30.08.12 Saint-Lizier – Buzan: In der Einsiedelei

Heute war der Tag der Abkürzungen. Bin immer mal wieder Abschnitte auf der Strasse gelaufen wo der GR einen großen Umweg gemacht hat.
Als ich los bin hat es geregnet, ein Grund mehr keine große Etappe zu laufen. Dies war das erste Mal seit meinem Start. Es ist zu einem großen Temperatursturz gekommen. Mir solls recht sein, zum wandern ist es eh angenehmer wenn es nicht so heiß ist.
Kurz vor Buzan kam mein erster richtiger Anstieg. Bin ganz schön aus der Puste gekommen.
Dann musste ich noch mehrmals nach dem Weg fragen um Tatiana zu finden.
Sie lebt in einer Einsiedelei praktisch autonom an einem wunderschönen Flekchen Erde. Die Toilette ist ein Trockenklo, wo man nach jedem „Geschäft“ eine handvoll Hobelspäne nach unten wirft. Riechen tut es halt wie auf dem Bauernhof. Die Dusche war im Garten und tatsächlich kalt. Tatiana hat gemeint, ich könne auch Wasser heiß machen und mich am Lavabo waschen. Was ich dann auch getan habe. Ist schon verrückt wieviel man plötzlich überlegen muss wenn man keine Dusche hat. Im Lavabo hatte es keinen Stöpsel, dann habe ich überlegt wie ich das Loch zu halten könnte bis ich das kleine Plastikbecken gesehen habe. Dann hatte ich das nächste Problem, nämlich keinen Waschlappen. Habe kurzerhand ein Geschirrtuch umfunktioniert.
Wie selbstverständlich wir doch alles nehmen. Dann ist Tatiana gekommen und hat den Ofen eingeheizt und dann wurde es richtig gemütlich in meiner Hütte. Für ins Schlafzimmer musste man die Deckentüre aufstoßen. Oben war ein total schönes Zimmer mit großem Fenster und 4 Matratzen.
Um 19.00 ist dann Tatiana mit Hortense, die seit einem Jahr in einem Häuschen oberhalb von Tatiana wohnt , mit dem Essen in mein Kämmerchen gekommen und dann haben wie alle zusammen gegessen. Es war ein richtig schöner Abend unter Pilgern. Tatiana hat den Camino bereits zweimal gemacht und ist zudem noch nach Jerusalem gelaufen.
Auf dem Camino merkt man ja auch wie wenig man eigentlich braucht um glücklich und zufrieden zu sein.
Tatiana und Hortense leben dann auch noch dieses einfache Leben und dies auf eine schöne und natürliche Art und Weise. Die beiden haben mich sehr inspiriert. Merci beaucoup.

Der Garten von Tatiana

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