134. Tag, White Pass, Meile 2292.4, Höhe 1364m

Heute war einfach nur Wow!!! Absolut spektakulär und sagenhaft schön! Die Goat Rocks und vor allem Knifes Edge, haben alle meine Erwartungen übertroffen. 

Heute Morgen musste ich erst einmal alle Heuschrecken von meinem Zelt scheuchen bevor ich es zusammenpacken konnte. Ich habe ein paar nette Gedanken an das Pärchen geschickt, die die ganze Tentsite besetzt haben. Auf dem Weg zum Örtchen ist mir Renee entgegen gekommen und sie meinte, sie müsse mir dann etwas zeigen wenn wir oben auf dem Berg sind. Ich habe sie dann bald eingeholt, was gar nicht so einfach war, da ich ständig fotografieren musste. Oben angekommen hat sie mich über einen Grat geführt und dann waren da zwei Felsenthrone aufgebaut. Wir haben uns wie zwei Königinnen auf je einen Thron gesetzt und in die Welt erhaben in die Welt geblickt.  Auf der anderen Seite versuchte gerade eine Hikerin den Weg über das Schneefeld zu finden. Wir haben dann versucht sie anzuweisen, natürlich konnte sie uns nicht hören, „Geh etwas weiter hinauf, nein nicht dem pinkfarbenen Band folgen das führt nirgendwo hin, öffne deine Augen, siehst du die Spur nicht im Schnee?“. Ich habe dann gedacht, so muss es wohl Gott gehen, der immer wieder versucht uns anzuleiten aber wir hören ihn einfach nicht. Diese Parallele fand ich irgendwie gut. Wir mussten dann leider unsere Throne wieder verlassen, da wir ja noch hiken wollten. Das Mädel hat schlussendlich doch noch den Weg gefunden😉. 

Es ging dann zum Knives Edge, was wohl soviel wie Messersschneide heißt. Man läuft auf einem Grat und auf beiden Seiten ging es steil hinunter. Ausrutschen verboten! Teilweise war auch auf einer Seite eine Wand und auf der anderen ging es steil hinunter. Es war auf jeden Fall spektakulär und das Adrenalin hat auch nicht gefehlt. Ich musste so oft stehen bleiben um ein Foto zu schießen, dass ich kaum vorwärts kam. Zudem war absolute Konzentration gefordert denn der Weg war nicht einfach. Was war ich froh, dass wir gutes Wetter hatten. Also bei Regen, Schnee oder starkem Wind hätte ich diesen Weg nicht laufen wollen. 

Beim nächsten Bach haben Renee und ich noch zusammen gefrühstückt, dann ist sie davon gezogen. Sie muss täglich 28 Meilen laufen wenn sie es bis zum 15. September bis Kanada schaffen will. Puuhhh, wenn sie sich da bloß nicht zuviel vornimmt. 

Ich habe mich nicht sonderlich beeilt, warum auch. Kurz vor einer Quelle, die 0.3 Meilen abseits des Weges lag, holte mich Unger Where und ein anderer Hiker ein. Unger fragte mich, ob er mir auch Wasser mitbringen solle von der Quelle, dann müsse ich nicht extra runter laufen. Ich war ganz baff und habe dann natürlich eingewilligt. Ich saß gemütlich oben an der Quelle und habe darauf gewartet, dass die beiden Jungs zurückkommen. Das war echt super nett😘. 

Um 18.30 bin ich dann endlich am White Pass angekommen und siehe da, Renee war auch noch da. Sie telefonierte gerade und hatte diverse Karten vor sich ausgebreitet. Sie war wohl dabei zu planen wie sie um das Feuer rumgehen oder hitchen kann…

Ich habe mir ein super schönes und teures Hotelzimmer geleistet. Nach acht Tagen ohne Dusche habe ich mir das wohl verdient. Zuerst meinte der Manager sie hätten heute zu aber dann habe ich ihm vorgejammert, dass ich seit acht Tagen nicht duschen konnte und endlich wieder einmal ein Bett bräucht. Na auf jeden Fall hatte er dann Erbarmen mit mir und hat mich doch noch eingescheckt. Ich bekam ein Zimmer mit kleiner Küche, Bad und einem Hochbett. War gar nicht so einfach für Miss Turtle da hochzuklettern😂. 

Renee ist dann noch schnell vorbeigekommen um den Food, welchen Sie zuviel hatte bei mir zu lassen. Ich werde es dann morgen in die Hiker Box tun. Es war mittlerweile 19.30, draußen wurde es bereits dunkel und Renee war immer noch fest entschlossen wieder auf den Trail zu gehen. Was sie dann auch tat. Ja und ich habe mich gemütlich in mein Hochbett gelegt und mein Abendessen verdrückt. Dazu ein großes Bier damit ich auch ja gut schlafen kann. Morgen werde ich mich dann um meine Wäsche kümmern müssen und vor allem wie ich an diesem Waldbrand vorbeikomme. 

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