26.09.2015 Porto

So nun bin ich also in Porto und versuche mich in einer Stadt zurecht zu finden wo ich einfach nur Bahnhof verstehe. Portugiesisch ist für mich ein unverständliches Genuschel. Ich habe versucht nach dem Supermarkt zu fragen aber wenn Sie mir den Weg erklären verstehe ich rein gar nichts. Habe es aufgegeben, bin ziemlich frustriert eine Pizza essen gegangen. Nur war das leider keine Pizza sondern eine Käsebombe! Habe nur die Hälfe geschafft und habe dazu noch Bauchschmerzen. Das fängt ja richtig gut an mein Abenteuer auf dem Camino Portugues. Habe mich schon lange nicht mehr so verloren und fremd gefühlt. Ich sitze jetzt in der Pensao Franca und da ist es auch leicht komisch. Wenn man rein will muss man läuten und dann wird man von der Familie gemustert wenn man hoch kommt. Die haben ihre Sofas und Sitzgelegenheiten rund um das Treppenhaus gestellt, damit sie immer gut sehen wer da die Treppe hoch kommt. Aber wahrscheinlich liegt es an mir. Bin noch nicht wirklich hier angekommen und es kommt mir alles komisch und fremd vor. Für morgen habe ich einen Liter Wasser, Brot, 2 Aepfel und 2 Müesliriegel von zu Hause. Mehr konnte ich leider nicht auftreiben, muss unbedingt Portugiesch lernen…

Probiere mich gerade aufzuraffen um noch einen Spaziergang in Porto zu machen aber die Pizza liegt so schwer in meinem Bauch. Ich habe es noch nicht mal geschafft ein Foto zu machen dabei soll es hier ja sehr schön sein. Es liegt aber eine Nebeldecke über der schönen Stadt vielleicht entgeht mir deshalb alles.

Ok, Porto ist wunderschön. Komme gerade zurück von meinem Abendpaziergang. Habe mir die Altstadt von Porto angesehen, der Hammer! Mit ganz vielen kleinen Bars und Restaurants entlang des Hafens. Leider war ich nicht in der Stimmung am Wasser einen Vino Verde oder Portwein zu trinken, dafür fühle ich mich einfach zu unsicher heute. Habe es aber trotzdem genossen durch die Altstadt zu flanieren. Heute ist mir einfach sehr bewusst, dass ich alleine bin und fühle mich schlecht dabei. Was wahrscheinlich mit den vielen Touristen zusammenhängt. Aber solche Dinge muss man einfach durchstehen, vor allem am Anfang eines Caminos. Denn etwas ist so sicher wie das Amen in der Kirche, Dinge ändern sich, Gefühle und Zustände auch. Morgen ist ein neuer Tag. Den Supermarkt habe ich auch endlich gefunden auf dem Weg zur Pensao Franca. Nur brauchte ich nichts mehr, da ich meinen Proviant in ca. 5 verschiedenen kleinen Läden zusammengekauft habe. 
So ich werde jetzt noch duschen, den Reiseführer studieren und dann versuchen in dieser Lärmbude eine Mütze Schlaf zu bekommen. Es kann nur besser werden, bin ganz zuversichtlich. Gehabt euch wohl.

Ribeira

Ribeira, das historische Flussufer in der Altstadt am Rio Douro

Die Kathedrale von Porto