänger und Jogger unterwegs