70. Tag, Tentsite Mosquito Lake, Meile 1563.6, Höhe 1919m

Ich mochte kaum aufstehen, ich muss um 4.15 aufstehen damit ich um 5.30 Abmarsch bereit bin. 

Es ging gleich mal über ein kurzes aber  sehr steiles Eisfeld. Ich sagte mir immer bloß nicht runterschauen. Einfach einen Schritt nach dem anderen bis auf die andere Seite. Als wir drüben waren ging gerade die Sonne auf. Winderschön! Auf der anderen Seite wartete ein Pärchen. Gottseidank haben wir uns nicht in der Mitte der Ueberquerung getroffen sonst hätte eine Gruppe umkehren müssen😱. 

Dies war das letzte große Schneefeld in dieser Sektion. D-Hiker und Big Sky legten den vierten Gang ein und ich rannte mal wieder hinterher. Ich hatte Hunger aber sie hielten einfach nicht an. Das geht nämlich genau nach Zeitplan. Endlich sah ich sie am Hang sitzen und das erste was Big Sky sagte ist: „Break over!“. Dieser Witz wir auch langsam alt.  Sie hatten sich einen steilen Hang ausgesucht und mein Rucksack steht  leider nicht von alleine. Irgendwann ist er den Berg runter gekullert und meine Wasserflasche hat sich auch verabschiedet. Ich war total genervt! Und es ist nicht weil der Rucksack den Berg runtergefallen ist, ich hatte  einfach genug davon den beiden hinterher zu rennen und nicht Pause machen zu können wenn ich müde bin oder Hunger habe. Ich wollte endlich wieder selber entscheiden können. HYOH !!! (Hike your own hike). D-Hiker und Big Sky sind ein Team aber ich bin irgendwie wie das Sand im Getriebe, das Rädchen welches leider nicht ganz passt, da ich langsamer laufe wie sie. 

Ich habe deshalb beschlossen wieder alleine zu laufen. Dann habe ich nicht mehr das Gefühl, den  beiden hinterher zu rennen. Ich laufe jetzt wieder in meinem eigenen Rhythmus und mache Pause wann und wo ich will. 

Als ich um 19.00 ziemlich fertig im Camp angekommen bin, sah mich Big Sky und fragte: „What are you doing here?“ Ich habe mich dann gefragt, ob ein: „Hey, great you made it“ nicht passender gewesen wäre. Ich werde irgendwie nicht warm mit ihm.  

Ich vermisse Mermaid, wir waren ein gutes Team und das ohne viele Worte. Wir mussten auch nicht alles so straff organisieren. Jetzt ist halt wieder alles anders aber ich nehme einfach an, dass es gut kommt. 

Auf dem Titelbild ist übrigens kein grünes Monster zu sehen, das ist der Trail begraben unter einem Baum. Wir mussten uns auf allen vieren durchzwängen. 

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